Forum: Wirtschaft
Dürrehilfen für die Bauern: Klöckners Kompromissformel
AFP

Das Wetter gehört für Bauern zum Berufsrisiko. Doch nach der Dürre in diesem Jahr fordern sie Unterstützung. Bund und Länder sind bereit zu zahlen - aber längst nicht die geforderte Summe.

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brutus972 22.08.2018, 19:18
1. Großbauern haben den Klimawandel verschlafen!

Seit den 70ern redet man vom Klimawandel. Normale Bauern pflanzen verschiedene Früchte und Getreide an. Ja, sogar Obstbäume auf der Wiese für das Tierfutter. Damit wird das Risiko gemindert.
Unsere Großbauern verhalten sich, wie Pensionsfonds, die alle Aktien einer Pleitebank erworben haben. Die pflanzen nicht Hektar, sondern Quadratkilometer mit Monokulturen. Wenn das schiefgeht, soll der Steuerzahler zusätzlich zu den 6,5 Mrd. Subventionen noch für die Fehlkalkulation zahlen. Das ist dreist!

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weroc 22.08.2018, 19:28
2.

Es mag gut sein, die Bauern nun finanziell zu entlasten, aber mir drängt sich dabei vor allem die Frage auf ob die Bauern denn in guten Jahren (vergleichbares Ernteplus) auf entsprechend mehr zahlen.
Dies wage ich zu bezweifeln und halte die jetzige Hilfe für Verschwendung von Steuerngeldern

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J.Corey 22.08.2018, 19:49
3.

Es regnet, es hagelt, es ist kalt, es ist heiß, es ist trocken, es stürmt - stets fordert der Bauernverband Geld. Und obwohl seit Jahrzehnten eine Milchüberproduktion künstlich am Leben gehalten wird (Stichworte: Butterberg und Milchsee, die es schon lange vor dem Erfolg der Discounter gab, denen heute immer der niedrige Milchpreis zugeschrieben wird) freut man sich das die Milchquote aufrecht erhalten bleiben konnte, obwohl man Tiere Schlachten ließ!?

Diese Branche lebt derart durchsubventioniert, dass im Grunde kein echter Markt mehr besteht - ein gutes Beispiel dafür, wie zuviel Eingriff und Unterstützung letztlich voll daneben geht. Man sollte den Landwirten jetzt helfen, besonders auch jenen, die Vieh zu füttern haben, aber es muss auch ein Programm aufgelegt werden, was dazu führt, dass diese Branche künftig auch ohne Stütze von Staat und EU besteht. Das ist man den Steuerzahlern und denen deren wirtschaftliche Risiken man nicht übernimmt schuldig. Hierzu gibt es vom Verband nur leider nie irgendwas zu hören, dabei wäre es eine gute Gelegenheit solche Prozesse mit zu gestalten. Doch mangelt es dort offensichtlich an Interesse.

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Epsola 22.08.2018, 19:52
4.

Der Verbraucher sollte zahlen. Dinge sollten, dass kosten was sie wirklich kosten. Der Subventionswahnsinn führt dazu, dass der Vegetarier für Viehwirtschaft bezahlt. Das ist doch irre.

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Zukunft3.0 22.08.2018, 19:58
5.

Das ist der falsche Weg. Wenn Einbußen drohen, dann wird das Angebot knapp. Bei gleich bleibender Nachfrage müssten die Preise steigen. Der Markt müsste es regeln. Jetzt wird schon wieder nach dem Staat gerufen. Früher wurde den Menschen im Osten vorgehalten, dass der Staat alles regelte. Ist es hier anders? Wohl kaum. Jedesmal, wenn es nicht läuft muss der Staat einspringen. Wo bleibt da die Marktwirtschaft? Und übrigens, Lebensmittel müssen nicht so billig sein. Da wird der Bürger nie lernen mit Nahrungsmitteln anders umzugehen. Aber die Bauern konnten sich schon immer auf Ihre Lobbyverbände verlassen.

