Forum: Wirtschaft
Drohende Staatspleite: FDP-Finanzpolitiker legt Griechenland Euro-Austritt nahe

Austritt aus der Währungsunion statt einer Umschuldung: Der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler hält ein Ausscheiden des hochverschuldeten Griechenlands*aus der Euro-Zone für ratsam.*"Das rettet den Euro."

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gundi 08.06.2011, 16:24
60. offene Frage

Zitat von Psycho Dad
"Es gibt nichts Richtiges im Falschen." Ein Systemfehler läßt sich durch Zuschüttung mit Geld nicht beheben. Oder glauben Sie auch, dass Ihr Auto trotz Motorschaden weiterfährt, wenn Sie nur genug Benzin reinkippen????
Das ist schön, auch wenn das Zitat korrekt: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ (Theodor W. Adorno, Minima Moralia) lautet und ich es sehr schätze - allein in welchen Zusammenhang mögen Sie es stellen?

Der Vergleich zwischen Motorschaden und Systemfehler ist ebenso nett, wenn auch nicht hinreichend erläutert - es ist auch keine Frage des Glaubens ob ich ein Auto (mit/ohne Motorschaden) habe - ich habe in diesem Zusammenhang auch keine Behebung des "Systemfehlers ... durch Zuschüttung mit Geld" empfohlen ...

kurz: was wollen Sie uns/mir mitteilen?

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Keine Panik 08.06.2011, 16:24
61. Exportüberschuss und Kredite

Zitat von marc0815
1. hat Deutschland kein "riesigen" Exportüberschuss in der EU und überflutet diese auch nciht mit Produkten. Lesen sie die Nachricht von heute: )
Das betrifft den April. Pro Jahr kenne ich unterschiedl. Zahlen, von 140 Mia. bis über 200 Mia. Überschuss insgesamt, der überwiegende Teil davon mit der EU. Das ist schon beträchtlich.
Zitat von marc0815
2. Ist es der größte Unsinn Waren an EU-Länder zu verkaufen de sie nicht bezahlen können.
Nur so konnte das "Export-Spiel" weiter laufen, nur so kann es in Zukunft laufen, wie sollen die anderen sonst unsere Exporte bezahlen? Aber so locker floss das Geld ja auch nicht nach GR. Es ging z.B. um den Ausbau der Verkehrs- und TK-Infrastruktur, Gewerbeansiedlungen etc., also um Wirtschaftsförderung. U-Boote waren natürlich was anderes. Es war schon die Annahme dabei, dass die Kredite wieder zurückgezahlt werden können.
Zitat von marc0815
Wär auch noch nicht schlimm, wenn die Kreditausfälle diejenigen Tragen würden, die vorher die Gewinne eingestrichen haben (also Banken und Wirtschaft).
Die Firmen bekamen ihr Geld für ihre Leistungen (natürlich gibt es noch Außenstände). Die kann man nicht nachträglich zur Kasse bitten. Aber die Banken müssen gewisse Forderungen abschreiben, das ist ihr unternehmerisches Risiko im Kreditgeschäft. Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler sie heraushaut. Aber bei der KfW wird’s uns unvermeidlich treffen.

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gboar 08.06.2011, 17:43
62. nicht ohne Schuldenschnitt !

QUOTE=globalerdorfbewohner;8015566]...wenn die neue Drachme dann um 70% abgewertet wird und die Schulden aber immer noch in €€€ zurückzuzahlen sind...ich bezweifle dass das das kleinere Übel ist.[/QUOTE]
Wer sagt denn eigentlich, dass die alten Staatsschulden in EURO bleiben müssen. Wenn in einem ersten Schritt alles von EURO auf Neudrachmen im Verhältnis 1:1 umgestellt wird und die Drachme dann so abwertet, so dass Griechenland wieder konkurrenzfähig ist, dann geht der EURO Wert der Staatsverschuldung auch nach unten. Vorher müssen vermutlich kurzeitig Kapitalverkehrkontrollen her, um die Flucht vom liquidem Vermögen in EURO zu unterbinden. Für alle nachfolgenden PIIG Staaten bedeutet das natürlich, dass der Zinssatz für Staatsanleihen deutlich nach oben gehen wird, was ein Signal in die richtige Richtung ist. Ein unverzichtbares Element unserer Wirtschaftsordnung ist und bleibt der Grundsatz, dass jeder bezahlt, was er bestellt hat. Wenn das nicht mehr gegeben ist, funktioniert der Steuerungsmechanismus nicht mehr.
Eine wirtschaftlich analoge Situation gab es 1990 in der DDR. Wäre der Umtauschkurs zur DM nicht 1:1 gewesen, sondern 4:1, wäre Ostdeutschland lange nicht so abgestürzt. Damals hat Kohl bestellt und wir zahlen heute noch. Bei Griechenland ist es ähnlich, nur können wir uns solche Transfers wie nach Ostdeutschland kein zweites mal leisten.[

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flötrolf 08.06.2011, 17:54
63. Staatsbankrott oder 50 % Schuldenschnitt!

