Forum: Wirtschaft
Einkommensschere: Arme und Reiche verdienen mehr, die Mitte verliert
DPA

"Der Trend der Lohnspreizung ist gestoppt": Laut Statistischem Bundesamt geht die Schere zwischen Arm und Reich nicht mehr weiter auseinander. Menschen mit mittlerem Einkommen gehen leer aus.

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Justinius 15.09.2016, 12:05
280.

Zitat von adal_
Stimmt. Für Yachten gilt dasselbe wie für Schnitzel. Statt der überflüssigen 9 Yachten, kaufen Sie halt den FC Chelsea oder den einen oder anderen Van Gogh.
Was für ein ernomer Gewinn für das Gemeinwesen :-). Das kurbelt die Wirtschaft enorm an und schafft bestimmt viele Arbeitsplätze. Man denke nur an die elf Fußballer, die von der Straße weggeholt werden... Und vielleicht braucht man für den van Gogh ja auch einen Wächter mehr als für die übrigen schon zusammengerafften 30 Gemälde - ? Aber nein, das kann die Sicherheitstechnik heute besser...

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karljosef 15.09.2016, 12:19
281. Statistisches Bundesamt behauptet also mal wieder etwas?

Was meint diese Institution denn, wie es den Arbeitslosen geht oder den Hartzern, wenn sie ein Jobangebot bekommen.

Falls behauptet wird, wir haben doch einen gesetzlich feststehenden Mindestlohn, kann ich nur lachen!

Die Möglichkeiten, diesen Mindestlohn zu umgehen, werden äußerst flexibel ausgenutzt!

Betroffen sind nicht die Armen, sage ich mal provokativ, es sind die Ärmsten!

Bsp:
Stundenlohn für einen Zeitungsboten morgens vor 3:00 Uhr:
3,21 Euro

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karljosef 15.09.2016, 12:22
282. Ergänzung

Zitat von INGXXL
einfaches Rezept gegen niedrig slohn : Gutes Abi richtiges Fach studiert an einer guten Uni Abschluss in Tegel Studien Zeit mit 2,x Anstellung beim Dax Konzern
Und wesentlich jünger als 45 sein.
Sehr flexibel hinsichtlich Wohnort, nicht verheiratet sein, auf keinen Fall Kinder haben, auch am Wochenende zur Verfügung stehen, usw.

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orgelspieler 15.09.2016, 12:39
283. Voll reingefallen ...

Zitat von Crom
Ich möchte in diese Zeit nicht zurück. Zum Glück liegt die Relation nicht mehr bei 1:10 (jetzt eher 1:3) und zum anderen war das schlicht unbezahlbar auf Dauer, weshalb Deutschland seinerzeit auch als kranker Mann Europas galt.
... sind sie auf die neoliberale Propaganda, die die heutigen Zustände erst möglich gemacht hat. Der kranke Mann Europas, weil wir für ein paar Jahre mal etwas mehr importiert als Expotiert haben? Völliger Unsinn. Für den heutigen geschönten Wert ist vor allem die Verfälschung der Statistik und die Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern, aber zu prekären Verhältnissen verantwortlich. Verbessert hat sich da nichts, im Gegenteil. Das Lohnniveau ist über mehr als ein Jahrzehnt gesunken, auf den Arbeitnehmer wird ein unmenschlicher Druck ausgeübt, vor allem am unteren Rand. Das wirkt aber bis in die Mittelschicht, die immer weiter abbröckelt. Dafür drücken wir den ganzen Euroraum mit unseren Exporten an die Wand. Karl Schiller hat noch gewusst, dass sowas auf die Dauer nicht gutgehen kann. Er nannte es auch nicht Exportüberschuß sondern Importschwäche, was des Pudels Kern viel besser trifft. Aber das war, als wir noch richtig fähige Leute in Regierung und Parlament hatten. Das waren noch Zeiten.

Zitat von
Arbeitslosenhilfe war schlicht ungerecht. Nur weil jemand mal ein paar Monate irgendwas gemacht hat, rechtfertigt das keine Alimentierung bis ans Lebensende.
Und hier können wir mal wieder die deutsche Neidkultur in Reinform bewundern. Mir darf es ruhig dreckig gehen. Hauptsache es gibt andere, denen es noch schlechter geht, auf denen ich rumhacken kann. Zwar kenne ich die genaue Ausgestaltung damals nicht, aber in so einem Fall war die Hilfe sicher gering. Und ob eine kleine Arbeitslosenhilfe oder Sozialhife blieb sich sicher im Wesentlichen gleich. Und wenn, mit einer kleinen Reform hätte man ändern können. So hat man aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Ein Hoch der Agenda 2010.

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Justinius 15.09.2016, 12:42
284.

Entscheidend ist - wie fast immer - GAR NICHT nicht WAS man macht, sondern WIE man es macht.

Das macht auch die politische Diskussion so schwer, weil sich jeder etwas anderes unter bestimmten Begriffen vorstellt und die Begriffe von der Politikerkaste gezielt irreführend eingesetzt werden, um etwas ganz anderes einzuführen, als das, was eine Mehrheit sich darunter vorgestellt hat.

Vermögensteuer könnte nach dem "gerechten" Bierdeckel-Verfahren der FDP etwa so aussehen: Jeder mit einem Vermögen von mehr als 100.000 Euro zahlt jährliche "Pro-Kopf-Steuer" von 5.000 Euro.

Man kann sich ausmalen, was das mittelfristig für Vermögen zwischen 100.000 und einer Million bedeuten würde. Sie würden abgeschmolzen - bis auf 100.000 Euro.

