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Eigenanteil fürs Pflegeheim: Nur Gutverdiener sollen für Eltern noch zahlen müssen
DPA

Wenn alte Menschen ins Pflegeheim müssen, aber den Eigenanteil nicht aufbringen können, müssen je nach Einkommen die Kinder bezahlen. Jetzt will die Koalition die Grenzen dafür deutlich anheben. Die Kommunen wehren sich.

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2low4zero 14.08.2019, 13:31
140.

endlich mal etwas in richtung sozialstaat in dieser turbokapitalistischen republik

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Hans-Dampf 14.08.2019, 13:37
141.

Zitat von abro90
Wenn man sich eine Doppelhaushälfte im Speckgürtel von Berlin, Hamburg der München finanziert und zwei Kinder hat, hat man trotzdem ein richtiges Problem wenn Opa ins Heim muss.
Das ist so nicht richtig bzw. wird von Ihnen zu dramatisch dargestellt.
Aus https://www.finanztip.de/elternunterhalt/ :
Wie hoch ist der Selbstbehalt? - Vom so errechneten bereinigten Nettoeinkommen können die Kinder nach Maßgabe der Düsseldorfer Tabelle 2019 ihren Selbstbehalt abziehen. Dem Unterhaltspflichtigen steht ein Selbstbehalt von 1.800 Euro zu (einschließlich 480 Euro Warmmiete). Bei verheirateten Kindern kommt für den Ehepartner ein Betrag von 1.440 Euro pro Monat hinzu. Der Familienselbstbehalt beläuft sich damit derzeit monatlich auf 3.240 Euro. [...] Kinder müssen von diesem bereinigten und um den Selbstbehalt verminderten Nettoeinkommen die Hälfte an Elternunterhalt zahlen.
Und:
Vom so ermittelten Nettoeinkommen werden folgende Kosten abgezogen:
[...]
Darlehensverbindlichkeiten, insbesondere Zins- und Tilgungszahlungen einer Baufinanzierung für Wohneigentum, jedoch höchstens bis zur Höhe des angerechneten Wohnvorteils

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maja2881 14.08.2019, 13:37
142. @1579

Nein, Schwiegerkinder sind nicht für die Pflegekosten der Schwiegereltern heranziehbar. Meine Großeltern hatten ihre Ersparnisse nach 10 Jahren Pflege komplett aufgebraucht, und es wurde zunächst genau geschaut, ob bei meiner Mutter etwas zu holen ist. Da diese als Hausfrau und Mutter kein eigenes Einkommen hat, war von ihrer Seite nichts einzutreiben. Mein Vater hätte vom Verdienst her abgeben müssen wenn es seine Eltern gewesen wären, aber nicht für seine Schwiegereltern. Das einzige, was meine Mutter am Ende abführen musste waren ca. 20 Euro monatlich, die einem Anteil ihres potenziellen Taschengeldanspruchs an meinen Vater entsprachen.

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Titanus 14.08.2019, 13:39
143. Bruttojahresgehalt

Also 100.000 Euro BRUTTO-Arbeitslohn pro Jahr ist für mich kein hohes Einkommen, insbesondere dann nicht, wenn Kinder zu ernähren sind. Durch Steuern und Sozialabgaben bleibt auch bei 100k Euro/ Jahr nicht viel hängen.

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Derwatt 14.08.2019, 13:42
144. Das kann man auch anders sehen.

Zitat von malcom1
Sorry, die SPD kann machen was sie will, für viele Foristen ist alles sch.....(nicht schön)! Was soll dieses Bashing. Ok die SPD hat Fehler gemacht, Hartz4, usw. "Wer ohne Fehler ist werfe den ersten Stein"
Die Sozialreformen waren gut und richtig - die Wandlung zu einer Partei sozialromantischer, leistungsfeindlicher Apparatschiks hat die SPD erst danach vollzogen.

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morphyencore 14.08.2019, 13:44
145.

