Forum: Wirtschaft
Eigenanteil fürs Pflegeheim: Nur Gutverdiener sollen für Eltern noch zahlen müssen
DPA

Wenn alte Menschen ins Pflegeheim müssen, aber den Eigenanteil nicht aufbringen können, müssen je nach Einkommen die Kinder bezahlen. Jetzt will die Koalition die Grenzen dafür deutlich anheben. Die Kommunen wehren sich.

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isar56 14.08.2019, 16:09
210.

Zitat von Derwatt
... hat es bis zum ersten dumpfbackigen Beamtenbashing gedauert. Respekt! Auch wenn sich mir der Zusammenhang zwischen den Themenfeldern „Freibetrag beim Elternunterhalt“ und „Vor- und Nachteile, Beamter zu sein“, nicht so recht erschließen mag.
Beamte sind privat krankenversichert, Beamte erhalten unbegrenzt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, im Unterschied zum Angestellten, der nach sechs Wochen Krankengeld, begrenzt auf 72 (?) Monate bekommt. Die Pension eines Beamten kann bis zu 72% vom Gehalt betragen, beim Angestellten bleiben 48%. Nur nebenbei - zum Thema. Bei der Berechnung von Elternunterhalt dürfte es jedoch keine Unterschiede geben. Ich bin bereit meinen Beitrag für meinen Vater zu leisten, sollte es dazu kommen. Wer arbeitet und gespart hat ist ohnehin bekloppt in diesem Land.

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kleinsteminderheit 14.08.2019, 16:12
211. Zu 200 Katja 78

Da noch nichts beschlussreif vorliegt kann noch niemand sagen, inwieweit Einkommen und Vermögen von Schwiegerkindern in die Berechnung einfließen sollen. Wenn die bisherige Rechtslage fortgeschrieben wird
sind Schwiegerkinder nicht zahlungspflichtig. Allerdings fließt das Einkommen der Schwiegerkinder ggfs. In die Berechnung des Individuellen Familienbedarfs mit ein, so dass es durch das Einkommen von Schwiegerkindern zu erhöhten Zahlungsverpflichtungen kommen kann.

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katja78 14.08.2019, 16:14
212. Es ist schön,

dass die Forumsteilnehmer fast ausnahmslos edle, hilfreiche, sich liebevoll für ihre Kinder krummbuckelnde Eltern haben und diesen Maßstab auch an andere anlegen.

Dass Familienverhältnisse auch ganz anders aussehen können, blenden sie aus. Dass sie es damit für Kinder aus eben diesen schwierigen Familien noch schwerer machen, sich etwas eigenes zu erarbeiten, was über die Mitte hinausgeht, auch. Bewusst?

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katja78 14.08.2019, 16:18
213.

Zitat von morphyencore
Ihre Argumentation ist durchaus logisch und schlüssig. Grundsätzlich kann man den Anspruch auf die Versicherungsleistung aber auch abhänig von gewissen Bedingungen zu machen. In diesem Falle würde ich in jedem Falle das Vermögen der Eltern heranziehen (sonst wäre die Pflege wohl auch nicht finanzierbar). Über die Heranziehung der Kinder kann man sich dann durchaus streiten. Vielleicht wäre es ja gerecht eine entsprechende Erbschaftssteuer einzuführen, wenn man die Kinder aus der Unterhaltspflicht für die Eltern herausnimmt.
Aber die Eltern müsse doch eh ihr Vermögen aufbrauchen, bevor die Kinder überhaupt herangezogen werden?

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steppenwolf81 14.08.2019, 16:19
214. Solidargemeinschaft? Gibt es schon!

Mir, als in der Pflege Tätigen, war es immer schon rätselhaft, warum Pflegekosten nicht vollständig aus der Solidarkasse gezahlt werden. Bezahlt der Kranke im Krankenhaus seine Operation künftig selbst? Sicher, es gilt ein Maß einzuhalten, Luxusversorgungen fallen nicht darunter. Bewohner eines Pflegeheims schließen neben dem Miet- einen Pflegevertag ab. Gehen wir von ausreichend Einkommen für die Miete aus, bleibt die Pflege übrig. Dafür gibt es die weit unterfinanzierte Pflegeversicherung, deren Beiträge deutlich höher liegen müssten. Für alle, solidarisch. Es ist ganz gleich, wer aus welchen Gründen Kinder hat(te) oder nicht. Krankheit und Pflegebedürftigkeit (in aller Regel in Gemeinsamkeit auftretend und daher bei der Leistungsinanspruchnahme kaum auseinander zu dividieren) sind Schicksalsschläge und nicht freiwillig ausgewählte Leiden. Sie müssen solidarisch getragen werden, alles andere wäre unsozial.

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Glaubnixmehr 14.08.2019, 16:25
215. Brutto oder zu versteuerndes Einkommen

Auch bei einem Einkommen von mehr als 100000€ kann die Belastung zu hoch sein, z. B., wenn für die Erwerbstätigkeit ein Zweitwohnsitz erforderlich ist, mehrere Kinder zu versorgen sind, die Werbungskosten extrem hoch sind etc. Daher wäre das zu versteuernde Einkommen die gerechtere Wahl und zwar ohne Heranziehen des Schwiegerkindes.

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Glaubnixmehr 14.08.2019, 16:26
216. Brutto oder zu versteuerndes Einkommen

Auch bei einem Einkommen von mehr als 100000€ kann die Belastung zu hoch sein, z. B., wenn für die Erwerbstätigkeit ein Zweitwohnsitz erforderlich ist, mehrere Kinder zu versorgen sind, die Werbungskosten extrem hoch sind etc. Daher wäre das zu versteuernde Einkommen die gerechtere Wahl und zwar ohne Heranziehen des Schwiegerkindes.

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morphyencore 14.08.2019, 16:32
217.

Zitat von katja78
Aber die Eltern müsse doch eh ihr Vermögen aufbrauchen, bevor die Kinder überhaupt herangezogen werden?
Ich weiß und das ist auch in jedem Falle richtig so, dass das eigene Vermögen für die eigenen Pflegekosten herangezogen werden. Dies ist dann auch die Bedingung dafür, dass die Leistungen der Pflegeversicherung fließen können. Die Frage war ja, ob auch die Einkommen/Vermögen der Kinder als Bedingung herangezogen werden sollen.

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so-long 14.08.2019, 16:54
218. Steilvorlage

für den Missbrauch, da größere Bevölkerungsanteile davon "betroffen" sein werden: die jetzt zum Pflegefall gewordenen Eltern räumen ihre Konten ab und die Allgemeinheit soll dann zahlen, weil nichts mehr zu holen ist und die Angehörigen außen vor bleiben.
Wieder ein SPD-Gesetz vom Feinsten. Wann hört dieses irrsinnige Geld verschleudern auf?

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so-long 14.08.2019, 16:57
219. Umgekehrt passt es:

Zitat von vogtnuernberg
Gesellschaftliche Segregation nun auch in Pflegeheimen. Die Gutverdiener mit über 100.000 Euro brutto per anno werden ihre Eltern einfach über eine angestellte Pflegehilfe pflegen lassen und sicher nicht in ein Pflegeheim geben. In diesem Sinne: Pflegeheime werden wie Schulen weitere Segregation erleben. Und das so gut sein?
über 100Tsd kommt eine (illegale) (zB) Polin nach Hause, die Heimbewohner werden zu 100% von der Allgemeinheit alimentiert, nachdem rechtzeitig die Konten geräumt wurden. Dort wo der Staat für Kosten aufkommt, haben Fässer keinen Boden.

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