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Eigenanteil fürs Pflegeheim: Nur Gutverdiener sollen für Eltern noch zahlen müssen
DPA

Wenn alte Menschen ins Pflegeheim müssen, aber den Eigenanteil nicht aufbringen können, müssen je nach Einkommen die Kinder bezahlen. Jetzt will die Koalition die Grenzen dafür deutlich anheben. Die Kommunen wehren sich.

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ex_berliner 14.08.2019, 13:54
150.

Zitat von kayakclc
Wann begreifen die Menschen endlich, dass wir alle der Staat sind, und es zu einfach ist, wenn die Mehrheit sich regelmässig vom Acker macht, um die Kosten immer wieder bei der gleichen Minderheit abzuladen.
Es waere ja schon ein Anfang, wenn Sie begreifen wuerden, dass Ihr Argument in sich nicht schluessig ist. Wenn "wir alle" der Staat sind, dann kann sich folgerichtig auch keiner, schon gar nicht die Mehrheit, vom Acker machen, es sei denn, man packt und verlaesst den Staat. Davon ist aber keine Rede. Also, erst nachdenken, dann posten!

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krautrockfreak 14.08.2019, 13:55
151. Die Leute haben noch gar nicht realisiert, was da auf uns zukommt.

Es wird dank katastrophaler Lebensweise Heerscharen von Schwerstpflegefällen in Deutschland geben, wenn die geburtenstarken Jahrgänge mal 70 oder 80 Jahre alt sind, viele davon schwerst übergewichtig, die eine einzelne Pflegerin gar nicht mehr betreuen kann etc. Das wird so in den nächsten 15 - 20 Jahren passieren, Millionen von Pflegefällen werden Alltag sein und keiner tut jetzt schon was dagegen. Verdrängung ist DIE Stärke unserer Politik.
Dann zu meinen, man könnte dann noch die Kinder, die selbstverständlich verantwortlich für ihre Eltern sind (und nicht die Gesellschaft!), aus eben dieser Verantwortung nehmen und den Steuerzahlern aufbürden, ist hochgradig asozial!

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mxfh 14.08.2019, 13:55
152. Anders gesagt: "Kommunen wollen Klassengesellschaft."

Nichts nivelliert die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten von Familien so sehr wie der Status quo bei dieser Regelung.
Hier scheidet sich Vermögend von Aufstrebend mit Gefahr auf Rücksturz auf Null. Das war bei den Mieten und Kaufpreisen von vor 10 Jahren vielleicht noch nicht so akut, nur wird es aber für alle nicht Bestverdienenden mit Eltern existenziell. Eines der dringendsten Ungleicheitsprobleme in diesem Lande meiner Meinung nach.

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Alter Falter 14.08.2019, 13:55
153.

Zitat von Axt im Walde
Eltern zahlen weniger in die Pflegeversicherung ein, weil ja vermeintlich die Kinder fuer sie aufkommen. Und nun dieses? Dann bitte auch wieder den vollen Pflegeversicherungsbeitrag von Eltern verlangen!
Wie kommen Sie denn auf dieses dünne Brett? Die Pflegeversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Es ist im Gegenteil so, dass Rentner den vollen Beitrag zahlen und nicht nur den halben wie Arbeitnehmer.

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utaga 14.08.2019, 13:59
154. Blendwerk

Grundsätzlich eine gute Idee, um Geringverdiener zu entlasten. Dennoch ist vielen nicht klar, dass zumindest bei Ehepartnern das Einkommen zusammengerechnet wird (ich bin mir nicht sicher, ob das auch für feste Lebensgemeinschaften zählt). Da muss man kein Superverdiener sein, um auf 100.000 brutto (!) zu kommen. Das Haushaltseinkommen wird dann für alle Eltenteile verwendet. Das heißt im Klartext: ich zahle mit meinem Einkommen auch für die Eltern meines Mannes und umgekehrt. Wir zählen zu den sogenannten Gutverdienern und haben vier potenzielle Pflegefälle ohne eigene nennnenswerte Ersparnisse in unserer Familie. Wenn die alle ins Heim müssen, werde ich meinen eigenen Kindern erklären müssen, wieso sie möglicherweise auf vielerlei werden verzichten müssen. Das uns nach dem Gesetz verbleibende Haushaltseinkommen liegt nach Abzug der Kosten fürs Heim dann ziemlich am Existenzminimum. Das haben unsere Eltern sicher nicht gewollt. Und verstehen tun sie es auch nicht, denn sie haben selbst ein Leben lang fleißig in die Kassen eingezahlt. Ganz ehrlich, wenn und das in dieser Härte jemals treffen sollte, überlege ich mir ganz genau, ob ich überhaupt noch arbeiten gehe. Ich wüßte nicht wofür.

