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Eckpunkte für Preisdeckel: Berlin wird zum Labor für Mieterschutz
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Die rot-rot-grüne Regierung in Berlin hat den ersten Mietpreisdeckel in der deutschen Geschichte beschlossen. Worum es geht - die acht wichtigsten Punkte.

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Haarfoen 18.06.2019, 20:43
70.

Zitat von grecco-el
"Wohnungsneubau ist ausgenommen." Für wie doof hält eigentlich der Berliner Senat evtl. Mehrfamilienhäuser-Erbauer. Keiner - ich auch nicht - wird noch einen Cent in diese demnächst baulich marode Stadt investieren. Das viergeschossige Mietshaus meiner Familie in einer guten zentralen Lage von Gera war nach 40 Jahren Mietpreisbremse in folgendem Zustand: Keller war wegen permanenter Feuchtigkeit nur noch zur Pilzzucht geeignet. das Erdgeschoss war noch im primitiven Zustand von einem Elektrohandwerksbetrieb zu gebrauchen (Miete 98,60 MDN (Ostmark( für 140 qm inklusive kleinem Hofschuppen). 1. Obergeschoss nicht mehr bewohnbar. 2. Obergeschoß 92 qm für 47,50 in einigermaßen noch bewohnbaren Zustand, Teilweiser Dachausbau von einer dort seit 60 Jahren wohnenden Dame ohne Mietzahlung genutzt, da dort auch die Feuchtigkeit überhand nahm. Dach war an vielen Stellen undicht. Zwei Balkone durften nicht mehr genutzt werden wegen Abbruchgefahr. "Nur ein Beispiel von vielen in Ländern mit Mietpreisbremsen (DDR, CSSR, Polen u. a. im damaligen Ostblock)
Ihre Argumentation ist Schrott. Eine gute Freundin von mir kommt aus Gera. Die Stadt liegt (bedauerlicherweise) in einem Gebiet, das immer menschenleerer wird und den wirtschaftlichen Anschluss nicht gepackt hat. Das ist sicherlich bedauerlich für jeden Immobilienbesitzer, es gibt halt auch gar keine Nachfrage. Dieses Problem aber auf den Mietpreisdeckel übertragen zu wollen, ist nicht richtig und sachlich falsch.

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bammy 18.06.2019, 20:50
71.

Zitat von steevieb
überraschenderweise wurde gestern sehr viele Mieterhöhungen in der Stadt zugestellt
Wieso überraschenderweise. Man hat den Aktionären gegenüber doch eine Verpflichtung.

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joseph009 18.06.2019, 20:51
72. Ich kann jedem nur ...

empfehlen, keinen Cent mehr in den Berliner oder auch deutschen Immobilienmarkt zu investieren. Ich selbst hatte vor einiger Zeit vor hier eine Wohnung zu kaufen. Aufgrund dieser Diskussionen in Deutschland habe ich aber in Österreich investiert. Selten lag ich so goldrichtig!

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bammy 18.06.2019, 20:51
73.

Zitat von maicher
So was hat ja fast immer nur zu paradisieschen Verhaeltnissen gefuehrt. Mietraum wird ja nun aus allen Ecken und Ritzen spriessen, glueckliches Berlin. Mit den Politikern kann man ja Pferde stehlen gehen.
Es würde reichen, wenn die nächsten 5 Jahren die Mieten nicht jedes Jahr um 5% steigen würden.

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scbonner 18.06.2019, 20:52
74. Wer soll denn tätig werden?

Mich würde Mal interessieren wie alle, die dieses nun bejubeln, sich denn vorstellen wie in Berlin nun neuer Wohnraum geschaffen werden soll? Wer soll dies denn machen (auch wenn ersteinmal Neubau ausgeschlossen ist, aber was nicht ist, kann ja noch werden)? Als privater Investor würde ich um die Stadt so langsam einen Bogen machen (grosse IT Konzerne hat man ja auch schon erfolgreich vergrault). Bliebe nur die Stadt selber, aber schon der Flughafen hat ja gezeigt, wie auch viele andere öffentliche Bauprojekte im ganzen Land, dass wenn die öffentliche Hand tätig wird, es dem Steuerzahler teuer zustehen kommt und lange dauert. Mit dem Urteil ist ja (ähnlich wie bei den Enteignungen) erst Mal keine einzige neue Wohnung geschaffen, dabei würde gerade die Befriedigung der Nachfrage die Mieten sinken lassen. So lange aber die Nachfrage viel grösser ist als der zur Verfügung stehende Wohnraum, ist der Preisanstieg doch nur die logische Konsequenz. Es sei denn wir wollen wieder zurück in die Planwirtschaft, hat ja schon Mal so gut im Osten geklappt.

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bammy 18.06.2019, 20:55
75.

Zitat von Now Rob
wenn meine Miete wieder sinken würde. Auch bei mir wurden die jetzt gültigen oder bald gültigen neuen Regeln natürlich missachtet. Fantasiepreise ohne jeden greifbaren Gegenwert. Ich bin sogar der Meinung, dass der Mietwert sinken müsste, wegen inzwischen fließendem Verkehr vor dem Haus mit stinkenden Mopeds und PKW, den run dum die Uhr mehrmals die Stunde dröhnenden Martinshörnern... Fenster auf morgens um 7 ist nicht, stinkt bis in den vierten Stock hoch. Fenster abends um 10 auf ist nicht, stinkt immernoch bis in den vierten Stock hoch. Fenster nachts auf bei 27 Grad, ist nicht, weil brüllende Touristen, Martinshorn, Busverkehr, Mopeds, 120 dezibel-Motoren. Der wahre Wohnwert liegt irgendwo zwischen 2 und 5 Euro pro Quadratmeter. Seid doch mal ehrlich.
Darum geht es aber am Finanzmarkt nicht. Dort werden Renditen auf die stetig steigenden Mieten ausgeschüttet. Da liegt der Gegenwert.

