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Drohender Wirtschaftskonflikt: Großbritannien will Zölle bei ungeregeltem Brexit dras
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Im Fall eines ungeregelten Brexits sollen Zölle auf 87 Prozent der britischen Importe wegfallen. Das teilte die Regierung in London mit. Außerdem werde man auf Zollkontrollen an der Grenze zu Irland verzichten.

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haresu 13.03.2019, 12:02
80. Das ist ja so richtig schlau

Für eine sehr kurze Übergangsphase mag so etwas gehen, aber wird das wirklich nur eine Übergangsphase? Mit dem Verzicht auf Zölle subventioniert man Importe, der eigenen Produktion tut man damit nichts Gutes. Vor allem Nordirland wird das sehr schnell zu spüren bekommen.

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archi47 13.03.2019, 12:04
81. Aber die Brexiteers

Zitat von bstendig
Nordirland und England (oder "GB") haben ein wenig irische See zwischen sich. Also relativ einfach. Alles was mit Schiff aus Nordirland kommt muss verzollt werden. Wird halt der Schmuggel ein wenig zunehmen.
wollten doch gerade die überwachte Zollgrenze in der irischen See ausdrücklich nicht.
Jetzt würden sie sie selbst einführen, wenn sie nicht alles unkontrolliert durchlassen würden.
Andererseits vernichten bei Offenhalten der Grenze durch die Meistbegünstigungsklausel, den kläglichen Rest an nicht finanzbasierten Existenzen auf der Insel, dann andere Verträge gibt es ja noch nicht.
Hätte nicht gedacht, dass Wähler so unbedarfte Politiker wählen können ...

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Ruhrsteiner 13.03.2019, 12:04
82. Clever überlegt....

Brüssel wird politisch unter Zugzwang gesetzt. Aber genug bilaterale Außenhandelsverträge hat Theres May (TM) trotzdem noch nicht vorbereiten lassen können? Eigentlich passt beides nicht so richtig zusammen.... Die Pokerpartie zwischen London und Brüssel geht in die Endphase. Bis der A50 Rückzug im letzten Augenblick geltend gemacht wird. Dann wird London nicht mehr pokern, sondern "Schwarzer Peter" spielen... ,und Brüssel wird sich warm anziehen können.

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rene.macon 13.03.2019, 12:05
83. Das war ja nicht anders zu erwarten:

"Der Plan sieht vor, dass weiterhin 82 Prozent aller Importe aus der EU ohne Zölle nach Großbritannien eingeführt werden können. "

Warum wegen ein paar Prozent Zölle, die Wirtschaft eines ganzen Landes in den Abgrund stürzen? Die Briten werden notgedrungen Zölle und Einfuhrauflagen auf ein Minimu reduzieren. Ihre Industrie gerät dadurch unter kurzfristig Druck und verbessert langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Langfristig wird sich UK in ein Hongkong im vergrößerten Maßstab verwandeln. Da wird der Kontinent noch staunen!

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Talloires 13.03.2019, 12:11
84. Das UK ist nach dem Brexit nur für sich verantwortlich

Zitat von w.diverso
Jetzt bei den Briten mit Logik arbeiten ist absolut sinnlos. Die schwimmen momentan total und wissen nicht wo oben und wo unten ist. Wie Großbritannien jemals zu einem Weltreich werden konnte, ist bei den momentan handelten britischen Politikern absolut unverständlich. Die beschließen was und kaum ist das veröffentlicht, ist es schon wieder obsolet weil nur zu 30% durchdacht. Die britischen Bürger könnten einem leid tun, wenn sie ihre Politiker nicht selbst gewählt hätten.
und nicht dafür, was die Iren aus ihrem Teil der Grenze machen. Auf der UK Seite werden im Fall des harten brexit jedenfalls keine harten Grenzkontrollen kommen und, zusammen mit dem CTA Abkommen gilt das nicht nur für Waren,nsondern auch Iren, die problemlos ins uK gelangen wollen. Auf dem Rückweg nach irland werden sie (und die Briten) dafür kontrolliert, mit freundlicher Empfehlung der EU. Deshalb dem UK mangelnde logik vorzuwerfen, ist ziemlich daneben.

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fanasy 13.03.2019, 12:13
85. Ist das rechtens?

Es gibt doch ein Abkommen, zwischen Nordirland und Irland, welches eine Grenze verhindert und den Frieden garantiert. Wie kann man dann ein Referendum abhalten und dieses umsetzen, wenn dadurch das Nordirland-Abkommen gebrochen wird?

