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"Eine einzige Katastrophenveranstaltung": Bahn-Aufsichtsrat prangert eigenes Unterneh
picture alliance/ DPA/ Britta Pedersen

Verspätungen, technische Probleme, kaum Geld: Der Zustand der Deutschen Bahn ist desolat, schimpft Bahn-Aufsichtsratsmitglied Klaus-Dieter Hommel. Die Linke fordert, die Bahn wieder zu verstaatlichen.

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lapje 23.12.2018, 15:33
1. Das Beispiel Bahn...

...zeigt deutlich, das Dinge wie öffentlicher Nah- und Fernverkehr, Gesundheitsversorgung, Energieversorgung, Telekomunikation sowie Post- und Paketdienste nicht ausschließlich in private Hand gehören. Zusatzdienste ja, aber die Grundversorgung muss staatlich sein.

Der FDP liebstes Kind "Privat vor Staat" hat deutlich gezeigt, welche Konsequenzen diese haben: Desolate Arbeitsbedingungen und Notstand an Personal. Da muss man nur einen Blick in Krankenhäuser werfen, die privatisiert wurden.

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georg.groeg 23.12.2018, 15:34
2. Oben anfangen mit dem Sparen

Was verdienen die verantwortlichen Manager? Fahren sie immer mit dem Dienstwagen, fliegen sie? Alle sollten verpflichtet werden, täglich und zu allen Veranstaltungen immer 2. Klasse mit der Bahn zu fahren.
Mal sehen, ob sich dann was tut, wenn diese Leute selbst täglich miterleben, wie das so ist, mit der Bahn unterwegszu sein.
Wissen die wirklich, wovon sie reden?

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jaka778 23.12.2018, 15:38
3. Hauptsache der Haushaltsüberschuss steigt

Öffentlicher Nah-, Fern- und Güterverkehr ist ein Gut des Gemeinwesens, es ist nicht nachvollziehbar, dass wir die Verantwortung unsere Infrastruktur nicht stärker staatlich wahrnehmen sondern uns stattdessen marode sparen. Überall da wo wir starke Netze brauchen wird gespart - der Investitionsstau wird in wenigen Jahren nicht mehr einzuholen sein

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klichti 23.12.2018, 15:38
4. Die Politik soll sich aus der Infrastrukturplanung heraushalten

Gründe sind laut FDP-Buschmann "schlechtes Management und unzureichende Aufsicht". Also Führungsversagen auf breiter Front. Statt daß man also dieses strukturelle Problem mal aus der Welt schafft, soll genau dieses Problem, nämlich " Verkehrsminister Scheuer und der Vorstand" gefordert werden - was immer das heißen mag.

MIR gefällt das Rezept aus der Mottenkiste, die Bahn hat damals so reibungslos funktioniert für uns Nutzer, daß sie als total bieder und langweilig galt.

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RalfHenrichs 23.12.2018, 15:39
5. Verkauf der ausländischen Töchter und

Einstellung von Stuttgart 21 - und mit einem Schlag stünden Milliarden Euro zur Verfügung, die dann "nur" noch sinnvoll investiert werden müssen. Die Bahn hat also ausreichend Geld, sie gibt es aktuell nur völlig verkehrt aus.

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mimas101 23.12.2018, 15:46
6. Hmm Tja

Kommt davon:
Rückbau der Bahn zu Gunsten von Autobahnen und Individualverkehr, aus dem Ruder laufende Monster wie S21, Renditefokusierung weil Privatisierung...
Da ist zu lange zu viel schief gelaufen und Berlin trägt da auch reichlich Mitschuld an der Misere. Auf jeden Fall, wenn man die Bahn wieder attraktiv machen will wirds ziemlich teuer und langwierig werden.

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qwertreiber 23.12.2018, 15:46
7. Aufsichtsrat selbst in der Verantwortung

Erstaunlich, dass diese scheibar so offensichtliche Verhaltensweise )"Die Bahn ist über Jahre auf Verschleiß gefahren worden") scheinbar in nicht ausreichender Weise seitens der verantwortlichen Aufsichtsräte adressiert und korrigiert wurde. Offensichtlich sollte der AR und Vorstand komplett neu bestückt werden mit Menschen, die wenigstens was von Management verstehen.

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Frank Klipp 23.12.2018, 15:46
8. Putzig...

Da kontrolliert man ein Unternehmen seit Jahrzehnten, schiebt Staatsgelder konsequent in andere Infrastrukturen, setzt ein rein am Ergebnis orientiertes Management ein. Und jetzt: Entrüstung! Unverständnis! Wechsel der Köpfe! Nein, das einzige, was anzuprangern ist, ist eine an den verkehrspolitischen Notwendigkeiten komplett vorbei handelnde Politik. Keinen der beteiligten Politiker und keine der beteiligten Parteien kann sich hier exkulpieren - was passiert, wenn technische Infrastruktur in private Hand kommt, ist von vornherein klar. Wäre die Bahn komplett in privater Hand, würde sie besser laufen. Aber halt nur auf den wirtschaftlich zu betreibenden Strecken, sprich: dort, wo die höchste Auslastung ist. Brandenburg, das Saarland oder der bayerische Wald wären dann halt nur mit Bussen zu erreichen. Wer das nicht will, muss sich vom Gedanken der Privatisierung von Infrastrukturnetzen, sei es Bahn oder Telekommunikation, verabschieden. Mit Vertrieb und Verwaltung sieht das schon anders aus, aber die Hardware ist das Tafelsilber der Gesellschaft.

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matzesalm 23.12.2018, 15:47
9. Wie soll das funktioniere

Ich frage mich wo das Geld herkommen soll, das benötigt wird. Solange die DB als AG geführt wird, kann ja nur aus Gewinnen investiert werden. Wo sollen die herkommen? Die Preis dürfen nicht steigen, denn der ÖNV usw. soll ja günstiger werden zwecks Umweltziele. Am Deckungsbeitrag geht auch nichts. Die MA bekommen ja regelmäßig nach harten Verhandlungen und Streiks, wie es in keinem anderen Wirtschaftszweig gibt, mehr Gehalt. Ein Unternehmen in der freien Wirtschaft müsste sich zu diesem Zeitpunkt gesundschrumpfen und einen Sparkurs einschlagen. Ist aber aus öffentlichem Interesse nicht möglich. Also was will die Politik? Entweder wieder verstaatlichen oder damit leben, dass es nicht funktioniert. Eigentlich bin ich eher Wirtschaftsliberal und gegen zu viele Staatliche eingriffen. Es gibt jedoch Bereiche wo es nicht anders geht.

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