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Drohende Altersarmut: Mit diesen Tipps erhöhen Sie Ihre Rente
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Ob Frauen oder Geringverdiener: Immer mehr Menschen müssen mit sehr kleinen Renten auskommen. Doch es gibt Möglichkeiten, die Altersbezüge zumindest ein bisschen aufzubessern.

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Susi Sorglos 13.10.2018, 11:37
1. Was Herr Tenhagen übersieht

Wenn man die 2 Jahre "mehr" einzahlt und die jeweilige Regierung in dieser Zeit den Rentensatz kürzt, dann ist man gekniffen und wäre mit 928 € besser dran als mit 880€. Ich kenne zahlreiche Fälle, denen genau das passiert ust und die müssen sich nun mit Taxifahren usw. über Wasser halten.

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Hajojunge 13.10.2018, 11:50
2.

Man betrachte die Altersversorgung für Beamte. Die haben kein Problem mit der Altersversorgung. Ihre mehr als auskömmlichen Pensionen, beitragsfrei erworben, werden ganz einfach aus Steuermitteln erbracht, gezahlt auch von den Rentnern. Monatlich 71,5 % vom letzten Jahres-Durchschnittseinkommen, damit läßt es sich leben. Rentner dürfen sich bis 2030 auf 43 % des monatlichen Lebensarbeitseinkommens freuen, das naturgemäß erheblich unter dem letzten Jahres-Durchschnittseinkommen liegt. Dafür dürfen
sie auch noch stolze Rentenbeiträge zahlen. Die durchscnittliche Pension ist fast dreimal so hoch wie die Rente eines Angestellten, Krankheitskosten werden zu 70 % übernommen. Der Rentenschwindel mit seiner Zweiklassen-Altersversorgung wird nicht in Frage gestellt.. Volldampf voraus in die Altersarmut. Bereits Ende 2014 hatten wir 500 000 Armutsrentner, Tendenz stark steigend. Dafür rät man den Kleinverdienern auch noch, privat vorzusorgen. Von was denn? Um den Versicherungsvertretern schöne Provisionen zu sichern?
Eine Reform der diskriminierenden Alterssicherung, die für alle die gleichen prozentualen Beiträge und Leistungen ohne Beitragsbemessungsgrenze vorsieht, wie z.B. in Österreich, ist längst
überfällig. Dort sind die Renten im Schnit 50 %höher, und sie werden 14x ausgezahlt. Leider hat sich bislang noch keine Partei dieses Problems angenommen. Dabei hätte die bei der letzten Wahl aus dem Stand Millionen Wähler hinzugewinnen können. Aber wir werden ja von Beamten regiert. Die müssen die im Artikel beschriebenen Klimmzüge nicht vollführen, auch finden sich unter den Flaschensammlern Pensionäre eher selten.

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moritz27 13.10.2018, 12:01
3. Die Frage einer früheren Verrentung

ist eine Wette auf die Lebenszeit. Bei einem "Durchshnittsrentner", wie ich einer bin, musste ich die Rentenabzüge den Beträgen gegenrechenen, die ich noch weitere Jahre - würde ich weiter arbeiten - in das Rentensystem einzahle und dann entscheiden: Was ist mir persönlich mehr wert? Zeit oder Geld? Bei meiner damaligen Berechnung (inkl. Steueraspekte) habe ich festgestellt, dass die finanziellen Schnittlinien sich in meinem 84. Lebensjahr kreuzen werden. Ab dann wäre es aus reinen Geldgründen besser gewesen, wenn ich bis 65 gearbeitet hätte. Ob ich aber meine schwere Krankheit und die meiner Frau so gut während der noch andauernden Berufstätigkeit bewältigen hätte können, bezweifle ich stark. So hatte ich Gelassenheit und viel Zeit.

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matthias.ma 13.10.2018, 12:37
4. Starnberg und Uckermark

Zwar sind die Einkommen in der Uckermark deutlich niedriger als in Starnberg, dafür kann man in Starnberg vermutlich auch mit der maximalen gesetzlichen Rente kaum die Miete zahlen. In der Uckermark sind die grundlegenden Lebenshaltungskosten so viel niedriger, dass man als Starnberger in der Rente vielleicht einen Umzug in die Uckermark durchführen muss, damit man gut über die Runden kommt.

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Getestet: AFD-Negativ 13.10.2018, 13:07
5.

Zitat von Hajojunge
Man betrachte die Altersversorgung für Beamte. ... Monatlich 71,5 % vom letzten Jahres-Durchschnittseinkommen, damit läßt es sich leben. ...
Sie vergessen eine Kleinigkeit: Das wesentlich geringer Einkommen der Beamten. Über Jahre und Jahrzehnte. Bei einer gleichzeitig höheren Wochenarbeitszeit und weniger Urlaubstagen.

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Schnabbelschnute 13.10.2018, 13:17
6. Ein bisschen...

