Forum: Wirtschaft
Drohende Altersarmut: Fast jede zweite Rente liegt unter 800 Euro
DPA

Wer in Deutschland in den Ruhestand geht, der droht nach Angaben der Linken immer öfter in Armut abzurutschen. 48 Prozent der Rentner bekommen demnach schon jetzt weniger als 800 Euro im Monat.

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peterpullin 12.07.2018, 10:44
60. tja nun rächt sich der kahlschlag und der euro..

denkende menschen wussten das schon lange. seit jahrzehnten wird die kasse geplündert (nicht nur zu schlechten zwecken - aber auch) und die bemessung beschränkt. daher war klar dass das kommt. was die lieben fachleute leider nicht bedachten war die 1:1 umrechnung des euro von dm. das hat dem system den rest gegeben.

was immer gerne unerwähnt bleibt: im öffentlichen dienst gibt es das problem nicht. also die, die die arbeiter (und zuletzt die privaten selbstzahler) fleddern sind davon nicht betroffen.

meine private rente war mit 12xx euro prognostiziert. dann kam die "eurorettung" und nach und nach wurde das ergebnis auf 312 euro reduziert. ich habe dann, nach 18 jahren die jährliche zahlung eingestellt (3600 euro pro jahr) und habe nun noch einen rentenanspruch von voraussichtlich 87 euro. tendenz fallen. zum verständnis: ich habe rund 65tsd euro einbezahlt. nur um die wiederzubekommen möchte sich meine verisicherung 65 jahre zeit nehmen - renteneintrittsalter 71 jahre. entweder wissen die etwas was ich nicht weiß oder es ist einfach nur betrug. daher habe ich aufgehört zu zahlen.

denke alle anderen bürgerplünderungseinrichtungen mit öffentlicher verwaltung arbeiten ähnlich "uneigennützig"...

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Rahvin 12.07.2018, 10:45
61.

Es ist schön, dass es einigen kommentierenden Forenmitgliedern gut geht und sie und ihre Familien oder Ehepartner abgesichert sind. Darum geht es aber prinzipiell nicht. Natürlich gibt es wohlhabende Rentner. Natürlich gibt es Leute, die angestellt waren, später verbeamtet wurden, etc. Das sind alles Szenarien, die gibt es. Aber Altersarmut ist ein Thema, mit dem sich die kommenden Generationen auseinandersetzen müssen. Denn es gibt zunehmend Teilzeitarbeitsverhältnisse, es gibt immer mehr Menschen, die im Mindestlohnsektor arbeiten, es wird in Zukunft aufgrund der Automatisierung und Digitalisierung eutlich weniger Arbeit geben, etc. Sich jetzt mit dem Thema zu befassen und nicht darauf zu warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, würde ich für weitsichtig und eines Politikers für würdig erachten. Es wird allerdings bei Lippenbekenntnissen bleiben oder bei der Feststellung, dass es den Rentnern heute doch gut geht, das Problem kann man also getrost vertagen. Es ist eben kein Thema, bei dem die Wähler mal schnell Hurra schreien, wenn ihnen unangenehme Wahrheiten verkündet werden. Dass die Politiker sich dieser kurzen Aufmerksamkeitsspanne des Wahlvolks unterordnen wird diesen Trend noch verstärken.

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karlm99 12.07.2018, 10:45
62. Die

Altersarmut beginnt jetzt erst langsam. Das Millionenheer kleiner Unternehmer ohne Rentenversicherung, kommt erst noch zum Tragen. Die haben alle brav gearbeitet und die Systeme mitbezahlt. Es blieb nur nie genug übrig für eine eigene Rente. Man könnte sagen , selber schuld. Aber in Wirklichkeit sind sie Opfer eines Systems der Ausbeutung. Kleine Renten werden zukünftig normal sein. Die Wenigsten haben noch ungebrochene Arbeitsbiographie. Und selbst höhere Renten werden bei vielen angesichts exorbitanter Mieten nicht zu einem würdigen Lebensabend reichen. Im Falle von Kosten für Alters- oder Pflegeheim bleibt ohnehin nur das Sozialamt.

