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Ein Tag als DHL-Zusteller: Wenn der Paketbote vergeblich klingelt
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Das ist so nervig: Paketzusteller klingeln nicht, sondern werfen einfach nur Benachrichtigungen in den Briefkasten. Moment, stimmt das wirklich? Ein Selbstversuch als DHL-Bote. Von Nicolai Kwasniewski

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Lektorat Berlin 08.07.2016, 21:50
140. Respekt

Zitat von shuttle-xpress
Bevor sich der eine oder andere hier beschwert sollte er selber mal als Paketzusteller arbeiten. 99,9 % würden dann anders reden und die Zusteller auch mit viel mehr Respekt behandeln! Für alle die sich hier beschweren das die Zusteller Abstellgenehmigungen nicht berücksichtigen sollten mal drüber nachdenken warum? Ein einfaches Beispiel: Apotheken Sendungen dürfen nicht per Abstellgenehmigung zugestellt werden. Weil was ist wenn ein Kind das Paket findet und aufmacht und die schönen bunten Pillen essen tut? Oder ein anderes Beispiel: Identprüfung dürfen auch nicht per Abstellvolmacht zugestellt werden! Fazit: Viele kennen überhaupt nicht was so ein Zusteller darf oder auch nicht aber beschweren sich und oder geben überall ihren Senf dazu
ist was Gegenseitiges, lieber Forist.
Ihren "Senf-dazu-geben"-Worten entnehme ich, dass Sie selbst es mit dem Respekt anderen gegenüber nicht so ernst nehmen wie mit dem Respekt, den sie von anderen - zu Recht - einfordern...

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markus_wienken 08.07.2016, 21:52
141.

Zitat von zarneank
Liebe Kunden (die zuerst einmal eigentlich keine sind), ich bin DHL-Zusteller in einer mittelgroßen deutschen Großstadt und es nervt mich stets zu über 90% Beschwerden von Menschen in den Kommentaren zu lesen, welche sich mit der Welt der Paketdienste beschäftigen. ... Zuerst einmal sind die Kunden der Paketdienste nicht die Empfänger, sondern die Absender - d.h., dass wenn das Paket beim Kunden, beim Nachbarn oder in der Filiale abgegeben wurde, ist der Vertrag das Paket betreffend juristisch erfüllt. Des Weiteren sind es Menschen, die die Pakete ausliefern - was will ich damit sagen - wenn junge Menschen (von 18 - 30) im 3. oder 4. Stock wohnen und der (meist ältere) Paketzusteller ohne ein Danke das Paket an der Wohnungstür abgibt (und sie nicht einmal entgegenkommen), frustriert ihn das spätestens beim 10. Mal - und er wird seine Pflicht dann lieber nur noch juristisch erfüllen (beim Nachbarn im EG abgeben oder die Filiale)...das kann ich mir bei vielen Zustellern vorstellen...zurecht. Zudem ist es in manchen oder vll sogar vielen Häusern sehr schwer Pakete loszuwerden (zum einen nehmen Nachbarn nie für Nachbarn ab, weil sich keiner in dem Haus leiden kann, oder der Stammbesteller holt seine Pakete immer erst nach Tagen ab, wenn er mal Lust dazu hat)...und so wird der Zusteller, wenn er einen Tag (oder wahrscheinlich fast alle Tage) sehr viele Sendungen auf der Tour hat, nur beim Empfänger klingeln und sich aus Erfahrung die Nachbarn sparen. ... Aber auch bei mir auf der Runde gibt es Leute, bei denen ich nur sehr ungern zustelle...aus folgenden Gründen: es wird heute verlangt, dass der Versand kostenlos ist...die Retour kostenlos ist...dass das Paket am besten nach 24 h schon da ist...und am besten noch in die Wohnung gestellt wird...und man bekommt noch nicht mal ein Dankeschön. Was glauben die Leute eigentlich, warum die Zusteller so schlecht bezahlt werden, wenn keiner mehr den Versand bezahlen will. Wenn ich bei Leuten auf meiner Zustelltour das Gefühl habe, dass sie eben diese Form von unreflektierten Konsummenschen sind, dazu noch angemault werde, warum das Paket erst jetzt kommt oder ähnliches, kommt es auch mal vor, dass sie zur Filiale müssen...wir sind alle Menschen...und müssen uns gegenseitig erziehen. Beste Grüße ein DHL-Zusteller
Jain

Ein Dankeschön sollte eigentlich selbstverständlich sein, den Paketboten entgegen kommen tu ich in der Regel allerdings auch nicht (außer ich weiß, dass ich etwas sehr schweres erwarte).
Es mag für den Paketboten frustrierend sein, gehört aber nun einmal zum Berufsbild und wenn er (oder sie) sich dann auf die juristische Ebene zurückzieht, wird es Zeit den Job zu wechseln.
(Ich habe als Student mehrere Jahre im Callcenter gearbeitet, was man da erlebt geht auch auf keine Kuhhaut, dennoch darf man sich das nicht anmerken lassen, daher kann ich nachfühlen wovon Sie hier schreiben)
Was die Bezahlung von Paketbote angeht...hört sich jetzt hart an, aber das interessiert mich nicht und ich fühle mich dafür auch nicht verantwortlich. Organisiern Sie ich und streiken Sie, wenn Sie mehr haben wollen.

