Forum: Wirtschaft
Dumping-Vorwurf: Frankreich will Buchläden per Gesetz vor Amazon schützen
AFP

Mehr Bücher, günstige Preise und dann auch noch kostenloser Versand: Viele Buchläden leiden unter der Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon. Frankreich will nun Schlimmeres verhindern - und bringt eigens ein Gesetz auf den Weg.

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rsi 03.10.2013, 17:36
1. Eigentlich muss sich die Branche freuen

Auf diese Weise wird quasi eine Mindestrendite gesetzlich festgelegt. Preisabsprachen, wofür in anderen Branchen hohe Konventionalstrafen verhängt werden, werden in diesem Geschäftsbereich staatlich geregelt und garantiert. Amazon müsste sich eigentlich auch Freudensprünge machen, da sie jetzt hohe Preise nehmen können und es gesetzlich verboten ist, günstiger zu sein. Mal sehen, wann wir die Franzosen retten müssen. Die Wirtschaft mit einer versteckten Mindestgewinnpflicht zu stützen, kann nicht auf Dauer gut gehen.

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pi.daun 03.10.2013, 17:48
2. Bin kein

Freund der französischen Politik, normalerweise. Aber hier muß ich sagen: Richtig So!

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blackmarket 03.10.2013, 17:52
3. Die Geduld

mit der Geschäftspraxis Amazons scheint langsam zu schwinden. In Deutschland darf Amazon gleich 16% mehr Marge beim Verkauf von ebooks einstreichen als die deutsche Versandhandelskonkurrenz - aufgrund des geringen Mwst.-Betrages, den Amazon ansetzt. Zeit, dass sich was ändert.

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demophon 03.10.2013, 18:31
4. Steuervermeidungstricks der Großkonzerne

Zitat von sysop
Filippetti hatte Amazon bereits zuvor wiederholt attackiert - nicht nur wegen des kostenlosen Versands von Büchern, sondern auch wegen der Steuervermeidungstricks, die der Konzern in Europa anwendet. Das Unternehmen zahlt in Frankreich und anderen Ländern kaum Steuern, weil es seinen Europa-Sitz in Luxemburg hat.
Und wessen Schuld ist das?
Einer Dokumentation des WDR zufolge hat die Bundesregierung den Aktionsplan der OECD gegen Steuervermeidung blockiert, mit dem für mehr Transparenz bei den Unternehmensbilanzen gesorgt werden sollte. Dies geht aus geheimen Weisungen des FDP geführten Bundeswirtschaftsministeriums von 2012 hervor, die dem WDR vorliegen. Darin heißt es wörtlich: "Deutschland kann eine Erweiterung der länderbezogenen Berichtspflicht auf weitere Branchen wie Banken, Telekommunikation und Bau in keinem Fall mittragen."

Dabei ging es darum, dass multinationale Konzerne angeben sollen, welchen Umsatz sie genau in welchem Land gemacht haben, um sie dazu verpflichten zu können, auch dort ihre Steuern zu zahlen und sich nicht das steuergünstigste Land aussuchen können. Es sollte damit erreicht werden, dass z. B. Amazon seine europaweiten Gewinne nicht in Luxemburg zu 3% versteuert sondern in dem jeweiligen Staat, wo sie erzielt wurden, in Deutschland zu den hier gültigen 30%. Bisher ist es nicht möglich, diesen Großkonzernen nachzuweisen, wo sie ihre Gewinne erzielten. Dem deutschen Staat entgehen dadurch Milliardeneinnahmen, zugunsten dieser Multinationalen. Dafür ist die FDP verantwortlich, denn der einzige Widerstand gegen diese "Berichtspflicht" kam lt. der WDR Dokumentation aus Deutschland.

Steuerschlupflcher: Geheime Dokumente belegen doppeltes Spiel der Bundesregierung - ARD | Pressemitteilung WDR Westdeutscher Rundfunk

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roger_sp 03.10.2013, 18:42
6. Zumindest ein guter Anfang

ist diese französische Gestzgebung. Es bleibt aber noch viel zu tun, - wie die Versteuerung der Konzerne in der EU... Putzig finde ich es von Amazon, dass sie so um die kleinen Verlage besorgt sind, die unter dem geplanten französischen Gestz leiden würden. - Es leiden vielmehr die kleinen Verlage unter Amazon! Zugegeben, Amazon bietet eine Plattform, aber dafür verlangen sie aber 50% des Buchverkaufspreises + 5% für Lagerkosten. Der "kleine" Verlag muss von den 45% den Buchdruck finanzieren, den Autor bezahlen, seine weiteren Unkosten (incl. Steuern) bestreiten, - und am Ende hoffenn, dass vielleicht doch noch etwas übrigbleibt...

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Blackzxr 03.10.2013, 18:43
7. nicht nur bei Amazon

sehr gut, die ganze online-sche*** Lädenen macht viele einzelhändler kaputt, aber am schlimmsten sind die ,die in den laden kommen sich beraten lassen, gegebenerfalls die artikelnummer aufschreiben um dann draußen vor der Türe die Sachen dann online zu bestellen...

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paris75001 03.10.2013, 19:00
8. Sozialistischer Unfug

Franzosen haben keine Ahnung von Wirtschaft. Eine sozialistische Entscheidung mehr. Bonjour de Paris !

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shran 03.10.2013, 19:04
9.

Meine Güte. Bei all dem sozialistischem und protektionistischem Quatsch der in letzter Zeit so in Frankreich produziert wird kann man wirklich nur noch die Hände vor dem Gesicht zusammenschlagen.
Aber man wird in einigen Jahren ja sehen was mit einem Land passiert das sich dem internationalen Wettbewerb verweigert. Und was für Gegenreaktionen Protektionismus auslösen kann (dann werden woanders eben französische Produkte höher besteuert usw.).
Mit "sozial" hat das auch alles überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil, es ist asozial. Denn mit so einer Einstellung (mal unabhängig von Amazon) verweigert man anderen Ländern bewusst wirtschaftliche Aufstiegschancen. Sonst sind es ja oft die Linken, die behaupten wir würden hier auf Kosten der dritten Welt Leben. Passt alles nicht zusammen.

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