Forum: Wirtschaft
Drachmen-Diskussion: Athen rüffelt eigenen Zentralbankchef

Die griechische Regierung stellt sich gegen ihren Zentralbankchef, nennt seine Äußerungen über die Rückkehr zur Drachme Panikmache. Eine Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Währungsgemeinschaft sei unnötig - auch wenn das Land noch lange nicht gerettet sei.

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andresa 02.01.2012, 15:27
1. Panikmache?

Panikmache würde ich das nicht nennen....ist doch klar dass irgendwann der Schuldenschnitt und die Währungsreform kommt. Das liegt zwar nicht an den Politikern sondern am System, aber die Politiker haben auf ganzer Linie versagt das auch so zu erklären. Am 15. Januar wird deshalb wieder weltweit demonstriert: #15j – Global change – Eine mögliche Welt ist anders! | thebabyshambler

...Druck ausüben ist nun zentral, damit die Entscheidungen die nun getroffen werden müssen nicht nur einigen Wenigen dienen...

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fatherted98 02.01.2012, 15:38
2. Ist...

...in Griechenland auch nicht anders als hier...die Wahrheit darf keiner sagen sonst ist er unten durch...immer schön in die eigene Tasche lügen....wir zahlens ja.

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schlummi1 02.01.2012, 15:53
3. xx

Zitat von sysop
Die griechische Regierung stellt sich gegen ihren Zentralbankchef, nennt seine Äußerungen über die Rückkehr zur Drachme Panikmache. Eine Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Währungsgemeinschaft sei unnötig - auch wenn das Land noch lange nicht gerettet sei.
die debatte wird wahrscheinlich nur geführt um mutti weichzukochen.
Drachme + verlust für blauäugige banken = frische Deutsche steuerzahlermillarden.
Wenns dann nichts mehr zu holen gibt, dann kommt die drachme.

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Freifrau von Hase 02.01.2012, 15:53
4. Lebensstandard

"Die Wiedereinführung der Drachme würde die Griechen teuer zu stehen kommen, sagte Provopoulos, der Lebensstandard würde sinken"

Deutlich sinken muss und wird der Lebensstandard auch bei einem Verbleib in der Eurozone. Denn genau das war ja das Problem, dass viele Griechen einen unanständig hohen Lebensstandard hatten (verbeamtet, 3000 Euro für Lokführer, 15 Monatsgehälter usw.)
Die Wirtschaftsleitung hat das nicht hergegeben, deswegen mussten ja ständig Kredite aufgenommen werden.

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realpolitiker 02.01.2012, 16:15
5. raus aus Eurozone

Zitat von sysop
Die griechische Regierung stellt sich gegen ihren Zentralbankchef, nennt seine Äußerungen über die Rückkehr zur Drachme Panikmache. Eine Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Währungsgemeinschaft sei unnötig - auch wenn das Land noch lange nicht gerettet sei.
Grundsätzlich habe ich für das Dementi der griechischen Regierung schon Verständnis, obwohl ich es nicht gutheißen kann.
Wer wird schon freiwillig den euro-spendenden Infusionsschlauch durchtrennen. Solange u.a. die deutsche Regierung zeitlich unbegrenzt für Milliardenzahlungen bürgt, wäre es doch absolute Dummheit zu verzichten.

Eine bodenlose Unverfrorenheit ist für mich jedoch die Uneinsichtigkeit der griechischen Politik - bis heute.
Schon Anfang 2010 hatte Papandreou wiederholt erklärt, dass GR nicht freiwillig die Eurozone verlassen wird. Man habe einen Anspruch auf die Solidarität der Europartner. Welchen Anspruch eigentlich? Dieser Anspruch besteht doch nur, weil ihn unsere Regierung für "alternativlos" hält!
Hinzu kommt, dass GR sich weiterhin als Opfer fühlt, wie es der Staatspräsident Papoulias seinerzeit ausdrückte. Die Krise ist nach dem Staatsoberhaupt nämlich nicht eine Krise von GR sondern von Europa und schuld daran sind nur die internationalen Spekulanten.
Offensichtlich alles eine tolle Sache: Man ist in einem Club, kann ungeniert über die Stränge schlagen und einen Rauswurf gibt es nicht - auch dank der deutschen Politik. Solch leichtfertige Toleranz bereitet logischerweis den Boden für unverschämte Erpressung.

Ich erwarte auch für die Zukunft nicht, dass GR die Ursachen der Krise im eigenen Stall aufarbeiten und die politisch Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen wird. Oder hat man die Methoden der Regierungen Semitis und Karamanlis inzwischen unter die Lupe genommen? Das ist bis heute offensichtlich nicht geschehen. Im Gegeneil - die polit. und wirtschaftlichen Eliten haben ihre Milliarden schnell ins Ausland bringen dürfen. Angeblich sollen allein über 200 Mrd. Euro auf Schweizer Konten liegen.