Zitat von Korken
Um Egoisten wie Ihnen in einer Solidargesellschaft einen Riegel vorzuschieben. Die lächerlichen 0,25% sind eh nicht der Rede Wert, es war aber vom BVG gefordert, da (und jetzt kommts, es hat überhaupt NICHTS mit ihrer Annahme zu tun): Der Beitragszuschlag wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2005 durch das Kinder-Berücksichtigungsgesetz eingeführt und damit eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt, das die beitragsmäßige Besserstellung der Mitglieder mit Kindern gegenüber kinderlosen Beitragszahlern verlangt hatte. Durch den Beitragszuschlag für Kinderlose solle, so die Begründung des Gesetzgebers, die Kindererziehungsleistung der Eltern beitragsmäßig berücksichtigt werden. Eltern leisteten neben dem monetären Beitrag den zum Systemerhalt wichtigen generativen Beitrag, sorgten also für die nachwachsende Generation, auf die die im Umlageverfahren finanzierte soziale Pflegeversicherung für ihre künftige Finanzierung angewiesen sei.
Ich habe in meinem Kommentar lediglich zum Ausdruck bringen wollen, dass ich es nicht für richtig halte, alle Verantwortung auf den Staat abzuwälzen. Diese hier diskutierte Regelung zielt in die gleiche Richtung. Natürlich muss es Freibeträge geben, damit die Belastung für die Kinder nicht zu groß wird.
Mich als Egoisten zu beschimpfen betrachte ich als eine Frechheit.
Es zeigt mir eindeutig, dass es keinen Sinn macht, sich in solchen Foren weiterhin zu äußern.

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mussich 14.08.2019, 13:46
146. die SPD loben ..

.. sie aber trotzdem nicht wählen. So ist der Wähler. Es ist zum Verzweifeln.

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hollaonboard 14.08.2019, 13:47
147. Kinderlos und Gutverdiener sollen vertrieben werden

Ich muss sagen das die Signale aus der Gesellschaft, den Medien und der Politik schockierend sind.
Keiner erwähnt das der größte Klimakiller ein neugeborener Mensch in einem Industriestaat ist. Keiner erwähnt das Gutverdiener schon heute im Verhältnis und Absolut die grösste Last an Zahlungen trägt.
Sollte ein über Jahre ausgelutschter Gutverdiener mal mit 50 Arbeitslos werden, steht er nach einem Jahr genau da wo alle anderen stehen, inklusive derer die noch nie gearbeitet haben. Sprich niemand wird ihm den extra Einsatz danken. AUSWANDERN ist die einzige Lösung!!!!

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Schartin Mulz 14.08.2019, 13:48
148. Dei KInder,

Zitat von Pless1
Da mein Vater wohl bald nicht mehr bei uns zu Hause gepflegt werden kann wäre auch ich ein wirtschaftlicher Profiteur dieser Regelung. Ich halte sie trotzdem für falsch. Dass Kinder für die Eltern, die sie großgezogen haben in die Mitverantwortung genommen werden ist grundsätzlich richtig und sollte- wenn leistbar - eine Selbstverständlichkeit sein. Anstatt alle Angehörigen außer der Topverdiener komplett aus der Verantwortung zu entlasten sollte man die Höhe des Eigenanteils insgesamt überdenken und für die Anteile der Angehörigen einkommensabhängige Staffeln einführen.
dei nberfstätig sind, komemnn aber über die Abgaben auich schon für die ganzen alten Menschen auf, dei kinderlois geblieben sind.
Und sollen dann noch explizit für die eigenen Eltern zahlen?
Früher, und in Afrika z.B. ist es heute noch weitgehend so, war es normal, dass an Kinder haben muss, die einen im Alter unterstützen. Wer keine Kinder hatte, war arm dran.
Unsere Sozialsysteme haben das geändert, indem die Kinder für alle, also auch für die Kinderlosen aufkommen. Das war ein großer Fortschritt. Alle Nachkommen sorgen für alle alten Menschen, auch die Kinderlosen. Aber dann bitte auch konsequent. Hier plötzlich kommen dann wieder die uralten Regeln ins Spiel, da sollen plötzlich wieder die Familien verantwortlich sein. Und die Kinder doppelt herangezogen werden. Das ist es, was unfair ist. Und jetzt hoffentlich wirklich geändert wird.

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Newspeak 14.08.2019, 13:50
149. ...

"Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sagte den Blättern: "Es ist grundsätzlich zumutbar, dass Kinder und Eltern gegenseitig füreinander einstehen. Daran sollte nicht gerüttelt werden.""

An sich richtig, aber nicht um jeden Preis. Die Pflegekosten sind so horrend hoch (warum eigentlich?), dass sie fuer die Kinder die wirtschaftliche Existenz bedrohen. Das sollte man niemandem zumuten. Die Eliten muessen endlich mal wieder lernen, welche Mittel normale Menschen zur Verfuegung haben. Wenn man Hauptgeschaeftsfuehrer ist, und vermutlich nicht zu knapp verdient, sollte man zu solchen sozialen Themen lieber schweigen, denn man hat absolut keine Ahnung davon, was es wirklich bedeutet.

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