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Ein Tag als DHL-Zusteller: Wenn der Paketbote vergeblich klingelt
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Das ist so nervig: Paketzusteller klingeln nicht, sondern werfen einfach nur Benachrichtigungen in den Briefkasten. Moment, stimmt das wirklich? Ein Selbstversuch als DHL-Bote. Von Nicolai Kwasniewski

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globalundnichtanders 08.07.2016, 13:16
1.

"Das ist so nervig: Paketzusteller klingeln nicht, sondern werfen einfach nur Benachrichtigungen in den Briefkasten. Moment, stimmt das wirklich?"

Natürlich stimmt das. Und manchmal werfen sie noch nicht einmal eine Karte ein sondern geben das Päckchen einfach beim nächsten Schreibwarenladen ab, der nebenbei Post spielt. Da muss man dann auf gut Glück hinfahren oder das Päckchen geht kommentarlos wieder zurück an den Absender.

Ansonsten beliebt sind nach Rauch stinkende Pakete, aufgerissene Pakete und vollkommen zusammengestauchte Pakete. Schuhabdrücke auf den Paketen habe ich auch schon erlebt...

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tweakimp 08.07.2016, 13:24
2. Und nun?

Die Benachrichtigungsquote ist anscheinend so hoch, weil die Angestellten unter Zeitdruck stehen. Dafür kann ich als Kunde auch nichts. Wenn ich zu Hause bin, kann ich doch annehmen, das zumindest bei mir geklingelt wird? Nein, stattdessen wird über den Zeitdruck das erhöhte Aufgebot erst auf den untersten Arbeiter und damit dann auf schlechteren Service abgewälzt.

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Lektorat Berlin 08.07.2016, 13:27
3. Moment, stimmt das wirklich?

Bei uns (Berlin-Schöneberg), 3.Stock, Altbau, Fahrstuhl nur mit Schlüssel, stimmt es DEFINITIV!
Nur in SEHR seltenen Ausnahmefällen begibt sich ein Zusteller tatsächlich einmal in den 3.Stock. Standard ist das "konnte-leider-nicht-zugestellt-werden"-Kärtchen am Tag NACH der avisierten Lieferung. Und das, obgleich bei uns IMMER jemand zuhause ist.
Unsere Nachbarin auf demselben Stockwerk (ebenfalls IMMER zuhause) ist gehbehindert und körperlich gar nicht in der Lage, sich ihre Pakete selbst von der Post abzuholen; deshalb hat sie (die auch, wie ich, im Medienbereich tätig ist) richtig ein Fass aufgemacht, ist im Rahmen einer Reportage über die DHL-Presse gegangen und hat über die _betrügerische_ Weise, Entgelt (Porto) zu nehmen, die mit dem Entgelt vergütete Leistung (Lieferung!) aber nicht zu erbringen, berichtet - aber: alles für die Katz.
Wer hier im Zustellbezirk nicht maximal im Hochparterre wohnt, hat keine Chance, von der DHL tatsächlich seine Zustellung zu erhalten, auch nicht per sog. 2.-Zustellung. Und eine Beschwerde wird nach 4 Wochen (!) mit einem Standardtextbaustein beantwortet. Ein SKANDAL, die absolute Frechheit!
Einzige Notlösung: Wo immer ein Onlne-Anbieter mehrere Logistik-Unternehmen zur Auswahl bietet: den jeweils anderen als DHL nehmen.

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Katzenkönig 08.07.2016, 13:34
4. Paketzusteller? - Sicher kein Traumberuf...

Ich, aus meiner bescheidenen Erfahrung heraus, kann nur sagen, dass ich in den letzten Jahren keine große Not mit der Paketzustellung habe. Bisher ist immer alles eingetroffen, meist pünktlich, und ansonsten doch im vorgegebenen Zeitfenster. (Falls doch einmal etwas auf dem Postweg verloren ging, ist bisher immer alles reibungslos erstattet worden...) Meine Paketabholstellen liegen in nächster, bis näherer Umgebung.
Man sollte einfach zur Kenntnis nehmen, dass es dem Zeitgeschehen geschuldet ist, - und man davon ausgeht, - dass jedwede Bestellung, Lieferung, umgehend und fast sofort zu erscheinen habe!
Nun, die meisten werden sich erinnern, es gab auch andere Zeiten, wo man wochenlang auf irgendein Paket warten musste...

