Forum: Wirtschaft
Drastische Warnung: Rating-Riese würde Euro-Bonds als Ramsch bewerten

Vielen gelten sie als letzter Ausweg aus der Euro-Krise: Gemeinsame Staatsanleihen könnten überschuldete Länder wie Griechenland vor Attacken der Finanzmärkte bewahren. Jetzt warnt die Rating-Agentur Standard & Poor's, sie würde Euro-Bonds eine katastrophale Note ausstellen.

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alcaselzar 03.09.2011, 17:07
10. Ich hatte mir erlaubt,

Zitat von sysop
Vielen gelten sie als letzter Ausweg aus der Euro-Krise: Gemeinsame Staatsanleihen könnten überschuldete Länder wie Griechenland vor Attacken der Finanzmärkte bewahren. Jetzt warnt die Rating-Agentur Standard & Poor's, sie würde Euro-Bonds eine katastrophale Note ausstellen.
genau darauf schon einmal hinzuweisen. Der damals zuständisge Administrator fand es aber nicht gut, so dass der Beitrag nicht erschien.
Selbst wenn Deutschland mit seinem AAA+ Rating für die Eurobond zu 100% garantieren würde, dann würde D als überfordert gelten und alle Eurostaaten würden 10% Zinsen zahlen. (oder mehr)

Als Lösung bleibt nur Anleihen der Euroländer auf dem Markt zum Marktwert, also 40-50% unter Nominalwert aufzukaufen und zu verbrennen und die Schuldner im Gegenzug über interne Bonds zum Marktwert zu verpflichten. Damit reduzieren sich die Schulden der Euroländer nominal, indem die starken Länder für die schwachen einspringen.

Allerdings wäre es gut, im Gegenzug auch einen gewissen Anteil von Anleihen der starken (Geberländer) vom Markt zu nehmen und zum mittleren Marktwert der bereits geleisteten Zahlungen an schwache Länder ebenfalls in eurointerne Verschuldungen zu wandeln.

Damit stehen die Eurostaaten über die EZB untereinander in der Pflicht, die Gesamtschulden verringern sich im Euroraum und nicht nur die Schwachen profitieren, die allerdings hierbei wieder in geringerem Maße neu belastet werden.

Entweder ist das total schwachsinnig weil undurchsichtig, was ich da schreibe oder der einzig gangbare Weg.

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einszweidrei 03.09.2011, 17:08
11. Kette

Die Stärke der Kette wird durch die Stärke des schwächsten Gliedes bestimmt.
So meinte einmal Wladimir Iljitsch Lenin (1870 - 1924), der wohl nicht im Verdacht steht, ein Kapitalist gewesen zu sein.

Entsprechend nennt S&P seine Strategie auch "weakest-link approach". Mich erstaunt die CC-Wartung allerdings schon, ich hatte eher mit A+ gerechnet.

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chiffer 03.09.2011, 17:08
12. Gute Nachricht

zum Glück gibt es die Ratingagenturen, was mit den Eurobonds passieren würde sieht man doch schon bei der aktuellen Griechenlandhilfe, Italien wird sich dara ein Beispiel nehmen.
Nur leider sind die Banken und ihre Erfüllungsgehilfen, die Politiker nicht lernfähig ;((

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debreczen 03.09.2011, 17:08
13. Amerikanische Verschwörung?

Zitat von HaPeGe
Der amerikanischen Finanzwelt ist der Euro von Anfang an ein Dorn im Auge und sie werden alles unternehmen, um ihn zur Strecke zu bringen ! Nur, es hat den Anschein als hätten die Politiker in Europa das noch nicht begriffen.
Ich gebe Ihnen recht, daß die US-Regierung um den wirtschaftlichen Wert ihrer Position als Leitwährungsgeber weiß und diese Stellung gerne erhalten möchte. Das ist vernünftig und im Interesse der eigenen Bürger. Die Hedgefonds und die sonstige "Finanzwelt" kümmert der Dollar wahrscheinlich weniger, denen ist es egal, wofür und wogegen sie spekulieren, solange es was zu zocken gibt.

Das rechtfertigt jedoch nicht den Schluß, daß Euro-Bonds eine wirtschaftliche Geheimwaffe sind, welche "die Finanzwelt" "den Europäern" madig machen möchte. Wirtschaft ist eben keine Politik, und davon, daß Politiker - um einen anderen Foristen zu zitieren - "feuchte Großmachtträume" pflegen, wird eine Volkswirtschaft nicht leistungsfähiger. Politische Förderung indiziert vielmehr, daß ein Wirtschaftsprojekt, ob nun Transrapid, Solarkraft oder eben Euro-Bonds, nicht alleine auf die Beine käme.

Eine Rating-Agentur wird gar nicht anders können, als solche Kopfgeburten skeptisch zu betrachten.