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bammy 18.06.2019, 20:59
76.

Zitat von doktormido
Jedes Kind wird verstehen, dass keine neuen und bezahlbaren Wohnungen entstehen, wenn der Berliner Senat nicht endlich welche baut. Könnte das mal jemand der dümmsten Bausenatorin aller Zeiten mitteilen. Der Berliner Senat agiert wohl komplett mit kenntnisfreiem Sachverstand. Bald wird wieder gerufen : "Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt..." Wenn es nicht so traurig wäre, man könnte sich schlapp lachen.
Das stimmt so nicht ganz. Oder ist höchstens die halbe Wahrheit. Solange Immobilien mit Mietwohnungen Spekulationsobjekte sind, wird es auch nicht wesentlich mehr bezahlbaren Wohnraum geben. Die Deutsche Wohnen ist nicht dem Mieter, sondern dem Aktionär verpflichtet und das treibt auch die Preise in die Höhe.

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eclipse_9999 18.06.2019, 21:03
77. Zu einfach gedacht

Populismus in Reinstform. Die durchschnittliche Mietrendite von Privatvermieter beträgt im guten Fall ca. 4-5% aber nur auf einem Preisniveau der Erstellungs- bzw. Kaufpreise von ca. 2009. Auf Basis aktueller Erstellungs- bzw. Kaufpreise in den Ballungsgebieten reden wir von ca. 1-2% Bruttomarge. Davon sind Verwaltungskosten, Versicherungen, Mietausfallrisiken, Reparaturen, Abschreibungen etc. abzudecken... Und natürlich Einkommenssteuern. Somit bleiben vielleicht 0,5-2 % Nettomarge. Weit entfernt von zweistelligen Margen der großen Wohnungsbaugesellschaften, die darüber hinaus mit Steueroptimierungsmodellen arbeiten und mit Asset-Deals keine Gunderwerbssteuer zahlen wie jeder andere. Aber das ist alles zu kompliziert um hier anzusetzen also kommt der Mietendeckel den sogar Linke Wähler kapieren.

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rad666 18.06.2019, 21:03
78.

Zitat von Now Rob
wenn meine Miete wieder sinken würde. Auch bei mir wurden die jetzt gültigen oder bald gültigen neuen Regeln natürlich missachtet. Fantasiepreise ohne jeden greifbaren Gegenwert. Ich bin sogar der Meinung, dass der Mietwert sinken müsste, wegen inzwischen fließendem Verkehr vor dem Haus mit stinkenden Mopeds und PKW, den run dum die Uhr mehrmals die Stunde dröhnenden Martinshörnern... Fenster auf morgens um 7 ist nicht, stinkt bis in den vierten Stock hoch. Fenster abends um 10 auf ist nicht, stinkt immernoch bis in den vierten Stock hoch. Fenster nachts auf bei 27 Grad, ist nicht, weil brüllende Touristen, Martinshorn, Busverkehr, Mopeds, 120 dezibel-Motoren. Der wahre Wohnwert liegt irgendwo zwischen 2 und 5 Euro pro Quadratmeter. Seid doch mal ehrlich.
Verstehe ich nicht.
Wenn man in die Stadt zieht dann hat man automatisch den Lärm und Schmutz den eine Stadt produzieren muss damit sie überhaupt funktioniert - oder wollen Sie Polizei, Notarzt und Feuerwehr aus der Stadt verbannen damit die Martinshörner Sie nicht mehr stören? Die restlichen Menschen auch gleich raus inklusive der LKWs die den Supermarkt nebenan beliefern? Die Touris auch - wo soll Berlin dann überhaupt noch Geld herbekommen? Würde sehr schnell ein sehr interessantes Erlebnis.
Falls man den Lärm und Schmutz nicht möchte gibt es eine Alternative - nennt sich "Land". Ist zwar nicht ganz so Hip, dafür deutlich ruhiger und günstiger.

Und zum Thema Bremse - wird nicht klappen. Bauen ist zu teuer in Deutschland, überreguliert, zu viele Auflagen. Das schlägt selbstverständlich auf die Mieten und Kaufpreise durch.
Also entweder günstiges Bauen ermöglichen, als Staat selbst massiv bauen oder staunend dastehen und sich wundern warum die Bremse nur die Investitionen aber nicht die Mieten bremst.

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bammy 18.06.2019, 21:04
79.

Zitat von PeterCollignon
in den nächsten 5 Jahren eingereicht. Denjenigen, die zur eine Wohnung zur Miete haben wird das nicht stören. Was machen alle Anderen, die in den nächsten 5 Jahren eine Wohnung suchen?
Wenn wir dadurch die Spekulanten vom Markt bekommen, kann man diese Durststrecke ruhig eingehen. Denn günstiger wird nach Neubau auch nicht, wenn die Masse von Immobilienfonds erbaut wurde.

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