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Ein Tag als DHL-Zusteller: Wenn der Paketbote vergeblich klingelt
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Das ist so nervig: Paketzusteller klingeln nicht, sondern werfen einfach nur Benachrichtigungen in den Briefkasten. Moment, stimmt das wirklich? Ein Selbstversuch als DHL-Bote. Von Nicolai Kwasniewski

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Hilfskraft 08.07.2016, 16:26
80. stimmt ...

Zitat von globalundnichtanders
"Das ist so nervig: Paketzusteller klingeln nicht, sondern werfen einfach nur Benachrichtigungen in den Briefkasten. Moment, stimmt das wirklich?" Natürlich stimmt das. Und manchmal werfen sie noch nicht einmal eine Karte ein sondern geben das Päckchen einfach beim nächsten Schreibwarenladen ab, der nebenbei Post spielt. Da muss man dann auf gut Glück hinfahren oder das Päckchen geht kommentarlos wieder zurück an den Absender. Ansonsten beliebt sind nach Rauch stinkende Pakete, aufgerissene Pakete und vollkommen zusammengestauchte Pakete. Schuhabdrücke auf den Paketen habe ich auch schon erlebt...
... alles auch erlebt.

Klingeln, man drückt auf, der Zusteller kommt nicht rauf, sondern drückt dem zufällig ins Haus kommenden Fremden die Post in die Hand und haut ohne Zettel im Kasten ab.
Der hat die Sendung ja zugestellt.
Nur Mist, wenn diese Sendung hätte quittiert werden müssen, weil man sie so bestellt und auch so bezahlt hatte.

Oder, gibt die Sendung im benachbarten Geschäft ab, ohne dass einen jemand informiert.
Natürlich holt die dann auch niemand ab und die Sendung geht zurück an den Absender mit "Annahme verweigert"

Oder, man lässt an eine Paketstation liefern, was passiert, der Zusteller klingelt bei einem Zuhause und wenn dann keiner da ist ... s.o.

Oder, umgekehrt. Man bestellt nach Hause, weil man da ist. Der Zusteller bringt es aber in die Paketstation. Man sollte auch dann seine mails checken, da sonst das gute Teil einfach wieder zurück an den Absender geht.

Sicher tun mir die Zusteller leid, aber ich tue mir dann auch leid und fühle mich wegen dieser Spielchen dann doch ein wenig verar... von DHL.

Dann lache ich doch bei dem neuesten Slogan, man würde auf Vereinbarung auch abends ausliefern.
Schön! Hoffentlich dann nicht in die Mülltonne!

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rb-berlin 08.07.2016, 16:33
81. Manche versuchen es gar nicht erst

In Köln habe ich mal, allerdings schon vor ein paar Jahren, einen DHL-Fahrer beobachtet, der in eine Parkbucht gefahren ist, sich eine Kippe angesteckt hat und dann ungefähr zwanzig Benachrichtigungen ausgefüllt hat. Im Laderaum hat er dann noch die Adressen abgeglichen und ist mit den zwanzig Kärtchen einmal um den Block gegangen, um sie alle zu verteilen. Er hat nicht mal den Versuch unternommen, auch nur ein Paket aus dem Wagen zu heben.
Obwohl das sonst nicht meine Art ist, habe ich die Autonummer des Wagens notiert (Kamera hatte ich leider nicht dabei) und den ganzen Vorfall bei DHL gemeldet. Eine Antwort habe ich nie bekommen.

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waechstwiebloed 08.07.2016, 16:35
82.

Zitat von tweakimp
Die Benachrichtigungsquote ist anscheinend so hoch, weil die Angestellten unter Zeitdruck stehen. Dafür kann ich als Kunde auch nichts. Wenn ich zu Hause bin, kann ich doch annehmen, das zumindest bei mir geklingelt wird? Nein, stattdessen wird über den Zeitdruck das erhöhte Aufgebot erst auf den untersten Arbeiter und damit dann auf schlechteren Service abgewälzt.
Wenn die Löhne besser wären, käme bestimmt auch der Service nicht zu kurz. Aber einen Minimindestlohn für solch "niedere" Arbeiten, halten viele Foristen schon für in Ordnung. Bis sie merken, daß diese Dienstleistung sehr wohl ihren Wert hat, wenn sie feststellen, daß z. B. ihre Pakete nicht geliefert werden.

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markus_wienken 08.07.2016, 16:36
83.

Zitat von schgucke
die letzten Sachen, die ich beruflich über Amazon kaufte, wurden von deren eigenen Auslieferern bedient. da kam nicht die Ware, sondern die Email, dass meine Rücksendung eingetroffen sei und in Kürze das Geld rücküberwiesen werde. in der Sendungsverfolgung standen dann mehrere vergebliche Zustellversuche (kann nicht sein) und dann angenommen mit gefälschtem Firmenname und Rücksendung. als ich noch im vierten Stock ohne Lift wohnte, wurde gar nix hochgebracht, sondern bis auf Briefe ALLES beim Hausmeister in dessen EG-Wohnung abgeladen.
Amazon hat eigene Auslieferer?
Seit wann und wo denn das?

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markus_wienken 08.07.2016, 16:39
84.