Die Euro-Bonds-Propaganda der Massenmedien erinnert mich übrigens mit schlechtem Nachgeschmack an die Planübererfüllungsarien vergangener Zeiten. Seit spätestens 1989 steht als Feldversuchsergebnis fest, daß der politische Wille selbst bei absoluter Durchsetzungsmacht keine blühenden Landschaften hervorbringt. Leider mußte darunter der halbe Kontinent leiden.

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JohnBlank 03.09.2011, 17:09
14. Wall-Street und Zocker wollen Euro-Bonds

Zitat von HaPeGe
Der amerikanischen Finanzwelt ist der Euro von Anfang an ein Dorn im Auge und sie werden alles unternehmen, um ihn zur Strecke zu bringen ! Nur, es hat den Anschein als hätten die Politiker in Europa das noch nicht begriffen.
Das auf jeden Fall. ABER, die Wall-Street und Hedgefonds wollen Euro-Bonds. Aus Schrottpapieren sichere Papiere machen, das wollen doch die Zocker. Euro-Bonds wären da phantastisch.

S&P hat recht. Übrigens, haben CDU und FDP die Gesetze nun geändert, die die 3 Ratingagenturen schützt bzw. Aufträge per Gesetz zusichert? Nein.

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c++ 03.09.2011, 17:09
15. .

Es ist völlig klar, dass Eurobonds niemals die Bonität und damit Zinssätze wie Bundeswertpapiere haben können, auf die Idee kommt nur jemand, der wenig Ahnung hat, zum Beispiel die Politiker, vor allem rotgrüne.

Wenn alle 17 Länder für die Eurobonds gesamtschuldnerisch haften, dann wird natürlich der Gesamtbetrag der Eurobonds als Verbindlichkeit eines jeden Eurostaates gewertet, damit würde auch die Kreditwürdigkeit Deutschlands sinken, abhängig von der Höhe der ausgegebenen Eurobonds. Würden nur noch Eurobonds statt einzelstaatlicher Anleihen herausgegeben, dann würde die Kreditwürdigkeit Deutschlands als Staat mit der besten Bonität danach beurteilt, ob es die Schulden von 17 Staaten, darunter Italien, Frankreich und Spanien, alleine tragen kann. Und in den Fall würde es Deutschlands Finanzkraft weit übersteigen. Wenn es so weit getrieben wird, dann sieht es allerdings schlecht aus.

Wenn man die Eurozone als eine einheitliche Finanzzone betrachtet, würden die Eurobonds zu durchschnittlichen Zinsen bewertet, dann hätten wir jährlich wie ausgerechnet wurde 47 Milliarden zusätzliche Schulden zu tragen.

Jedenfalls ist es gut, dass hier mal Klartext gesprochen wurde und nicht das ständige unqualifizierte Politikergesülze verbreitet wird.

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eingedanke 03.09.2011, 17:10
16. logischer Schritt

Zitat von sysop
Vielen gelten sie als letzter Ausweg aus der Euro-Krise: Gemeinsame Staatsanleihen könnten überschuldete Länder wie Griechenland vor Attacken der Finanzmärkte bewahren. Jetzt warnt die Rating-Agentur Standard & Poor's, sie würde Euro-Bonds eine katastrophale Note ausstellen.
selbst für einen Laien nachvollziehbar wenn man sich versucht in ihre "Denke" einzuarbeiten. Man darf gespannt sein wie die Befürworter antworten... es zieht sich hin das Sterben des €, vielleicht ist er schon tot und keiner traut sich es zu sagen.

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akhora 03.09.2011, 17:10
17. Wer es noch immer nicht gemerkt hat

Das ist dieselbe Agentur, die vor dem großen Kollaps 2008 die abenteuerlichen Abzocker-Finanzderivate als AAA eingestuft hat. Der Wahnsinn hat Methode. Zitat von HaPeGe
Der amerikanischen Finanzwelt ist der Euro von Anfang an ein Dorn im Auge und sie werden alles unternehmen, um ihn zur Strecke zu bringen ! Nur, es hat den Anschein als hätten die Politiker in Europa das noch nicht begriffen.

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ronomi47 03.09.2011, 17:11
18. Respekt

Es gibt wenige Institutionen, welche mutig das aussprechen, was die meisten Investoren ohnehin denken.

Die Politik will einfach nicht begreifen, dass der bisherige Schuldenschlendrian nicht länger geduldet wird.

Schluss mit kreditgetriebenem Wachstum. Ich hoffe, das kapieren auch die Grünen, die bisher am lautesten nach diesen neuen Drogen gerufen haben.

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sacco 03.09.2011, 17:12
19. x

Zitat von .Zerberus.
Wunderbar S&P machen sich also nicht zum Steigbügelhalter für die Transferunion, endlich mal eine gute Nachricht. Jetzt müssten die anderen Ratingagenturen nur noch nachziehen und die Idee der Eurobonds wäre vollständig gescheitert ...
der euro ist tot.

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