Forum: Wirtschaft
Eigenanteil fürs Pflegeheim: Nur Gutverdiener sollen für Eltern noch zahlen müssen
DPA

Wenn alte Menschen ins Pflegeheim müssen, aber den Eigenanteil nicht aufbringen können, müssen je nach Einkommen die Kinder bezahlen. Jetzt will die Koalition die Grenzen dafür deutlich anheben. Die Kommunen wehren sich.

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unglaublich_ungläubig 14.08.2019, 14:24
170. Murks

Vorweg: ich bin SPD-Mitglied und da verorte ich mich ziemlich weit links. Trotzdem ist das Murks. Warum? Zum einen macht der Bund mal wieder ein Gesetz und die Kommunen zahlen (was gerade den "kleinen Leuten" massiv schadet), und zum anderen verschärft eine solche Regelung die Spaltung, denn die Situation der alten Menschen wird so stärker vom Einkommen der Jungen abhängig). Entweder zahlen wir alles aus dem Steuertopf, behandeln also alle gleich (Gutverdiener füllen den Topf ja sowieso stark überproportional), oder wir zahlen proportional zum Einkommen. Dabei sollte allerdings dann auch Vermögen berücksichtigt werden. Treibt endlich hinterzogene Steuern konsequent ein, dann können wir uns das leisten!

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Justitia 14.08.2019, 14:29
171.

Zitat von morphyencore
Als Erbe will man natürlich gerne von den Eltern profitieren. Aber wenn es dann darum geht Verantwortung zu übernehmen soll wieder die Allgemeinheit einstehen. Für die Unannhemlichkeiten immer nach dem Staat rufen. Warum bezahlen Eltern eigentlich einen geringeren Beitrag zur Pflegeversicherung? Sollte jetzt aber auch angepasst werden.
Das Argument des Erbe hier in Diskussion über Pflegekostentragung durch Kinder einzuführen, geht doch an der Realität und auch am Vorschlag der SPD komplett vorbei. Schliesslich wird sich ja rein gar nichts daran ändern, dass zunächst der zu Pflegende selbst sein Vermögen aufbrauchen muss, bis der Staat Pflegekosten übernimmt und gegebenenfalls der potentielle Erbe ebenfalls sich an diesen Kosten beteiligen muss. Bevor der Staat herangezogen wird, wird also weiterhin das gesamte potentielle Erbe aufgebraucht sein und nichts übrig bleiben, was der potentielle Erbe dann erhalten kann. Ja, als Erbe will man natürlich von den Eltern profitieren, was ja auch absolut nicht verwerflich ist, gerechterweise wird das aber nur möglich sein, wenn das Vermögen der Eltern zu deren Lebzeiten gross genug war, auch die eigenen Pflegekosten selbst tragen zu können. Ist es das nicht, wird das Erbe durch Pflegekosten aufgebraucht werden und die Kinder werden nichts erben. Wo genau soll da jetzt zu Lasten der Allgemeinheit eine Ungerechtigkeit vorhanden sein?

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ignazpietsch 14.08.2019, 14:30
172. Korrigiere Beitrag 160

...dann hätte ich knapp über 400 Euro im MONAT (nicht Woche)

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tailspin 14.08.2019, 14:30
173. Beschiss wo man hinschaut

Die Pflegeversicherung ist eine Versicherung, die keine ist. Was soll dieser Eigenanteil? Ein Eigenanteil ist ein Beitrag zu einer Versicherung, die hilft, Schaden im Ansatz zu vermeiden oder zu verringern, weil man im Bewusstsein des finanziellen Risikos umsichtiger vorgeht. Wenn die Plfege fuer einen Teil der Bevoelkerung unvermeidbar sein sollte, so wurde ja bei Einfuehrung der Zwangsversicherung fuer alle argumentiert, dann ist das Konzept ein Irrsinn

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MathisWinkler 14.08.2019, 14:34
174. Ungerecht

Aber Heimkinder sollen weiterhin 50 Prozent ihres Lohnes abgeben müssen, mit der Begründung, dass sie ihren Beitrag zur (unverschuldeten) Fremdunterbringung leisten müssen. Aus meiner Sicht höchst ungerecht.

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Schartin Mulz 14.08.2019, 14:34
175. Versteh ich nicht

Zitat von unglaublich_ungläubig
Vorweg: ich bin SPD-Mitglied und da verorte ich mich ziemlich weit links. Trotzdem ist das Murks. Warum? Zum einen macht der Bund mal wieder ein Gesetz und die Kommunen zahlen (was gerade den "kleinen Leuten" massiv schadet), und zum anderen verschärft eine solche Regelung die Spaltung, denn die Situation der alten Menschen wird so stärker vom Einkommen der Jungen abhängig). Entweder zahlen wir alles aus dem Steuertopf, behandeln also alle gleich (Gutverdiener füllen den Topf ja sowieso stark überproportional), oder wir zahlen proportional zum Einkommen. Dabei sollte allerdings dann auch Vermögen berücksichtigt werden. Treibt endlich hinterzogene Steuern konsequent ein, dann können wir uns das leisten!
Wenn Leute mit normalem oder niedrigem Einkommen demnächst nicht mehr für die Pflegekosten ihrer Eltern herangezogen werden, wieso wird dann die Situation der alten Menschen stärker vom Einkommen der Jungen abhängig? Das ist doch vollkommen unlogisch.