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freier_europäer 12.07.2018, 10:46
63. Ihr Sarkasmus

Zitat von 98Regency
.. die meisten unsrer zugewanderten Raketeningenieure und Humanmediziner ein monatliches Taschengeld (knapp 200 €) fürs Nichtstun bekommen - und das obwohl sie nie irgendwo einbezahlt haben und wohl auch nie einbezahlen werden..
ist leider völlig angebracht. Ein üppiges Sozialsystem und eine grenzenlose Zuwanderung wird auf Dauer knallen. Das wollen viele nicht sehen und glauben ernsthaft dass wirtschaftliche Realitäten mit einem "wir schaffen das" ausgesetzt werden. Das Zuwanderung begrenzt wird, sehe ich nicht. Dann geht halt dass üppige Sozialsystem für alle über den Jordan. Damit hat sich entsprechend auch die Armutsmigration erledigt. Und vielleicht kommen dann wirklich "Raketeningenieure und Humanmediziner".

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Siggi_Paschulke 12.07.2018, 10:47
64. GRV ist nur ein Baustein

"Früher" hatten die Tarifbeschäftigten des öD eine Zusatzversorgung (VBL), die als Betriebsrente in einigen Fällen dafür sorgte, dass diese Person als Rentner mehr hatte als als Beschäftigter (hatte wohl Steuergründe). Dies wurde selbstredend gekappt, die Leistungen bei gleicher Einzahlung geschmälert.
Ansonsten zahlen die privaten Firmen durchaus ansehnliche Betriebsrenten, zusätzlich wird auch vergessen, dass die Rentenhöhe gedeckelt ist. Ein Einkommensmillionär zahlt dementsprechend nicht extrem viel ein, erhält aber auch keine 12000€ Rente. Dies ist mir nur aus dem Sparkassenbereich bekannt (üppige Betriebsrente einen Direktionsleiters). Statistiken verwirren nur...

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jujo 12.07.2018, 10:51
65. ...

Die nackte Zahl 800 Euro sagt nicht viel aus.
Reicht aber aus zum polemisieren wie verkorkst die Alterssicherung ist.
Nur ein Beispiel. Unsere Nachbarn beziehen beide ca 800 Euro Rente, wohnen im bezahlten Haus, das kostet ca 250-300 / Monat "all in"
dazu kommen noch Rücklagen und andere Einkünfte.
Denen geht es sehr gut!
Die Mutter meines Schwiegersohnes bekommt ca 900 Euro / Monat.
Keinerlei Rücklagen oder andere Einkünfte, nur fürs warm wohnen in Berlin in einer 45m2 Wohnung, ca 500 Euro.
Die muss schauen das sie klarkommt. Es wäre sehr schwierig würde ihr Sohn nicht einmal im Monat für sie den Großeinkauf bezahlen.

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**Kiki** 12.07.2018, 10:51
66. Aha.

Zitat von
48 Prozent der Rentner bekommen demnach schon jetzt weniger als 800 Euro im Monat.
Etwa die Hälfte aller Rentner dürften Frauen sein. Komischer Zufall, oder?

Spaß beiseite. (Und ja: Ich weiß auch, daß der Frauenanteil im Rentenalter höher ist als der der Männer.) Bedenkt man, daß im Westen die Mehrheit der Frauen, die heute älter als 65 sind, Kinder bekam und danach ganz oder für viele Jahre aus dem Berufsleben ausgestiegen ist, wie das politisch auch lange Zeit gewollt war, finde ich das kein so negatives Ergebnis. Immerhin fließen in diese Statistik jetzt ja auch schon die Älteren unter den "Wende-Opfern" (beider Geschlechter, aber wohl häufiger männlich) mit oft ziemlich zerklüfteten Berufsbiographien mit ein, die von den Nachwendejahren bis zum Renteneintritt zwischen Arbeitslosigkeit und Niedriglohnjobs wechselten. Das hat ja auch seine Spuren hinterlassen.

