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Einigung der GroKo: Pflege-Azubi aus Merkel-Wahlsendung enttäuscht von GroKo-Kompromi
DPA

Im Wahlkampf hatte er Angela Merkel schlecht aussehen lassen, nun hat Pflege-Auszubildender Alexander Jorde die Pläne von SPD und Union zu Verbesserungen in der Pflege kritisiert. Sie seien nur eine "minimale Korrektur."

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Wunderläufer 01.02.2018, 08:55
1. Richtig

Recht hat er, der Herr Jorde, nur wird sich leider nicht viel ändern. Der Grund ist auch, dass dies für viele Menschen (noch) kein Thema ist. Nur wer direkt betroofen ist, also Angehörige pflegen muss oder in einem Pflegeheim hat, weiß, wovon gesprochen wird.
Das Gleiche gilt auch für Krankenhäuser: in den letzten 4 Monaten war ich pro Woche wenigstens 4x im Krankenhaus bei Angehörigen. In allen Fällen war offensichtlich, dass die wenigen Pflegekräfte die Arbeit nicht packen können. Änderungen sind erst zu erwarten, wenn führende Politiker persönlich betroffen sind

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Sonia 01.02.2018, 09:01
2. Beeindruckendes Engagement

dieses tollen und engagierten Pflegers. Traumarbeitszeiten zu verlangen, das können sich in diesem Land nur die erstklasdig verdienenden Mitarbeiter der Metallindustrie leisten. Die hart bis an ihre Grenzen physischen u. psychischen Arbeitenden in der Pflege u. in den Kliniken, die auf das Kostbarste Einfluss haben, was der Mensch besitzt, das Leben, werden mit bescjämenden Löhnen und Arbeitsbedingungen abgespeist. Jeder Bürger, der zuschaut, sollte nie vergessen, jeden Tag kann er selbst Opfer dieser Zustände bei eigener Erkrankung werden u. die heut Jungen, werden auf jeden Fall einst Opfer im Alter, wenn nicht endlich das Ruder um 100 Grad rumgerissen wird. Eie wäre es, würden die mächtigen Metaller mal nicht für Nochmehr streiken, sondern für die wirkliche Reform in Altenpflege und Kliniken?

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Politikübersetzer 01.02.2018, 09:01
3. was schon langsam auffällt ...

Am Anfang dachte ich es wäre Zufall, aber dazu kommt es einfach zu häufig vor, auch hier wieder. Die Reihenfolge, in der die Parteien genannt werden. Man weiß aus der Forschung, dass der Name, der als erstes genannt wird, am meisten mit der zugrunde liegenden Sache verbunden wird.
Und siehe da: wenn etwas gut klappt heißt es in der Regel: die Union und die SPD, wenn etwas eher negativ besetzt ist plötzlich ohne Not: die SPD und die Union. Wenn man mal drauf aufpasst ist das schon sehr auffällig. Aber gut, man weiß ja, dass die Medien Merkel unterstützen wollen, wo es nur geht.

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Palmstroem 01.02.2018, 09:06
4. Schlecht geredet

Von Pflegenotstand kann in Deutschland keine Rede sein. Sicher gibt es Handlungsbedarf auf Grund der demografischen Entwicklung. Aber wie eine Studie der (wohl unverdächtigen) Heinrich Böll Stiftung zeigt, gehört Deutschland europaweit zur Spitzengruppe bei der Pflege.
"In fast allen der 21 untersuchten EU-Mitgliedstaaten besteht ein gesetzlicher Anspruch auf öffentliche Pflegeleistungen und die Dienstleister können frei gewählt werden. Unterschiede gibt es indes in der Organisation der Leistungsgewährung sowie bei der finanziellen Ausstattung. Das deutsche Pflegesystem schneidet verhältnismäßig gut ab. Die obere Gruppe zeichnet sich durch einen hohen Organisationsgrad und eine relativ gute Finanzierung aus. Dazu gehören Deutschland sowie Belgien, Frankreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden."

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rooonbeau 01.02.2018, 09:18
5. Immer wieder verstörend dass..

..Politiker und andere fröhlich verkünden Deutschland geht es soooo gut, ...wie nie.. wo gleichzeitig immer noch solche Missstände herrschen.. das ist ja nur ein Bereich.. könnte jetzt endlos aufzählen.. Die einen sind Reich bis zum geht nicht mehr und die anderen Krebsen rum... Aber es ist ja alles super..

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frentzen001 01.02.2018, 09:20
6.

Wenn wir Menschen besser bezahlen, die Geld verwalten und verheizen, als die uns pflegen, sind wir selber Schuld. Die Gehälter in Pflegeberufen müssen DEUTLICH angehoben werden. Wir müssen eine wesentlich höhere Wertschätzung für diese Berufe entwickeln - finanzieren können wir das mit einer Finanztransaktionssteuer, die ja sowieso schon kommen sollte.

