Forum: Wirtschaft
Drohende Altersarmut: Fast jede zweite Rente liegt unter 800 Euro
DPA

Wer in Deutschland in den Ruhestand geht, der droht nach Angaben der Linken immer öfter in Armut abzurutschen. 48 Prozent der Rentner bekommen demnach schon jetzt weniger als 800 Euro im Monat.

Seite 12 von 22
christian-h 12.07.2018, 12:50
110. Angabe

Zitat von Crom
Und? Ein Single-Haushalt mit 2.000 Euro Netto stellt sich doch nicht schlecht. Was haben Sie denn für Vorstellungen?
Woher wissen Sie das es sich nur um Single-Haushalte handelt.
In vorigen Beiträgen wird ausgesagt das 800 Euro pro Person ja nicht wenig sind wegen den weiteren Einkünften vom Lebenspartner.
Also irgendwo sollte man sich festlegen und nicht das raussuchen was zur eigenen Auffassung am besten passt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
formatierer 12.07.2018, 12:51
111. So isses

Zitat von der-junge-scharwenka
Oha. Da hat es einer geschafft, schon im allerersten Kommentar die Beamten ins Spiel zu bringen. Saubere Leistung! Ganz kurze Erklärung: Der Dienstherr der Beamten zahlt seinerseits auch nichts ein; es gibt also in öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen kein Pendant zu den Arbeitgeberanteilen. Das kann man einfach mal kapieren. Der Artikel will aber etwas anderes sagen. Er weist - völlig zu Recht - darauf hin, dass hier ein Problem auf das Land zukommt, das völlig ungelöst ist und höchste soziale Sprengkraft hat. Es zeugt von einer wirklich beispiellosen Realitätsverleugnung, wenn die Deutschen stattdessen nur darüber diskutieren, ob ein Asylbewerber auf 10.000 Einwohner den wirtschaftlichen Untergang des Landes bedeutet oder nicht. Die Altersarmut ist eine wesentlich konkretere Gefahr, die den sozialen Frieden nachhaltiger stören wird. Das Problem ist seit Jahren hinlänglich bekannt, allerdings gibt es keinerlei Ansätze, die nötigen Strukturreformen in Angriff zu nehmen. Aber es wird nicht lange dauern, bis irgendjemand behaupten wird, man müsse nur die Asylanten aus dem Land jagen, damit es wieder ausreichend hohe Renten gibt. Einer ist eben immer schuld. Ist es nicht der Beamte, dann ist es der Asylant.
Sie vergessen allerdings, dass der Arbeitgeberanteil des Rentenversicherungsbeitrags von dem Arbeitnehmer erarbeitet wurde. Der Arbeitgeber zahlt das nicht aus seiner Geldbörse. Das ist ein vom Gesetzgeber gewollter Buchungstrick zur Steuervermeidung des Arbeitgebers. Die Steuern hierfür zahlt der Arbeitnehmer beim Bezug seiner Rente.

Zum Thema Altersarmut, man kann auch reiche Menschen die eine Minirente beziehen als arm bezeichnen. Und deshalb ist es gut und richtig, dass man für den Bezug von Sozialleistungen zur Aufstockung der Minirente die finanziellen Gegebenheiten prüft und nicht einfach eine Mindesrente auszahlt. Das wäre unsozial.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Siggi_Paschulke 12.07.2018, 12:54
112.

Zitat von bernhardk.teinzer
Eine Frechheit ist, dass die Rente versteuert wird inclusive Soli obwohl bereits auf das Einkommen seinerzeit Steuern bezahlt wurden. Das entspricht einer Doppelbesteuerung. Gilt jedoch nicht für Beamte.
Sie verwechseln da was...es ist genau andersherum: Pensionen wurden immer schon besteuert, plus eine hohe Zahlung an die private Krankenversicherung. Renten waren lange Zeit NETTO und sind erst seit diesem Jahrzehnt in Teilen abgabepflichtig...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Siggi_Paschulke 12.07.2018, 12:58
113.

Zitat von peterpullin
genau, daher haben die lieben beamten heute so viel weniger geld in der tasche als arbeiter. 1957!!!!! das wurde über jahrelange erhöhungen, auch in jahren mit nullrunden bei angestellten, längst wieder ausgeglichen - und mehr. zudem hat kein arbeitnehmer zuschläge für hochzeit, kinder und entfernung, rabatte beim neuwagen, versicherung und, und, und. da hilft märchenwiederholen auch nicht weiter. die erfahrung im eigen umfeld straft die aussagen zu diesem thema regelmäßig lüge. ja meine familie profitiert auch von diesem selbstbedienungssystem - ich muss es aber nicht für richtig halten oder die klappe halten/schönreden. mir ist das peinlich den leuten gegenüber die trotz leistung kaum über die runden kommen!
In den letzten 20 Jahren waren alle Besoldungserhöhungen annähernde Spiegelungen der Tarifabschlüsse, minus 0,2% pro Runde für die Pensionsrückstellungen. Im Übrigen profitieren von Besoldungserhöhungen auch die Mitglieder der Bundesregierung, da deren Besoldung ein 1,x-faches (meist 120-130%) der höchsten Besoldungsgruppe darstellt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Crom 12.07.2018, 12:59
114.