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markus_wienken 08.07.2016, 21:54
142.

Zitat von shuttle-xpress
Wenn ihr alle über die Paketdienste schimpft dann kauft es doch im Einzelhandel um die Ecke und schon muss sich keiner mehr über die Zusteller und deren Bosse beschweren. Aber warum wird den bestellt? Weil viele keine Lust haben das Zeug nach Hause zu tragen! Also sollte sich jeder doch mal selber an die Nase greifen! Und wenn jeder nur ein wenig mehr beim im Einzelhandel kauft sichert man Arbeitsplätze und unterstützt auch noch die eigene Region!
Das Argument wurde bereits gebracht.
Warum etwas bestellt wird spielt keine Rolle, ich erwarte für eine bezahlte Dienstleistung (Porto) einen entsprechenden Gegenwert und wenn der nicht erbracht wird hat man das Recht sich zu beschweren, ganz einfach.

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bernd.stromberg 08.07.2016, 22:08
143. Kleiner Einwand

Zitat von zarneank
(...) es wird heute verlangt, dass der Versand kostenlos ist...die Retour kostenlos ist...dass das Paket am besten nach 24 h schon da ist...und am besten noch in die Wohnung gestellt wird...und man bekommt noch nicht mal ein Dankeschön. Was glauben die Leute eigentlich, warum die Zusteller so schlecht bezahlt werden, wenn keiner mehr den Versand bezahlen will. (...)
Erstmal verstehe ich die Perspektive der Paketzusteller schon - ein harter Job, Zeitdruck, undankbare Empfänger usw.

Aber dass "niemand für den Versand bezahlen will" stimmt erstmal nicht - als Privatkunde zahle ich in der Filiale bei Abgabe eines Standardpakets bis 5 Kg 6,99€.

Das ist in meinen Augen jetzt nicht unbedingt spottbillig.

Dass Versand und Retouren "kostenlos" sind ist auch Quatsch - Onlinehändler erlassen dem Kunden meist ab einer gewissen Höhe die Versandkosten - das geht aber zu Lasten des Händlers, der die Beförderung ja so oder so bezahlt. Er hat dies lediglich ab einem gewissen Bestellwert eingepreist.

Der Versandhändler zahlt pro Paket die Versandkosten bei DHL - ob er dem Empfänger (Kunden) die am Ende in Rechnung stellt oder nicht, kann dem Versandunternehmen im Grunde egal sein.

Außerdem ist das das typische HenneEi Problem: der Zusteller sagt er gibt sich nicht viel Mühe beim erledigen seiner Arbeit, weil er schlecht bezahlt wird, und das weil die Kunden zu geizig wären.

Die Kunden wieder rum fragen sich warum sie 6,99€ für die Beförderung eines Standardpakets zahlen, wenn sie am Ende dann dafür grottenschlechten Service und Ärger haben.

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Lektorat Berlin 08.07.2016, 22:09
144. ???

Zitat von zarneank
... und sie nicht einmal entgegenkommen), frustriert ihn das spätestens beim 10. Mal - und er wird seine Pflicht dann lieber nur noch juristisch erfüllen (beim Nachbarn im EG abgeben oder die Filiale)...das kann ich mir bei vielen Zustellern vorstellen...zurecht. ... unreflektierten Konsummenschen
1. Es ist NICHT Aufgabe des Adressaten, dem Zusteller entgegenzukommen, es ist (bezahlte!) Aufgabe des ZUSTELLERS, _zuzustellen_! Und zwar beim ADRESSATEN höchstselbst, in welchem Stockwerk auch immer der wohnen mag.
Es ist bezeichnend für offenbar etliche Ihrer Kollegen, dass Sie sich da eine etwas eigenartige Arbeitsplatzbeschreibung selbst zusammengezimmert haben.
Und Sie sind schwer im Irrtum, wenn Sie glauben, "juristisch erfüllt'" zu haben, wenn Sie beim Nachbarn oder in der Filiale abladen.

2. Diesen "unreflektierten Konsummenschen" verdanken Sie überhaupt nur Ihren Job. Wenn es diese "unreflektierten Konsummenschen" nicht gäbe, gäbe keinen Postzustelldienstbedarf. Mal darüber nachgedacht?
Ihren Ausführungen entnehme ich jedenfalls, dass Sie in jedem anderen Job auch nur an der Kundschaft herummeckern und DEREN tatkräftige Unterstützung bei IHRER Arbeit einfordern würden.
"kommen noch nicht einmal entgegen" - ts, ts, ts, ich fass es nicht!
Allmählich wundert mich gar nichts mehr.

Im übrigen habe ich "meist ältere" Zusteller überhaupt noch nie gesehen; der Älteste, der hier in der Gegend mal gesehen ward, war maximal 35.

