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Eckpunkte für Preisdeckel: Berlin wird zum Labor für Mieterschutz
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Die rot-rot-grüne Regierung in Berlin hat den ersten Mietpreisdeckel in der deutschen Geschichte beschlossen. Worum es geht - die acht wichtigsten Punkte.

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derzopf 18.06.2019, 19:50
30.

Ganz ehrlich...

auch als Wohnungseigentümer finde ich das Gesetz gut. Warum soll ich denn auf dem Rücken der Mieter meine (im Moment selbst genutzte) Hütte schneller abbezahlen können? So ist doch dieses ganze Investoren-Baufinanzierungskarussell erst entstanden. So viel Geld wird in dieser Stadt doch gar nicht erwirtschaftet. Und die gähnende Öde von Berlin Mitte mit all seinen Luxusinvestitiomsobjekten spricht als Ergebnis der Entwicklung für sich.

Ein Blick ins Grundgesetz hilft... Eigentum verpflichtet (Art. 14 Abs II GG)

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y-a-c 18.06.2019, 19:51
31. Man muss leider nicht spekulieren wie das ausgeht...

Willkommen im London der 80er Jahre und dem größten Beginn des Immobilienbooms in UK der Geschichte. Wie es - natürlich nicht sofort (so war es in London auch nicht) sondern mit einiger Verzögerung von ein paar Jahren - weitergehen wird ist nicht nur in London sondern auch Spanien (ja, da wurde es auch versucht) ziemlich leicht beobachtbar. Da muss man gar nicht spekulieren wenn kopiert wird was bereits getan wurde, da reicht hinschauen.

Es war jeweils der Beginn der größten sozialen Umwälzungen im Wohnungsmarkt überhaupt mit stark zunehmenden Spaltungen. Wer gut wohnen wollte musste kaufen weil Mietwohnungen dem Markt entzogen wurden und wer gemietet hat wohnte zunehmend schlechter und auf Dauer dann noch teurer.

Nicht die Entwicklung die ich mir für Berlin erhofft hätte - aber gut, warum aus bereits gemachten Fehlern anderer lernen könnte, wenn man sie doch einfach auch nochmals selbst machen kann.

Die Linke macht dann jetzt wohl - entgegen der eigenen Absichten - vorgewarnt und mit Anlauf auch Deutschland von Mieter zum Eigentümer Land. Klingt paradox - war aber bisher bei jedem dieser Versuche so und wird wohl auch diesmal wieder so enden. Es beweist sich immer wieder: Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.

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raju61 18.06.2019, 19:52
32. War doch kar....!!!

Zitat von steevieb
überraschenderweise wurde gestern sehr viele Mieterhöhungen in der Stadt zugestellt
Hoffentlich waren das die letzten für die nächsten Jahrzehnte...!!!

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Haarfoen 18.06.2019, 19:52
33.

Zitat von Sucher der Wahrheit
langsam geht es den parasitären Strukturen an den Kragen. Um die die paar Blutsaugerkonzerne ist es doch nicht schade. Unternehmen und Menschen, die aus der Not eine Spekulation machen, gehören in den Abfalleimer der Geschichte. Weiter geht es mit Leiharbeitsfirmen (Die Zuhälter des Arbeitsmarktes), übermäßig gewachsene Kapitalmarktunternehmen (z.B. Deutsche Bank) und andere Blutsauger.
Danke. Diese parasitären Strukturen verhindern auch die Transformation unserer Gesellschaft an die sich wandelnden klimatischen Bedingungen.
Nachhaltige Investitionen in Gebäude werden unterdrückt, weil diese Kamarilla nur von Quartal zu Quartal und an schnellen Profit denkt.

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roman199 18.06.2019, 19:54
34.

Das ist also die Lösung. Alles wird über ein Kamm geschoren. Ich habe mir meine Wohnung von der Rippe als Rente für den Alter abgespart, alle 3 Jahre moderate Mieterhöhung gemacht aber immer unten dem Mietspiegel geblieben. Für mich war die Wohnung schon immer auch ein soziales Gut und keine Investition wie andere. Jetzt bin ich der dumme. 7 Jahre lang muss ich ohne Mieterhöhung auskommen. Na da haben "gute Menschen" von den Linken, SPD und Grünen wieder etwas tolles auf meine Kosten gemacht. Na toll!!!

