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Digitale Transformation: Deutsche Konzerne blockieren sich selbst
DPA

Es ist zur Zeit das Mantra aller deutschen Manager: Die Digitalisierung wälzt die Wirtschaft um. Das Problem: Einer Umfrage zufolge kommt der Wandel In ihren eigenen Firmen nicht recht vom Fleck - aus internen Gründen.

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wiesenflitzer 08.04.2018, 20:28
1. Ein Halbsatz sagt alles aus

„22 Prozent, also immerhin fast ein Viertel!! der Manager ist der Meinung, dass die digitale Infrastruktur des Landes gut oder sehr gut ist“.
Mehr muss man über dieses Viertel der Lenker und Leiter der deutschen Industrie kaum wissen/lesen.

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Nordstadtbewohner 08.04.2018, 20:49
2. Zeit zur Liberalisierung des Arbeitsrechts

""Als gravierendstes Hindernis stufen die befragten Manager demnach die eigene Belegschaft ein. 58 Prozent beklagen die "Verteidigung bestehender Strukturen" durch Mitarbeiter."

Dem kann ich nur zustimmen. Größtes Problem sind die Angehörigen der Generation 50+, die nach dem Motto "Das machen wir schon immer so - Warum etwas ändern?" vorgeht. Hier sollte des Arbeitsrecht - vor allem das Kündigungsschutzrecht - modernisiert werden. Wer sich auf beruflicher Ebene der Digitalisierung verweigert, muss mit einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses rechnen und zwar unnötige Kündigungsfristen. Das würde am Ende allen helfen. Den Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben, den Arbeitnehmern, die sich dem technischen Fortschritt stellen und dem Standort Deutschland, der global wettbewerbsfähig bleibt.

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Mehrleser 08.04.2018, 20:54
3. Billige Werbung

Die Studie stammt also vom Unternehmen "etventure". Zutat von deren Homepage: "etventure unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation.". Wundert sich jemand, warum eine solche Beratungsbude mit selbstgebastelten Studien Bedarf am Markt erzeugt? Ich erinnere mich noch gut an die Studien "80% der Unternehmen sind nicht auf die Jahr-2000-Umstellung vorbereitet!", die gleiche Masche.

Wobei das ganze Thema "Digitale Transformation" Schaumschlägerei ist, eine aufgewärmte Neuauflage der eCommerce / eBusiness-Initiativen, nun verziert mit "Big Data" und "Social Media". Gleichzeitig wird aber an der Digitalisierung der Wertschöpfungsprozesse seit über 20 Jahren gearbeitet, das ist aber nicht offensichtlich nicht mehr sexy genug.

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Mach999 08.04.2018, 21:12
4.

Nein, nicht die Mitarbeiter sind schuld, wenn die Digitalisierung nicht vom Fleck kommt. Erstens werden Strukturen nicht von den Mitarbeitern gemacht, sondern vom Management, und wenn die Strukturen nicht passen, kann man das deswegen auch nicht den Mitarbeitern anlasten. Zweitens reden Manager gerne völlig unkonkret über irgendwelche Visionen, die sie dann aber nicht in die Praxis übersetzen. Visionen machen einfach mehr Spaß, aber Management ist was anderes. Drittens redet man den Mitarbeitern ein, dass sie das sowieso alles nicht können, und holt sich dann irgendein dynamisches, junges und daher auch unerfahrenes Startup bevorzugt aus Berlin oder Hamburg ins Haus. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter darauf dann keine Lust haben. Viertens sind die IT-Systeme völlig verwachsen, weil nämlich nie eine Konsolidierung stattfindet - und falls doch, versucht man mit einem neuen System zehn andere Systeme abzuschaffen, was dann nicht funktioniert oder nicht durchgezogen wird. Am Ende hat man dann elf statt zehn Systeme rumstehen, die bei jeder neuen Anforderung mit angepasst werden müssen. Und fünftens braucht man sich nicht zu wundern, wenn man wie eine große gelbe Bank die Digitalisierung ausruft und gleichzeitig Maßnahmen ergreift, die IT massiv zu verkleinern.

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digge8 08.04.2018, 21:28
5.

Habe das selbst mal versucht, aber da wurden alle neuen digitalen Dokumente erstmal wieder stoßweise ausgedruckt, mit der Begründung, dass ich die dann später ja wieder einscannen könne. Tolle digitalisierungsfeindliche Kollegen.

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tomdabassman 08.04.2018, 21:31
6. Der Fisch stinkt vom Kopf her

Sorry, die Belegschaft ist das Hindernis? Ich arbeite für einen großen deutschen Lebensmittelkonzern, wo mir noch im letzten Jahr mitgeteilt wurde, man habe 'viele Baustellen, die IT-Anforderungen zur Verbesserung des Online-Shops sei nur eins von über 20 Projekten'. Aha. Ganz bestimmt kein Einzelfall in Corporate Germany.

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spon_12 08.04.2018, 21:46
7.

Zitat von Nordstadtbewohner
""Als gravierendstes Hindernis stufen die befragten Manager demnach die eigene Belegschaft ein. 58 Prozent beklagen die "Verteidigung bestehender Strukturen" durch Mitarbeiter." Dem kann ich nur zustimmen. Größtes Problem sind die Angehörigen der Generation 50+, die nach dem Motto "Das machen wir schon immer so - Warum etwas ändern?" vorgeht. Hier sollte des Arbeitsrecht - vor allem das Kündigungsschutzrecht - modernisiert werden. Wer sich auf beruflicher Ebene der Digitalisierung verweigert, muss mit einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses rechnen und zwar unnötige Kündigungsfristen. Das würde am Ende allen helfen. Den Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben, den Arbeitnehmern, die sich dem technischen Fortschritt stellen und dem Standort Deutschland, der global wettbewerbsfähig bleibt.
Ich denke, Ihr Beitrag ist ein Beleg für die Notwendigkeit des Kündigungsschutzes. Da Sie hier grundsätzlich den immer gleichen Satz mit unterschiedlichen Bausteinen garnieren, muss ich im Übrigen davon ausgehen, das es mit der Flexibilität nicht sonderlich weit her ist. Vermutlich nützt Ihnen der Kündigungsschutz also mehr, als Sie aktuell annehmen.

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GuidoBosbach 08.04.2018, 21:56
8. Das Thema ist vielschichtiger

Die Umsetzung der Digitalisierung, bzw. deren Langsamkeit, ist deutlich vielschichtiger als es die erwähnte Studie hergibt. AUs meiner Erfahrung sind die Grundlagen für die DIgitalsierung in vielen UNternehmen nicht gegeben. aber weniger wg. der Mitarbeiter, sondern wegen veralteter Strukturen und einem ebensolchen Managementverständnis. Die Digitalisierung sollte daher "an der Spitze" beginnen, d.h. Von den Managern selbst in Form einer Selbstreflexion ihres Managementmodells, der Potenziale und Hemmnisse starten.

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wahe 08.04.2018, 21:58
9. es

scheint eher so, als ob die Manager, weitsichtig von Digitalisierung reden, aber kurzsichtig nicht kapiert haben was das eigentlich ist. Die Typen an einem normalen Arbeitsplatz in ihrem Unternehmen würden kläglich versagen.

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