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Drohender Handelskrieg: Wie Deutschland seine Importe rasch steigern kann
DPA

Deutschland exportiert weit mehr, als es einführt. US-Präsident Trump droht deshalb mit Strafzöllen. Der Ökonom Carl Christian von Weizsäcker hat einen provokanten Vorschlag, wie der Überschuss sinken könnte.

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Flugor 31.01.2017, 00:45
280.

Zitat von Walther I.
Besser, die Bundesregierung (nicht die Bundesbank!) kauft Gold. Mit diesen Käufen kann man jeden Handelsüberschuss ausgleichen. Bezahlt wird mit Anleihen, die durch das Gold gedeckt sind.
1kg Gold kosten rund 36000€
290.000.000.000 Euro beträgt der "Handelsüberschuss".
Das entspricht 8055 Tonnen Gold.

Woher soll diese Menge kommen?
Jedes Jahr?

Im Jahr 2014 wurden (laut gold.de) global ganze 3100 Tonnen gefördert.

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Wolfgang H. 31.01.2017, 02:10
281. Die Partei, die das ins Proramm schreibt wähle ich sofort...

Zitat von thequickeningishappening
Der Aldi ist zu BILLIG! Die Lohnabrechnung muss Das Netto hochfahren! Luxusgüter 100% ab E Klasse! Subventionierter Industriestrom für Exportgueter? Abschaffen! Mindestlohn 15 Euro! Erbschaftsteuer rauf! Steueroasen trockenlegen! Stiftung voll besteuern! Sozialabgaben ab dem 1. Euro inclusive für Beamte! Finanztransaktionssteuer!
Genau so muss es laufen. Fehlt nur noch die 100% Besteuerung auf monatl. Einkommen ab 10000 EUR, incl. aller Boni.

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Miere 31.01.2017, 04:54
282. Gute Idee, blöde Begründung.

Ja, die Mehrwertsteuer sollte runter.
Nein, sie soll nicht wegen des Exportüberschusses runter.
Ein Exportüberschuss ist eine Supersache und sollte immer und ewig so bleiben. Erzählen Sie bitte einem Chinesen, ein Exportüberschuss sei schlecht; vorzugsweise am internationalen Tag des Lachens.
Aber wenn es den Amis und Griechen Freude macht, falls wir etwas mehr importieren, spricht da ja auch nix gegen.

Die Mehrwertsteuer muss runter, so tief es geht, ohne dass wir uns schlimm verschulden, weil sie eine Steuer auf menschliche Arbeit ist. Jedesmal wenn etwas von Hand zu Hand geht fällt diese Steuer an. Vom Bauern zum Müller, vom Müller zum Bäcker, vom Bäcker zum Backshop - immer wenn Leute arbeiten und ihren Job machen, fällt diese Steuer an, macht die Ware teuer und drägt die Unternehmen, möglichst einen Arbeitsschritt wegzulassen und die Leute zu entlassen. Und das Endprodukt wird teurer.

Eine niedrigere Mehrwertsteuer würde Haushalte mit niedrigem Einkommen entlasten, weil die Waren und Dienstleistungen billiger wären. Man könnte auch mehr Leute einstellen, die etwas weiterverarbeiten.
Deswegen sollte die Mehrwertsteuer runter.

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feuerwehr 31.01.2017, 07:06
283. Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer

Zitat von matbhmx
... eigentlich wissen, dass es seit ewigen Zeiten keine Mehrwertsteuer, sondern nur eine Umsatzsteuer gibt. Ansonsten hört sich die Idee nicht schlecht an. Sollte dadurch der Konsum wirklich angekurbelt werden, würde auch ein Teil der durch die Senkung entstehenden Steuermindereinnahmen ausgeglichen werden. Andererseits: Wer würde us-amerikanische Waren konsumieren. Im Verhältnis zu den USA gibt es keinen Export-Überschuss, sondern einen Import-Unterschuss. Und das liegt schlicht daran, dass - mit Ausnahmen im IT-Bereich und der Softwareindustrie - die USA keine konkurrenzfähigen Produkte bieten können. Wenn man von der Autoindustrie absieht, werden die USA die Importe aus Deutschland schon nicht so nachhaltig behindern. Zum Beispiel ist Deutschland im Maschinenbau unschlagbar. Fertigungsstraßen usw. kann kein zweiter auf der Welt mit der innovativen Kraft und Perfektion. Und die Maschinen, die schon gekauft sind, brauchen Ersatzteile usw.
Der Prof. weiß es besser als Sie! Die Mehrwrtsteuer ist die Umsatzsteuer abzüglich der Vorsteuer. In Deutschland wird der Mehrwert, nicht der Umsatz besteuert. Früher war das anders. Als noch der Umsatz besteuert wurde, wurden Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe begünstigt. Dann wären die heutigen langen Wertschöpfungsketten nicht möglich.

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gody 31.01.2017, 09:34
284.

Zitat von Miere
Ja, die Mehrwertsteuer sollte runter. Nein, sie soll nicht wegen des Exportüberschusses runter. Ein Exportüberschuss ist eine Supersache und sollte immer und ewig so bleiben. Erzählen Sie bitte einem Chinesen, ein Exportüberschuss sei schlecht; vorzugsweise am internationalen Tag des Lachens.
Soso der Überschuss sollte bleiben weil das "Cool" ist? So jedenfalls klingt ihre Begründung. Oh Herr. Eine so dumme Begründung ließt man tatsächlich selten.
Ein dauerhafter Überschuss ist schon rein mathematisch nicht möglich. Logisch erst recht nicht. Dauerhafter Überschuss heißt automatisch dauerhafte Verschuldung des Auslands.
Und wir wissen alle, das hinter einer dauerhaften Verschuldung die Pleite steht. Ihre tollen Überschüsse sind eine zukünftige Forderung.
Die können sie dann irgendwann alle abschreiben. Sie haben somit Kapital verschenkt ohne Gegenleistung.Die nächste Finanzkrise kommt mit Sicherheit und spätestens dann werden auch wie schon 2008 teile dieses Überschusses sich in Luft auflösen.

