Forum: Wirtschaft
Einkommensgewinne seit 1991: Gutverdiener hängen den Rest Deutschlands ab
imago images / Stefan Zeitz

Vom Aufschwung der vergangenen Jahre haben vor allem diejenigen profitiert, die ohnehin schon ein hohes Einkommen beziehen. Das zeigt eine neue Untersuchung. Und: Die Ungleichheit wächst auch zwischen den Generationen.

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Wohlstand für alle 07.05.2019, 11:59
60. Umverteilung ja, aber

nur das Geld, das die Reicheren sowie so nicht ausgeben. Sie haben nämlich viel höhere Sparquoten als die Ärmeren. Auch für das zehnte Dezenil war der Realzuwachs der letzten drei Jahrzehnte im Vergleich zu den wachstumsstarken, keynesianisch organisierten Sechziger und frühen Siebziger Jahre extrem schach. In diesen kurzen Zeitraum konnte das Realeinkommen und der Wohlstand für alle nicht weniger als verdoppelt werden.
An der Demokratie lag das nicht. China schafft das heutzutage als Diktatur/Absolutismus auch. Es lag am regulierten Staatskapitalismus( Post, Eisenbahn, Notenbank am Tropf des Finanzministeriums, dazu gezwungen die Zinsen kleiner als das Wachstum zu halten, starke Gewerkschaften die wußten, was die goldene Lohnregel ist und nicht auf die neoliberale Mär der Lohnmoderation hereinfielen ... )

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Emderfriese 07.05.2019, 11:59
61. Schröder

Zitat von jommys101
Wenn man sich diese Grafik anschaut, so liegt die Entwicklung bis 1999 noch recht eng zusammen, erst dann entwickelt sich die des 10. Dezils stark besser als alle anderen. Was ist seit 1999 anders, dass es diese Entwicklung gab? Die anderen Dezile entwickeln sich auch danach recht ähnlich, bis auf die ersten beiden Dezile.
Ob es damit zusammenhängt, dass ausgerechnet ein "Sozial"demokrat Kanzler wurde...

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James Blönd 07.05.2019, 12:00
62.

Zitat von P. Kittsteiner
Darum geht es doch gar nicht und das wissen Sie auch ganz genau. Selbstverständlich soll und muss es Einkommensunterschiede geben, das prangert der Artikel ja gar nicht an. Wenn ein Klangschalentherapeut also weniger verdient als beispielsweise ein Zahnarzt oder Ingenieur, dann ist das wohl selbst aus Sicht des Klangschalentherapeuten völlig in Ordnung so. Aber warum sollte bitteschön der Vorstand eines DAX-Unternehmens 200mal so viel verdienen wie eine voll ausgebildete Krankenschwester? Glauben Sie wirklich, dass sich das noch mit Leistung erklären lässt? Die Herren in Nadelstreifen werden zumeist selbst bei nachgewiesenem Totalversagen noch mir Abfindungen verabschiedet, die in Höhen liegen, für die - um bei diesem Beispiel zu bleiben - die Krankenschwester vermutlich 1.500 Jahre gute Arbeit leisten müsste. Darum geht es und das ist eine eindeutige Schieflage, in die uns der zu Unrecht immer noch hochgelobte Wirtschaftsliberalismus gebracht hat. Da muss man auch mal querdenken dürfen und wenn Sie das nicht können: ihr Problem.
Sehr guter Kommentar von Ihnen. Das sollten sich alle Wirtschaftswissenschaftler, VWler und vor allem Politiker ganz dick auf die Stirn schreiben, spiegelverkehrt, damit sie es wenigstens morgens und abends einmal gesehen haben!

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hikage 07.05.2019, 12:02
63.

Zitat von dancar
Aktuell wachsen die hohen Gehälter immer schneller an - wegen Erhöhung mit Prozentsätzen.
Leider haben sie das Ganze entweder nicht verstanden, oder nicht richtig gelesen. Es ist nämlich noch viel schlimmer.

Bei den oberen Perzentilen sind nicht nur die absoluten Zuwächse höher aufgrund der Prozentsätze, sondern die prozentualen Zuwächse sind höher - und zwar massiv. In der Betrachtung geht es die ganze Zeit schon um relative Zuwächse, nicht um absolute Werte.

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curiosus_ 07.05.2019, 12:03
64. Das ist völliger Unsinn

Zitat von spon-facebook-10000394802
predige ich seit Jahrzehnten. Wer zu Beginn des Wirtschaftswunders nach dem Krieg viel und ein anderer wenig verdiente und dann jährlich über 60 oder 70 Jahre nur prozentual erhöht wird, dann muß die Schere zwangsläufig immer weiter auseinander gehen. Das ist einfachste Mathematik. Gewerkschafter, Arbeitgeber und Politiker können aber nicht soweit denken.
Selbst wenn 1000 Jahre lang nur prozentual erhöht wird, aber bei jedem jedes Jahr um exakt denselben Prozentbetrag, dann ändert sich an der "Schere" rein gar nichts. Wenn am Anfang der eine z.B. 50% weniger verdient hat als der Andere sind es 1000 Jahre später exakt immer noch 50% weniger. Egal wie hoch der Lohn am Anfang war. Das ist einfachste Mathematik.