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charlybird 13.03.2019, 12:14
86. Natürlich haben sie es irgendwie vergeigt

die Tommys und vor allem diese May hat wirklich eine Planlosigkeit verbunden mit einer gewissen Dreistigkeit an den Tag gelegt, dass selbst den EU Verhandlern wohl der Kragen geplatzt ist.
Muss man auch erst mal schaffen.
Aber die Wirtschaft wird sich helfen, es wird hier und da knatschen und manch kleinere Firma wird ein paar Dellen abbekommen, aber Wirtschaft hat sich immer einen Weg gesucht und gefunden, wenn sie nicht gerade mit dicken Sanktionen, die vor allem dann die USA kontrollieren, gehindert wurde.
Schlimmer werden die zwischenmenschlichen Probleme werden, die interkulturellen Dinge, Wissenschaft und Austausch, damit verbundene Arbeitsplätze und Investitionen, bzw. Förderungen etc.
Alles guckt immer auf die Wirtschaft und siehe da Zölle werden einfach mal eben weggeschaufelt. Basta. Vorher gab's ja auch keine innerhalb der EU, also bleibt man dabei.
Andersherum werden es einige Exporteure und Hersteller schwerer haben, na und, auch hier werden sich Mittel und Wege finden lassen.
Dieser Ausstieg wird vor allem auch zeigen, was Europa eigentlich noch ist und was es sein will.
Ein Wirtschaftsverbund oder eine Solidaritätsgemeinschaft höherer Ebene ?
Letzteres verblasst auf jeden Fall immer mehr.

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Grünspahn 13.03.2019, 12:17
87.

Die britische Regierung sieht durchaus das Chaos, das auf sie zukommt. Mit der Regelung werden die Einführen von dringend benötigten Gütern nach GB beschleunigt. Die EU wird GB wie jedes andere Land ohne Handelsabkommen behandeln. Die Staus werden sich also in GB bilden. Noch ist immer noch nicht geklärt, was mit Menschen, die sich in der EU mit einem GB-Visum aufhalten geschieht. Natürlich gilt das auch für Menschen mit EU-Visum in GB. Das betrifft vor allem Menschen aus dem Commenwealth auf der einen Seite und Brasilianer mit portugiesischen bzw. Menschen aus den anderen lateinamerikanischen Ländern mit spanischen Visum. Das wird ab dem 29.3. wirklich spannend.

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haresu 13.03.2019, 12:20
88. Gefährliches Spiel

Mal abgesehen davon, dass man so die britische Wirtschaft und die öffentlichen Haushalte schwächt, spielt man auch ein gefährliches Spiel mit Irland und Nordirland. Indem man auf eigene Grenzkontrollen an der irischen Grenze verzichtet installiert man so etwas wie einen einseitigen und freiwilligen Backstop, den man aber nicht explizit zustimmen muss und auch jederzeit wieder ändern kann. Baut die Republik und damit auch die EU zwischenzeitlich einseitige Kontrollen auf, so ist der Backstop auch vom Tisch. Nicht ganz unschlau, aber hochgefährlich.

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nmare 13.03.2019, 12:24
89.

Zitat von wi_hartmann@t-online.de
Was soll das ganze Gezerre, England baut die Zollschranken für Importe ab und der Warenverkehr fliesst ungehindert, ohne daß das große Britannien sich von Brüssel bevormunden lassen muss. Wenn das funktioniert, werden Wahlergebnisse in den Regierungen der EU-Staaten zum Umdenken zwingen. Erste Ansätze auf diesem Weg sind in vielen Mitgliedsstaaten nicht zu übersehen.
Sollten die billigen Importe aus China und anderen Staaten ohne Zoelle in UK fliessen (insbesondere Lebensmittel) wird dadurch die einheimische Produktion zerstoert und Briten verlieren ihren Job.
Es haelt aber kurzfristig die Preise unten, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind den Tories dabei erstmal egal. Inzwischen ist der Sozialstaat sowieso so dermassen runtergeschraubt dass sie sich mit der folgenden Armut ja auch nicht mehr beschaeftigen muessen.

Davon abgesehen dass keinem Land daran gelegen ist mit GB einen vernuenftigen "Import- Exportdeal" abzuschliessen, wenn sie den schon durch die Null-Zoll-Strategie haben.

Was genau soll daran gut sein?

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