Zitat von christian-h
Woher wissen Sie das es sich nur um Single-Haushalte handelt. In vorigen Beiträgen wird ausgesagt das 800 Euro pro Person ja nicht wenig sind wegen den weiteren Einkünften vom Lebenspartner. Also irgendwo sollte man sich festlegen und nicht das raussuchen was zur eigenen Auffassung am besten passt.
Das mit dem Haushaltseinkommen haben Sie hier eingeworfen. Da Sie nicht nach Haushaltsgröße differenziert haben, scheint es als ob sie 2.000 Euro beim Single genau so als wenig betrachten wie bei einer kinderreichen Familie. Da das Haushaltseinkommen mit der Haushaltsgröße steigt, ist anzunehmen, dass bei niedrigen Haushaltseinkommen Singles überproportional vertreten sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der-junge-scharwenka 12.07.2018, 13:02
115. @49 papazaca

Es gibt keine “aufgestockten Renten“. Es gibt ergänzende Leistungen der Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII. Das sind KEINE Renten. Es sind, wie der Name schon sagt, ergänzende, d.h. nachrangige Leistungen, die gewährt werden, wenn die Rente unter dem Sozialhilfeniveau liegt. Das ist technisch wirklich etwas komplett anderes. Die Finanzierung läuft anders, die Berechnung auch. Das kann man nicht miteinander vergleichen. Ich hatte gehofft, dass man das verstehen kann...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cypeak 12.07.2018, 13:11
116.

Zitat von Olli Ökonom
Steuern zahlen begründet keinen Anspruch auf Rente!! Und das ist gut so. Wer kein Einkommen hat bekommt unter Auflagen Hartz 4 oder Grundsicherung. Das reicht zur Daseinsvorsorge vollkommen. Wer mehr will muss erläutern, wer diesen Mehrbetrag zahlen will. Die Linkien wollen immer, dass nur die Reichen zahlen zahlen. Sie verhalten sich nach dem St. Floriansprinzip: Hauptsache ein anderer zahlt. So eine Einstellung ist asozial.
was sie von sich geben ist schlicht verfälscht und unredlich!
die linken haben sich nie hingestellt und "es soll jemand anders zahlen" propagiert!
aber sie fordern das ein was im grundgesetz steht: dass jeder im verhältnis zu seinen mitteln für die finanzierung gesellschaftlicher bzw. staatlicher aufgaben aufkommen soll!!

aber in zeiten in denen gerade diejenigen die es zu wohlstand gebracht haben, sich am meisten in der vermeidung von steuern/abgaben engagieren und geradezu überbieten, vor allem auch international erfolgreiche unternehmen - bei denen haben sie recht: gerade diese würde diese forderung "treffen", jedoch auf keinen fall ungerechterweise!

aber selbst hier wird relativierung betrieben: egal ob mal wieder die heilige kuh des wettbewerbs oder der trickle-down-effekt beschwören muss: den "wohlstand" (sowohl privat als auch unternehmerisch) gerechterweise in die pflicht zu nehmen ist eine von diesen ganz üblen linken fantasien...wo kämen wir auch hin wenn es keine beitragsbemessungsgrenzen und niedrige spitzensteuersätze gäbe oder gottbewahre eine vermögenssteuer bzw. erbschaftssteuer etabliert wird?
(*vorsicht: sarkasmus!*)

ist es den so vermessen dass jemand der sein ganzes leben arbeitet dafür einen lohn verlangen kann von dem er leben kann, als auch eine rente die ihm ebenso eine versorgung sichert bei der man den euro nicht zweimal umdrehen muss?
die mittel dafür hat dieses land - ohne frage - aber an der verteilung hapert es und jeder der diesen misstand anpacken möchte findet sich ganz schnell in der enteignungskommunistundrotesocke ecke wieder!!
aber eine kanzlerin die einer putzfrau kurz vor ihrer im fernsehen das riestern empfiehlt wird noch gelobt. sind wir den schon so sehr neoliberal weichgespült?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
formatierer 12.07.2018, 13:17
117.

