Forum: Wirtschaft
Diskussion um Vermögensteuer: Bloß keine Neiddebatte!
Carsten Rehder/ DPA

Die Diskussion um eine Besteuerung großer Vermögen hat gerade wieder Hochkonjunktur. Doch statt Neid zu schüren, sollten wir darüber reden, was Wirtschaft und Gesellschaft wirklich hilft. Drei Fragen können dabei helfen.

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triple-x 26.08.2019, 16:13
10. Nein, Herr Fratzscher!

Das, was Sie beschreiben - darum geht es gar nicht! Und eine Debatte um Vermögens- und Erbschaftssteuer oder schwarze Nullen müsste gar nicht geführt werden, wenn der Staat in vielen Bereichen das Geld nicht in dreistelliger Millionenhöhe und mehr mit beiden Händen ineffizient herausschmeißen würde. S21, BER und Maut sind nur die Spitze des Eisberges - ich kann mir gar nicht vorstellen, welche Familienförderungs- und Wohnungsbauprojekte damit finanziert werden könnten, ohne Abgaben zu erhöhen oder neu einzuführen.

Woran Deutschland krankt, ist nicht die Einnahmensituation, sondern die Ausgabensituation, wie jedes Jahr erneut an schönen Beispielen durch den Bundesrechnungshof moniert wird. Es wird ständig Geld verbrannt, aber niemand wird zur Rechenschaft gezogen - vielmehr werden die politischen und beamteten Entscheidungsträger am Ende ihrer Amtsträgerschaft noch durch üppige, selbst genehmigte, Pensionen oder andere Vergünstigungen (siehe z.B. die Appanagen für ehemalige Bundespräsidenten) gut versorgt.

Am deutschen Wesen wird nie wieder die Welt genesen, denn das, was hier seit Jahren passiert, ist nur noch eine einzige Lachnummer - Deutschland als Dilettantenstadel, der die Zukunft verschläft, aber immer noch meint anderen Ländern Regeln und Vorgaben machen zu können.

Die wahre Lokomotive Europas ist mittlerweile Frankreich, auch wenn Gelb-Braun-Westen und die Faschisten um Le Pen es anders sehen wollen.

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ksail 26.08.2019, 16:16
11.

Zitat von Sibylle1969
Das Wort Erbschaftsteuer wird kein einziges Mal erwähnt.
Dann hast Du einen anderen Artikel gelesen. In dem, der über diesem Forum steht, geht es zu 50% um ererbtes und ähnlich erworbenes Vermögen.

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RalfHenrichs 26.08.2019, 16:16
12. Theoretisch richtig, praktisch falsch

Würde man es so machen, wie Fratzscher es vorschlägt, würde die Vermögenssteuer wieder vom BVerfG einkassiert werden, weil irgendein Fall gefunden wird, der dagegen erfolgreich klagen kann. Daher kann nur gelten: auf jeden Fall muss eine Vermögensteuer vor dem BVerfG Bestand haben. Und wenn dann nicht jeder Einzelfall berücksichtigt werden kann, dann ist es halt so. Aber wahrscheinlich ist dies ja auch Fratzschers Ziel: eine Vermögenssteuer vorzuschlagen, die am Ende wieder vom Gericht einkassiert wird.

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doc007 26.08.2019, 16:16
13. … was ein polemischer Blödsinn

“Das Perfide dabei ist, dass Menschen mit weniger als 500.000 Euro an Erbschaften mehr als zehn Prozent Steuern zahlen, Menschen mit mehr als 20 Millionen Euro an Erbschaften jedoch weniger als zwei Prozent.“
So was darf ein Redakteur beim Spiegel also ungeprüft und unwidersprochen schreiiben? Nochmal zur Erinnerung: Der Freibetrag für Ehepartner beträgt 500.000.- Euro. Bedeutet, die Steuerlast bei einer Erbschaft von 500.000.- beträgt exakt 0 Euro = 0%. Die Erbschaftssteuer bei 20 Millionen beträgt 27% bei Ehegatten. Bei Geschwistern 40%, bei allen übrigen 50%. Soviel dazu.
Und das war noch nicht alles. “Substanzbesteuerung von Unternehmen durch eine Erbschaftsteuer ist nicht mehr als ein falscher Mythos, der jeglicher Grundlage entbehrt.“ Aha. Und das weiß der Autor woher? Ich selbst habe im Bekanntenkreis einen Druckereibesitzer, der durch das Erbe der Druckerei fast in eine Privatinsolvenz gelaufen ist. Es wird natürlich der fiktive Firmenwert für eine Versteuerung herangezogen. Da es sich hier um ein rein fiktives Vermögen handelt, muss das Geld für die reale Erbschaftssteuer natürlich irgendwo herkommen. Nicht selten müssen dann Firmenanteile verkauft werden oder Kredite aufgenommen werden. Es sei denn, die Gehaltssumme bleibt über 7 Jahre gleich - was in manchen Branchen schlicht nicht machbar ist.
Ich weiß nicht, was den Autor zu solchen Artikeln treibt - aber es ist zumindest mal undifferenziert dargestellt und teilweise schlicht und ergreifend sachlich falsch. Auch wenn einige grundsätzliche Ansätze durchaus diskussionswürdig sind.

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ich2010 26.08.2019, 16:17
14.

