Forum: Wirtschaft
Drohende Mieterhöhung: Spaniens Städte verlieren ihr Gesicht
Angelika Stucke

200.000 traditionsreiche Geschäfte in Spanien stehen vor dem Aus. Dank eines neuen Gesetzes können Eigentümer die Gewerbemieten drastisch erhöhen - ein Geschenk für die großen Ketten.

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systembolaget 09.12.2014, 10:23
50. Schundketten? Prekär?

Zitat von GSYBE
...ein guter, weil richtiger Artikel. Allerdings bedarf es hier..."Der Mietpreis steigt....in besonders krassen Fällen auch um das Hundertfache."...einer Klarstellung: bei derartigen Steigerungen wird es sich sicherlich um das gesetzliche Auslaufen der Übergangsfrist von sogenannten alten `contratos undefinidos´ (unbefristeter Verträge) handeln. Dies sind nach (ur-)altem Recht - zu einem grossen Teil noch aus der Francozeit - geschlossene Mietverträge; so z.B. in bester Innenstadtlage ein Ladenlokal für 5.000 oder 10.000 Peseten. Damals, vor 40-50 Jahren, war das richtiges Geld (heute wären 10.000 Peseten ca 60 Euro). Viele Mieter, die von diesen utopisch anmutenden (das 100-fache) Steigerungen betroffen sind, hatten eine mehrjährige Karenzzeit, um sich neu zu orientieren. Aber im Grunde ist der Tenor des Artikels richtig: in Kürze sehen alle Innenstädte - ob Berlin, Madrid, Rom - gleich aus, alles voll mit den gleichen (hauptsächlich deutschen) Schundketten und nur noch prekäre Arbeitsverhältnisse.
Kaufen Sie ein T-Shirt für €3 bei Primark und müssen es nach einem halben Jahr entsorgen, kaufen Sie einfach ein neues, eventuell in einer anderen Farbe. Kaufen Sie ein T-Shirt für €49 bei Ralph Lauren, müssen sie es fast acht Jahre tragen, um auf die Primark Leistung zu kommen. Die "Schundketten" sind doch wesentlich besser. Außerdem erlauben "prekäre" Arbeitsverhältnisse das immer neue Kennenlernen vieler interessanter Geschäfte, anstatt 40 Jahre bis zur Rente im Gardinenladen vor sich hinzudämmern.

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cdrenk 09.12.2014, 10:26
51. Wo ist das Problem ?

Wenn es nicht genug Kunden gibt die Mieten zu erwirtschaften machen die Läden zu. Kreative Zerstörung nennt man das. Will mir ein Gutmensch was anderes erklären ? Mich in den Laden prügeln ? Subventionen fordern ?

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servadbogdanov 09.12.2014, 10:27
52. Das kommt davon...

Wenn man die politischen Handlanger der Profiteure regelmäßig ins Parlament wählt, dann darf man sich eben nicht wundern, wenn einem am Ende die Quittung präsentiert wird. Wie die Verödung der Städte aussieht in denen nur noch Ketten ihr Geschäft machen kann man in Deutschland bewundern. Eine Stadt wie die andere und überall derselbe Müll. Aber Ketten geben eben auch verdienten Politversagern fünfstellige Laberhonorare und nicht Puppenläden. Wir haben es so gewollt.

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olivetti 09.12.2014, 10:31
53. olivetti

