Forum: Wirtschaft
Drohende Kreditklemme: Europa geht das Geld aus

Die Euro-Zone steckt in der Doppelkrise: Investoren ziehen ihr Geld sowohl von Staaten*als auch von*Banken ab - dabei brauchen die es gerade jetzt dringend. Ohne ein radikales Signal der Politik droht eine Abwärtsspirale aus Angst und immer neuen Schulden.

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wibo2 22.11.2011, 19:10
160. Die dritte Alternative zur Lösung der Finanzkrise ist ein neuer Lastenausgleich

Zitat von Koana
Wahrscheinlich zieht man... jetzt die Zwangsanleihen bei den Kleinverdienern und den Rentnern - warum in Teufels Namen nimmt keiner das Plutokratenpack in die Verantwortung? Mit 2/3 Mehrheit ist eine Grundgesetzänderung möglich, dann könnte man sofort Zwangsanleihen ziehen und der Allgemeinheit so etwas von dem zurück geben, was die Eliten sich so alles rauszogen.
Es gibt einen Weg, Deutschland innerhalb einer Generation vollständig zu entschulden.

Die Idee eines neuen Lastenausgleichs ist das beste, das ich zur nachhaltigen Lösung der Finanzkrise bisher gehört habe (sofern man eine stärkere Regulierung der Banken als gegeben annimmt). Ein Vorbild für die Lösung des Problems:
... den Lastenausgleich nach dem Zweiten Weltkrieg. ...

Dabei wird die Vermögenssubstanz gar nicht weggenommen, sondern nur ein kleiner Teil des Vermögensertrags. Fair enough nach Jahrzehnten rücksichtsloser Umverteilung von unten nach oben entsprechend der neokonservativen Wahnideen.

Höhere Wachstums- oder höhere Inflationsraten sollen den Staat von seiner Last befreien. Das eine, höheres Wachstum, ist unrealistisch und das andere, Inflation, sogar sehr gefährlich. Das wird alles nicht funktionieren.

siehe
http://www.zeit.de/2011/44/Deutschland-Schuldenabbau

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auri sacra fames 22.11.2011, 19:11
161. -

Zitat von andi442
So ist es. Aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen unsere Regierung wird diese Fakten kategorisch ausblenden und uns diese Euro-Bonds als "alternativlos" verkaufen.
Was wollen Sie den mit diesen "Eurobonds"?
Das sind Schuldscheine, die Deutschland (und 3 Mini-VWL) ausstellt, um für 14 Pleitestaaten zu garantieren und Zinsen zu bezahlen.

Wie lange glauben sie, geht das gut?

Die ominösen "Märkte" sind zwar dumm wie Bohnenstroh - aber das kapieren sogar die, das die Wirtschaftskraft von D dazu nur ein paar Monate ausreicht.

Und dazu kommt noch, dass die Menschen in den Pleiteländern die Spargrogramme und die Abgabe der Souveränität mitragen müssten.

Die medialen Eurobonds haben nur eine Zweck:
Sie sollen den Übergang zum unbegrenzten Gelddrucken der Zentralbank über Direktankauf smart vorbereiten. Diese Salamitaktik wurde seit Bekanntwerden der Finanzverbrechen gefahren (immer ein bisschen mehr , immer absurder).

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dunnhaupt 22.11.2011, 19:11
162. Kapitalflucht aus Europa

Zitat von Palmstroem
Die Banken halten nur einen Bruchteil der Staatsanleihen. Den größten Teil halten ausländische Staats- und Pensionsfonds. Nicht umsonst war ESEF-Chef Regling auf Tour durch Asien und Rußland, um seine Anleihen zu verbetteln. Aber niemand wollte zugreifen trotz 20% Rabatt. Und Europas Banken leihen sich schon längst kein Geld mehr von der EZB, sondern ganz im Gegenteil - alles Liquide legen sie sie bei der EZB an - daher auch die Klemme!
Kleiner Irrtum! "Alles Liquide" legen sie eben gerade NICHT bei der EZB an, sondern bei der New Yorker Filiale der Fed. Die Depositen europäischer Banken bei der New Yorker Fed haben sich seit Januar von 350 Milliarden auf 715 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.