Also anbetracht der Tatsache, was man als pseudoselbstständiger, oder doch zumindest nicht reich entlohnter Paketzusteller verdient, zolle ich den Herren meinen Respekt!

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Bobby Shaftoe 08.07.2016, 13:35
5.

Besonders spaßig: Mit der Zustellungskarte zur Postfiliale latschen und sich den Spruch anhören müssen: "Ihr Paket ist nicht da, der Fahrer hat es heute nicht mehr geschafft". Nicht mehr geschafft? Das weiß ich bis heute nicht. Ich kann nur mutmaßen: Heckenschützen, Riesenloch in der Straße, Milzbrand oder Tank leer.

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MissMorgan 08.07.2016, 13:36
6. DHL, Hermes etc

Es ist doch bei allen gleich. Zeitdruck, Stress und dann noch Faulheit.
Meine Briefträger der Deutschen Post AG schicken jede Post an mich zurück. Zuerst bekam der Absender die Fehlinformation: "unbekannt verzogen", jetzt gibt es eine neue Zustellerin. Bei der Dame bekommt der Absender die Information "Annahme verweigert". Vier Stockwerke sei nicht zumutbar, das Postfach wurde von Seiten der Post gekündigt.
Seitdem bemühe ich mich, mit Faxen und eMail zurecht zu kommen. DHL Paketdienst läuft, Hermes nicht. Aber das ist Fahrerabhängig. Beschwerden interessieren doch keinen mehr, notfalls erhöht man eben das Porto. Völlig frustriert

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sila1944 08.07.2016, 13:36
7. Stimmt genau

Mir ist es 2 mal hintereinander passiert, dass der Zusteller eines Paketdienstes (nicht DHL) 2 verschiedene Sendungen zurückgehen ließ. Ohne Benachrichtigungen!!!! Die jeweiligen Versender haben mich nach Rücklauf kontaktiert, so dass ich erst von denen erfuhr, dass die Sendung für mich überhaupt in den Versand kam. Es ist also Aufgabe der Paketdienste, ihr Personal stärker zu kontrollieren. Nicht nur auf Zustellung sondern auch auf Diebstahl, denn Sendungen für mich wurden geöffnet und der Inhalt gestohlen. Ein Phänomen mit offensichtlich hoher Dunkelziffer!

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DrStrang3love 08.07.2016, 13:37
8.

Zitat von
Das ist so nervig: Paketzusteller klingeln nicht, sondern werfen einfach nur Benachrichtigungen in den Briefkasten. Moment, stimmt das wirklich?
Bei Hermes stimmt das definitiv, ja.

Ich hatte sogar schon den Fall gehabt, dass ich die Benachrichtigung vom Vortag mit einer Erlaubnis zum Abstellen des Pakets auf der Fensterbank in unserem Hausflur unübersehbar an die Eingangstür geklebt hatte… und der Hermes-Paketbote die neue Benachrichtigung genau daneben gepappt hat.

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Anton 100 08.07.2016, 13:37
9. Beschwerden berechtigt

Die Beschwerden sind zum größten Teil berechtigt. Das Standardverfahren von DHL-Zustellern: 1x kurz klingeln, während dessen schon Benachrichtigungsschein ausfüllen. Wenn man als Empfänger in der Zeit am Telefon war, hat man Pech gehabt. Bis man dazu kommt, an die Sprechanlage zu gehen, ist der Paketzusteller bereits wieder weg. Außerdem scheinen nicht alle Paketzusteller zu wissen, dass es neben den ehem. "Postämtern" inzwischen auch Post-/DHL-Filialen in Läden gibt, oft gleich um die Ecke. Wenn einer Ortskenntnis hat, dann gibt er das Paket dort zum Selberabholen ab (schon vorgekommen). In den meisten Fällen aber sind die erwähnten 10 km zur offiziellen Postfiliale fällig. Hängt das auch damit zusammen, dass die Zusteller permanent wechseln und viele kaum der deutschen Sprache mächtig sind, also wohl auch keinerlei Ortskenntnis haben?

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