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Drohende Insolvenz: Verbraucherschützer geben Entwarnung für Prokon-Stromkunden
DPA

Zigtausende Prokon-Anleger müssen um ihr Geld bangen. Für die Stromkunden des von Insolvenz bedrohten Unternehmens geben Verbraucherschützer aber Entwarnung: Selbst im schlimmsten Fall hielte sich ihr finanzieller Schaden in engen Grenzen.

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beck1983 16.01.2014, 21:28
1. Kündigungsfrist

"Keine Kündigungsfrist" nur theoretisch. Die meisten Anbieter nehmen immer die normalen Wechselfristen, einen Monat zum Monatsende. Wenn sie halbwegs Ahnung haben zum zehnten Werktag. Aber meist sind bei den Anbietern halt nur irgendwelche Call-Center-Fritzen die sich nur eine Frist merken können. Also sind die Kunden leider meist länger als nötig in der Ersatzversorgung.
Wer in die Situation kommt sollte seinem neuen Anbieter klar machen, dass er die Fristen kennt und eine direkte Anmeldung aus der Ersatzversorgung wünscht.

Es hilft auch dann nicht den billigsten zu nehmen. 50 Euro im Jahr mehr zahlen und man kann sich den Ärger sparen.
Am besten über den Anbieter GRÜNDLICH Informieren. Nicht bei "Wechselportalen". Die verdienen damit zu viel Kohle und sind nicht wirklich unabhängig. Was sagen die Leute denn in Foren? Reclabox, Verbraucherforen, et cetra.

Den Anbieter wählen ist nichts was man zwischen Tür und Angel macht (Haustürgeschäft zum Beispiel). Und wer Strom für weit unter dem Durchschnitt verkauft muss das Geld woanders sparen. Meist im Service und oft wird in zweiten Jahr deutlich erhöht (man hofft auf das verpassen der Kündigungsfrist und melkt die Kunden dann richtig). Was der Strom im Schnitt kostet sagt einem Wikipedia (Strompreis suchen). Da erfährt man auch mal wie viel der Staat und die Netzbetreiber abzwacken).

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remino87 16.01.2014, 21:55
2. Im Falle der Ersatzversorgung...

durch den Grundversorger gibt es tatsächlich keine Kündigungsfristen. Ein Lieferantenwechsel muss nur innerhalb von drei Wochen nach Anzeige des Wechselwillens erfolgen.

Nicht gänzlich richtig ist jedoch, dass nach drei Monaten die Kündigungfrist zwei Wochen beträgt. Eine Ersatzversorgung endet in jedem Fall mit Ablauf von drei Monaten. Sodann schließt man entweder einen Vertrag mit dem regionalen Grundversorger oder man wechselt den Lieferanten eben und dann gelten in Bezug auf Fristen die vertraglichen Bedingungen.

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iStone 16.01.2014, 21:57
3. Insolvenz ggf. juristisch garnicht möglich?

Prokon berichtet:

"Ein von uns hinzugezogener Insolvenzberater, der bereits mehrere namhafte Unternehmen begleitet hat, kommt zu der Einschätzung, dass in unserem Fall gekündigte Genussrechte in einem Insolvenzverfahren möglicherweise nicht als fällige Forderungen zu bewerten wären. Da auch seitens anderer Gläubiger (z. B. Banken, Sozialversicherungsträger, Lieferanten) keine fälligen Forderungen bestehen, müsste ein Insolvenzantrag vom Gericht abgelehnt werden, weil damit keine Insolvenz vorliegen würde."

Quelle:
http://www.prokon.net/anschreiben_popup.html

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vitalik 16.01.2014, 22:37
4. Artikel

Ok. Das ist jetzt der 4-te oder 5-te Artikel des Spiegels zu diesem Thema und man erkennt, dass der Spiegel nicht grade der große Freund von Prokon ist, aber das Ganze wäre doch bereits nach einem Tag vorbei, hätte Prokon vollständige und bestätigte Zahlen vorgelegt.
Warum tut sich Prokon diesen Image-Schaden an, wenn doch angeblich alles so gut läuft?

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robrien 16.01.2014, 22:39
5. haben wir gelacht

Zitat von iStone
Prokon berichtet: "Ein von uns hinzugezogener Insolvenzberater, der bereits mehrere namhafte Unternehmen begleitet hat, kommt zu der Einschätzung, dass in unserem Fall gekündigte Genussrechte in einem Insolvenzverfahren möglicherweise nicht als fällige Forderungen zu bewerten wären. " Quelle:
tolle Nebelkerze. Hat sich dieser ominöse Insolvenzverwalter auch namentlich geoutet.

