Forum: Wirtschaft
Dumping-Verdacht: Brüssel untersucht E-Bike-Importe aus China
Wang Yadong/Imaginechina/dpa

Billige E-Bikes aus China überschwemmen den europäischen Markt - das ruft die EU-Kommission auf den Plan: Sie prüft, ob chinesische Hersteller unerlaubt Staatsbeihilfen erhalten.

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WolArn 22.12.2017, 20:43
1. Wer kauft denn all diese chinesichen Billigräder?

"In Deutschland werden laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) dieses Jahr 680.000 bis 700.000 E-Bikes verkauft. Das bedeutet, dass die Chinesen theoretisch schon mit jenen 800.000 E-Bikes, die sie in diesem Jahr nach Europa liefern, den gesamten deutschen Markt bequem im Alleingang bedienen könnten."
Könnten, mehr aber auch nicht. Werbung von solchen China-E-Bikes habe ich auch noch nirgendwo gesehen und die würden aber auch in Tests schlecht abschneiden. Viel besser sind die Marken-E-Bikes mit Bosch-, Brose- oder Shimano-Motoren, und die müßen den chinesischen Markt überhaupt nicht fürchten. Oder rüsten die Chinesen Ihre E-Bikes auch mit diesen Motoren aus? Wer sich vor den billigen Chinesen fürchten muß , sind die Hersteller von den billigen Pedelecs aus den Bau- und Elektronik-Märkten. Und wenn man irgendwo In Deutschland chinesische E-Bikes kaufen kann, dann nur dort.

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cervo 22.12.2017, 20:58
2. Die Überheblichkeit der europäischen Hersteller

Ist ist aber auch bezeichnend. Wenn man Fahrräder mit E-Antrieb und E-Roller preislich miteinander vergleicht, so sieht man sofort, wo man sich die Tasche vollscheffelt. Aufwandsgerechte Preisgestaltung sieht anders aus. Dass der Chinese hier ein Korrektiv ist, muss für den Nutzer nicht nur negativ sein. 2500€ für ein Pedelec zu verlangen sind unseriös.

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der_bulldozer 22.12.2017, 21:14
3. Mal auf dem Teppich bleiben

Ich habe vor zwei Jahren bei einem deutschen Online-Händler ein Elektrisches Klapprad gekauft. War ganz klar in China produziert und konnte locker mit den Rädern mirhalten, die für 2500 Euro verkauft wurden damalss. Mein hat 1240 Euro gekostet und läuft und läuft und läuft. Akku immer noch top und ich musste bisher nicht schrauben. Die Chinesen können's einfach, nix mit Chinaschrott.

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mit66jahren 22.12.2017, 21:15
4. Die schwierigen Zeiten werden erst kommen

"America first", sagte Donald Trump und so mancher von uns hat ihn belächelt. Allmählich wird man sich in Brüssel bewusst, was globaler Wettbewerb - und die EU wurde zum eigenen Wettbewerbsvorteil konzipiert - bedeutet. Wenn dem Verbrennungsmotor noch der Kampf angesagt wird, werden sich die dunklen Wolken aus Fernost noch verdichten. China und Indien werden den Weltmarkt nach und nach aufrollen. Noch versuchen wir die Welt zu retten, weil es uns nach offizieller Meinung gut geht. Mit dem Wegfall von Industriearbeitsplätzen wird unser Wohlstand wohl kontinuierlich abnehmen und die Leute an den Tafeln mehr werden. Ich bin gespannt, wie die Kanzlerin in ihrer Festtagsansprache die Situation bewertet.

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MattKirby 22.12.2017, 21:37
5. @der_bulldozer

Jaja, die Sache mit dem Textverständnis. Es steht der Vorwurf im Raum, dass die chinesischen Staatskapitalisten durch illegales Preisdumping versuchen, europäische Hersteller aus dem Markt zu drücken. So wie sie es bei Solarmodulen und Stahl auch versuchen. Und Chinazeug ist Schrott, da beißt die Maus keinen Faden ab.

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Brathering 22.12.2017, 21:42
6. Wie bei den Smartphones...

und anderen Gütern. Es wird einfach plagiiert was das Zeug hält und dann billig verramscht. Scheinbar gibt es genug die das kaufen.

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thoerchen 22.12.2017, 21:57
7. Konsument & Facharbeiter

Solange der Konsument nur auf den günstigsten Preis bei angemessener Qualität sieht und darüber vergißt, dass er damit seinen eigenen Arbeitsplatz als Facharbeiter, Sachbearbeiter oder was auch immer gefährdet kann sich die EU noch so sehr bemühen - trotzdem werden ganze Industrien abwandern!
Wer Herrenschuhe für 300€ das Paar kauft geht auch zum Schuster und trägt sie jahrelang. Wer 30€ ausgibt, braucht keinen Schuster, sondern nach einer Saison nur eine grosse Mülltonne...

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CobCom 22.12.2017, 21:59
8.

Zitat von WolArn
"In Deutschland werden laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) dieses Jahr 680.000 bis 700.000 E-Bikes verkauft. Das bedeutet, dass die Chinesen theoretisch schon mit jenen 800.000 E-Bikes, die sie in diesem Jahr nach Europa liefern, den gesamten deutschen Markt bequem im Alleingang bedienen könnten." Könnten, mehr aber auch nicht. Werbung von solchen China-E-Bikes habe ich auch noch nirgendwo gesehen und die würden aber auch in Tests schlecht abschneiden. Viel besser sind die Marken-E-Bikes mit Bosch-, Brose- oder Shimano-Motoren, und die müßen den chinesischen Markt überhaupt nicht fürchten. Oder rüsten die Chinesen Ihre E-Bikes auch mit diesen Motoren aus? Wer sich vor den billigen Chinesen fürchten muß , sind die Hersteller von den billigen Pedelecs aus den Bau- und Elektronik-Märkten. Und wenn man irgendwo In Deutschland chinesische E-Bikes kaufen kann, dann nur dort.
Kommt drauf an, wo die genannten Hersteller fertigen bzw. fertigen lassen.
Hoffentlich nicht in China, denn: Schon mancher Europäer hat erlebt, dass seine eigene, eigentlich auf 1-Schicht- oder 2-Schicht-Betrieb ausgelegte, Fabrik eine Nachtschicht fährt... und parallel ausgezeichnete Nachbauten auftauchen.

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KlausMeucht 22.12.2017, 22:02
9. Rechtliche Frage

Was mich irritiert ist dass Staatshilfen scheinbar illegal ist. Gibt es von Deutschland oder der EU keine Hilfen an inländische Firmen?

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