Gebrannte Kinder scheuen das Feuer. Wer Euro-Anleihen der Griechen besaß, hat 50% verloren und kauft nie wieder Euro-Anleihen, denn die absolute Sicherheit, dass man in Europa immer 100% seiner Einlagen zurück erhält, wurde damit gebrochen. Es gibt keinen "griechischen" Euro, es war UNSER Euro, dessen Vertrauen unterminiert wurde. Deshalb die Flucht in den Dollar.

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localpatriot 22.11.2011, 19:11
163. Natuerlich wurde diese Krise gemacht.....

Zitat von Lichtenbruch
Ich werde ja das Gefühl nicht los, das diese Krise "gemacht" wurde. Seit Ewigkeiten verschulden sich die Staaten, und plötzlich droht der System-Kollaps? Das verstehe wer will! Sehr interessant sind auch die Rücktritte von demokratisch gewählten Regierungen wie in Griechenland und Italien. Man opfert also jetzt Volkes Wahl aufgrund von monitären Interessen! In Italien, von Berlusconi darf jeder halten was er will, regieren jetzt keine Politiker mehr, sondern (Wirtschafts-) Fachleute. Ist das jetzt das letzte Mittel, die Diktatur des Kapitals? Ist das der nächste Schritt in Richtung "New World Order"?
Wir haben alle zugeschaut!
1. Alle Staaten machen massenweise Schulden um weniger Steuern erheben zu muessen, besonders von den Reichen.
2. Manche Staaten hauen ueber die Straenge und ploetzlich merkt man dass das Geld ausgeht.
3. In New York wachen die 'Bond Vigilantes' auf. Eine Gruppe die verseht wie man aus dieser Situation Geld machen kann.
4. Ein ueberschuldeter Staat nach dem anderen wird abgesahnt und deren Schuldzertifikate werden abgerated.
5. Banken mit abgerateten Staatspapieren in den Bilanzen werden selbst abgerated.
6. Staat ist finanzunfaehig und Banken werden finanzunfaehig.

Was bleibt? Der Sack voll Sechsen unter meiner Schwiegermutters Bett.

Ach wie gerne haette ich ihn.

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nouwo 22.11.2011, 19:12
164. Bürogemeinschaft

Zitat von paul sartre
Je eher die Euro-Bonds kommen um so geringer der Schaden. Aber vielleicht wollen einige den Europa-Karren an die Wand fahren. ...weil sie etwas anderes planen. Da sind wir uns in unserer Bürogemeinschaft einig.
Umso geringer der Schaden für wen?
Für Ihre Bankster-Bürogemeinschaft?
Es spielt keine Rolle, wann sie kommen
(ich gehe mal davon aus, dass sie kommen -
weil alternativlos ;)).
Gott sei Dank bringen uns diese Bonds etwas schneller
an den Rand des Abgrundes. Warum ich das so sehe?
Weil auch diese Gemengelage wenig Nachfrage finden
wird. Wer kauft schon eine Kiste Äpfel, in der die
meisten schon angefault sind und die gesunden schon
infiziert haben?
Also, diskutieren Sie diesen Ansatz mal mit Ihren
Kollegen. Vielleicht erlangt der eine oder andere
noch eine gewisse Erkenntnis ;)

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Thrillhouse0580 22.11.2011, 19:15
165. Die Wohlhabenden sind die neuen Sozialschmarotzer!!

Zitat von c++
Die Staatsverschuldung ließe sich auch in den südeuropäischen Schuldenstaaten in den Griff bekommen, wenn die Regierung nicht Handlanger der reichen Familien wären, sondern diese angemessen besteuern würden. Was wir erleben, ist nicht nur ein Umverteilungskampf zwischen den Eurostaaten, vor allem zulasten von Deutschland, sondern auch innerhalb der Gesellschaften. Dabei sind vor allem solche Länder in Schwierigkeiten, bei denen Steuerhinterziehung Volkssport ist und die reichen Bürger nicht im Traum daran denken, ihren eigenen Staat zu finanzieren, dafür ist die EU da. Statt Eurobonds sollte jedes hoch verschuldete Land zinslose Zwangsanleihen auf große Vermögen erheben, schon wären die Staatshaushalte saniert. Nicht die Sozialrentner müssen zur Kasse gebeten werden, sondern die großen Vermögen. Schließlich fließt ihnen auch das Geld aus den Rettungsfonds zu.
Das trifft den Nagel auf den Kopf. So, oder so, keiner profitiert ausser die ohnehin Wohlhabenden. Da muss auch die Einsicht notfalls reingeprügelt werden, das, wenn jemand einen gewissen Reichtum erwirtschaftet hat, er auch eine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft hat, in der er lebt.
Also soll die Riege (Politiker, Banker, Zocker und sonstiges, angeblich elitäres Gesindel), die diesen ganzen Mist verbockt hat, dafür auch gerade stehen!