Im Gegenteil, wenn nur um Festbeträge erhöht wird geht die Schere zusammen. Extrembeispiel: A verdient am Anfang 1000 Euro, B 2000. Also verdient A nur 50% von B.

So, nun für alle jedes Jahr 20 Euro mehr, und das über 1000 Jahre: Dann verdient A am Ende 1000 Euro + (1000 * 20 Euro) = 21 000 Euro. Und B verdient 22 000 Euro. Jetzt verdient A also 95,45% von B. Statt 50%.

Reine absolute Erhöhungen führen irgendwann mal zum Einheitslohn.

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kelburn 07.05.2019, 12:03
65.

Mit einfach die Löhne erhöhen und dann passt das schon, wird man diese Situation nicht ändern. Die Lohnnebenkosten sind in Deutschland so hoch, das beim Arbeitnehmer von der Erhöhung kaum etwas übrig bleibt. Die Kosten für den Betrieb steigen aber enorm an. Der Gewinner? Der Staat. Mein Vorschlag wäre, Jahreseinkommen unter 70000 stark zu entlasten, damit diese auch mal Geld sparen können. Der Spitzensteuersatz von 56000 ist auch total überhöht. Der Artikel belegt es ja...

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Hörbört 07.05.2019, 12:04
66. Vergessen Sie das bitte ganz schnell

Zitat von karlo1952
immer weiter auseinandergeht. 10 Prozent Gehaltserhöhung auf 1.000 Euro sind eben 100 Euro, 10 % auf ein Gehalt von 5.000 Euro dann schon 500 Euro. Und das geht Jahr für Jahr so weiter.
Schreiben Sie das nie wieder. Die Leistungsträger hier im Thread haben uns doch darüber aufgeklärt, was sie geistig, d.h. rechnerisch, zu leisten im Stande sind. Wer daran zweifelt, lästert in ruchloser Weise den Verdiensten des (Guts-)Herrn.

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antelatis 07.05.2019, 12:04
67. Sarkasmus?

Zitat von Cannonier
Es gibt kein exklusives Recht auf einen Ferrari. Also entweder enteignen oder sharen. Ihr Reichen habt die Wahl :) So stellt sich die SPON Redaktion das doch sicher vor, angesichts der reisserischen Ueberschrift. Auf in den Klassenkampf! Die denkfaulen Leistungsverweigerer können es nicht ertragen wenn jemand Geld tatsächlich für seine Arbeitsleistung verdient. Weshalb sollte ein Sozialpädagogik-Studienabbrecher und Klangschalentherapeut weniger verdienen als ein Zahnarzt oder Kryptologe? Das ist ungerecht.
Genau! Krankenschwestern, Pfleger, Bäcker, Paketausfahrer, usw. sind halt alles faule Säcke, darum verdienen sich auch so viel weniger als Vorstandsmitglieder, Ärzte, Piloten, Spitzensportler, Ballerman-Sänger, TV-Moderatoren und Erben reicher Eltern. Wenn die sich mal ein bisschen anstrengen würden, bekämen die natürlich auch eine angemessene Bezahlung. Hier läuft alles ganz gerecht ab!

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schwarzweißinfarbe 07.05.2019, 12:04
68. Die Auflösung ist zu gering!

Die Auflösung in "Dezil" ist -wie so oft- viel zu gering, um die wirklichen Probleme zu erkennen.

Um zu den obersten 10% zu gehören, braucht es ca. 3000€ Netto/Monat. Das ist mit Bildung, Fleiß, Mut oder Glück zu erreichen. Dazu können auch schon Facharbeiter zählen.
Laut SPD gehören diese schon zu den Reichen und müssen unbedingt stärker belastet werden. *hust*
Schließlich kann es nicht sein, das manche einen fairen Lohn erhalten!

Das wirkliche Problem liegt bei den obersten 1%, eher sogar bei noch weniger. Deren Vermögen wächst deutlich(!!!) stärker und befindet sich in Bereichen, die nicht mehr durch Fleiß, Bildung, Mut oder Glück erreicht werden können. Zu den obersten 1% gehört man mit einem Einkommen von >12.500€ Netto/Monat.

Aus wahltaktischen Gründen wird aber das Problem lieber bei den bösen obersten 10% gesucht, anstatt bei den wirklich Reichen!
Deswegen greift der Spitzensteuersatz schon bei 55.000€ und damit voll in der Mittelschicht.
Gerechter wäre es den Spitzensteuersatz bei 200.000€ anzusetzen und ihn auf 60-70% oder höher zu setzen.

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hikage 07.05.2019, 12:05
69.

Zitat von ollimorp
.. hängen den Rest von Deutschland ab. Werden "wir" "Gutverdiener", die wie ich z.B. trotzdem kein Wohneigentum besitzen, jetzt also auch schon von der Mittelschicht herausgenommen und in einen Topf mit (Spitzen-) Managern geworfen?
Man muss leider sagen, dass das bei einem Großteil der Linken tatsächlich der Fall ist. Es handelt sich dabei um das Resultat einer perfiden und höchst erfolgreichen Strategie der wirklich Reichen, um die breite Masse gegeneinander auszuspielen.

Sie sollten also ihren Zorn weniger auf den kleinen Michel lenken, der sich über sie aufregt und mehr auf den Milliardär, der ihn aufhetzt.

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