Forum: Wirtschaft
Eckpunkte für Preisdeckel: Berlin wird zum Labor für Mieterschutz
Getty Images/ iStockphoto

Die rot-rot-grüne Regierung in Berlin hat den ersten Mietpreisdeckel in der deutschen Geschichte beschlossen. Worum es geht - die acht wichtigsten Punkte.

Seite 10 von 19
spmc-12355639674612 18.06.2019, 21:45
90. Die Eingriffe

Zitat von Titanus
Berlin hat für die Stadtgröße und den Status als Europäischer Hot Spot sehr moderate Mieten. Wieso sich alle so aufregen, verstehe ich nicht. Und Mieten bleiben nachhaltig stabil, wenn Wohnraum geschaffen wird und nicht durch - illegale - Eingriffe in den freien Markt.
sind erst dann illegal, wenn ein ordentliches Gericht dies feststellt, nicht aber nur dadurch, dass Sie meinen, es sei "illegal", in den "freien" Wohnungsmarkt einzugreifen. Das ist es nicht unbedingt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cgoise 18.06.2019, 21:48
91. Na gut. Aber dann auch investieren, bitte

Vielleicht wirklich Notwehr. Die 5 Jahre muss man dann aber bitte auch nutzen, um 'Sozialwohnungen' (nennen wir sie vielleicht lieber 'stadteigene' Wohnungen) zu schaffen. Das lindert die Probleme dann auch nachhaltig. Siehe Wien. Und bitte auch Genossenschaften fördern, auf so vielen Kanälen wie möglich. Dann braucht man auch solche - schon recht massiven - Eingriffe nicht mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jb.onthebeach 18.06.2019, 21:49
92.

Die entgehenden Steuereinnahmen werden in Berlin wohl nicht gebraucht? Zum Verständnis, der Mieter zahlt Mieterhöhungen von seinen Nettoeinkünften. Diese Einnahmen sind vom Empfänger zu versteuern, also vom Eigentümer, weitergereicht an Handwerker oder an dessen Arbeitnehmer. Je nach Empfänger sind das die Einkommen-, Gewerbe-, Umsatz-, Lohnsteuern und ggf. auch Sozialabgaben. Kurzum, für jeden entgangenen Euro Mieteinnahmen entgehen der Staatskasse rund 50 Cent.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spmc-12355639674612 18.06.2019, 21:57
93. Wenn Sie

Zitat von wiescheid
Lustig, wenn ich immer von der Gier und der tollen Rendite der Vermieter lese. Ich kenne niemanden, der mit seiner Vermietung groß Gewinn macht. Entweder teuer gekauft (so wie wir unser selbstgenutztes Haus), oder zwar günstig(er) gekauft, aber jetzt mit teuren Reparaturen und Sanierungen, etc gestraft. Dazu noch immer mehr Auflagen, das Risiko von Mietnomaden, Leerstand und sinkender Attraktivität der Lage. Aber warum sollte man dafür einen angemessenen Preis bekommen; wir werden auf jeden Fall die Pläne für ein zweites Haus (zur späteren Selbstnutzung gedacht, da unseres zwar Familien-, aber nicht Senioren-gerecht ist) verwerfen, in solchen Zeiten viel zu riskant.
vor ca. 4-5 Jahren in Berlin investiert hätten, hätten Sie alleine über die Wertentwicklung (die Preise mancher Immobilien haben sich inzwischen verdoppelt, einige verdreifacht) eine enorme Rendite einfahren können. Da interessiert die Mietrendite schon fast nicht mehr. Aber auch die war vor 5 Jahren noch recht gut. Ich habe damals einige Wohnungen dort gekauft und erreiche Mietrenditen (netto) von über 4,5% und Eigenkapitalrenditen von deutlich über 10%. Da will ich nicht meckern. Sie müssen halt eben in der richtigen Gegend kaufen, wo Leute hinziehen (meist Großstädte mit über 500000 Einwohnern), und nicht irgendwo auf dem Land weit weg von jeder Großstadt, wo die Leute wegziehen. Sie wissen ja: Lage, Lage, Lage!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kunibertus 18.06.2019, 22:00
94. Da kann ich ja nur

hoffen, dass als Nächstes ein Deckel für die Nebenkosten kommt. Die haben - zumindest bei kleinen Wohnungen - inzwischen schon das Niveau der Kaltmiete erreicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grecco-el 18.06.2019, 22:00
95.

