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"Eine einzige Katastrophenveranstaltung": Bahn-Aufsichtsrat prangert eigenes Unterneh
picture alliance/ DPA/ Britta Pedersen

Verspätungen, technische Probleme, kaum Geld: Der Zustand der Deutschen Bahn ist desolat, schimpft Bahn-Aufsichtsratsmitglied Klaus-Dieter Hommel. Die Linke fordert, die Bahn wieder zu verstaatlichen.

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jandalriada 23.12.2018, 17:49
50. Investitionen

Schade, das ausgerechnet Herr Hommel als EVG Vertreter das eigene Nest beschmutzt. So hat die EVG gerade wieder einen Tarifabschluss durchgesetzt, der weitere Urlaubstage ( dann 12 mehr in den letzten vier Jahren) oder Arbeitszeitverkürzung ermöglicht. Diese Stunden fehlen der Bahn, ich sehe da schon einen Zusammenhang. Dann also mehr Leute, die Kosten aber Geld, das die Bahn nicht bekommt. Ein Übriges tut die absolute Ausrichtung für den Börsengang unter Mehdorn. Damals wurde die Infrastruktur massiv abgebaut oder Instandhaltung gestreckt. Das fällt jetzt allen auf die Füße, wie damals bei Opel. Also sollte massiv investiert werden, Geld muss fließen, tut es bei Bankrettung ja auch, nur das wir Bürger jetzt davon partizipieren würden. Wenn wir die Mobilität verändern wollen, benötigen wir eine gut funktionierende Bahn zum Reisen und für Güter. Und auch neue Strecken, Überholgleise etc., ohne Jahre zu warten, weil da irgendeine Fledermaus fliegt. Die Fliegen auch bei Windkraftanlagen, stört auch keinen.

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rathals 23.12.2018, 17:55
51. Derartige Zustände, wie jetzt bei der Bahn,

sind doch typisch, wenn die Politik die betriebswirtschaftlichen Abläufe beeinflußt. Diese Unternehmen werden dazu benutzt, ergebenen Parteisoldaten bzw. treuen Funktionären ohne Qualifikationsnachweis einen finanziell gesicherten Posten bis zum Lebensende zu verschaffen. Wenn diese dann noch die lukrativen Posten bekommen, steigt die Frustration gewaltig, die Leistungsträger gehen in die innere Kündigung und der Laden geht pleite. Mehdorn war der Anfang, Parteibuchfunktionäre mit großer Klappe und Nichts dahinter; seine Unfähigkeit durfte er sogar beim BER mit "Erfolg" weiter bestätigen.

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Rainer Heidelberg 23.12.2018, 18:26
52. Zu viele alte Seilschaften, Klüngel und beamtenmäßiges Verhalten

sind auch erhebliche Probleme der gegenwärtigen Situation. Zu viele Häuptlinge bei zu wenig Indianern! Dies erkennen auch die Mitarbeiter und machen auf "Dienst nach Vorschrift". Oft ist denen die Vielzahl der Probleme egal. Persönlicher Einsatz, Probleme zu lösen, ist eher selten zu finden. Außerdem ist die Bahn im Schwitzkasten der Zugführer Gewerkschaften. Auch da sollte man ansetzen und erpresserisches Verhalten sanktionieren.
Es muss auf allen Ebenen endlich radikal durchgegriffen werden. Dazu sind forsche Leute aus der Logistik notwendig, die wissen worauf es ankommt.

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nick73 23.12.2018, 18:48
53. Politiker und Bahnmanager sind schuld

Wenn ein Aufsichtsratsmitglied die Bahn so kritisiert, muss man sich schon fragen, was hat dieser Aufsichtsrat die letzten 20 Jahre eigentlich gemacht? Anscheinend nichts Sinnvolles.

Die Probleme sind doch seit Jahren bekannt:

1.
Zu wenig Reservezüge (auch bei den ICEs)

2.
Zu wenig Bereitschafts- und Reservepersonal, um unerwartet hohe Krankenstände usw. auszugleichen

3.
Viele Ausweichgleise wurden aus Spargründen abgebaut. Dann darf ein ICE oder eine Regio-S-Bahn statt mit 160 km/h eben mit 80 km/h hinter einem enorm wichitgen Gützerzug herzuckeln.

Verspätungen lassen sich so nicht mehr ein- oder aufholen.

4.
Katastrophale Baustellenplanungen: Züge verspäten sich immer mehr durch Baustellen, so dass aus 15 Mimuten Verspätung lässig 45 Minuten werden.

