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Einigung auf Zypern-Hilfe: Ran an die Ersparnisse der Bankkunden
AP/DPA

Es geht um Gerechtigkeit, aber auch um Pragmatismus: Zypern muss die Bankkunden des Landes teilenteignen, um die Schulden des Landes zu lindern. Ein richtiger Schritt, denn allein die Steuerzahler können die Last der Euro-Krise nicht länger tragen. Jetzt beginnt Phase vier der Euro-Krise.

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montaxx 18.03.2013, 20:59
790. Rotlicht.

Zitat von sysop
Es geht um Gerechtigkeit, aber auch um Pragmatismus: Zypern muss die Bankkunden des Landes teilenteignen, um die Schulden des Landes zu lindern. Ein richtiger Schritt, denn allein die Steuerzahler können die Last der Euro-Krise nicht länger tragen. Jetzt beginnt Phase vier der Euro-Krise.
Wäre das alles nicht so gravierend,könnte man die jetzt beginnende Phase im Brüsseler Euro-Drama etwas sarkastisch mit einem Begriff aus dem Rotlichtmilieu umschreiben:Tabulos!

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sorry ich bin bloß arzt 18.03.2013, 23:06
791.

Autor Rickens hat das Signal des Bankraubes durch die Kuh Europa bei den kleinen Leuten wahrscheinlich nicht verstanden.
Mit dieser äusserst dummen Massnahme auch den kleinen Leuten in dei Tasche zu greifen, ist das letzte Fünkchen Restvertrauen nun auch noch ausgerechnet bei den Leuten geschwunden, die den Lügen aus Brüssel nichts entgegenhalten konnten.

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J. Scholz 18.03.2013, 23:47
792. Enteignung das richtige Signal

„Nun also die Teilenteignung der Bankkunden . . . vor allem liefert sie das richtige Signal . . . wer die Probleme der Euro-Zone lösen will, muss sich zusätzliches Geld dort beschaffen, wo es sich finden lässt: Bei Anleihegläubigern, bei der EZB, bei den Kunden . . . auch bei den Eigentümern von Krisenbanken - sowie bei den reichen Bürgern Südeuropas.“
Wenn man die Berichte der letzten Monate verfolgt, kommt man offensichtlich zu dem Schluss, dass das zyprische Bankensystem überdimensioniert ist und viele Anleger aus ausländischen Staaten dazu verleitet hat, ihre Gelder hier anzulegen und vermutlich im einen oder anderen Fall wohl auch rein zu waschen. In Finanzkreisen war dies bekannt. Es ist auch nachvollziehbar, dass man jetzt versucht, die Schuldigen mit zu beteiligen. Es trifft aber leider nicht nur russische Oligarchen, die hier ihre Gelder geparkt haben. Es trifft auch „Otto Normalverbraucher“.
Es stellt sich hier die Frage, warum die EU gerade in diesem (europäisch gesehen, eher kleinen) Fall unbedingt ein Exempel statuieren will. Anscheinend werden hier zwei Paar Messlatten angelegt. Jahre lang hat die Politik den Machenschaften der Banken zugesehen. Große Worte nach der Finanzkrise aus dem Jahr 2008. Weder in Deutschland noch in anderen Staaten wurde weltweit gegen das System vorgegangen. Im Gegenteil: Es wurde offiziell vereinbart, dass „systemrelevante Banken“ zu stützen sind. Der Freibrief wurde angenommen. Die systemrelevanten Banken lassen zumindest im Außenverhältnis nicht erkennen, dass sie aus der Finanzkrise gelernt und ihre ungezügelte Gier nach kurzfristigem Gewinn auf Kosten anderer reduziert haben. Im „Fall“ Zypern scheint man sich in Europa jedoch einig zu sein, dass keine systemrelevanten Banken involviert sind. In Deutschland hat die Bundeskanzlerin damals betont: „Die Einlagen der Kunden sind sicher“. Der „Run“ auf die Banken in Zypern wird heute in Kauf genommen. Man ist sich einig, dass ein Flächenbrand vermieden werden kann.
Eine Hypo Real Estate und eine Commerzbank in Deutschland sind nur noch existent, weil der Staat – und somit letztlich der Steuerzahler – mit Milliarden diese Banken gestützt haben. Allein die Commerzbank hat rund 20 Mrd. Euro an Unterstützung erhalten, Zahlen der Hypo Real Estate liegen im dreistelligen Milliarden Bereich. Von den Unterstützungen der einzelnen Landesbanken – allen voran die Norddeutsche und die Bayerische Landesbank – nicht zu reden. In Zypern geht es jetzt nach einigen Statements von deutschen Regierungspolitikern „um rund 6 Mrd. Euro Beteiligung, die Zypern selbst aufbringen muss und es nicht vorgeschrieben ist, woher die Gelder kommen.“
Wie schreibt Herr Rickens in seinem Kommentar: „ . . . umso wichtiger, dass zunächst einmal die Aktionäre und Gläubiger dieser Banken herangezogen werden. . . .“ - die Gläubiger der Banken: das sind die Anleger und Sparer, die dort ihre Guthabenkonten unterhalten. Offensichtlich hat Herr Rickens seine Guthaben nicht bei einer Bank in Zypern angelegt. Wie würde er sonst wohl kommentieren?

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