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gody 31.01.2017, 09:45
285.

Zitat von murr_doch
Mit der MwSt. hat das nicht das Geringste zu tun, dass die Hersteller in den anderen industrieländern höhere Löhne als die deutschen Unternehmer zahlen müssen. Weizsäcker setzt völlig falsch an. Die deutschen Unternehmensgewinne sind bei den Industrieländern die höchsten der Welt. Die Löhne die niedrigsten.
Der Ansatz ist nicht falsch. Er befasst sich einfach nur damit, was möglich ist.
Die Alternativen würden hier als sozialistische Gleichmacherei verschrien. Z.b eingriffe in die Tarifautonomie.
Staatliche Binnenkonjunktur Programme stehen auch nicht gut da weil alle, wie die bekloppten gleich auch die Staatsverschuldung glotzen.

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Tom H. 31.01.2017, 09:55
286. Unsinn mit Mehrwertsteuer

Wenn die Mehrwertsteuer sinkt, erhöht das zunächst einmal den Gewinn des Händlers. Ob er den Gewinn behält oder die Steuersenkung an den Verbraucher weitergibt, ist allein ihm überlassen. Es werden ja auch nicht automatisch die Mieten niedriger, sobald man die Mieteinnahmen niedriger besteuert. Das freut dann den Vermieter, ansonsten richten sich die allermeisten Preise nach Angebot und Nachfrage. Auch wenn irgendwelche "Werbeaktionen" wie "wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer" immer noch den Unsinn verbreiten, dass der Verbraucher und nicht der Händler diese Steuer bezahlt, sollte man hier doch besser recherchieren. Das Argument "am Ende zahlt der Verbraucher ja alles" stimmt natürlich. Dann sollte man aber auch nicht gegen eine höhere Gewerbesteuer sein, denn die zahlt der Verbraucher genauso wie höhere Löhne für Mitarbeiter.

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hauro2005 31.01.2017, 10:08
287. Die Welt von heute ist nunmal eine andere, als vor 30 oder 40 Jahren.

Wieso bitte sollte eine niedrigere Mehrwertsteuer den Konsum ankurbeln? Nicht jedes Produkt wird gekauft, einfach nur , weil es gerade günstig ist. Umgekehrt müssen gewisse Anschaffungen getätigt werden, auch wenn man dafür die tiefer in die Tasche greifen muss. Ich kaufe ja keinen neuen Kühlschrank, weil der alte von innen so langweilig weiß ist, sondern weil der alte kaputt ist. Egal, ob mit 10, 15 oder 10% Mwst. Zumal ja in vielen Bereichen schon längst nicht der "Listenpreis" gefordert wird. Da ist es dann egal, ob der Pullover wegen der niedrigeren Mehrwertsteuer, oder wegen der "Super-Tuper-Sale-Spar-Aktion" günstiger ist.
Besonders unpassend ist das Beispielbild. Nur, weil die Mehrwertsteuer sinkt, würde mich das noch lange nicht motivieren, einen Renault, Fiat oder Kia zu kaufen (einen VW, wie abgebildet, übrigens auch nicht *g). Es ist also zu kurz gedacht, die "Massen" über die Mehrwertsteuer zum Kauf zu motivieren. Zunächst muss der Bedarf da sein, dann das passende Produkt. Und bei den aktuellen Zinsen ist Kaufen auf Pump für viele ohnehin Standard, da interessiert der Barpreis gar nicht. Nun gut, Herr von Weizsäcker stammt aus einer Zeit, als das Familienoberhaupt nach langem Ringen mit sich selbst kühn der Familie verkündet hat: Papa kauft ein Farbfernsehgerät! Wahlweise Nordmende, Saba, Interfunk, Grundig oder Blaupunkt.
Und Mutti muss dann eben beim Einkauf von Putzmitteln etwas mehr einsparen und den Eintopf mehr strecken.
Die Welt von heute ist nunmal eine andere, als vor 30 oder 40 Jahren.

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Negira 31.01.2017, 10:22
288. Das erscheint mir alles nicht sehr logisch

Wie schon andere geschrieben haben, wieso sollte man dann ausgerechnet mehr amerikanische Produkte kaufen ?
Für Süddeutschland wäre es sicher eher negativ. Denn mit niedrigerer Mehrwertsteuer lohnt sich für viele Schweizer dann die Anfahrt nicht mehr. Oder glauben sie wirklich dass die Läden ihre Preise senken nur weil die Mwst sinkt ? Nein. Die würden freudestrahlend die 5% einsacken .

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derboesewolfzdf 31.01.2017, 11:37
289. grundsätzlich...

hat Herr v. Weizäcker Recht. Nur, warum soll ich mir irgendwelche Billigwaren aus den USA kaufen, wenn ich hier hochwertigere "regionale" Waren kaufen kann? Niemand kann etwas dafür, dass die Amis nur Autos bauen können, die nur geradeaus fahren können bzw. wie Wüstenschiffe gefedert sind. Selbst BBQ-Saucen sind inzwischen besser als die US-Importe. Das zusätzliche Problem sind sicher nicht die 5% MwSt. sondern die hohen Transportkosten aus den USA hierher.

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