Zitat von firefox34
Ein Anfang wäre nur die Vermögen von "Bargeld und Einlagen" zu besteuern. Das sind ca. 40% der Privaten Vermögen. Das kann man noch mal nur für Einlagen über 1. Mio Euro machen. Das ist kein Geld, welches in der Altersversorgung, Immobilen, Unternehmen o.ä. steckt. Das ist einfach "zum Konsum" da oder eben nicht, weil es nur auf Konten "rumliegt". Das würde niemandem wirklich wehtun und man wird auch als Vermögender deshalb nicht plötzlich verarmen.
es soll ja Leute geben, die legen pro Monat einen bestimmten Betrag zurück - z.B. um eine Renovierung der Wohnung bezahlten zu können. z.B. um Möbel zu erneuern oder um Hausgeräte auszutauschen oder um schlicht einen Notgroschen zu haben im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder ähnlichem. Tja dann gibts nur eines - Bargeld horten und ansonsten alles mit vollen Händen ausgeben. In der Not muss halt dann der Saat äh der Steuerzahler blechen... geht auch.-

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checkitoutple 26.08.2019, 16:18
15. So spricht der Wirtschaftslobbyist

Er erwähnt nicht das die Unternehmena gute Gründe haben ihre Firmen in Deutschland Arbeiten zu lassen. Da profitieren sie von dem Ausbildungssystem welches ihnen die Infrastruktur zu Verfügung stellt. auch die noch wennauch schon durch die lMerkel Jahre ziemlich marode Infrastruktur warmal ein Grund sich hier anzusiedeln.Natürlich hat diePolitik der Verbrannten erde welche merksl antreibt sind die Schäden an der Infrastruktur und im Bildungssystem schon ziemlich groß.
Auch die Einwanderung hat ja dazu geführt das das Bildungniveau besonders in Haupt und Realschule ziemlich abgesunken ist. .So das immer mehr Analphabeten die Deutschen Schulen verlassen.
Diese aktie zersöhrung der Infrastruktur durch die CDU Politik der letzten Jahre kann man noch umkehren. Aber dafr bräuchte es Geld viel Geld.
Von daher müssten diejenigen welche am meisten von den Staatlichen Ausgaben profitieren auch ihren Anteil leisten. on daher wäre der erste Schritt die Groskonzerne auf die gleiche Steuer Belastung zu bringen wie es die Mittelständler zu leisten haben.
Das würde woh Ausreichen wenn VW mercedes Amazon Apple Google die gleiche Steuerlast zu tragen haben wie die Kleinen und Mittleren Unternehmen dann wäre das ein Volumen welches das Voumen einer Vermögenssteuer um ein Vielfaches übersteigt. Da reden wir dann vonmehreinnahmen von mehreren 100 MRD im Jahr.
Dies würde ermögichen dann auch einen anderen Punkt umzusetzen die Steuerlast für Arbeit drastisch zu senken.

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Schartin Mulz 26.08.2019, 16:22
16. Soviel

ich weiß, ist die Vermögenssteuer doch gerade deshalb damals von Verfassungsgericht moniert worden, weil verschiedene Arten von Vermögen verschieden besteuert wurden. Aber genau das fordert Herr Fratzscher hier. Ich bin kein Jurist, aber würde das nicht neue Probleme aufwerfen?

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j.c.nolte 26.08.2019, 16:23
17. Freiwillige 'Reichen'-Steuer

Die Frage ist für mich, warum man Vermögende nicht zusätzlich anreizt, freiwillig einen Teil ihres Vermögens an den Staat, sprich an uns Bürger abzugeben? Vielleicht auch mit beratender Hilfestellung?

Soweit ich weiß, hat das Finanzministerium auch ein Bankkonto dafür eingerichtet, auf das Bürger freiwillig zur Schuldentilgung der Bundesrepublik Deutschland einzahlen können.

Mit einem 'Reichen'-Konto könnte jeder Vermögende, der möchte, seinen Beitrag dazu leisten, dass (Erb-)Vermögen nicht zu groß werden (kinderlose Alleinstehende sogar an Deutschland vererben könnten) und das auch im Rahmen des eigenen Ermessenspielraums. Entweder öffentlich ausgewiesen (gutes Marketing) oder auf Wunsch natürlich auch anonym.

Das fände ich eine gute Idee.

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spmc-12355639674612 26.08.2019, 16:24
18. @Sibylle1969

Also bei mir steht es: "Der Staat nimmt jedoch weniger als sieben Milliarden Euro an Erbschaftsteuern ein." und "Das oft vorgebrachte Argument der Substanzbesteuerung von Unternehmen durch eine Erbschaftsteuer ist nicht mehr als ein falscher Mythos, der jeglicher Grundlage entbehrt."
Oder wollten Sie dazu etwas Bestimmtes hören?

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isar56 26.08.2019, 16:25
19.

Zitat von CancunMM
So ein Quatsch. das hat nun wirklich nichts mit Neid zu tun, sondern mit dem Empfinden ob etwas noch angemessen ist oder schon obszön. Sicher hat ein Bankmanager mehr Verantwortung als ein normaler Angestellter, aber nicht in dem Maße. Und die Vergangenheit zeigt ja, dass die Rechtfertigung für die großen Gehälter nicht vorliegt. Sie übernehmen ja keine Verantwortung, sondern drücken sich darum.
Sie übernehmen offiziell Verantwortung und werden bei Totalversagen mit zig Mio Euro abgefunden. Ich habe Arbeit, es geht mir gut und Neid kenne ich nicht.
Wer aber bei einer 40 Stundenwoche aufstocken muss, soll diese Perversion verstehen?

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