Zitat von aufrechtsterben
Das wollen wir doch so! Wenn sich hier jetzt Foristen gegenteilig äußern sollten, so sind das nichts als Krokodilstränen. Wir sind doch ständig auf der Jagd nach dem nächsten Schnäppchen und da sind die Spanier nicht anders als die Deutschen. Und wo gibt es die billigen Angebote? Richtig, bei den großen Ketten. So, und nun tut etwas für Euren lokalen Händler, wenn das Gebarme ernst gemeint ist. Frohes Fest!
Recht hat er! Ihr könnt doch alle nicht genug bekommen von den H&Ms, Primarks und Zaras dieser Welt! Wenn in einer Stadt der Apple Store fehlt, dann gründet Ihr gleich Bürgerinitiativen und lasst Internetforen mit Klageschriften überfluten! Eine Stadt ohne Nespresso Store oder Thomas Sabo ist für Euch doch Provinz!
Wer was ändern möchte kann seine lokalen Händler supporten! Das Ladensterben und die Veränderung der Innenstädte werdet ihr damit trotzdem nicht aufhalten können - eCommerce und Globalisierung sind nicht mehr aufzuhalten. Aber den lokalen Gemüsehändler, der seine Waren dann eben per Gemüsekiste-Abo aus der Vorstadt verschickt, oder den lokalen Milchbauen, der die Städter mit seinen Milchkisten versorgt, die könnt ihr nach wie vor unterstützen und Arbeitsplätze und Gewerbesteuer in der Region halten. Für die kleine Modeboutique oder das Schmuckgeschäft an der Ecke sehe ich allerdings schwarz - die können mit der Preispolitik und Angebotsbreite der Großen nicht mehr mithalten. Handel ist Wandel!

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tennislehrer 09.12.2014, 10:35
54. Ist doch egal!

Der Steuerzahler hier in Deutschland wird es richten!

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Brutella 09.12.2014, 10:39
55. 20 Jahre nichts getan

Ich verstehe nicht wo das Problem liegt. Die Mieter hatten doch 20 Jahre sich darauf vorzubereiten. Die hatten 20 Jahre nichts getan, und jetzt bekommen die Panik. Warum beschweren die sich?

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systembolaget 09.12.2014, 10:40
56. Konsum und HO

Zitat von cdrenk
Wenn es nicht genug Kunden gibt die Mieten zu erwirtschaften machen die Läden zu. Kreative Zerstörung nennt man das. Will mir ein Gutmensch was anderes erklären ? Mich in den Laden prügeln ? Subventionen fordern ?
Genau. Die meisten sehnen sich zurück nach Konsum und HO. Gemeinsam Schlange stehen. Ein übersichtliches Angebot. Preiswerten Alkohol, Zigaretten und Weißkohl. Energiesparen durch weniger Leuchtwerbung. Mittwochs Ruhetag.

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sara100 09.12.2014, 10:52
57. Spaniens Politik und Politiker der PP Partei..

..ist es die Spanien zerstört !.
Aber wer wählt, trägt auch die Konsequenzen. (Lieder auch alle anderen)
Als Spanierin weiß ich von was ich rede :-(

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jogola 09.12.2014, 10:54
58. Ich war bestimmt

Zitat von Mertrager
Käufer und Lobby-Regierungen wollen den Tod der Innenstädte. Jedenfalls kann man das aus Ihrem Verhalten schließen (Ich erlebe das Geiz-Ist-Geil täglich). Und so nimmt das seinen Lauf. Das wird dann später voll-melancholisch und ......
vier oder fünf Jahre nicht mehr in Hannovers Innenstadt um einzulkaufen, es heißt, es sei dort immer noch voll. Tod stelle ich mir anders vor aber vielleicht ist es ja Krebs.

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shooop 09.12.2014, 10:58
59.

Geschäfte, die sich nicht tragen und vom Vermieter subventioniert werden, sind nicht in Ordnung. Das Gegenteil aber auch nicht. Warum ist unsere Welt so ungerecht? Es dreht sich doch alles nur noch um Kohle. Städte und unser Grund und Boden sind in erster Linie Lebensraum. Ich habe aber das Gefühl, dass sie heute in erster Linie Spekulationsobjekt sind! Und es gibt auch noch Leute, die es gut finden, wenn sich unsere Verhältnisse wie die in London oder New York entwickeln. Aber das sind wahrscheinlich genau die, die mit solchen Verhältnissen eine Menge Geld verdienen, während die Menschen, die vorher dort wohnten, quasi vertrieben werden.

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