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Diskriminierung: "Ossi"-Streit endet mit Vergleich

Statt eines Jobs bekommt sie nun Geld: Eine Frau aus Ostdeutschland hat sich mit einer Firma außergerichtlich geeinigt, bei der sie sich erfolglos beworben hatte.*Weil auf ihren Bewerbungsunterlagen der Hinweis "Ossi" vermerkt wurde, hatte sie geklagt - und in erster Instanz verloren.

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ryul 17.10.2010, 21:27
1. Bitte was?

Zitat von
Im April hatte das Arbeitsgericht Stuttgart entschieden, dass der Vermerk zwar eine Diskriminierung sei - aber keine Benachteiligung wegen einer ethnischen Herkunft im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).
Gehts noch?
Was ist wenn auf diesen Unterlagen etwas wie "-Neger", "-Schlitzauge", "-HartzIV", "-Frau" stehen würde?
Das wär dann bestimmt total ok für das Gericht.
Willkommen im assozialen Deutschland!

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meslier 17.10.2010, 22:19
2. Schlimm?

Zitat von sysop
Statt eines Jobs bekommt sie nun Geld: Eine Frau aus Ostdeutschland hat sich mit einer Firma außergerichtlich geeinigt, bei der sie sich erfolglos beworben hatte.*Weil auf ihren Bewerbungsunterlagen der Hinweis "Ossi" vermerkt wurde, hatte sie geklagt - und in erster Instanz verloren.
Was ist denn schlimmes oder falsches an der Bemerkung Ossi? Das sagt doch nur etwas darüber aus, woher die Frau kommt. Ganz werteneutral.

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yaoshi 17.10.2010, 22:20
3. ossi

Ossi hin oder Ossi her.....offensichtlich hat man sich aber einigen können.
Bei mir wird es viel härter:
nehmen wir eine sehr hübsche Kenianerin, die hier in Deutschland fleißig studiert hat & dann auch alles Examina bestanden hat. Hilft leider alles nix, wenn man schwarz seu Ausländer ist. Weil sie keinen deutschen Paß hat, darf sie den erlernten/studierten Beruf nicht so ausführen, wie sie fachlich quallifiziert ist. Ich habe gelernt: man spricht hier deutsch und es gibt -ganz legal- einen riesen §§- Wald, in dem man sich leicht verirrt und fett auf die Schnauze fliegen kann.
Mit den netten Beamten ( wovon übrigens eine aus dem Ost-Deutschland kommt) füh'l ich mich voll heimisch hier!

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sappelkopp 17.10.2010, 22:22
4. Tja...

...sowas habe ich auch schon auf die Bewerbung geschrieben... und zweimal habe ich die Bewerber eingestellt. Hoffentlich fühlen die sich nicht diskriminiert.

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sciing 17.10.2010, 22:39
5. Juristenbullshit

.. es darf niemand wegen seiner ethnischer Herkunft diskriminiert werden, wegen seiner Herkunft schon! Wer doch prima einem Juristensöhnlein sowas gegen den Kopf zu werfen, kommt aus Juristenfamilie nicht einstellbar, oder Pfarrerskinder, ein(e) von und zu - nicht zu gebrauchen!

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pacnw 17.10.2010, 22:40
6. minus

Zitat von meslier
Was ist denn schlimmes oder falsches an der Bemerkung Ossi? Das sagt doch nur etwas darüber aus, woher die Frau kommt. Ganz werteneutral.
Da war ein dickes fettes minus vor dem "Ossi" Begriff. Nicht ganz "wertneutral", wuerde ich sagen.

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ryul 17.10.2010, 22:46
7. Aha

Zitat von sappelkopp
...sowas habe ich auch schon auf die Bewerbung geschrieben... und zweimal habe ich die Bewerber eingestellt. Hoffentlich fühlen die sich nicht diskriminiert.
Bei ihnen möchte ich nicht arbeiten wollen.
Wer weiss was sie noch so alles für Schwachsinn auf die Dokumente platzieren.

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hepra 17.10.2010, 22:49
8. So einfach ...

Zitat von meslier
Was ist denn schlimmes oder falsches an der Bemerkung Ossi? Das sagt doch nur etwas darüber aus, woher die Frau kommt. Ganz werteneutral.

ist es nicht! Da steht hübsch eingekreist ein Minuszeichen, was eindeutig "Absage" bedeutet und daneben der Vermerk "Ossi". Das heißt im Klartext: "Nicht einstellen, weil sie Ossi ist"! Und damit ist es wohl nicht mehr werteneutral, nicht wahr?

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ub40 17.10.2010, 22:54
9. " (-) Ossi" disqualifiziert

Das Entscheidende ist doch nicht der Begriff "Ossi". Der könnte ja tatsächlich positiv oder negativ gemeint sein. Aber "(-) Ossi" kann doch nur so zu verstehen sein, dass die bloße Herkunft hier disqualifiziert. Wenn man Qualifikation meint, kann man angeblich Gemeinte auch schreiben!
Meine Erfahrung aus dem akademischen Bereich ist (und nur für den kann ich sprechen), dass für Professuren, Abteilungsleiter- oder Referatsleiterposten noch immer gilt, dass der falsche Geburtsort ein Negativkriterium ist - und das 20 Jahre nach dem Mauerfall. Lieber hat man zweit- bis drittklassige Leute aus den alten Bundesländern auf diese Posten gehievt. Chancengleichheit gibt es hier immer noch nicht (auch nicht innerhalb der neuen Bundesländer).
Frau und Ossi ist dann noch schlimmer....
Bitte nicht falsch verstehen - ich bin nicht für das Gleichstellungsunwesen (egal auf welches Kriterium bezogen), dass dann wieder nur die primär benachteiligte Gruppe teilweise ungerechtfertigt bevorzugt.
Nur wirkliche Chancengleichheit im Sinne des Grundgesetzes wäre wirklich toll...

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