Forum: Wirtschaft
Dürrehilfen für die Bauern: Klöckners Kompromissformel
AFP

Das Wetter gehört für Bauern zum Berufsrisiko. Doch nach der Dürre in diesem Jahr fordern sie Unterstützung. Bund und Länder sind bereit zu zahlen - aber längst nicht die geforderte Summe.

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garfield53 22.08.2018, 21:19
10. mmm

Was soll sich ändern?
Qualität, statt Masse bedeutet, die Umwelt wird weniger belastet, der Medikamenteneinsatz und der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sinkt.
Solange Quantität um jeden Preis, wobei fast 40 % aller Tiere, welche unter teils skandalösen Zuständen gezüchtet werden und Getreide und Feldfrüchte wie verrückt mit der "chemischen" Keule totbearbeitet werden, sowieso am Ende nicht beim Kunden landen, weil Unmengen im Produktionsablauf, im Großhandel und Endverkauf auf der Strecke bleiben und vernichtet werden.
Ordentliche Produktionsbedingungen in den Ställen und auf den Feldern, ein entsprechender Preis und am Ende werden Milliarden an Beihilfen und Subventionen eingespart, welche letztendlich nur den Agrarriesen und unangemessener Viehhaltung nutzen.
Genau wie die Strukturen und der nicht mehr zu verhindernde Klimawandel bei den Bauern keinerlei Veränderungswillen erzeugen, nur der Ruf nach immer mehr Subventionen, letztendlich zu 40% für die "Mülltonne".
Die Lobby aus Saat- und Chemikalienherstellern, Großagrarkonzernen und gigantischen Schlachtbetrieben werden bei den herrschenden wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen jegliche Veränderung und Umdenken verhindern.
Wie wir bei Glyphosat, Gensaaten und gigantischen Medikamenteneinsatz in immer größer werdenden Tierverwahranstalten sehen können.
Qualität bringt nicht die mit Subventionen "gefütterten" gigantischen Umsätze weniger Großer und die bäuerliche Landwirtschaft wird in wenigen Jahren nur noch in bunten Erinnerungsschriften vorkommen.
Übrigens, auch den Großen ins Stammbuch geschrieben, der Klimawechsel kennt keine Grenzen und der gigantische Chemikalieneinsatz schafft tote Landschaften.
Aber leider ist das noch nicht bis in die Supermarktregale und in die Hirne der "Geiz-ist-geil"- Kunden vorgedrungen.

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artep 22.08.2018, 21:24
11. Im Prinzip

stimme ich Ihnen zu: D.h. Missernten sollten sich auf dem Verbrauchermarkt durch Preiserhöhungen bemerkbar machen, gemäß den Regeln der Marktwirtschaft von Angebot und Nachfrage. Die "Vegetarier und die Viehwirtschaft" möchte ich mal ausklammern. Was schon seit Jahrzehnten ungesund ist, sind die permanenten Subventionen aus Brüssel, die die Landwirte zu Investitionen treiben, die sie ohne diese Gelder niemals getätigt hätten und die auch ihre unternehmerische Flexibilität einschränkt. Butterberge und Milchseen sind die Folge und in deren Folge Maisplantagen und Grundwasserverseuchung durch Gülleaufbringung und dadurch durch Nitrat. Aber hier möchte ich noch einen weiteren Aspekt beleuchten: Dadurch, dass der Bauer vom Freien zum Abhängigen aus Brüssel wurde, wurde und wird seine existentielle Wichtigkeit für die Ernährung der Bevölkerung verschoben. Der Verbraucher nimmt diese Wichtigkeit nicht mehr wahr, denn die Preise für Brot und Milch bleiben ja gleich oder sinken sogar. Und diese Wichtigkeit der Bauern als Versorger der Bevölkerung ist in meinen Augen existentiell !

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heineken1 22.08.2018, 21:53
12. Die uralte Angst vor der Versorgungs(un)sicherheit?

Die uralte Angst vor der Versorgungs(un)sicherheit?

Ist es das, auf dessen Spuren die Agrarlobby seit Jahrzehnten ihre Furchen zieht? Die uralte Angst davor, am Ende der Saison nicht genug eingebracht zu haben und hungern zu müssen?

Dann sollten sie sich was schämen!