Zitat von Haarfoen
Ihre Argumentation ist Schrott. Eine gute Freundin von mir kommt aus Gera. Die Stadt liegt (bedauerlicherweise) in einem Gebiet, das immer menschenleerer wird und den wirtschaftlichen Anschluss nicht gepackt hat. Das ist sicherlich bedauerlich für jeden Immobilienbesitzer, es gibt halt auch gar keine Nachfrage. Dieses Problem aber auf den Mietpreisdeckel übertragen zu wollen, ist nicht richtig und sachlich falsch.
Wenn man keine Ahnung hat und Texte nicht versteht, sollte man sich in Foren nicht äußern. Das ehemals schöne Mietshaus war nach 40 Jahren sozialistischer Mietpreisbremse zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung mehr oder weniger abbruchreif. Eine von uns überlegte Sanierung konnten wir nicht stemmen, wir hätten zwei Millionen DM (West) investieren müssen. Haben dann an einen Zahnarzt aus Bayern verkauft (dieser konnte damals 50% der Investitionssumme steuerlich abschreiben).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spmc-12355639674612 18.06.2019, 22:02
96. Ich würde

Zitat von regitz
Meiner Freundin wurde am letzte Freitag in Mitte die Miete um genau 20 % erhöht
das nicht unterschreiben. Erstens gilt in Berlin - bis zum Beweis des Gegenteils - die Kappungsgrenze von 15% (https://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mieterfibel/de/m_miete0.shtml) und zweitens geht die Erhöhung möglicherweise gar nicht mehr, da der Mieter ja einige Zeit für die Zustimmung hat und diese Frist in den Gültigkeitsbereich des Mietendeckels fällt. Ich würde also zunächst die Erhöhung ablehnen, wenigstens aber eine Beratung in Anspruch nehmen. Ich vermiete übrigens selbst - auch in Berlin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schnubbeldu 18.06.2019, 22:07
97. Berliner Eigentor !

Warum sollen nun noch Investoren in Berliner Immobilien investieren? Darüber sollten sich Politiker Gedanken machen. Klar, die Investoren "ziehen" dorthin wo es profitabel ist. Mit anderen Worten, Berlin wird zukünftig noch WENIGER Wohnraum "gewinnen". Der bisherige Wohnraum wird nun von den Immobilienbesitzern nur noch aufs "Notwendigste" instand gehalten, fallen höhere Reparaturen an, werden die Häuser verhöckert, der neuere Investor wird nicht neues Geld zusätzlich einsetzen um die Häuser in Schuss zu halten. Andere Regionen in Deutschland werden davon profitieren, da nun Investoren mehr Geld verfügbar haben, weil Berlin jetzt uninteressant ist.

Der "brauchbare" Wohnbestand wird nun in Berlin geringer und der Kampf um passable Mietwohnungen wird härter.

Private Investoren werden nun ihre Schmuckstücke "ablegen" und ehrlich, wenn ich Immobilienbesitzer einer Mietwohnung in Berlin wäre, würde ich diese umgehend veräußern und nur noch das Geld in "mich" investieren. Warum soll ich denn für "Andere", sprich Mieter, noch Geld ausgeben? Das Leben kann als Privatier VIIIEEELLL angenehmer sein als sich die permanenten Klagen der Mieter anhören zu müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
günter1934 18.06.2019, 22:08
98.

Zitat von cgoise
Vielleicht wirklich Notwehr. Die 5 Jahre muss man dann aber bitte auch nutzen, um 'Sozialwohnungen' (nennen wir sie vielleicht lieber 'stadteigene' Wohnungen) zu schaffen. Das lindert die Probleme dann auch nachhaltig. Siehe Wien. Und bitte auch Genossenschaften fördern, auf so vielen Kanälen wie möglich. Dann braucht man auch solche - schon recht massiven - Eingriffe nicht mehr.
In unserer kleineren Grossstadt gibt es heute noch Strassenzüge, in denen hauptsächlich Postler oder Eisenbahner oder deren Nachkommen wohnen.
Das war vor vielen Jahren üblich, dass Unternehmen für ihre Mitarbeiter Wohnungen gebaut haben, insbesondere auch, um für neue Mitarbeiter attraktiv zu sein.
Ich weiss nicht, ob das vielleicht auch mit steuerlichen Vorteilen einherging, ist aber heute Schnee von übervorgestern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spmc-12355639674612 18.06.2019, 22:12
99. Sie vergessen

Zitat von jb.onthebeach
Die entgehenden Steuereinnahmen werden in Berlin wohl nicht gebraucht? Zum Verständnis, der Mieter zahlt Mieterhöhungen von seinen Nettoeinkünften. Diese Einnahmen sind vom Empfänger zu versteuern, also vom Eigentümer, weitergereicht an Handwerker oder an dessen Arbeitnehmer. Je nach Empfänger sind das die Einkommen-, Gewerbe-, Umsatz-, Lohnsteuern und ggf. auch Sozialabgaben. Kurzum, für jeden entgangenen Euro Mieteinnahmen entgehen der Staatskasse rund 50 Cent.
dass man sich gerade bei der Reform der Grundsteuer geeinigt hat - wie auch immer die dann konkret aussehen wird. Da es dort aber eine Öffnungsklausel für die Länder geben soll, wissen Sie ja jetzt, wo in Berlin das Geld herkommen könnte ... Die bisherige Grundsteuer war dort ja auch viel zu niedrig, besonders am Prenzlberg, nicht wahr?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 19