... Aufbessern....für wem???
Letztendlich kann ich mit 52 Jahren vieleicht 25 Euro zurücklegen, weil der geringe Verdienst und die stetig steigenden Lebenshaltungskosten, nicht mehr übrig lassen.
Wenn ich wenigstens über meine Verhältnisse leben würde, könnte ich es ja verstehen, nix für die Altersvorsorge zurücklegen zu können, aber trotz Vollzeitarbeit in der Bildungsbranche reicht der von Verdi ausgehandelte Mindestlohn nicht aus.
Es hat absolut keinen Nutzen für mich, eine private Altersvorsorge zu betreiben, denn jeden Cent den ich anspare, wäre rein für den Sozialstaat, dessen Sozialpolitik der letzten 25 Jahre durch Inkompetente Politiker und der liebe zu den Versicherungslobbyisten erst diese desolate Rentensituation (48 Prozent sind ein Witz) ermöglichten. Dann (und da ich eh in die Grundsicherung fallen werde) habe ich kein Problem damit, die hand aufzuhalten, um über die Runden zu kommen, genauso wenig wie die Politik es den Unternehmen es erlaubt Löhne zu zahlen, die nicht vor Altersarmut schützen. Keiner sollte eine private Altersvorsorge nehmen müssen, wenn er es sich nicht leisten kann, es sollte weiterhin ein Privileg der Besserverdienenden sein, alles andere muss der Sozialstaat übernehmen, so dass die gesetzliche Rente sich auf mindestens 80 Prozent stabilisiert. Das Geld zur Finanzierung dafür sollte über eine Finanztransaktionssteuer kommen, um die Verursacher dadurch zur Verantwortung zu ziehen, so könnte man auch die Rentenhöhe durch die Arbeitsjahre und nicht über das Einkommen abhängig machen, damit auch der kleinste Niedriglöhner im Alter nicht die Sozialkassen belastet....möglich sind viele Wege, aber die liebe unserer Politiker zum Lobbyismus wird unserem staat weder Gleichheit noch soziale Gerechtigkeit bringen...30 Jahre Neoliberale und Psydosozialisten zeigen es ja!

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olli0816 13.10.2018, 13:50
7. Alles ein bisschen sonderbar

Das mit der Pflege habe ich nicht gewusst, sicher für den einen oder anderen ein guter Tipp. Aber der Vergleich Starnberg/Uckermark ist reichlich schräg. Mit 1.000 EURO kommen sie in Starnberg nicht über die Runden, in der Uckermark erscheint mir das möglich, auch wenn es sicher ein ärmliches dahinleben ist.

Was mir gänzlich fehlt: Warum wird nicht mehr Werbung gemacht, dass man zusätzlich selber vorsorgt? Ja, jetzt kommen wieder die ganzen Leute hinter den Büschen hervor, die behaupten, dass die Mehrheit nicht genug Geld hätte zum sparen. Gehe ich nur einmal vor Weihnachten in eine beliebige Fußgängerzone, weiß ich, dass das Humbug ist. 20% können nicht sparen und einige davon, weil sie ein Lebensmodell gewählt haben (Hausfrau, geringfüge Jobs, weil Mann verdient z.B.), wo das nicht geht. Der Rest könnte und selbst wenn jemand mit wenig Verdienst sich entschliessen sollte, 25 oder 50 EURO monatlich zu sparen und das nicht in irgendwelche staatlichen Sparverträge, sondern einen 08/15 Welt-ETF wählt, würde die Altersarmut wesentlich weniger krass werden.

Hier wird wie immer gerne das Österreich-Modell herausgeholt.So ganz einseitig toll ist die ganze Sache da aber auch nicht. Es gibt keine Pflegeversicherung und die Renten werden im Gegensatz zu Deutschland voll versteuert. Hier wird es ganz gut zusammengefasst: https://www.sz-online.de/nachrichten/rentnerparadies-oesterreich-3935692.html.

Meines Erachtens sollte sich heute niemand mehr alleine auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen. Das System wurde zu sehr ausgedünnt, vor allem durch die Einführung von Riester/Rürup sowie Betriebsrenten, die nur bestimmten Gruppen auf Kosten anderer Gruppen helfen. Das Geld fehlt einfach in der RV. Das Thema Rente wird noch sehr viel Unfrieden stiften.

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wi_hartmann@t-online.de 13.10.2018, 13:51
8. Tolle Tips von Herrn Tenhagen

Wer sich in der Altersrente um die Eintausendmarkgrenze bewegt
ist allemal gekniffen und bewegt sich unter dem Existenzminimum.
Was sollen noch 30-40 € minus/plus bedeuten?
Diese Art der "Tips" betrachte ich ehe als Verhöhnung armer
Menschen.

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zid 13.10.2018, 14:01
9. Wow!!!

30€ mehr im Monat...Der Autor hat den besten Tipp gegen Altersarmut vergessen, das Flaschensammeln. Damit macht man ganz schnell ne Mark extra hm? Was für eine traurige reiche Gesellschaft, die ihre Senioren ohne Würde altern lässt. Kann man sich nur für schämen.

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