Zitat von je_pense
Diese Nachricht ist nicht aussagekräftig und auch kein Beweis dafür, dass die Rentner allesamt arm sind. 1. Es werden nur Renten der DRV berücksichtigt. Es ergibt sich also keine Ausage zu den Gesamteinkommen. 2. bei den aktuellen Altersrentnern war......
Würde Ihre Großmutter gar keine gesetzliche Rente beziehen würde es die Statistik verbessen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ökonomikon 12.07.2018, 13:23
118. Das Problem der Altersarmut nimmt zu

Dass es heute noch vielen Rentnern gut geht und viele auch sonstige Einkommen wie Betriebsrenten, Zinseinnahmen, Hinterbliebenenrenten etc. haben, ist klar. Jedoch nimmt die Altersarmut immer weiter zu. Schon heute leben etwa 1,2 Mio. Rentner und Erwerbsgeminderte von der Grundsicherung. Viele weitere nehmen diese Leistung aus Scham nicht in Anspruch oder müssen zuerst ihr gesamtes Erspartes bis auf einen mickrigen Schonbetrag aufbrauchen, bevor sie Unterstützung erhalten. Auch sind es meist die ohnehin gut verdienenden Arbeitnehmer, die später neben einer guten Rente Vermögen und Zusatzeinkommen wie Betriebsrenten zur Verfügung haben. Niedriglöhner und Leiharbeiter haben später meist keine Zusatzeinkommen, können kaum Vermögen bilden und landen daher in der Altersarmut. Auch gibt es in Deutschland keine armutsfeste Grundsicherung oder Grundrente wie in anderen Staaten wie etwa den Niederlanden, wo jeder Bürger, der dort 50 Jahre lang lebte, eine Grundrente von etwa 1.200 Euro erhält. In Deutschland werden sich in Zukunft die Folgen der Niedriglöhne, der prekären Beschäftigung, der Arbeitslosigkeit, der unter der eigenen Qualifikation liegenden Beschäftigung, der Leiharbeit etc. auf die Renten auswirken und zu Altersarmut führen, zumal viele Menschen heute keine Ersparnisse bilden können und kaum Zinsen auf Ersparnisse realisiert werden können. Außerdem müsste ein Arbeitnehmer 45 Jahre lang einen Lohn von etwa 12,50 Euro brutto pro Stunde verdienen, um später eine Nettorente auf Niveau der Grundsicherung von etwa 750 Euro zu bekommen. Wer keine 45 Arbeitsjahre vorweisen kann oder weniger verdient hat, hat gar keine Chance auf ein Leben über dem Grundsicherungsniveau. Daran wird auch deutlich, dass der Mindestlohn viel zu gering angesetzt wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hexenbesen.65 12.07.2018, 13:33
119.

Zitat von zora81
Es ist natürlich schrecklich für diejenigen, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Eine weitere Gruppe der zukünftigen Rentner, die von der Altersarmut betroffen sind, ist meine Elterngeneration. Viele Freunde meiner Eltern waren selbstständig und haben nicht oder nur wenig eingezahlt oder haben Bafög-Schulden, aufgrund derer sie nicht mehr in Vollzeit gearbeitet haben, um sich vor einer Rückzahlung zu drücken. Geheiratet wurde nicht, weshalb auch keine Aussicht auf Versorgungsausgleich bzw. Witwen/Witwerrenten besteht, was die Renten der noch älteren Generationen ja zumindest noch teilweise abpuffert. Da ich so viele kenne, die nie oder kaum in die Rentenkassen eingezahlt haben, bin ich für eine Verpflichtung eines jeden Bürgers zur Einzahlung eines Rentenbeitrags! Bei der Verpflichtung zur Krankenkasse haben auch alle gestöhnt und letztendlich klappt es doch jetzt und ist völlig selbstverständlich geworden. Es kann nicht sein, dass Selbstständige und Beamte, die jahrelang nichts einzahlen dann im Alter von der Allgemeinheit finanziert werden müssen.
Tschuldigung...aber dafür hab ich KEIN Verständnis, wenn jemand nur halbtags arbeitet, um das Bafög nicht zurückzahlen zu müssen--und hinterher am heulen ist, dass die Rente zu gering... Oder wenn man nicht heiratet...(ist wenigstens eine kleine Witwen / Witwerrente zu erwarten) Oder wenn jemand Selbstständig ist, und null komma nix in die Kasse einbezahlt...aber dann auf großem Fuß lebt, große Reisen macht, dicke Autos fährt und dicke Hose mackiert....aber bei der Rente ist dann nix mehr da....dann sind ALLE ANDEREN die Bösen..

Leider sind auch viele Frauen von der Altersarmut betroffen, da die Frauen die meiste Zeit bei den Kindern blieben, oder nur "beiläufig" in Billig-Lohn arbeiten gingen.. Oder der Mann es - aus welchen Gründen immer- damals es nicht erlaubt hat (dazu brauchte Frau damals noch die ERLAUBNIS des Ehemannes, dass sie arbeiten durfte ! )
Und heutzutage habe ich auch kein Verständnis dafür ,dass manche Frauen (ich sage es provozierend: ) aus Bequemlichkeit zuhause bleiben...sie sind ja gestresst mit einem Kind....Da muss man mindestens 10 Jahre pausieren... Und sich dann wundern, dass ihre Rente so gering ausfällt. Dann ist das geheule und geschimpfe wieder groß.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 12 von 22