Forum: Wirtschaft
DIW-Studie: Immobilienboom macht Hausbesitzer (noch) reicher
Markus Scholz/dpa

Im Schnitt werden die Menschen in Deutschland laut einer Studie immer reicher - vor allem allerdings die Immobilienbesitzer. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung kommt nur auf einen Anteil von 1,3 Prozent der Vermögen.

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Hans-Dampf 02.10.2019, 11:04
100.

Zitat von PeterCollignon
Was können die die Eigenheimbesitzer dafür, dass die Anderen kein Eigenheim haben? Rumanien 97% Ungarn 90% Spanien 83% Griechenland 77% Deutschland 53% Schweiz 44% 27 EU-Staaten Schnitt 71% Immobilieneigentum: Deutschland fast am Ende in Europa https://www.finblog.de/immobilien-eigentum-deutschland-fast-am-ende/
Nein, dabei geht es um Immobilieneigentum (bspw. Wohnung, Haus) und nicht ums Eigenheim (Haus).
Leider gibt diese Auswertung keine Information, wie viele davon schon schuldenfrei sind (=Kredit zurückgezahlt haben) oder noch schuldenbehaftet sind (=Kredit befindet sich in der Rückzahlung).

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Motorpsycho 02.10.2019, 11:08
101.

Anreize, Vermögen durch Immobilienkauf aufzubauen, werden nicht helfen, denn das erhöht ja nur weiter den Druck auf die Preise, solange das Angebot an Grundstücken und Häusern nicht mitwächst.

Viel wichtiger ist doch, dass die Lebensverhältnisse in der Fläche angepasst werden und der Druck in die Ballungszentren zu ziehen, reduziert wird. Unternehmen brauchen Anreize ihre Betriebe auch in der Pampa anzusiedeln.

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Kalle84 02.10.2019, 11:08
102. (noch)?

Dieses unterschwellige (noch) in der Überschrift hätte man sich schenken können. Dachte kurz, ich wäre auf der Seite der Taz gelandet.

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timrydel 02.10.2019, 11:09
103. Immobilienbesitz für Geringverdiener?

Banken erwarten ein angemessenes Eigenkapital bei einer Finanzierung - und das muß erst einmal angespart werden. Und in Folgeschritt muß die Kreditrate bezahlt werden. Egal wie der rechtliche Rahmen für die Altersvorsorge aussieht, egal ob Riester oder Fondssparplan: wenn ich 100 EUR im Monat zurücklegen, benötige dennoch sehr lange, um ein ausreichendes Eigenkapital anzusparen. Insbesondere in Anbetracht der mittlerweile absurd hohen Immobilienpreise (dank Niedrigzinspolitik der EZB) wird das kaum möglich sein. Die Politik sollte endlich die Basis der Einzahler in die Deutsche Rentenversicherung wieder verbreitern, Privilegien abschaffen und Geringverdiener mit Rentenpunkten bezuschussen. Immobilienträume oder das "Bashen" von Häuslebauern, die sich mühselig etwas zusammengespart haben, hilft da nicht weiter...

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mark.muc 02.10.2019, 11:10
104.