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widower+2 22.08.2018, 20:26
6. In ihrer Existenz bedroht

In ihrer Existenz bedroht sind also laut Artikel 4% der bäuerlichen Betriebe. Das ist im Vergleich zu allen anderen Branchen ein erfreulich geringer Anteil. Subventionen en gros bekommen aber auch seit Jahren Großbauern, die hundert Hektar und mehr eigenes Land bewirtschaften.

Wer hundert Hektar eigenes Ackerland besitzt, gehört in Bezug auf sein Vermögen zu den oberen 0,01 Prozent der Gesellschaft, weil er auf einem Vermögen von durchschnittlich 5 Millionen Euro sitzt, wird aber vom kleinen Steuerzahler massiv unterstützt? Sollte nur ein kleiner Teil des Ackerlands zu Bauland werden (oft mit tatkräftiger Unterstützung des jeweiligen Bauern im Gemeinderat), wird aus dem Millionär-Bauer schnell ein Multimillionär-Bauer. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Die CDU ist mehr als alles Andere eine Bauernlobby-Partei, wird aber seltsamerweise gegen die eigenen Interessen von vielen Mitbürgern gewählt.

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Sal.Paradies 22.08.2018, 20:47
7. Ein ideologischer Beruf der unsere Unterstützung braucht

Ein Forist fragte, ob die Bayern dann mehr bezahlen, wenn sie ein "gutes Jahr" hätten? Soweit ich weiß, ist der Ausdruck "gut" für unsere Bauern eher selten zu gebrauchen. Die meisten krebsen seit Jahren am absoluten Existensminimum und wenn man die geleisteten Arbeitsstunden nis Verhältnis mit dem Gewinn setzt, kommen Bauern oft auf einen Stundenlohn < 5,00€ !! Und mal eben für 2 Wochen nach Malle, was in D inzwischen ja selbst der Harzer kann, sond auch nicht drin, denn wer soll dann Land+Viech versorgen? Wieviele Milliarden haben wir die letzten Jahr in die EU gebuttert, Stichwort "Griechenland"? Wir sollten froh sein, dass Meschen den Beruf Landwirt überhaupt noch ausüben und dass wir in diesem trockenen Katastrophenjahr Solidarität üben, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich habe früher öfters beim Hof eines Freundes mit angepackt und dieser Job ist krass anstrengend. Morgens um 4:30-5:00 raus und Abends 20:00 (mit Glück) gibts dann Abendbrot. Natürlich sollte langfristig die Rolle des Bauern hinterfragt werden, aber hier und jetzt geht es nur ums Überleben für viele von ihnen.

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ruhuviko 22.08.2018, 20:54
8. Wir haben ein doppeltes Dilemma:

Solange Boden verbraucht wird, um darauf Benzin zu ernten, damit E10 getankt werden kann oder Biogas entsteht, so lange müssten sich Agrarhilfen eigentlich verbieten. Es gilt ein Nachdenken der Landwirtschaft auf Änderung im Anbau, das schon in vielen Beiträgen gefordert wird, aber auch ein Umdenken der Politik, die andere Rahmenbedingungen setzen muss.

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artep 22.08.2018, 21:16
9. Seit Jahrzehnten

mischt sich die Politik in die Belange der Bauernschaft ein und verdreht eine Wirtschaft, die nicht mehr frei ist. Eigentlich kann man sie nur als Brüsseler Planwirtschaft bezeichnen, die Lobbyisten wie chemischer Industrie usw. den Boden bereitet. Die Landwirte werden nicht durch Zwang, sondern durch bequemes Geld gelockt, in diesem Sinne zu handeln und die Ergebnisse sind Fleischpreise, die unmoralisch sind, Milchpreise und Butterberge, die jeder Wertschöpfung spotten und gülleverseuchte Böden, die das Grundwasser vergiften. Das muss aufhören ! Und darum darf es auch jetzt keine Vergütungen für Ernteausfälle geben !

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