Zitat von xeniabloom
kann IHNEN nur zustimmen! Ich hätte da nur zwei Fragen: 1. Wie könnte man dann Griechenland helfen? Wenn ich Sie richtig verstehe, passiert dann folgendes: Gr verläßt den EURO, die Schulden bleiben aber in € und sind bei der zu erwartenden Abwertung der, sagen wir Drachme, schier nicht bedienbar. Das würde bedeuten, dass Griechenland dann komplett Pleite wäre, und zudem all die Spekulationswetten sofort fällig. Also Banken und Versicherungen wären dran. 2. Ahnt man, welche Auswirkungen das global haben könnte?
Griechenland muss sofort seinen Haushalt auf eine Einnahmen-/Ausgabensituation von +10 Prozent bringen. Das wäre dann das Poster, um am Kapitalmarkt frei zu agieren und die auf die Hälfte reduzierten Schulden glaubwürdig bewirtschaften zu können. Dazu muss das Land sofort aus dem EURO raus.

Global spielt Griechenland keine Rolle mehr, hat es nie gespielt bis auf einige Aphorismen aus der griechischen Sprache.

Der Schaden mit globalen Auswüchsen liegt im Keller der EZB und der Bundesbank. Sowohl EZB als auch die BuBa haben durch Annahme wertloser Schuldverschreibungen Geldschöpfungskredite an viele Sttaten im Süden Europas ausgegeben. Diese Kredite wurden aber wie nornale Kontokorrentkredite sofort verfrühstückt. Unwiederbringlich? Buchtechnisch stehen sie halt noch als Forderung der EZB, der BuBa an die Zentralbank des jeweiligen Landes. Ob das Geld weg ist, wird der weitere Verlauf zeigen!

Das Geld muss aus den Bilanzen per Nachschussverpflichtung der Anteilseigner im Falle der EZB ausgeglichen werden, und die BuBa kann sehen, wie sie damit umgeht. Am besten sozialisieren über die EZB, die der BuBa das "Geschäft" ja als EURO-Stabilisierung aufgeschwatzt hat.

Die Verluste sind insgesamt über Steuererhöhungen auszugleichen, die den globalen Konsum einschränken. Wir steuern in eine Nachfragekrise in Europa. Das können sogar die BRIC's nicht mehr ausgleichen.

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Psycho Dad 08.06.2011, 19:14
64. Ohne

Zitat von gundi
Das ist schön, auch wenn das Zitat korrekt: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ (Theodor W. Adorno, Minima Moralia) lautet und ich es sehr schätze - allein in welchen Zusammenhang mögen Sie es stellen? Der Vergleich zwischen Motorschaden und Systemfehler ist ebenso nett, wenn auch nicht hinreichend erläutert - es ist auch keine Frage des Glaubens ob ich ein Auto (mit/ohne Motorschaden) habe - ich habe in diesem Zusammenhang auch keine Behebung des "Systemfehlers ... durch Zuschüttung mit Geld" empfohlen ... kurz: was wollen Sie uns/mir mitteilen?

Das Sie nicht erkennen können / wollen, dass es ein Systemfehler ist...und glauben dass man diesen Fehler beheben kann ohne das System fundamental zu ändern.

Und mit "eindeutig positiven und glaubhaften politischen statements" meinen Sie ja wohl kaum, dass es ausreicht wenn Frau Merkel jede Woche mal sagt "Der Euro ist sicher" (hat Blüm damals auch keiner geglaubt). Da muss schon Kohle her. Oder glauben, dass alleine ein "statement" egal von wem ausreicht um die Märkte zu beruhigen???

Die Begriffskonstruktion "glaubhaft politisch" ist übriges eine contradictio in adiecto :-).

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abumachuf 08.06.2011, 19:37
65. Deutschland statt Griechenland

Zitat von sysop
Frank Schäffler hält ein Ausscheiden des hochverschuldeten Griechenlands*aus der Euro-Zone für ratsam.*"Das rettet den Euro."
Nein, nicht Griechenland sollte aus der Euro-Zone austreten, vielmehr muß Deutschland wieder die Mark einführen. Dann kann die Oliven- und Rotweinzone wieder ihre bewährte Wirtschaftspolitik aus Staatsverschuldung, Währungsabwertung und Inflation aufnehmen und sich dadurch der Staatsschulden entledigen und wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, ohne sich von den stabilitätsorientierten Deutschen in die Wirtschaftspolitik reden lassen zu müssen.

Das rettet die Ersparnisse der Deutschen.

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rhs 08.06.2011, 19:57
66. Aber...

Zitat von Fprester
In der Tat würde ein Austritt Deutschlands aus der Eurozone am wenigsten Schaden anrichten. Aber das werden die Drahtzieher im Hintergrund der EU niemals zulassen, genau so wenig wie einen Austritt Griechenlands. Die EU wird bestehen bleiben, selbst wenn alle nur noch Gras zu fressen kriegen.
...alle anderen EU-Länder müssten doch so was von froh sein wenn DE den Euro verlässt, denn unsere Politker werden nicht müde zu behaupten, dass DE am meisten vom Euro profitiert. Und das ist doch gegenüber den anderen EU-Ländern nicht fair, oder? Mir war bislang auch gar nicht so bewusst, wie aufopferungsbereit unsere Nachbarländer sind.

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henrypimpernell 09.06.2011, 20:16
67. nein

Zitat von Keine Panik
s. Titel

Nein, ich meinte tatsächlich die EU. Dieser bürokratische Laden ist nicht nur finanziell, sondern mittlerweile auch moralisch am Ende.

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