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Druck auf 40 Konzerne: Libyens Regierung droht Siemens und Total mit Rauswurf
REUTERS

Libyen ist reich an Öl - und Schauplatz eines erbitterten Bürgerkriegs. Die von Warlord-Truppen bedrängte Regierung in Tripolis greift nun internationale Konzerne an. Will sie Hilfe aus Europa erpressen?

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hinifoto 10.05.2019, 18:38
1. Hintergrund

Das ist aber alles ein wenig verwirrend. Könnte man beim nächsten Beitrag vielleicht mal etwas über die Hintergründe der Ereignisse erfahren? Wie soll ich denn jetzt herausfinden wer die Guten und wer die Bösen Akteure in Libyen sind`

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syracusa 10.05.2019, 20:05
2.

Zitat von hinifoto
Das ist aber alles ein wenig verwirrend. Könnte man beim nächsten Beitrag vielleicht mal etwas über die Hintergründe der Ereignisse erfahren? Wie soll ich denn jetzt herausfinden wer die Guten und wer die Bösen Akteure in Libyen sind`
Das ist einfach: es gibt in Libyen keine guten Akteure. Aber es gibt internationales Recht, und das wird ganz massiv durch den Warlord Haftar gebrochen. Dass Frankreich Haftar unterstützt, zeigt IMO deutlich auf, dass Frankreich seine geostrategischen Ambitionen in Afrika auch mit Hilfe von Kriegsverbrechern und Terroristen aufrecht erhalten will. Und das zeigt uns eine doch recht unangenehme imperialistische Seite Frankreichs.

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querulant_99 10.05.2019, 20:13
3.

Ich nehme mal an, dass die Siemensianer vor Ort nicht unglücklich darüber sind.;-)

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bartsuisse 10.05.2019, 20:39
4. Nein nicht erpressen

aber die von der UNO international anerkannte Regierung wird von Frankreich torpediert indem Frankreich Haftar unterstützt und damit ENI mit Total ersetzen will. Frankreich spielt ein dreckiges Spiel in Libyen und Merkel unterstützt Macron. Italien organisierte den Libyen Gipfel der von Deutschland desseriert wurde und von Frankreich offen boykottiert wurde. Er will ausser der traditionellen Unterstützung Italiens wenigstens Ruhe aus Frankreich und Deutschland. Da ausser hohlen Phrasen nichts aus diesen beiden Länder kommt, zieht er die Konsequenzen. Das ist schlicht logisch

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alex2k 10.05.2019, 21:13
5. Ein Grund mehr

um uns vom Öl zu trenen. Dann wird gleich weniger Plastik hergestellt und es wird kein Geld in diese Länger fliessen. Weitere Kriege werden ggf. auch noch vermieden. Stärker also in alternative Antriebstechniken investieren! Ob Akkus oder Wasserstoff - beides parallel am besten.

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Bernd.Brincken 10.05.2019, 22:22
6. Macht

Die Macht des General Haftar wiederum beruht nicht auf militärischer Organisation, sondern weil er die Interessen einer Anzahl einflussreicher Großfamilien vertritt. Das läuft nicht ganz nach unserem Demokratie-Verständnis - aber eine gewalt-basierte Alleinherrschaft ist es auch nicht.
Haftar steht u.a. für die Eindämmung der (ausländisch unterstützten) Islamisten. Frankreich hat das verstanden, Deutschland wartet immer noch auf die Libysche MInisterriege, um seine Vertreter zu empfangen - und erklärt bis dahin das Land als im Chaos versunken.

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damianschnelle 11.05.2019, 09:50
7. Für mich

gibt es hier zwei Probleme in der Ausgangssituation. Es wurden Leute als Regierung in Libyen anerkannt, die offensichtlich nicht die Mehrheit repräsentieren. Und auch im Westen gibt es unterschiedliche Interessen in Libyen, die sich dann in der Unterstützung der verschiedenen Gruppen zeigen. Genau das alkes zeigt sich derzeit bei den Ereignissen. Und leidtragend wird wieder einmal die Bevölkerung sein.

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syracusa 11.05.2019, 11:16
8.

Zitat von Bernd.Brincken
Haftar steht u.a. für die Eindämmung der (ausländisch unterstützten) Islamisten. Frankreich hat das verstanden
Das ist aber mal 'ne sehr steile, leiderr aber doch nur auf Fake News gestützte These. Haftar ist mit Islamisten verbündet.

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syracusa 11.05.2019, 11:32
9.

Zitat von damianschnelle
gibt es hier zwei Probleme in der Ausgangssituation. Es wurden Leute als Regierung in Libyen anerkannt, die offensichtlich nicht die Mehrheit repräsentieren. Und auch im Westen gibt es unterschiedliche Interessen in Libyen, die sich dann in der Unterstützung der verschiedenen Gruppen zeigen. Genau das alkes zeigt sich derzeit bei den Ereignissen. Und leidtragend wird wieder einmal die Bevölkerung sein.
Nun, die international anerkannte Regierung in Tripolis ist aus einer Wahl hervorgegangen. Weil niemand die Mehrheit auf seiner Seite hatte, ist diese Regierung eine breite Koalition aus allen möglichen Kräften. Ihre Darstellung entspricht also nicht den Fakten.

Wir erleben hier etwas, was wir vor einigen Jahren auch im Nachbarland Ägypten sehen konnten, nämlich dass es sich hier im Wesentlichen um einen Kampf zwischen zwei islamistischen Strömungen handelt. Und das ist im Kern der gleiche Streit, die die islamische Welt spaltet, nämlich der zwischen Iran und Saudi Arabien.

Haftar spielt in Libyen die gleiche Rolle, die Sisi in Ägypten spielt. Er ist das Instrument der Saudis, während die Regierung in Tripolis eher von Muslimbrüdern gestützt wird, die wiederum Instrument der iranischen Mullahs sind. Uns Europäern steht es nicht zu, für eine der beiden Seiten Partei zu ergreifen. Beide sind im Kern antidemokratisch, und stehen unseren Werten diametral entgegen.

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