In durchindustrialisierter, ganz und gar nicht mehr »romantischer« Landwirtschaft das große Geld scheffeln in guten Jahren. Ohne großartig Rücksiicht auf die natürlichen Resourcen zu nehmen (Gülle, Glyphosat & großtechnische Rasuren), freilich nicht ohne einem das fortwährende Geschwätz von der »Nachhaltigkeit« ans Revers heften zu wollen.
Aber sobald es einmal torkcnen ist oder zu nass ist oder zu warm oder zu kalt wird das alte Lied des »ihr wollt nicht hungern müssen im Winter!« nein nicht einmal angespielt. Es reicht völlig, diese im kollektiven Bewußtsein immer noch verankerte Angst dezent oder gar nur implizit zu erwähnen ...
Und schon springt die Politik, getragen von der agrardurchsetzten Güllelobby, v.a. aus Niedersachsen (tiefschwarzes Land) und öffnet nach ein wenig unvermeidlichem Theaterdonner (»ihr müßt halt auch euren Anteil beitragen« Pah!) den Säckel der Steuergelder.

Und im Supranationalen: Was wäre die EU nur ohne Agrar?
Ein fast Nichts! Dafür aber, abgesehen von AfD und anderen ekelhaften Populisten, güllefrei.

Eins aber muß man dem Bauernverband lassen: Mit dem Rukwied an der Spitze haben sie auch kommunikativ den perfekten Leierkasten an ihrer Spitze. Chapeau!

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artep 22.08.2018, 22:37
13. @Garfield 53

Ja, aber doch nein. Die Landwirtschaft ist mühselig und Landwirte haben einen Beruf, der unzähliger Unbill ausgeliefert ist. Kann man dann den Bauern zum Vorwurf machen, dass sie nach der Brüsseler Ich denke: Nein ! Verursacher ist Brüssel während EWG, EG und EU. Diese Politiker haben zu verantworten, was hier auf dem Boden und mit der Landwirtschaft geschieht. Und diese Politiker hatten immer die Gewinne der jeweiligen Lobbyisten im Auge, an deren Renditen sie wahrscheinlich auch beteiligt waren und sind. Schon lange spannt der Bauer sein Rösslein nicht mehr an, sondern wird durch Gelder aus Brüssel korrumpiert. Unter den Tisch fällt der Verbraucher, der den Fraß fressen muss, den ihm eine Landwirtschafts- INDUSTRIE serviert, die er nicht durchschaut und auch gar nicht durchschauen will. Sowohl Verbraucher als auch Bauern sind bequem und ziehen es vor, mit dem längsten Löffel zu essen. Dass es nichts mehr zu Essen gibt, wenn es keine Bauern mehr gibt, ist dem Verbraucher nicht bewusst. Und das wäre doch wichtig, nämlich dass das dem Verbraucher bewusst ist.

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Oskaraus der Tonne 22.08.2018, 22:41
14. Warum direkte Hilfe?

Mir stellt sich die Frage, warum nicht Darlehen (gerne auch zinslose, Zinsen sind eh im Keller) an die Betriebe gegeben werden, die sie dann in besseren Jahren zurückzuzahlen haben?
So ist das eine bodenlose Frechheit, mal wieder mit der Gießkanne die Agrarwirtschaft zu förden.
Oder kriegt auch beispielsweise jedes Straßencafe und jede Eisdiele, die aufgrund schlechten Wetters (soll es auch geben) existengefährdet sind, sofort das Geld in den Allerwertesten geblasen? Ich denke nicht....

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wiseacre 22.08.2018, 22:52
15. Krankes System

Ach ja, kriegen die Massentierhalter, die nichts weiter sind als Massentierquäler, jetzt noch ein paar Millionen Steuergelder, damit sie ihr schmutzuges Geschäft ohne Einbußen fortsetzen können? Das gesamte System konventionelle Landwirtschaft ist krank. Das hat mit Landschaftsschutz und gesellschaftlichem Nutzen schon lange nichts mehr zu tun. Das ist eine Industrie, nur mit dem Unterschied, das ein Großteil der Gewinne aus Subventionen stammen.
Und am Bauernsterben hat der Bauernverband maßgeblichen Anteil, weil er vor allem die Interessen der Agrarindustrie vertritt. Das Gejammer dieser Lobbyisten ist nervtötend. Das gesamte System Landwirtschaft gehört auf den Prüfstand. Sollen Wiesenhof und Co. doch Pleite gehen.