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Schartin Mulz 14.08.2019, 14:00
155. Ich denke,

Zitat von eisrecht
Also, wer mehr als 100 K brutto hat, zahlt mehr Soli, mehr steuern, mehr für die Pflege seiner Eltern. Ich wundere mich nicht, wenn das manchem die Energie raubt, die er braucht, um so ein hohes Einkommen zu erzielen. Warum eigentlich wird die Pflegeversicherung nicht so ausgebaut, dass deren Leistungen für die Pflege vollständig ausreichen ? Und woher sollen all die Pflegekräfte kommen für die Leute, die jetzt dann von ihren Kindern, die ja sicher nichts mehr für die Pflege zahlen müssen, im Altenheim abgekippt werden? Ich glaube, da wird einfach nur viel Geld ausgegeben. Es wird weiter die Gesellschaft und insbesondere die Familien spalten. Zusammenhalt ist dann ja nicht mehr nötig.
wer wegen der paar Abgaben mehr seine Karriere schleifen lässt, hatte schon vorher nicht "genug Energie".
Ich frage mich ja, was die Menschen vor 30,40 jahren angetriebn hat, als Spitzenverdiener noch 56 % ihres Gehalts allein ans Finanzamt abführen mussten.
Sie fragen "Warum eigentlich wird die Pflegeversicherung nicht so ausgebaut, dass deren Leistungen für die Pflege vollständig ausreichen?" Rechnen Sie aus, wie hoch die Beiträge wären und Sie wissen die Antwort. Da würden doch auch hier alle wieder über die "Abzocke" jammern.
Und was soll das mit dem "Abkippen" der Etern ins Alrtersheim? Was ist das für eine Formulierung? Wer genug Geld hat, der klann schon heute seine Eltern im Altersheim optimal betreuen lassen. Die anderen sollen gefälligst zuhause pflegen? Wie soll das gehen? Neben der Berufstätigkeit? Oder sollen die Frauen wieder wie in der guten, alten Zeit zuhause bleiben? Und das alles mit dem Zusamenhalt der Familien zu begründen, finde ich schon zynisch.

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Das Pferd 14.08.2019, 14:02
156.

Zitat von 2low4zero
endlich mal etwas in richtung sozialstaat in dieser turbokapitalistischen republik
äh, daß die SPD solchge Geschenke sein einigen Jahren im Halbjahrestakt durchsetzt ist Ihnen entgangen?

Wir haben über 50% Staatsquote, der Haushalt besteht überwiegend aus sozialausgaben. In der Hochkonjunktur bei Vollbeschäftigung.

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Stäffelesrutscher 14.08.2019, 14:04
157.

Zitat von abro90
Gutverdiener? 100.000€ Jahreseinkommen bedeutet nicht, dass wir hier über Leute reden, die zwei Sportwagen vor der Tür haben und eine Yacht im Hafen. Ein Ehepaar aus zwei Akademikern oder ein Ehepaar aus Facharbeitern gehört dazu.
Falsch. Es zählt »pro Person« und nicht »pro Ehepaar«.

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goose fraba 14.08.2019, 14:06
158.

Was soll der Mist? Es muss generell abgeschafft werden, dass Kinder für deren Eltern die Pflegekosten bezahlen sollen!
Es ist nicht selten, dass man seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr zu den Eltern oder einem Elternteil hat und dann soll man für die auch noch die Kosten übernehmen? Lieber die Sterbehilfe vereinfachen!

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Stäffelesrutscher 14.08.2019, 14:06
159.

Zitat von olli0816
Ich wähle die SPD zwar nicht (mehr), aber das ist eine bodenlose Übertreibung. Die SPD ist zumindest für den Mindestlohn verantwortlich, den sie gegen den Widerstand der CDU/CSU durchgesetzt hat. Genauso wie in dem Artikel ein Thema, das lange überfällig war. Ich bin, obwohl ich sehr lange der bösen Seite der Unternehmer angehörig war, ein sehr großer Verfechter eines Mindestlohnes. Und dieses Gesetz ist auch überfällig, weil es einzelne in der Gesellschaft durch Zufall über Gebühr belastet. Ich kann zwar mit den Rumheulern mit 100k Einkommen und irgendwelchen Sondersituationen nichts anfangen, aber jemand der wenig bis etwas überdurchschnittlich (100k ist weit überdurchschnittlich, auch in München) verdient, sollte keine Angst haben müssen, dass ein kommunales Amt eines Tages vor der Tür steht und dein Leben ruiniert. OK, das ist eine ursprüngliche Initiative der CSU, aber die SPD trägt dieses Gesetz genauso mit. Ich kann daran nichts schlechtes erkennen. Ihr Beitrag - sie scheinen gerne die Linken zu wählen - lese ich eher als Polemik und nicht zielführend. OK, Sie mögen die SPD nicht. Aber wen interessiert das denn in einem Artikel, wo es um ein Gesetz geht, dass Kosten für das Altenheim vom Staat übernommen wird, wenn der zu Pflegende kein Geld mehr hat? Das ist kein Wahlkampf für die Linke hier. Reissen Sie sich doch etwas zusammen.
Es ist auch kein Wahlkampf für die SPD hier. Also behaupten Sie bitte nicht wahrheitswidrig, die SPD sei für den Mindestlohn verantwortlich. Den haben die Gewerkschaften ver.di und NGG sowie die Linkspartei (ja ja, so war es nun mal) solange propagiert, bis die SPD bei den entsprechenden Anträgen nicht mehr dagegengestimmt hat.

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