Ein gemäß Vertragsbedingungen kurzfristig kündbares Investment, dasnicht zurück gezahlt wird, wird einfach zur nicht fälligen Forderung deklariert.
Toller Trick

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biggigensler 17.01.2014, 23:09
6. Igh bleibe!

Bin erst ab 1.1.2014 bei Prokon als Stromkunde. Nun nutze ich den Preis ,der besser ist als der , meines alten Lieferanten.

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harry099 17.01.2014, 03:55
7. typisch deutscher

erst nach der grossen rendite hecheln und dann mit null-risiko abhauen wollen.....

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sok1950 17.01.2014, 09:08
8. bei der Energiegenossenschaft GEG ist der Wechsel

aus der Ersatzversorgung sogar bis zu 6 Wochen rückwirkend möglich.

Einfach unter http://www.energiegenossenschaft.de/ anfragen.

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Freagle 17.01.2014, 13:28
9. Wie es dazu kam!

Man muß einmal sachlich und in der richtigen Reihenfolge sehen, wie es zu der jetzigen Schieflage bei Prokon kam: In der Zwischenbilanz wies Prokon im August 2013 einen Verlust von 209 Mio Euro aus, der durch Investition in neue Windparks enstanden ist. Das bedeutet, daß diese Summe nicht verloren ist, sondern einfach in Sachwerte investiert wurde, der Richtigkeit halber aber in der Bilanz als Verlust ausgewiesen werden muß. Dann wurde in allen Medien berichtet: "Prokon hat über 200 Mio Schulden gemacht, Anleger passt auf, es könnte sein, daß Ihr Euer Geld verliert, Prokon stehe vor der Insolvenz!"
Tatasache ist, daß Prokon nie vor der Insolvenz stand, sondern erst jetzt durch die lawinenartige Kündigung von Genussrechtskapital in der Gefahr der Insolvenz getrieben wird! Auf diesen feinen aber gravierenden Unterschied hat bisher noch kein Medienbericht hingewiesen!
Das heißt also, es gibt in der jetzigen Situation 2 Möglichkeiten:

1. Die Anleger kündigen ihre Genussrechte weiterhin und bringen Prokon dadurch in die Insolvenz. Die Folgen davon werden sein:
a) daß alle Anleger entweder gar kein Geld oder nur einen Bruchteil Ihre angelegten Kapitals zurück bekommen werden.
b) Der größte Arbeitgeber Schleswig-Holsteins mit 1350 Arbeitsplätzen verschwinden wird und 1350 Menschen arbeitslos werden. Jeder dieser Arbeitnehmer hat wiederum eine(n) Partner(in), Familie, Kinder etc...
3. Die Konkurrenten von Prokon werden die zum Verkauf stehenden Sachanlagen unter dem wahren Wert einkaufen, was wiederum dazu führen wird, daß die Anleger noch weniger Geld bekommen werden.
4. Eine innovative und zukunftsorientierte Firma wird vernichtet!

Die 2. Möglichkeit ist, daß sich die Anleger nicht von der Angst und den zum größten Teil unsachlichen und diffamierenden Presseberichten leiten lassen. Das wird zur Folge haben:
a) Prokon erhält die Chance, sich finanziell zu stabilisieren.
b) Keiner verliert sein Geld. Die 40 geplanten Windparks werden fertig gestellt und werden sich in den nächsten Jahren amortisieren.
c) Dadurch wird kein Anleger (wie in den vergangenen 18 Jahren auch) sein Geld verlieren und sogar weiterhin von Zinsen, vielleicht nicht mehr 8%, aber vielleicht von 3% oder 4 % profitieren.

Fazit: Keiner verliert sein Geld. Es wir nur 1 oder mehrere Jahre dauern, bis sich alles amortisiert haben wird.
Warum wird das jetzt mit Prokon gemacht, ausgerechnet in einer Phase des Aufschwunges und wo nur noch 4% Bankverbindlichkeiten bestehen, die aller Voraussicht nach in diesem Jahr hätten getilgt werden können?
Es liegt an uns allen, ob wir eine Firma wie Prokon unterstützen oder fallen lassen wollen!
Wollen wir die Energiewende oder nicht?
Wollen wir weitere 1350 Arbeitslose oder nicht?
Die drohende Insolvenz wird einzig und allein durch Angst der Anleger ausgelöst und nicht durch die Firma Prokon selber!
Ich wünsche uns allen Besonnenheit, Sachlichkeit und Mut!

Dr. Freagle

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