Es ist schade, daß die Linkspartei natürlich solche Ergebnisse nur instrumentalisieren, nicht etwa zu sinnvoller Erkenntnis beitragen will, denn es wäre sehr interessant, zu dieser Zahl auch die Entwicklung im Verlauf der letzten, sagen wir, zehn Jahre zu erfahren. Wird das mehr? Wird das weniger? Wie ist es regional und zwischen den Geschlechtern und nach Haushaltsgrößen verteilt? Wie viele Personen beziehen zusätzlich Witwen/Witwer-Rente? Welche anderen Einkünfte kommen (speziell bei Niedrigrenten) im Durchschnitt noch hinzu?

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les2005 12.07.2018, 10:52
67. Wertlose Statistik

Diese Statistik ist komplett irreführend, weil sie suggeriert, daß sehr viele Leute von weniger als 800 Euro Rente leben müßten. Tatsächlich ist dies aber die Generation, wo vielfach der Ehemann viel verdiente und die Ehefrau nicht oder wenig arbeitete, und entsprechend wenig Rente erhielt. Dazu lebt man in der abgezahlten Wohnung/Haus und hat vielleicht Erspartes auf der hohen Kante.

Natürlich triff das bei weitem nicht für alle Rentner zu. Aber eine Statistik, die nur einen Ausschnitt beleuchtet, sagt nichts über die tatsächlich relevante Versorgungssituation der HAUSHALTE aus.

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imAuge 12.07.2018, 10:56
68.

Zitat von zora81
Es ist natürlich schrecklich für diejenigen, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Eine weitere Gruppe der zukünftigen Rentner, die von der Altersarmut betroffen sind, ist meine Elterngeneration. Viele Freunde meiner Eltern waren selbstständig und haben nicht oder nur wenig eingezahlt oder haben Bafög-Schulden, aufgrund derer sie nicht mehr in Vollzeit gearbeitet haben, um sich vor einer Rückzahlung zu drücken. Geheiratet wurde nicht, weshalb auch keine Aussicht auf Versorgungsausgleich bzw. Witwen/Witwerrenten besteht, was die Renten der noch älteren Generationen ja zumindest noch teilweise abpuffert. Da ich so viele kenne, die nie oder kaum in die Rentenkassen eingezahlt haben, bin ich für eine Verpflichtung eines jeden Bürgers zur Einzahlung eines Rentenbeitrags! Bei der Verpflichtung zur Krankenkasse haben auch alle gestöhnt und letztendlich klappt es doch jetzt und ist völlig selbstverständlich geworden. Es kann nicht sein, dass Selbstständige und Beamte, die jahrelang nichts einzahlen dann im Alter von der Allgemeinheit finanziert werden müssen.
Schade ist es das es viele Selbständige trifft. Diese haben immer einen hohen Beitrag zur Krankenkasse gezahlt und auch andere Pflichtbeiträge die es zu zahlen gilt. Meist bereuen diese dann im Alter die Selbständigkeit. Da sollte auch gegengesteuert werden und diese Gruppe entlastet werden, denn was wäre die Gesellschaft ohne eine Risikobereitschaft zur Selbständigkeit ! Wenn ich mir einige Familienmitglieder anschaue, die im Beamtenstatus sind, nicht in die Rentenkasse einzahlen und doch sehr sehr hohe Pensionen haben ist das in meinen Augen nicht richtig. Sie riskieren nichts und leben schön von den Pensionen. Wenn man sich die Staatsausgaben für Beamt anschaut wird einem schwindelig.

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elmer_fudd 12.07.2018, 11:00
69. @ #1 und #9

Ihre Angaben zu den Beamtenpensionen sind leider falsch. Richtig ist vielmehr, dass die Beamten ihren Beitrag zur Pensionsleistung erbringen.
1951 wurden die Gehälter der Beamten um 7% abgesenkt, was dem damaligen Arbeitnehmeranteil an der Rentenversicherung entsprach. 1957 wurden die Gehälter abermals um jeweils 7% abgesenkt mit dem Ziel Rücklagen für die Pensionsleistungen zu bilden. Sie sehen also, die Beamten leisten mit 14% Gehaltsreduzierung einen mindestens so hohen Beitrag wie sonstige Arbeitnehmer. Die einbehaltenen Gehaltsanteilen flossen allerdings nicht in einen Pensionsfond, sondern wurden zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte verwendet.

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