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Beo21 22.11.2011, 19:16
166. Griechen

Zitat von Harald E
Druck gibt es. Hatte eine Lehrerin in Griechenland bis neulich noch satte 1080,- brutto ^^, so muss sie jetzt für 640,-€ brutto Vollzeit lehren. Wollen sie noch aggressiver ?!, dann muss die Gute wohl nach Feierabend auf den Strassenstrich um mindestens die Miete "reinzuholen".
Die Griechen haben rund 200mrd EUR (laut NZZ) in der Schweiz...aber keine Anstrengungen diese zurückzuholen. Nur die dummen Deutschen gehen für solche Vergehen ins Gefängnis.

Die Politischen- und Wirtschaftlicheneliten nutzen die EU Gelder nur zu ihrem eigenem Vorteil, bei der Lehrerin bleibt sowieso nichts hängen. Die Einzigen, die daran etwas ändern können, sind die Griechen selber in dem sie die korrupten Eliten vertreiben.

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Wembley 22.11.2011, 19:17
167. Ehrlichkeit

Angenommen, ich wäre hochverschuldet und würde vom Staat gezwungen, einen signifikanten Teil meines Nettoeinkommens meinen Nachbarn abgeben zu müssen, die sich noch höher verschuldet haben. Das würde die Lebensbedingungen meiner Familie deutlich beeinträchtigen. Meine nutznießenden Nachbarn würden dagegen diese "Lösung" sicher gut finden. Und sich womöglich noch weiter verschulden.

Dieses Gedankenspiel kann man 1:1 auf die europäische Ebene übertragen. Ich wäre dann Deutschland und meine Nachbarn die "europäischen Partner und Freunde".

Das sind tolle Aussichten, was?

P.S.: Wenigstens sollten wir dann unsere Gegenüber folgerichtig als "Erpresser und Diebe" bezeichnen. Denn es ist letztendlich erpresserisch und diebisch, was sie fordern.

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Cordelia 22.11.2011, 19:19
168. "Die wird es so nicht geben."

...wer das als "deutliche Worte" bezeichnet will Merkel missverstehen und die Leser auf Merkel-Spur halten bzw. bringen.

Das geneigte Publikum sollte nicht auf "nicht geben" sondern auf "so" (!!!) schauen - das ist Merkel.

Armes Deutschland !

Vertreter einer C-Partei sollten es eigentlich besser wissen:

Übernimm keine Bürgschaft für fremde Schulden. Wenn du sie nicht bezahlen kannst, pfändet man sogar dein Bett. -

Bibel - Sprüche 22,26-27

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juharms 22.11.2011, 19:22
169. jau

Zitat von Lichtenbruch
Ich werde ja das Gefühl nicht los, das diese Krise "gemacht" wurde. Seit Ewigkeiten verschulden sich die Staaten, und plötzlich droht der System-Kollaps? Das verstehe wer will! Sehr interessant sind auch die Rücktritte von demokratisch gewählten Regierungen wie in Griechenland und Italien. Man opfert also jetzt Volkes Wahl aufgrund von monitären Interessen! In Italien, von Berlusconi darf jeder halten was er will, regieren jetzt keine Politiker mehr, sondern (Wirtschafts-) Fachleute. Ist das jetzt das letzte Mittel, die Diktatur des Kapitals? Ist das der nächste Schritt in Richtung "New World Order"?
Ihr denkt zu groß. Die die Geld haben, wollen es behalten und möglichst noch verzinst bekommen. Das klappt aber nicht mehr, weil sich die Staaten nicht weiter verschulden können. Daher gibt es nur eine Lösung. Die Reichen zahlen Abgaben in relevanter Höhe, um eine höhere Staatsverschuldung zu ermöglichen oder um sogar die Verschuldung zurückzuführen. Das wird kommen....Crash ist viel weiter weg, als die meisten glauben. Denn dann würde der Dollar als nächstes kommen....alles nur eine Frage der Zeit.

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