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Dokoqueen 14.08.2019, 14:35
176. Es ist sogar sehr gut!

Zitat von vogtnuernberg
Gesellschaftliche Segregation nun auch in Pflegeheimen. ....... In diesem Sinne: Pflegeheime werden wie Schulen weitere Segregation erleben. Und das so gut sein?
Wie viele Menschen gibt es denn, die über 100 000 € im Jahr verdienen?
Ob die ihre Eltern in ein Luxusheim schicken oder sie privat pflegen lassen, ist mir ziemlich wurscht.
Mir ist hingegen wichtig, dass meine Kinder nicht über Gebühr zu Kasse gebeten werden, falls mein Mann oder ich (oder wir beide) mal pflegebedürftig werden.
Von daher eine sehr gute Initiative, die ich uneingeschränkt begrüße.

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and777 14.08.2019, 14:36
177. Typischer SPD-Klientel-Unsinn

Warum sollten die besserverdienenden Kinder - die mehr arbeiten und darüberhinaus auch über die Einkommensteuer schon überproportional belastet werden auch hier - wie daneben beim Soli vorgeschlagen - die Zeche zahlen, obwohl ihre Eltern genauso wie alle anderen in die Pflegeversicherung eingezahlt haben?

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olli0816 14.08.2019, 14:38
178. Ich mach kein Wahlkampf für die SPD

Zitat von Stäffelesrutscher
Es ist auch kein Wahlkampf für die SPD hier. Also behaupten Sie bitte nicht wahrheitswidrig, die SPD sei für den Mindestlohn verantwortlich. Den haben die Gewerkschaften ver.di und NGG sowie die Linkspartei (ja ja, so war es nun mal) solange propagiert, bis die SPD bei den entsprechenden Anträgen nicht mehr dagegengestimmt hat.
Ganz im Gegenteil, die SPD kommt bei mir ziemlich regelmäßig schlecht weg. Aber ab und zu, wie bei diesem Vorhaben setzen sie sich auch für gute Dinge ein.

Das wesentliche an dem Mindestlohn ist, dass die damalige Regierung mit der SPD zusammen dieses Gesetz durchgebracht hat und sich explizit gegen viele Widerstände bei der CDU dafür eingebracht hat. Deshalb gibt es dieses Gesetz und nicht, weil irgend jemand bei den Linken oder den Gewerkschaften gedacht hat, das wäre ganz nett. Mit Sicherheit gab es Personen auch in anderen Parteien, die sowas befürwortet haben. Ich wähle inzwischen zumeist FDP, bin aber für den Mindestlohn und habe das auch so vertreten, wie das noch kein Thema war. Und nun? Soll deswegen jeder FDP wählen, weil es da so einzelne Hanseln gab? Hier sind sowieso mehr linksgerichtete Leute unterwegs, die würden sich eher die Hand abhacken als FDP zu wählen. Das ist aber OK, wie leben in einer Demokratie und jeder darf zum Glück entscheiden was er mag.

Ich habe mich auf meinem letzten Kommentar nur auf einen Vorkommentator bezogen, der nichts anderes zu tun hatte als unabhängig vom Thema zu schreiben, wie sch... die SPD wäre und dass das mit den Linken so nie passiert wäre, weil die SPD wie ein kleines Kind in die Pflicht von den Linken genommen worden wäre.

Ne, das wird sowieso nicht laufen, weil die Linken bei Bundestagswahlen den Arsch viel zu weit unten haben, um mit den Wölfen heulen zu dürfen. Ganz zu Recht, Kommunismus im Stil der SED in der DDR brauchen zum Glück nicht mehr so viele. Ist genauso wertig wie die AfD, aber nur von der linken Seite. Sorry, überzeugend ist diese Partei ganz sicher nicht. Wäre es so, wären die Ergebnisse besser.

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Braveheart Jr. 14.08.2019, 14:44
179. Hier wird mal wieder ...

... der falsche Baum verbellt. Die Zahl der Heimbewohner mit zahlungskräftigen Nachkommen geht stark zurück. Der zukünftige Heimbewohner lebt in Altersarmut und hat seine HartzIV-Historie auf Kinder und Kindeskinder "vererbt". Für die Kombination mit Migrationshintergrund ein weiterer Anreiz, sich NICHT zu integrieren und einen "ordentlichen" Beruf zu ergreifen ... dann müßte man ja zahlen! Tja, Frau Merkel ... wir schaffen das, gell??

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