Zitat von bold_
Wenn diese Firma sich auf ihren natürlichen Lebensraum = die USA beschränkt hätte, gäbe es keinen Anlaß für solche Artikel! Deren Dominanz ist wirklich zum K. - bei Computerbild, z. B., führen 99% aller Links auf diese Geierfirma. Und solche Suchmaschinen wie idealo.de braucht man gar nicht mehr zu bemühen - die Plätze 1 bis 99 sind sowie in der Hand von A - mit den von ihr kontrollierten "Marktplätzen". Na ja, man weiß ja, wer idealo.de betreibt...
Was hat der Auftraggeber mit dem schlechten Service des Dienstleisters zu tun?
Erschließt sich mir nicht

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paul_werner 08.07.2016, 16:51
85. Dauert Halt Länger

Zitat von phekie
Wenn er vergeblich klingelt, kann das nur bedeuten, dass eine Fehlfunktion der Klingel vorliegt. Somit war der Erreichbarkeits- und Zustellversuch vergebens. :-)
Meiner (nun ja, ich hab' ihn noch nie leibhaftig gesehen) klingelt weder vergebens (ich vergeb ihm auch nix) noch vergeblich. Er klingelt VORGEBLICH. Das heißt, er behauptet, er habe geklingelt, es sei aber keiner da. Deswegen landet das Paket in der Filiale.

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ambjoernsen 08.07.2016, 16:54
86. Knochenmühle DHL

Ich war bis vor kurzem selber Zusteller bei dem Unternehmen und habe dort über mehrere Jahre in Vollzeit gearbeitet. Dies im Übrigen als sog. Abrufkraft, also aufgrund von Tagesverträgen, die jeweils morgens vor der Schicht unterschrieben wurden. Konsequenz: Kein Beschäftigungsanspruch, kein Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber im Krankheitsfall, kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Dafür habe ich robotert, wie alle anderen. Wie der Autor richtig schildert, bleiben dem Zusteller statistisch pro Paket etwa 2,5 Minuten. Das allerdings nur, wenn tatsächlich "nur" 150 Pakete anfallen. Davon können viele Mitarbeiter nur träumen. 200 Sendungen und mehr sind oft Alltag. Ich habe mir lange Zeit ein preußisches Arbeitsethos erhalten. D.h.: Es wird grundsätzlich immer und ohne jede Ausnahme geklingelt, wenn es sein muss bei allen Parteien des Wohnhauses. Auch bei denen im letzten Stock. Ich habe es als sportliche Herausforderung gesehen, den Wagen leer zu bekommen. Wenn Sie aber jeden Tag, fünf Tage in der Woche, immer ans Limit gehen müssen, insbesondere körperlich, wenn der tickende Uhrzeiger der Peitsche-schwingende Sklavenhalter ist und Sie schon das zwanzigste Mal ein oberes Stockwerk erklommen haben, dann ist irgendwann die Batterie leer. Ich gebe es zu: Irgendwann bin ich dazu übergegangen, in einem solchen Fall zunächst die Nachbarn in den unteren Stockwerken anzuklingeln. Nur wenn dies keinen Erfolg zeigte, habe ich in den sauren Apfel gebissen und oben geklingelt. Benachrichtigt habe ich in diesen Situationen allerdings nie. Soweit das beschriebene Arbeitsethos. Wenn aber die im Vergleich zur Stammbelegschaft deutlich schlechter bezahlten Kollegen für denselben Knochenjob deutlich weniger ausgezahlt bekommen, dann soll sich die Post AG nicht wundern, dass die Motivation -gelinde gesagt- gering ist.

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Darjaan 08.07.2016, 17:04
87.

Kann ich alles nicht bestätigen. Unsere Paketzusteller (Aachen) sind sehr bemüht, die Pakete an den Kunden abzuliefern und nicht an die Paketstation.
Wir haben hier aber auch eine funktionierende Nachbarschaft, welche die Pakete vertretungsweise annimmt.
Unsere Pakete gegen zu 50% an den Nachbarn sowie auch wir 1-2x pro Monat ein Paket für Nachbarn annehmen.
Ich kann mich nicht erinnern, ein Paket jemals an einer Paketstation abholen zu müssen.

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gctuser 08.07.2016, 17:08
88.

man darf wohl davon ausgehen, dass die McKinsey, Deloitte et al Prozessoptimierungs-Genies noch die ein oder andere Geißel für Kunden, Zusteller, Postangestellte bereithalten.

Dass sie dafür gefeiert werden ist zudem gesichert - bei den Geldsäcken, die sie einstecken, müssen die Lösungen ja brilliant sein!

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Kritik 08.07.2016, 17:09
89.

Zitat von spon-facebook-10000404849
Bei uns (GL) klingelt der nette DHL-Mann und selbstverständlich nimmt jeder in unserer Ecke auch Pakete für die 5 oder 7 nächsten Nachbarn an. Macht doch allen Beteiligten das Leben wesentlich leichter. Danke DHL-Mann!
Das Annehmen solcher Pakete sollte eine selbstverständliche Nachbarschaftshilfe sein, natürlich vorausgesetzt, der Empfänger wird mittels Karte benachrichtigt und der Nachbar übernimmt keine juristischen Pflichten (ausser die Sorgfaltepflicht für die entgegengenommene Sendung). Aber wenn man wirklich ein guter Nachbar ist, sollte es wirklich keine Probleme geben

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