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geri&freki 22.08.2018, 23:01
16. Landschaftspflege - Landschaftsfrevel??

Spontan fallen mir hierzu lediglich abgepflügte und abgespritzte Wegrandstreifen, maschinell zerschredderte Feldhecken und all das ein, was man in der Feldflur schon lange kaum noch sehen bzw. hören kann. Nämlich Rebhühner, Kiebitze, Wachteln, Distelfinken und viele Arten mehr.
Erst kürzlich hat man ringsum hier auch noch die letzten Blüten entlang der Feldwege abgemäht. „Feldhygiene“ nennt sich das wohl beschönigend. Sollen die Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge doch Grasstoppeln fressen...
Wenn der eine oder andere Landwirt doch mal eine Agrarumweltmaßnahme (z.B. Blühstreifen) durchführt, so wird das - seltene Ausnahmen auf freiwilliger Basis unbenommen - doch sogar noch extra honoriert.
Was also genau hat die Gesellschaft der Landwirtschaft in Sachen „Landschaftspflege“ zu verdanken??

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vicy1404 22.08.2018, 23:13
17. Glückwunsch an all die satten Experten...

der Landwirtschaft. Ein freier Unternehmer ist kein einziger Landwirt/Bauer... hält sich brav an Vorschriften, produziert qualitativ hochwertige Lebensmittel für satte billigbesessene Verbraucher. Seit 2003 forden diese eine Versicherung gegen Wetterextreme und was ist? Keiner mag die Anschubfinanzierung in Angriff nehmen! Die Bauern stehen in der Sonne und manche haben die dritte Mißernte hintereinander! Nix mehr mit Reserven! Endergebnis: Die vielgelobten selbstausbeutenden Familienbetriebe gehen drauf. Keine Angst das betrifft die sog. Ökolandwirte genauso!
Diese Almosen der Bundes sind eh eher ein Witz. 10 % des Schaden soll ersetzt werden... Ein Tropfen auf einem sehr heißem Stein.
Ich würde sehr gern für faire Preise gesunde Nahrung produzieren und ganz ohne Subventionen und ohne Experten wie jeder freier Unternehmer!

Übrigens E10 und Biogasanlagen verdanken wir einer Grünen Landwirtschaftsministerin... Nachhaltige Landwirtschaft der Grünen?

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spmc-125536125024537 22.08.2018, 23:44
18.

Zitat von weroc
Es mag gut sein, die Bauern nun finanziell zu entlasten, aber mir drängt sich dabei vor allem die Frage auf ob die Bauern denn in guten Jahren (vergleichbares Ernteplus) auf entsprechend mehr zahlen. Dies wage ich zu bezweifeln und halte die jetzige Hilfe für Verschwendung von Steuerngeldern
Keine Bange, das tun sie in guten Jahren bei vergleichbarem Einkommensplus. Das nennt sich dann Einkommenssteuer. Je mehr Gewinn, desto mehr Steuer. Also seien Sie unbesorgt, die Kohle kommt dann schon zurück, kein Grund, neidisch zu sein. Und wieso wagen Sie das zu bezweifeln, meinen Sie, als Selbsständiger zahlt man Steuern nach Gutdünken? So, wie man jetzt die Ernteausfälle beziffern kann, kann man auch die Rekordernten beziffern. Sie kommen schon nicht zu kurz.

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Goldwin 23.08.2018, 07:54
19. Spannend

Ich finde es sehr spannend die Kommentare zu diesem und anderen Artikel zu der Dürre zu lesen. Und je mehr ich lese, desto mehr frage ich mich wie dumm (sorry für den Ausdruck) viele doch sind. Die wissen genau, dass es nichts einfacherers gibt als Landwirt zu sein. Man bekommt jede Menge Subventionen und wenn es nicht läuft zahlt der Staat nochmal oben drauf. Da frage ich mich warum diese Leute nicht selbst Landwirt werden wennd as doch so toll ist? Wird doch alles subventioniert. Also auf gehts!

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