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rainer82 18.06.2019, 19:55
35. #1 Steevieb

In den letzten Tagen angekündigte Mieterhöhungen könnten nach dem alten Gesetz, wie man im Spon-Text ja lesen kann, frühestens zum 1.9. zum Zuge kommen. Das kann aber dank des rückwirkend ab heute geltenden neuen Gesetz dann gar nicht mehr passieren. Die Berliner Politiker, die die Neuregelung zu Gunsten der Mieterinnen und Mieter auf den Weg gebracht haben, sind offenbar helle! Ein Stück Stadtgeschichte wurde da geschrieben. Nachahmenswert, zumindest in den Großstädten.

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claus7447 18.06.2019, 19:55
36. Naja, wenn diese quelle nicht heult, wer dann?

Zitat von AZ1
„Eine Regulierung der Mieten scheint der effizienteste derzeit bekannte Weg zu sein, um eine Stadt zu zerstören – von ihrer Bombardierung einmal abgesehen.“ https://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/wohnungsmarkt-vom-ausland-lernen-bloss-kein-mietpreisdeckel/24458408-all.html
Ja dumm, wenn man einen so parteiischen Link zitiert. Wenn das der deutsche Mieterbund geschrieben hätte, dann wäre es glaubhaft.

Das problem ist sicherlich nicht unmittelbar Otto Müller der eine oder zwei Wohnungen vermietet und froh ist, wenn er keine mietnomaden hat. Das problem sind die grossen wohnbaugesellschaften, die 10% Rendite und mehr rausholen wollen!

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Haarfoen 18.06.2019, 19:59
37.

Zitat von meneteto1
Solange in Berlin der hohen Nachfrage nach Wohnungen so wenige Angebote gegenüberstehen wird sich garnichts verbessern. Die gut verdienende Kreuzberger Mittelschicht in ihren Altbaus wird profitieren. Gut Betuchte Wohnungssuchende werden dem Wohnungsinhaber die Entscheidungsfindung bei der Wohnungsvergabe mit ein paar finanziellen oder anderen Incentives erleichtern und gekniffen sind die wenig Betuchten, für unter diesen Bedingungen kein neuer Wohnraum geschaffen wird. Also, Klientel gut bedient und das Ganze überbaut mit abstrusen Verwaltungsvorgängen. DDR reloaded
Offensichtlich verstehen Sie von Wirtschaft nicht viel, Hauptsache Schlagwort DDR als abschreckendes Beispiel.
Die international tätigen Investmentfonds werden abgedrängt, da sich die Ausbeutung der deutschen Bevölkerung über Mieten nicht mehr lohnt. Das ist ein erster Fortschritt. Im zweiten Schritt werden die Preise für Baugrundstücke verfallen. Es muss wieder gerechnet und kalkuliert werden. Die Kassen der Wohnbaugenossenschaften hier in München sind prall gefüllt, die Genossenschaften bauen aber nicht, weil die Grundstücke zu teuer sind. Die Genossenschaften verhalten sich richtig, weil sie die Einlagen und Darlehen aus öffentlicher Hand korrekt verwalten und moderat, verantwortlich vorgehen. Bei einem Preisverfall der Grundstücke werden die Genossenschaften dann loslegen. Das hat gar nichts mit DDR zu tun. Das ist Eigeninitiative des Bürgers in Reinform, gelebte Demokratie.

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PietroMal 18.06.2019, 20:00
38.

Ich bezweifele das die getroffende Regelung rechtlich haltbar ist und das diese bald durch Gerichte gekippt wird. Das Problem ist doch das es durch derartige Regelungen keine einzige Wohnung mehr gibt. Solange aber der Zustrom in die Städte anhält, es genug gut verdiene Menschen gibt die unbedingt in der Stadt wohnen wollen, solange wird auch die Verdrängung "arm gegen alt", die seit Jahrzehnte besteht, auch weiter gehen.

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wiescheid 18.06.2019, 20:01
39. Rendite und Gier der Vermieter

Lustig, wenn ich immer von der Gier und der tollen Rendite der Vermieter lese. Ich kenne niemanden, der mit seiner Vermietung groß Gewinn macht. Entweder teuer gekauft (so wie wir unser selbstgenutztes Haus), oder zwar günstig(er) gekauft, aber jetzt mit teuren Reparaturen und Sanierungen, etc gestraft. Dazu noch immer mehr Auflagen, das Risiko von Mietnomaden, Leerstand und sinkender Attraktivität der Lage. Aber warum sollte man dafür einen angemessenen Preis bekommen; wir werden auf jeden Fall die Pläne für ein zweites Haus (zur späteren Selbstnutzung gedacht, da unseres zwar Familien-, aber nicht Senioren-gerecht ist) verwerfen, in solchen Zeiten viel zu riskant.

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