Auch wieder eine verkehrte Welt: Bei der Jagd auf das Schwarzgeld deutscher Steuersünder zieht der Fiskus bei uns alle Register. Im Falle des unredlichen Clubmitglieds GR interessieren dessen Schwarzgelder absolut nicht - dagegen Verständnis und Toleranz -, obwohl man andererseits unbegrenzt für dessen Schulden einstehen muss.

Und was geschieht in GR weiter? Anstatt alle verfügbaren Kräfte für die Bewältigung der Krise einzusetzen, die Ursachen aufzuarbeiten und die Reformen voranzutreiben, verstrickt sich das Land im Gezänk der Parteien beim Kampf um die Macht.
Für mich gibt es bei diesem unzuverlässigen Partner nur eine Lösung: GR muss raus aus der Eurozone!

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chrimirk 02.01.2012, 16:18
6. Kluger Mann!

Zitat von sysop
Die griechische Regierung stellt sich gegen ihren Zentralbankchef, nennt seine Äußerungen über die Rückkehr zur Drachme Panikmache. Eine Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Währungsgemeinschaft sei unnötig - auch wenn das Land noch lange nicht gerettet sei.
Wiedereinführung der Drachme wäre für all Beteiligten richtig. Und irgendwann, wenn in GR. die Krise wieder überwunden ist, kann GR. dem Euro-Währungsraum (wenn es ihn dann noch gibt!) wieder beitereten. Wo ist das Problem? Im Ego von Merkozy & Co?

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derweise 02.01.2012, 16:34
7. Die Idee des Euro war doch

Zitat von sysop
Die griechische Regierung stellt sich gegen ihren Zentralbankchef, nennt seine Äußerungen über die Rückkehr zur Drachme Panikmache. Eine Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Währungsgemeinschaft sei unnötig - auch wenn das Land noch lange nicht gerettet sei.
Die Idee des Euro war doch, durch Stabilitätspolitik eine Alternative zum Dollar zu schaffen. Warum wird jetzt diese Idee nicht realisiert?!

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Zereus 02.01.2012, 17:07
8. ...

Zitat von derweise
Die Idee des Euro war doch, durch Stabilitätspolitik eine Alternative zum Dollar zu schaffen. Warum wird jetzt diese Idee nicht realisiert?!
Die Idee war zunächst einmal, dass die deutsche währungspolitische Dominanz in Europa gebrochen werden sollte. Wenn Deutschland Zinsen gesenkt oder angehoben hat, musste Frankreich nachziehen, und das war für Frankreich absolut nicht hinnehmbar. Die Perspektive, dass mit der Wiedervereinigung eine noch stärkere DMark noch dominanter werden könnte, musste irgendwie verhindert werden - da war die Währungsunion die ideale Lösung. So konnte man bei wichtigen Geldpolitischen Entscheidungen wieder mitreden, statt nur den deutschen Entscheidungen zu folgen.
Alle anderen Gründe für die Währungsunion sind im Endeffekt nichts als Propaganda, die den eigentlichen Grund in den Hintergrund rücken soll. Und das gelingt ja ganz gut. Ich freue mich schon auf die Kommentare die von wegfallenden Wechselkursrisiken, Urlaub ohne Geldumtausch, Weltleitwährungsphantasien, drohender Bedeutungslosigkeit und erleichterten Exporten erzählen..

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g.bruno 02.01.2012, 17:10
9. Die griechische Agonie..

Zitat von sysop
Die griechische Regierung stellt sich gegen ihren Zentralbankchef, nennt seine Äußerungen über die Rückkehr zur Drachme Panikmache. Eine Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Währungsgemeinschaft sei unnötig - auch wenn das Land noch lange nicht gerettet sei.
... dauert für meinen Geschmack schon ein bisschen zu lange und die Politik hat offensichtlich vor, diese noch weiter zu verlängern. Angeblich ist es billiger, GR weiter durchzufüttern als einen unkontrolierten Zusammenbruch der ganzen Eurozone zu riskieren (Dominoeffekt...), und trotzdem: Am Ende werden die Griechen doch die Eurozone verlassen müssen, einen drastischen haircut durchführen (von wegen nur 50% und nur bei Privatinvestoren....) und die GR Staatsanleihen bei der EZB haben dann den Wert in der Nähe von Null . Der EU Steuerzahler stützt dann die notleidenden Banken, versteht sich. Die Zukunft des Euros wird ohnehin in Italien entschieden.

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