Forum: Wirtschaft
Dubiose Abrechnungen: Mieter wehren sich gegen Wohnungsgiganten Vonovia
Ina Fassbender

Bundesweit beschweren sich Mieter über die Nebenkosten, die Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia abrechnet. Erstmals mischt sich nun auch die Politik ein - und Mietervereine planen eine Sammelklage.

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bigroyaleddi 27.03.2019, 17:48
1. Drücke die Daumen,

dass hier auch mal wieder eine mieterfreundliche juristische Entscheidung fällt. Es ist eine Ungeheuerlichkeit, wie am Ende der Finanzkette gerade die schwächsten abgezockt werden. Machen wir uns nichts vor, hier versucht ein Superkapitalist (als juristische Person) seine gierigen Forderungen durchzusetzen. Dem muss mit alle verfügbaren Mitteln entgegengearbeitet werden.

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deka88 27.03.2019, 17:53
2.

Warum muss auch einfach alles, was in diesem Land einen Wert hat und für die Menschen da sein sollte (Wohnhäuser, Krankenhäuser, Energie und Wasserversorgung usw.) privatisiert werden? Da wird einfach so wichtigte Infrastruktur für eine einmalige Summe verscherbelt und die Käufer können anschließend machen was sie wollen, weil sich der Einzelne nicht wehren kann. Hauptsache der Profit stimmt, die Menschen sind egal. Irre sowas! Was mich aber am meisten überrascht: Die FDP stellt den Dresdner OB?!

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stelzerdd 27.03.2019, 18:06
3. Sammelklage?

Das Instrument der Sammelklage gibt es in Deutschland nicht. Möglich wäre eine Musterfeststellungsklage. Und dieses Instrument sollte genutzt werden und dem Miethai die Grenzen zeigen.

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georgorwellsbruder 27.03.2019, 18:14
4.

Seit 1. Oktober 2017 bin ich Mieter der VONOVIA.

Sowohl die Nebenkostenabrechnung als auch die Betriebskostenabrechnung für 2017 sind lt. Mieterverein falsch.

Einschreiben/ Rückscheine sind seit Januar 2018 unbeantwortet.

Auf diverse Schreiben des Mietervereins hat die VONOVIA bisher nicht reagiert.

Seit rd, 18 Mionaten warte ich auf Klärung, NICHTS PASSIERT !!!

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kaiser.friedrich 27.03.2019, 18:16
5. Der Staat ist mitverantwortlich fuer diese Misere

Denn egal ob in Berlin, wie im Artikel erwaehnt, in Dresden oder vielen anderen deutschen Großstaedten, der Staat hat Wohnungen fuer billiges Geld an Investoren verscherbelt, welche aus diesen natuerlich einen Profit erwirtschaften wollen.

Zwar muss ein Betrug mit frisierten Nebenkostenabrechnungen unterbunden und mit Sanktionen belegt werden, allerdings kann man es den Wohnungsgesellschaften nicht veruebeln, wenn sie mit ihrem Eigentum Profit erwirtschaften. So funktioniert das nun mal in einer Marktwirtschaft.

Und statt den Unternehmen mit Enteignung zu drohen, waere es deutlich sinnvoller und auch preiswerter, wenn der Staat einfach selbst Wohnungen baut.

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nativebiker 27.03.2019, 18:20
6. In der ersten Instanz

also beim Amtsgericht benötigt man keinen Anwalt. Bei geringen Beträgen ist es allemal ein Versuch wert ohne Anwalt aufzutreten. Der Richter freut sich bestimmt!

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andreasbln 27.03.2019, 18:23
7. vielfach die Gerichte der Schlüssel zur Verschärfung der Situation

Die Gesetze im Mietrecht haben sich im Wesentlichen seit 2001 nicht geändert. Aber die Gerichte urteilen gerade bei Nebenkosten und Eigenbedarf, formelle Voraussetzungen für Modernisierungserhöhung, Darlegung der Energieeinsparung durch selbige, Minderungsquoten, etc.. überwiegend sehr vermieterfreundlich. Durch die Medien werden aber nur einzelne mieterfreundliche Hightlights, wie das jüngste Urteil, das 80jährigen vor Eigenbedarf schützte, gezogen. Gerade ganz neu entschieden: Wenn der Mieter den VErmieter nachweislich zur Einsichtnahme oder ÜBermittlung der Belege für die angegriffene Nebenkostenabrechnung auffordert und der Vermieter nicht reagiert, sei darin keine Verweigerung zu sehen. Der Mieter muss das ganze noch mal wiederholen - und natürlich wieder nachweisbar. Warum wird einer 80jährigen Mieterin, oder generell einem durchschnittlich oder unterdurchschnittlich gebildeten Mieter, aufgebürdet zu wissen, dass die Gerichte der Auffassung sind, dass er den Vermieter zweimal bitten muss, bevor er die Zahlung der Nachzahlung verweigert. Und das ist nur ein kleines Beispiel, wie das Durchsetzen der Rechte für die Mieter immer wieder erschwert oder gar vereitelt wird. Besonder die Rechtsprechung zur Untermiete wird noch ein Riesenthema werden. Wer seine Wohnung nicht mehr bezahlen kann soll gefälligst ausziehen und nicht einen Untermieter aufnehmen. Die Anforderungen der Gerichte an die Durchsetzung dieses Rechts, welches schließlich im BGB expressis verbis drinsteht, wird systematisch ausgehöhlt. Damit sollte sich die Politik beschäftigen und einen Riegel vorschieben, aber die Rechtsprechung gilt wie als von Gott gegeben. Die Politik bleibt passiv.

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multimusicman 27.03.2019, 18:23
8. Vonovia ist leider kein Einzelfall.

Aggressive Investoren treiben überall im Land ihr Unwesen. Wichtig ist es wieder die Nachbarschaft zu pflegen und gemeinsam aufzutreten.
Dann steigen die Chancen dem Treiben nach und nach ein Ende zu setzen.

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schocolongne 27.03.2019, 18:23
9. Wie wäre es mit einer Regulierungsbehörde, ...

Welche die Abrechnungsmodalitäten prüft, und ggf. Rechnungstellungen bis zur erfolgten Rechtskräftigkeit von anhängigen Gerichtsverfahren untersagen kann. Das würde die Vonovia-Taktik, massenhaft zweifelhafte Abrechnungen zu versenden und den einzelnen Mietern jeweils ein Prozessrisiko auf zu halsen, wirkungsvoll ausbremsen.

Die Politik ist -wieder einmal- sehr gefragt.

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