Zitat von Haarfoen
Volkswirtschaftlich ist die Idee der Eigentumswohnung völlig blödsinnig. Entweder werden große Massen der Bevölkerung über Mieten ausgebeutet oder die Leute sitzen wie festgenagelt auf ihrem Wohneigentum (für das sie im Regelfall dann das ganze Leben schuften müssen). Im Falle von Verwerfungen der Finanzwirtschaft (Zinserhöhung) und einem signifikanten Wirtschaftseinbruch (Arbeitslosigkeit) wird es auch in D hunderttausende Opfer geben, die dann die Campingplätze bevölkern. Das ganze System ist unsinnig, Wohnraum gehört in die Hände von Wohngenossenschaften, die sich selbst verwalten. Genossenschaften haben sich weltweit bewährt. Das Thema "Wohnen" wird nicht mit Profitdenken belastet, eine Flexibilität ist gegeben und die Minder- und Überbelegungen können reguliert werden. Die starre Definition von "Eigentum" löst diese Probleme eben nicht. Lt. einer seriösen Studie der TU Aachen harmonieren etwa 75% bis 80% der gebauten Bestandsobjekte nicht mit den Lebenskonzepten, die junge Leute oder nachfolgende Generationen beschreiten. Hier wurden vielfach im Einfamilienhausbau Eigentumsträume der alten Generation verwirklicht, die heute nur noch Sondermüll sind. Auch hier schafft das plurale Kollektiv einer Wohnbaugenossenschaft entsprechende Regulierung, bzw. vermeidet mit höherer Wahrscheinlichkeit entsprechende Fehlentwicklungen. Mir ist klar, dass die o. a. Ausführungen keinerlei Resonanz finden, denn wir sind alle auf Gier nach Eigentum getrimmt. Das kapitalistische Modell siegt, es besiegt nicht nur die Menschen, sondern auch unseren Planeten. Wenn der Planet dann zerstört ist und in absehbarer Zeit unbewohnbar wird, macht auch die Eigentumswohnung keinen Sinn mehr. Aber das wird hierzulande nur von den jungen Leuten verstanden.
"Entweder werden große Massen der Bevölkerung über Mieten ausgebeutet oder die Leute sitzen wie festgenagelt auf ihrem Wohneigentum (für das sie im Regelfall dann das ganze Leben schuften müssen). "
Solche Sätze sprechen für Denkblokaden. Stellen Sie sich vor: Man kann die Dinge auch deutlich flexibler handhaben. Z.B. nutzt man eine ETW zunächst selbst und vermietet sie später (zu einem angemessenen Mietpreis), weil man z.B. aus beruflichen, familiären oder anderen Gründen woanders wohnen möchte. Die "alte" ETW kann man gut als Sicherheit für die Finanzierung einer weiteren ETW nutzen. So etwas kann aus Gier nach Eigentum geschehen, es kann aber auch ein Wunsch nach Selbstbestimmtheit sein. Wer sich von einer ETW "festnageln" lässt, ist auch ohne ETW nicht frei. Zudem: "das" kapitalistische Modell gibt es gar nicht. Es gibt derer viele Modelle. Die diversen sozialistischen und pseudosozialistischen Modelle waren überwiegend deutlich umweltzerstörender als manche der kapitalistischen Systeme.

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so-long 02.10.2019, 11:11
105. Nicht überholt

Zitat von Haarfoen
Volkswirtschaftlich ist die Idee der Eigentumswohnung völlig blödsinnig. Entweder werden große Massen der Bevölkerung über Mieten ausgebeutet oder die Leute sitzen wie festgenagelt auf ihrem Wohneigentum (für das sie im Regelfall dann das ganze Leben schuften müssen). Im Falle von Verwerfungen der Finanzwirtschaft (Zinserhöhung) und einem signifikanten Wirtschaftseinbruch (Arbeitslosigkeit) wird es auch in D hunderttausende Opfer geben, die dann die Campingplätze bevölkern. Das ganze System ist unsinnig, Wohnraum gehört in die Hände von Wohngenossenschaften, die sich selbst verwalten. Genossenschaften haben sich weltweit bewährt. Das Thema "Wohnen" wird nicht mit Profitdenken belastet, eine Flexibilität ist gegeben und die Minder- und Überbelegungen können reguliert werden. Die starre Definition von "Eigentum" löst diese Probleme eben nicht. Lt. einer seriösen Studie der TU Aachen harmonieren etwa 75% bis 80% der gebauten Bestandsobjekte nicht mit den Lebenskonzepten, die junge Leute oder nachfolgende Generationen beschreiten. Hier wurden vielfach im Einfamilienhausbau Eigentumsträume der alten Generation verwirklicht, die heute nur noch Sondermüll sind. Auch hier schafft das plurale Kollektiv einer Wohnbaugenossenschaft entsprechende Regulierung, bzw. vermeidet mit höherer Wahrscheinlichkeit entsprechende Fehlentwicklungen. Mir ist klar, dass die o. a. Ausführungen keinerlei Resonanz finden, denn wir sind alle auf Gier nach Eigentum getrimmt. Das kapitalistische Modell siegt, es besiegt nicht nur die Menschen, sondern auch unseren Planeten. Wenn der Planet dann zerstört ist und in absehbarer Zeit unbewohnbar wird, macht auch die Eigentumswohnung keinen Sinn mehr. Aber das wird hierzulande nur von den jungen Leuten verstanden.
Es macht einfach Freude, im eigenen Haus/Wohnung zu wohnen, welches man -bis zu einem gewissen Grad- selbst gestalten kann.

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jogola 02.10.2019, 11:11
106. Was würde wohl mit den

Zitat von berlin333
Wohneigentum für wirklich breite Schichten – das wird niemals passieren.
Bau- und Grundstückspreisen geschehen, wenn es doch so wäre - oder sollen die Mieter ihre Mietwohnungen kaufen ?

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max-mustermann 02.10.2019, 11:12
107.

