Forum: Wirtschaft
E-Laster schreibt rote Zahlen: Post motzt StreetScooter auf - um ihn endlich loszuwer
Jörg Carstensen/ / DPA

Mit dem Elektro-Laster StreetScooter hat die Deutsche Post die Autobranche vorgeführt. Trotzdem würde der Konzern die Tochterfirma lieber heute als morgen loswerden. Der Grund sind die Geschäftszahlen.

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cyblord 10.10.2019, 11:27
1.

Tja das übliche Problem mit E-Autos. Man kann sie bauen, man kann sie manchmal sogar verkaufen. Aber damit ordentlich Gewinn zu machen ist ne ganz andere Sache. Elon Musk kann davon ein Lied singen. So mancher Autohersteller macht satte 10 Mrd. EBIDTA pro Jahr. DAS ist aktuell die Messlatte.

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Affenhirn 10.10.2019, 11:31
2. Nicht wirtschaftlich

Mir liegen die Verkaufspreise für die StreetScooter nicht vor, aber bei 10.000 Fahrzeugen und einem Verlust von zB 30 Mio EUR bedeutet das, dass bei jeden Fahrzeug 3.000 EUR Verlust gemacht wurde. Also muss der Preis hoch. Ansonsten ist diese „linke Tasche - rechte Tasche“ Rechnerei nur Augenwischerei.
Denn da die Post die Verluste der Tochter tragen muss, sind die Fahrzeuge de facto teurer als allgemein suggeriert. Und die 2.000 extern verkauften Scooter werden von der Post subventioniert. Staatsknete fließt bei E-Projekten auch noch ein - gelle?

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dgbmdss 10.10.2019, 11:32
3. Klimaanlage überflüssig

denn die Zielgruppe ( Handwerker, Boten) befinden sich relativ wenig IM Auto. Und wieder wird der Fehler gemacht, liebgewonnene aber überflüssige Features der "Edelmobilitätsstufe" (Klima, SUV, Assistenten, etc) mit der Elektromobilität zu verbinden. All das kostet Akkulaufzeit und reduziert Nachhaltigkeit. Die Features eines Kompaktwagens aus den 70ern (800kg Gewicht, direkte Lenkung, simpel und langlebig,) ergänzt mit Sicherheitsfeatures wie Gurt, Gurtstrammer, ABS, Airbag und schon hat man ein nachhaltiges und sinnvolles Elektroauto, das zu den Möglichkeiten der gegenwärtigen Akkutechnologie passt.

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werner-xyz 10.10.2019, 11:38
4. Tja gut gemeint

und gut gemacht sind halt leider zwei paar Schuhe. Warum sollte ein Unternehmen ein hoch defizitäres Unternehmen kaufen, dass weder Patente, noch sonstige Goodies mitbringt. Alle anderen Hersteller haben doch längst schon eigene E-Plattformen entwickelt. Außer guter Publicity war dieser Vorstoß wohl auch für die Post ein Flop. haben ja hier die meisten Foristen auf die etablierten Auto-Hersteller eingehauen, wegen dem Projekt. Aber wie man jetzt sieht, war es die richtige Entscheidung das Ding nicht zu bauen.

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Affenhirn 10.10.2019, 11:42
5. Politischer Preis

Möglicherweise ist der ausgewiesene Verlust von Post-Chef Appel auch gewollt, um die inzwischen geschassten Verfechter der StreetScooter in schlechtem Licht dastehen zu lassen. Ist ja auch nur konsequent, nachdem er den Gründer der StreetScooter-Firma und den Förderer innerhalb der Post rausgedrängt hat.

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foxb3b3 10.10.2019, 11:50
6. Ja warum verkauft er sich wohl nicht

Wer soll so ein Auto denn kaufen? Handwerker! Aber selbst die kleinste Version vom Streetscooter soll 31.000 € Netto kosten. 85 km/h Höchstgeschwindigkeit und 100km Reichweite. Die Zuladung beträgt nur ca. 580 Kg.
Was will man als Handwerker mit so einem Fahrzeug? Vielleicht wenn man nur in Berlin Kernstadt unterwegs ist. Ich persönlich kenne aber nur Handwerker die einen Einsatzradius bis zu 150-200km Anfahrt haben. Vor allem aber kostet z.B. ein Renault Traffic nur um die 22.000 € Netto. Der fährt dann 1000km Weit, kann 160 fahren, über eine Tonne Zuladung und hat einen deutlich größeren Laderaum. Auch wenn man das absetzen kann als Handwerker, so muss man es trotzdem erstmal verdienen und eine Absetzungsmöglichkeit bedeutet ja nur, dass man den entsprechenden Jahresabschreibungsbetrag an Gewerbesteuer bzw. Einkommenssteuer spart.
Das die neue Version nun 300kg mehr Laden kann und es in Sagenhaften 5 Stunden auf 80 % geladen ist, ist doch nur ein tropfen auf den heißen Stein.
Wobei ich gerade sehe, die günstige Version gibts nicht mehr, jetzt muss man das Fahrzeug für 42.000 € Netto kaufen. Welcher Handwerker macht denn sowas?

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CobCom 10.10.2019, 11:53
7.

Konzept und Idee finde ich gut ... für die typische Stadtanwendung. Allerdings habe ich mit meinem Wagen letztes Jahr im Januar einen davon eine starke Steigung hochgeschleppt.
Auf Bitten des Fahrers, ich hatte ihn zunächst angesprochen, weil mich das Fahrzeug interessierte. Er sprach von ungünstiger Gewichtsverteilung und wenig Grip. Wir kamen dann spontan darauf, dass ich um die Ecke parkte und ihm helfen könnte.

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hausfeen 10.10.2019, 11:53
8. Und wo sind da nun die politischen Anreize? Klimapakt konkret?

Nur heiße Luft in Berlin. Auch deshalb wurden dort Brücken besetzt.

E-Scooter sollten im Nahbeleiferungs- und Servicebereich obligatorisch werden. Punkt.

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dagmar1308 10.10.2019, 11:54
9. Vor wenigen Tagen

ist dieses hochgelobte elektrisch betriebene Auto mir entgegengekommen. Mein spontaner Gedanke, da geht ja hinten kaum was rein. Ist er eine Mogelpackung? Das Verhältnis zwischen Kosten, Batterieleistung und Transportnutzen scheint dies zu bestätigen. Jetzt sucht die Post einen Dummen. Vielleicht hat der aber per Lobbyismus Zugriff auf unsere Steuern und Abgaben, so dass der Deal profitabel für ihn wird. Die aktuell dominierende politische
Ideologie hat er hinter sich. Statt Nachdenken ist nicht Dynamik oder auch Hektik sondern Panik das Tragende bei derartigen politischen Entscheidungen. So wollen es jedenfalls 16 Jährige.

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