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karend 08.07.2016, 22:09
145. .

Erst heute wieder: Der Paketbote hat nicht geklingelt –jedenfalls nicht bei mir. Zumindest hat er dieses Mal eine Benachrichtigung im Briefkasten eingeworfen. Beim letzten Mal fehlte selbst die. Da half nur die Paketverfolgung, um herauszufinden, bei wem meine Sendung abgegeben wurde.

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trader_07 08.07.2016, 22:11
146. Sie missverstehen da was völlig...

Zitat von Lektorat Berlin
Der Kunde bezahlt für eine Dienstleistung, die _systematisch_ nicht erbracht wird. Und das ist 1. Betrug und 2. auch noch eine Sauerei, weil Sie als Kunde keine Möglichkeit haben, sich gegen diesen systematischen Betrug zu wehren.
Sie missverstehen da was völlig. Nicht Sie, der das Paket erhält, sind der Kunde. Kunde ist der, der das Paket verschickt! Und wenn das Paket Ihnen zugestellt wird (egal ob Ihnen persönlich oder einem Nachbar oder ob Sie es irgendwo abholen müssen) ist der Auftrag des Kunden einwandfrei erfüllt.

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blitzunddonner 08.07.2016, 22:17
147. und auch wenn es klingelt! bis ich an der tür bin, ist der weg.

und auch wenn es klingelt! bis ich an der tür bin, ist der weg.

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Lektorat Berlin 08.07.2016, 22:18
148. Würde ich

Zitat von axinja
Mein Vorschlag: Falls es wirklich zu den aufgeführten Problemen kommt: Gebt den Leuten ein ordentliches Trinkgeld, dann machen sie sich zukünftig lieber die Mühe, in den dritten, vierten... Stock zu laufen.
liebend gern und tue ich auch bei allen, die sich hier tatsächlich hoch verirren - und ein paar nette Worte und ein Pralinchen oder bei großer Hitze ein Eis am Stiel auf die Hand gibt's sogar noch dazu (und zwar gern und von Herzen!), nur leiderleider: Von der DHL verirrt sich hier so gut wie nie jemand über das Hochparterre hinaus... :-(

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paul_werner 08.07.2016, 22:21
149.

Zitat von turdferguson
Ich wohne in einem vierstöckigen Haus mit je drei Parteien pro Etage - macht 12 Parteien. Die Klingeln sind allerdings in zwei Spalten a sechs übereinander angeordnet. Ich wohne im dritten, meine Klingel ist aber unglücklicherweise in der obersten Reihe. So meint der Zusteller wohl, ich wohne im -nicht existenten- sechsten Stock. Ich arbeite von zuhause, aber bekomme nur etwa jedes 8. bis 10. Paket tatsächlich zugestellt. Zweimal dieses Jahr habe ich mit Glück den DHL-Zusteller beim Karteneinwurf gestellt, weil ich den jeweiligen Fahrer aus dem Fenster kommen gesehen habe und sofort runter gerannt bin. Ausrede: "ich habe geklingelt!" Ja, nix. Beschwerden bringen natürlich ebenfalls keine Änderung. Beste Quote bei mir (Hamburg Eimsbüttel): Hermes. Trotz desaströser Leistung nur Vorletzter: DHL, noch unterboten von DPD, und zwar deutlich.
Meine Rede, wie bei mir. Hamburg in der Mitte. Home Office. Immer jemand da. Der Mann von Hermes ist der Götterbote meiner Wahl. Hat geflügelte Schuhe, die ihn bis in die höchsten Etagen tragen.

Schlimmste Diven, seit ein paar Jahren, sind die Nichtzusteller von DHL. Waren vor fünf Jahren, als es noch feste Stammzusteller gab, die allerbesten. Immer dieselben Gesichter, freundlicher Umgang, vorhersehbare Zustellzeiten. Heute: Wenn die Nachbarn im EG oder maximal 1. OG nicht annehmen - ab in die Filiale oder gleich zurück ("Empfänger nicht gefunden"). Zweitzustellung: Noch NIE erlebt, aber oft in der Sendungsverfolgung als "nicht erfolgreich" behauptet.

DPD bei mir: nix zu meckern.

Deshalb mein Fazit: Es kommt nicht (so sehr) auf die Firma an, sondern ob der einzelne Zusteller motiviert ist oder eben nicht. An diesen 10-Euro-Arbeitern hängt der Erfolg von Amazon, Zalando und wie sie alle heißen.

Aber niemand beauftragt so ausbeuterische Subsubsubunternehmer wie DHL. Da kommt beim Zusteller fast nichts mehr an. Wer da arbeitet und einigermaßen plietsch ist, hat nach drei Wochen einen besseren Job anderswo. Oder stellt selber Leute ein.

PS: Was die Klingel angeht: Die Hausverwaltung soll mal einen Elektriker kommen lassen. Wohnung oben, Klingel oben. Nur eine Frage der Verdrahtung.

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