Noch besser war folgendes Erlebnis im Jahr 2015: IC von Bremen nach Hannover: Baustelle mit eingleisiger Streckenführung. IC muss halten und drei (!) lahme Güterzüge nach Bremen passieren lassen. Weiterfahrt mit 15 (!) Minuten Verspätung, Anschlusszug (ICE) nach Wien weg, Ankunft durch Stellwerksausfall usw. vier Stunden später.

So etwas gab es in den 70er, 80er-Jahren überhaupt nicht. Personenzüge hatten immer Vorrang vor den Güterzügen.

5.
Durch die drei unfähigsten Verkehrminister aller Zeiten (Ramsauer, Dobrindt und Scheuer) ist die Bahn anscheinend chronisch unterfinanziert. Man verplempert Milliarden für Autobahnanschlüsse irgendwelcher Einödhöfe, während bei der Bahn alles auseinanderbricht: Züge, Schienen, Bahnhöfe und Brücken.
Die Bahn verschwendet dann auch noch zig Millionen für externe Berater. Wieviele Reservezüge (z. B. ICEs) man da wohl von hätte kaufen können?

Wenn es besser werden soll, muss das Führungspersonal wohl komplett ausgewechselt werden. Der Verkehrsminister müsste ebenfalls seinen Posten räumen. Alternativ könnte man die Bahnchefs und den Verkehrsminister im Amt lassen und sie zwingen täglich mit den Zügen der Deutschen Bahn in der zweiten Klasse zur Arbeit zu fahren. Dann merken sie wenigstens, was sie da angerichtet haben.

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KlausMeucht 23.12.2018, 18:49
54. Es war früher besser

Zitat von Byrne
Die Bahn ist nur formell kein Staatsunternehmen mehr und die Beschäftigten nun auch nicht mehr Beamte. Die DB hängt voll am Tropf des Staates, die Aktien sind nicht handelbar. Das Unternehmen hat noch nie Gewinn gemacht und deshalb ist der Börsengang auf den Sanktnimmerleinstag verschoben. Sie wollen die gute alte Post zurück, bei der Briefe oder Pakete gerne mal wochenlang unterwegs waren. Und wieder telefonieren zu Preisen von damals? Vielleicht sind Sie ja noch sehr jung, aber von denen, die damals schon ein Auge auf die Welt hatten kenne ich keinen Einzigen, der diese Zeiten zurück seht.
Der Spruch "Pünktlich wie die Bahn" stammt aus der Zeit als diese noch staatlich war.

Die billigeren Preise sind in erster Linie das Ergebnis vom technologischen Fortschritt und nicht der Erfolg der Privatisierung.

Versuchen Sie heute eine Fahrkarte aus dem Internet zu bekommen, deren Start- und Zielhaltestelle von verschiedenen Unternehmen betrieben wird.

Ob die Postdienste insgesamt billiger werden, falls ein Nachsendeantrag gleich bei mehreren konkurrierenden Unternehmen beantragen müssen?

Ist es insgesamt effizienter wenn statt einem Zusteller mehrere denselben Weg gehen?


Als mein Vater Postbote war hat er erstens als Beamter relativ gut verdient und er hatte zweitens seinen Stammbezirk. Er kannte die Leute in seinem Bezirk und so erreichte auch ohne Verzögerung bei einer falschen Adresseingabe der Brief pünktlich beim Empfänger.
Natürlich erhöht es die Qualität der Zustellung, wenn man seine Kunden kennt.

Inzwischen ist die Brief- und Paketzustellung eine Tätigkeit im Niedriglohnbereich. Die Qualität ist entsprechend schlechter geworden, weil heutzutage die Zusteller grössere Bezirke haben und öfters wechseln. Es ist inzwischen eine Tätigkeit geworden, die einen schlechten Ruf hat und deshalb von Menschen ausgeführt werden, die anderswo kaum Chancen haben.

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zzipfel 23.12.2018, 18:54
55. Wie die SED-PDS-Die-Augen-Links-Partei

ein staatseigenes Unternehmen verstaatlichen will, bleibt deren Geheimnis. Hat ja in der DDR übrigens auch so wunderbar geklappt, das DDR-Staatseigentum der roten Militaristen, einschließlich der Leibeigenschaft des lebenden Inventars "DDR-Bürger" der linken Funktionäre, die die Linken schon mal gern ermordeten, wenn sie in die Freiheit flüchten wollten ...

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brille000 23.12.2018, 18:54
56. Alles eine Frage der Personalie

Was hat man denn erwartet, wenn solche Nappsülzen wie Pofalla Einzug in den Bahnvorstand halten. Der Zwerg, der jahrelang vorher die Karre in Richtung Dreck gefahren hatte, war doch auch völlig fehl am Platze. Ich gebe diesem Unternehmen keine Chance, es sei denn, man mistet die Vorstandsetage rigeros aus.