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kapamb 01.02.2018, 09:24
7. Ein Skandal

Sollte der Jungspund in einem Heim arbeiten, in dem Bewohner stundenlang im Kot liegen, wäre das ein Skandal, ist aber alles andere als üblich. Fakt ist der, dass über ein Jahrzehnt -auch von der Politik- gepredigt wurde wie schwer der Pflegeberuf sei und wie wenig man dort verdiene und - was für ein Wunder - kaum jemand dann diesen sozialen Beruf ergriffen hat. In der Pflege geht es im Übrigen wesentlich ruhiger zu als in einem Krankenhaus und der Verdienst ist im Vergleich zu anderen Berufen hoch, nämlich über 3.000 € plus Zulagen. Geradezu lächerlich ist die Behauptung der Politik 40.000 Stellen schaffen zu wollen. Gibt es die bei Aldi? Ganze drei Jahre dauert alleine die Ausbildung und hier stellt sich die Frage ob das nicht auch verkürzt ginge indem man diese komprimiert. Weiter gehört in der Pflege fast die ganze Bürokratie abgeschafft, welche zusätzlich Fachkräfte bindet und großen Frust erzeugt. Jedenfalls wird uns die Pflege in den nächsten Jahren um die Ohren fliegen, wie man so sagt. Die Pflegeplätze werden durch den Mangel immer weniger und die Preise steigen, bedingt auch durch immer neue Auflagen, ins Unermessliche. Die Politiker können dann ja die Pflege übernehmen.

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Alter Falter 01.02.2018, 09:24
8. Eine Schande

Was von den Koalitionspartnern als Erfolg gefeiert wurde, ist in Wahrheit ein Armutszeugnis. Abgesehen von der immer wiederkehrenden Tatasache, dass Altenpflege gemeint ist, wenn von Pflege gesprochen wird, sind die angekündigten 8.000 Stellen natürlich ein Witz. Es gibt in Deutschland 12.000 Pflegeheime - die 8.000 neuen Pflegekräfte müssen sich also in ihrem Einsatz abwechseln. Wenn man sie denn findet, oder gibt es noch arbeitslose Schleckerfrauen (das war ja ein anderer peinlicher politischer Geistesblitz)?
Ja, in Pflegeheimen herrschen Zustände, die dringend einer Veränderung bedürfen. Ob das die Bezahlung, die Stellenbesetzung oder die überbordende Dokumentation ist. Aber wieder einmal werden die Zustände in unseren Krankenhäusern total ausgeblendet. In Pflegeheimen geht es vor allem um Würde. In den Krankenhäusern geht es um Leben und Tod. Das soll nicht gegeneinander ausgespielt werden, aber die Zustände in den Krankenhäusern sind nicht minder dramatisch. Und nichts wird sich ändern. Wieder einmal nichts. Denn die Wurzel allen Übels ist das System. Es war der größte politische Fehler in der Vergangenheit, das Gesundheitssystem privaten Konzernen zu überlassen und damit das Wohlergehen der Bevölkerung von Renditen abhängig zu machen. Für mich eine unerträgliche Vorstellung, dass meine Pflichtversicherungsbeiträge(!) in die Taschen von Shareholdern fließen. In unserer Gesellschaft gibt es drei wichtige Säulen, um die sich einzig und allein der Staat zu kümmern hat. Das sind Sicherheit, Bildung und eben Gesundheit. Solange sich am marktorientierten Gesundheitssystem nichts ändert, wird sich an der Situation in der Pflege nichts ändern. Gespart, um Profit zu machen, wird immer wieder und immer weiter an der Pflege. Solange, bis es richtig knallt. Und dieser Tag wird kommen.
Ach ja, ich bin Krankenpfleger. Bzw. ich war es. Nach über 40 Jahren im Krankenhaus bin ich seit letztem Jahr im Ruhestand. Gottseidank.

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schablonser 01.02.2018, 09:26
9. Arbeitet Herr Jorde noch als Krankenpfleger?

Es hat den Anschein als würde der junge Mann täglich in Gesprächsrunden und Reportagen im Fernsehen auftreten. Sein Anliegen mag ja richtig sein, fragt sich nur wer das alles bezahlen soll. Da habe ich bisher nur einfachste Floskeln von ihm gehört. Das Beispiel Norwegen mag ja sehr schön sein, man darf allerdings nicht vergessen, dass dieses Land reich ist. Deutschland ist arm und die Bevölkerung noch viel ärmer, auch wenn man es nicht glauben möchte.

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