Zitat von Haarfoen
Die starre Definition von "Eigentum" löst diese Probleme eben nicht. Lt. einer seriösen Studie der TU Aachen harmonieren etwa 75% bis 80% der gebauten Bestandsobjekte nicht mit den Lebenskonzepten, die junge Leute oder nachfolgende Generationen beschreiten. ... Wenn der Planet dann zerstört ist und in absehbarer Zeit unbewohnbar wird, macht auch die Eigentumswohnung keinen Sinn mehr. Aber das wird hierzulande nur von den jungen Leuten verstanden.
Na wenn das so ist können ja all die jungen Leute die das "verstanden" haben Eigentumswohnungen und die 80% der Bestandswohnungen, die nicht in ihr Lebenskonzept passen, einfach ignorieren. Dafür können die jungen Leute sich dann ja munter um die verbliebenen 20% passenden Bestandswohnungen prügeln (was deren Miete noch weiter explodieren lassen wird) oder alternativ naturnah im Zelt auf der Wiese wohnen.

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ohjeee 02.10.2019, 11:13
108.

Zitat von schnubbeldu
1. meistens fehlen aber dann Papiere wie Grundschuldbrief, etc 2. Sie können sich jederzeit wieder eine "neue" Grundschuld eintragen lassen, wenn Sie diese benötigen. 3. Klar! Beim Veräußern der Immobilie schaut das Grundbuchamt ob noch Grundschulden oder andere "Belastungen" eingetragen sind. Nur wenn es in deren Augen "lastenfrei" ist, kann die Veräußerung stattfinden. Sprechen Sie mal mit einem Notar darüber, der wird Ihnen genau dies bestätigen. In "unserem" Erbfall als Erbengemeinschaft war 2014 noch "alte" Rechte eingetragen, die bis 1957 zurückfühten und mit "jeder" Überschreibung der Erbfolgen einfach "mitgeführt" wurden. Versuchen Sie dann mal als Erbengemeinschaft die entsprechenden Unterlagen zusammenzusuchen weil irgendwann ein Grundstück auf 5 Erbberechtigten "totgeteilt" werden kann. Selbst "alte" Wohnrechte (Nießbrauchrecht) werden weiter mitgeführt. Da dürfen Sie dann alle Sterbeurkunden "auftischen". Wir hatten unseren Spaß gehabt! Insbesondere was die alte Tante, die irgendwann nach USA abgewandert ist, betraf.
Ist es nicht so, dass eh nur der Berechtigte der Grundbucheintragung deren Löschung bewilligen kann? Aus eigener Erfahrung ist das gerade bei Grundschulden eigentlich recht einfach... Schreiben an die Bank, bitte um Löschungsbewilligung, fertig. Die Bank sollte ja wohl noch entsprechende Unterlagen dazu haben.
Wenn Sie natürlich zugunsten Privater Eintragungen haben, schaut das ganze anders aus, dann kann wirklich die Rennerei los gehen.
Den Stress Ihrer Erbengemeinschaft sollten Sie mit einer Grundschuld bei einer Bank nicht haben, auch wenn die Grundschuld bereits 1957 eingetragen wurde.

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derjoey 02.10.2019, 11:14
109.

Zitat von kiel-Nord-Ost
ich bin der lebende Beweis für die Auflösung der klassischen Mittelschicht, da ich in einer Person drei scheinbare Widersprüche vereine: Gehaltsmäßig - auf dem Papier - gehöre ich mit 50 000 Euro Einkommen Brutto zur Mittelschicht, Steuer und Abgabenmäßig gehöre ich laut einem Steuerrechner zur Oberschicht, da ich laut dem Rechner bereits zu den TOP-13% der Steuerzahler als Single gehöre - als Gesamtbelastung lastet laut Tarifrechner auf meinem Einkommen ein Last von ca 43% Abgaben und Steuern.
Der Form halber: Ihre Grenzsteuer wird bei 50.000 Euro Jahreseinkommen 2019 bei gut 40% liegen, das ist aber nicht die Gesamtbelastung, die liegt bei 24,6% aufgrund der Progression.

Wenn Sie Steuerklasse 1 sind, keine Kinder haben und Kirchensteuer zahlen sowie sozial- und gesetzlich versichert sind, was im Endeffekt also auf die höchste Belastung hinausläuft (bis auf die Krankenkasse), behalten Sie von den 50.000 Euro am Ende netto knapp 30.000 Euro. Diese Berechnung beinhaltet keinerlei steuerliche Vorteile wie bspw. die Entfernungspauschale.

Quellen:
https://www.imacc.de/einkommensteuersatz-steuersatz-berechnen-deutschland/
https://www.brutto-netto-rechner.info/

Zum Thema: Es gibt doch genügend Modelle jenseits der Reichensteuer, die auch die (nur) auf dem Papier reichen privaten Immobilienbesitzer belasten würde, um die Ungleichheit zu verringern. Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes als beliebtes Beispiel wird zwar ständig erwähnt, aber nicht umgesetzt.

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