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Abel Frühstück 23.12.2018, 18:56
57.

Zitat von Byrne
Die Bahn ist nur formell kein Staatsunternehmen mehr und die Beschäftigten nun auch nicht mehr Beamte. Die DB hängt voll am Tropf des Staates, die Aktien sind nicht handelbar. Das Unternehmen hat noch nie Gewinn gemacht und deshalb ist der Börsengang auf den Sanktnimmerleinstag verschoben. Sie wollen die gute alte Post zurück, bei der Briefe oder Pakete gerne mal wochenlang unterwegs waren. Und wieder telefonieren zu Preisen von damals? Vielleicht sind Sie ja noch sehr jung, aber von denen, die damals schon ein Auge auf die Welt hatten kenne ich keinen Einzigen, der diese Zeiten zurück seht.
Briefe waren früher "gerne mal wochenlang unterwegs"? Ich bitte Sie. Zunächst mal kamen sie recht zuverlässig an, vor allem Einschreiben, die heute ja auch gerne mal auf Nimmerwiedersehen "verschwinden". Die Post wurde über Nacht (mit der Bahn!) auch in weit entfernte Großstädte transportiert, Verteilzentren gab es überall. Das schaffen Pakte heute häufig auch, dazu muss man aber an einer günstigen Strecke liegen. Was nervte, waren die ratternden Schutzgitter, die komme, was wolle um 12.00 Uhr zur Pause an den Postschaltern runtergedonnert wurden. Diese Mentalität kann gerne in der Mottenkiste bleiben.

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dr.joe.66 23.12.2018, 18:57
58. wie ein schöner Traum

Schnelles WLAN an jedem Bahnhof, schnelles WLAN in den Zügen. Die Züge fast immer pünktlich. Bahnhöfe modern und sauber. Züge modern und zumeist wie neu. Freundliche MitarbeiterInnen am Bahnhof und in den Zügen. Sehr gute und häufige Verbindungen. Und alles abgestimmt mit dem lokalen Straßenbahn- und Busverkehr.
Und die Jahresfahrkarte für ein ganzes Bundesland kostet genau 370 Euro; für Studenten und Schüler die Hälfte. Das Ticket gilt 365 Tage im Jahr, für ALLE Züge, Busse, etc. in einem ganzen Bundesland.
Ein schöner Traum?
Nein, Realität. In Österreich, zum Beispiel in Vorarlberg.
Wenn uns die Politik sagt, dass das nicht geht, dann sage ich: Ihr lügt! Schaut einfach nach Österreich. Und wenn uns die Politik sagt, das sei nicht zu finanzieren, dann sage ich: Ihr lügt! In Österreich ist das ja auch finanzierbar.

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wiersbin.p 23.12.2018, 19:05
59.

Zitat von Frank Klipp
Da kontrolliert man ein Unternehmen seit Jahrzehnten, schiebt Staatsgelder konsequent in andere Infrastrukturen, setzt ein rein am Ergebnis orientiertes Management ein. Und jetzt: Entrüstung! Unverständnis! Wechsel der Köpfe! Nein, das einzige, was anzuprangern ist, ist eine an den verkehrspolitischen Notwendigkeiten komplett vorbei handelnde Politik. Keinen der beteiligten Politiker und keine der beteiligten Parteien kann sich hier exkulpieren - was passiert, wenn technische Infrastruktur in private Hand kommt, ist von vornherein klar. Wäre die Bahn komplett in privater Hand, würde sie besser laufen. Aber halt nur auf den wirtschaftlich zu betreibenden Strecken, sprich: dort, wo die höchste Auslastung ist. Brandenburg, das Saarland oder der bayerische Wald wären dann halt nur mit Bussen zu erreichen. Wer das nicht will, muss sich vom Gedanken der Privatisierung von Infrastrukturnetzen, sei es Bahn oder Telekommunikation, verabschieden. Mit Vertrieb und Verwaltung sieht das schon anders aus, aber die Hardware ist das Tafelsilber der Gesellschaft.
So so, in privater Hand wäre besser?? Weil die privaten Konzerne besser arbeiten?? Mh, Mh, sieht man
ganz deutlich am deutschen Handynetz oder Internet. Selbst im dritte Weltland Marokko ist das Handynetz besser.....

Infrastrucktur gehört in staatliche Hand und damit in die Hand des Volkes. Das mag zwar aus der Mottenkiste sein, aber immer noch besser als die krankhaften Privatisierungen nach der Doktrin aus dem neoliberalen Giftschrank....

Aber das begreifen die Schlauberger der FDP wohl nie.....

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