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DIW-Studie: Löhne in Industrie haben großes Aufholpotential
DPA

Exportstarke Industrieunternehmen haben laut einer DIW-Studie besonders von der moderaten Lohnentwicklung seit 2003 profitiert. Die Lohnerhöhungen hätten dort jedes Jahr um gut ein Prozent höher ausfallen können.

Pandora0611 13.08.2014, 18:11
1. Maßhalten!

Zitat von
Die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre in Deutschland hat insbesondere Arbeiter in der Industrie getroffen. Die Entgeltsteigerungen im produzierenden Gewerbe seien zwischen 2003 und 2013 im Schnitt pro Jahr um 1,1 Prozent hinter dem zurückgeblieben, was angesichts der gestiegenen Produktivität möglich gewesen wäre. Über den ganzen Zeitraum sind sie damit rund 11,6 Prozent hinter die Produktivität zurückgefallen.
Dafür sind die Unternehmensgewinne durch die Decke gegangen.
Auch unsere Abgeordneten und Beamte haben sich nicht zurückgehalten.
Sie faselten immer von einem "Nachholbedarf".
Dabei gibt es diesen schon lange nicht mehr.
Die Pensionäre sind die reichste Gruppe in Deutschland.
Und Unternehmer und "Manager" (Verwalter) kassieren Millionen pro Jahr (natürlich plus Boni).
Und alles finanziert vom "dummen" Steuerzahler.

Und sollten die Arbeitnehmer und/oder Gewerkschaften einmal eine Lohnsteigerung fordern, wird sofort das Gespenst des Arbeitsplatzabbaus, der Abwanderung ins günstigere Ausland (Rumänien, Bulgarien oder Indien/China) heraufbeschworen.
Und so gab es also in den letzten Jahren Nullrunden oder sogar Lohnsenkungen. Im Gegenzug stiegen die Steuern und Abgaben.

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norman.schnalzger 13.08.2014, 18:17
2. Diese Zurückhaaltung

gilt bestimmt auch für Managergehälter, Bankerboni, Unternehmergewinne und Aktienrenditen. Danke für soviel Sozialverträglichkeit

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Kassandro5000 13.08.2014, 18:36
3. Treu

richtet sich das DIW nach den Vorgaben des IWF, die deutsche Wettbewerbsfaehigkeit zu schwaechen, um die Euro-Zone zu retten.

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Knick001 13.08.2014, 19:21
4. Frage mich

Wieso davon gesprochen wird das alle beamten unermessliche Lohnsteigerungen erhalten haben. Abgeordnete ja, dort gibt es eine regelrechte Bereicherung. Beamte haben durch die AZ Erhöhung oder Wegfall von Urlaubs und Weihnachtsgeld denk ich eher minus gemacht. Im Vergleich zu den Angestellten im Öd wird bei beamten pauschal bei jeder Verhandlungsrunde 0,2 % weniger gezahlt. Da meist in 3 stufen eine Erhöhung erfolgt sind das 0,6 USW. Frage mich eh warum sich nie jemand z.B. Über all die staatlich gesponserten Firmenwagen aufregt. Ja liebe Steuerzahler, das finanziert ihr mit. Aber die wenigsten regt es aufs weil ja eh so viele selbst davon profitieren.

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steinbock8 13.08.2014, 20:11
5. Löhne

der Wirtschaft würde es noch besser gehen wenn sie zur Ankurbelung der Nachfrage bessere Löhne zahlen würde Geld muss in den Kreislauf aber am Gewinn die Lohnempfänger beteiligen haben sie auf der Uni und im Privatleben nicht gelernt sie verstehen die einfachsten wirtschaftsregeln nicht

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ingnazwobel 13.08.2014, 20:17
6.

Ironie on: Nun mal ehrlich, was sollen denn tausend Mitarbeiter mit je tausend Euro Gehaltserhöhung im Jahr machen - da bleibt doch nichts übrig. Sinnvoller ist es doch 10 Häuptlingen je 100.000 zu geben, damit kann man weigstens etwas anfangen und es ist günstiger denn es fällt kein AG anteil in der SV an, da die sowie über der BMG liegen - ironie off

Leider wurde in der Vergangenheit auf Kosten der Gering - und Normalverdiener Gewinnmaximierung betrieben. Dies läßt sich leider nicht einfach nachholen. Es ist hierzu dringend nötig die Kapitalerträge wesentlich höher zu besteuern und den Grundfreibetrag in der Einkommensteuer zu verdoppeln.

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curiosus_ 13.08.2014, 20:29
7. Ich hätte da einen interessanten Vorschlag ....

Zitat von Kassandro5000
richtet sich das DIW nach den Vorgaben des IWF, die deutsche Wettbewerbsfaehigkeit zu schwaechen, um die Euro-Zone zu retten.
... für Sie: Plädieren Sie für die Einführung der Sklaverei und Leibeigenschaft. Die deutsche Wettbewerbsfähigkeit wäre so etwas von gestärkt ....

Mal vielleicht für 5 Minuten nachdenken:

Wir haben seit 2002 (der €-Bargeld-Einführung) bis Ende 2013 1,6 Bio. € Leistungsbilanzüberschüsse eingefahren, allein 200 Mrd. € (mehr als 7% des BIPs) in 2013. Damit zwangsweise verknüpft waren 1,8 Bio. € Kapitalexport. Selbst preisbereinigt weit mehr als jemals zu DM-Zeiten.

Möglich war das nur durch den €. So war es über viele Jahre (seit 2002) möglich Lohnzuwächse unterhalb des Produktivitätszuwachses plus der Inflationsrate durchzusetzen, ohne dass das zu einer entsprechenden Aufwertung der eigenen Währung (wie früher die DM) geführt hätte.

Bezahlt haben das also die abhängig Beschäftigten über Lohnverzicht. Eingestrichen haben die Produktivitätszuwächse die Profiteure der 1,6 Bio. € Leistungsüberschüsse. Eben die, die das dann als Kapital wieder exportiert haben. Dem € sei Dank.

Also, wie schon gesagt: Einfach mal nachdenken wessen Lobbyistengeschwätz man da verbreitet. Oder sind Sie selbst einer?

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Wololooo 13.08.2014, 21:14
8.

Lohnerhöhungen sollen dort ankommen, wo Sie auch erarbeitet werden, und das ist nicht beim Werker der Teile in die Einlegeformen legt, sondern beim Ingenieur, der das Produktionssystem plant und optimiert.

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wauz 19.08.2014, 11:24
9. Danke, lieber Kollege!

Zitat von Wololooo
Lohnerhöhungen sollen dort ankommen, wo Sie auch erarbeitet werden, und das ist nicht beim Werker der Teile in die Einlegeformen legt, sondern beim Ingenieur, der das Produktionssystem plant und optimiert.
Ich kenne Dich: Du bist Vertrauensmann bei der IG Metall!

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