Wer dagegen Vermögen in Höhe von 10 und mehr Millionen besitzt, könnte über eine solche Paschalsteuer nur lachen. Selbst bei einer Rendite von nur einem Prozent ergeben sich bei 10 Millionen 100.000 Euro Rendite. Da sind 5000 Euro ein Witz.

Eine solche Vermögensteuer würde also völlig pervertiert gegenüber dem von den meisten damit assoziierten Zweck: dem Bremsen des Entstehen unverhältnismäßiger Vermögensansammlungen.

Genauso ist es mit dem "bedingungslosen Grundeinkommen". Eine mögliche FDP-Variante des bedingungslosen GE könnte in etwa so aussehen:

Jeder bekommt - unabhängig von seiner heutigen finanziellen Situation - monatlich 500 Euro. Damit sind sämtliche weiteren Ansprüche gegen den Staat - Sozialhilfe, Rentenansprüche, Arbeitslosengeld, Waisen- und Witwenrente, Bafög, etc., etc. - abgegolten. Das Ergebnis hiervon: Eine drastische Verarmung großer Teile der Gesellschaft. Denn natürlich reichen 500 Euro pro Monat bei weitem noch nicht einmal zum Überleben, geschweige denn Leben in Deutschland (wenn davon auch die Miete, Krankenversicherung, etc. etc.) zu bestreiten Das wäre die - zu erwartende - Asozial-Variante des Grundeinkommens.

Die meisten stellen sich unter bedingungslosen Grundeinkommen dagegen einen Bezug vor, der ein arbeitsfreies Leben sichern würde. Das wäre natürlich etwas ganz anderes.

Besser als ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre mE die schrittweise, am Ende deutliche Reduzierung der Wochen- und Lebensarbeitszeit unter Beibehalt der heutigen Einkommensverhältnisse. Die 20 Stunden-Woche und Rente mit 55 wäre ohne Weiteres machbar. Und es würde allen gut tun.

Aber das will die herrschende Oberklasse natürlich nicht.

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Justinius 15.09.2016, 12:42
285.

Entscheidend ist - wie fast immer - GAR NICHT nicht WAS man macht, sondern WIE man es macht.

Das macht auch die politische Diskussion so schwer, weil sich jeder etwas anderes unter bestimmten Begriffen vorstellt und die Begriffe von der Politikerkaste gezielt irreführend eingesetzt werden, um etwas ganz anderes einzuführen, als das, was eine Mehrheit sich darunter vorgestellt hat.

Vermögensteuer könnte nach dem "gerechten" Bierdeckel-Verfahren der FDP etwa so aussehen: Jeder mit einem Vermögen von mehr als 100.000 Euro zahlt jährliche "Pro-Kopf-Steuer" von 5.000 Euro.

Man kann sich ausmalen, was das mittelfristig für Vermögen zwischen 100.000 und einer Million bedeuten würde. Sie würden abgeschmolzen - bis auf 100.000 Euro.

Wer dagegen Vermögen in Höhe von 10 und mehr Millionen besitzt, könnte über eine solche Paschalsteuer nur lachen. Selbst bei einer Rendite von nur einem Prozent ergeben sich bei 10 Millionen 100.000 Euro Rendite. Da sind 5000 Euro ein Witz.

Eine solche Vermögensteuer würde also völlig pervertiert gegenüber dem von den meisten damit assoziierten Zweck: dem Bremsen des Entstehen unverhältnismäßiger Vermögensansammlungen.

Genauso ist es mit dem "bedingungslosen Grundeinkommen". Eine mögliche FDP-Variante des bedingungslosen GE könnte in etwa so aussehen:

Jeder bekommt - unabhängig von seiner heutigen finanziellen Situation - monatlich 500 Euro. Damit sind sämtliche weiteren Ansprüche gegen den Staat - Sozialhilfe, Rentenansprüche, Arbeitslosengeld, Waisen- und Witwenrente, Bafög, etc., etc. - abgegolten. Das Ergebnis hiervon: Eine drastische Verarmung großer Teile der Gesellschaft. Denn natürlich reichen 500 Euro pro Monat bei weitem noch nicht einmal zum Überleben, geschweige denn Leben in Deutschland (wenn davon auch die Miete, Krankenversicherung, etc. etc.) zu bestreiten Das wäre die - zu erwartende - Asozial-Variante des Grundeinkommens.

Die meisten stellen sich unter bedingungslosen Grundeinkommen dagegen einen Bezug vor, der ein arbeitsfreies Leben sichern würde. Das wäre natürlich etwas ganz anderes.

Besser als ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre mE die schrittweise, am Ende deutliche Reduzierung der Wochen- und Lebensarbeitszeit unter Beibehalt der heutigen Einkommensverhältnisse. Die 20 Stunden-Woche und Rente mit 55 wäre ohne Weiteres machbar. Und es würde allen gut tun.

Aber das will die herrschende Oberklasse natürlich nicht.

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Justinius 15.09.2016, 12:43
286.

Entscheidend ist - wie fast immer - GAR NICHT nicht WAS man macht, sondern WIE man es macht.

Das macht auch die politische Diskussion so schwer, weil sich jeder etwas anderes unter bestimmten Begriffen vorstellt und die Begriffe von der Politikerkaste gezielt irreführend eingesetzt werden, um etwas ganz anderes einzuführen, als das, was eine Mehrheit sich darunter vorgestellt hat.

Vermögensteuer könnte nach dem "gerechten" Bierdeckel-Verfahren der FDP etwa so aussehen: Jeder mit einem Vermögen von mehr als 100.000 Euro zahlt jährliche "Pro-Kopf-Steuer" von 5.000 Euro.

Man kann sich ausmalen, was das mittelfristig für Vermögen zwischen 100.000 und einer Million bedeuten würde. Sie würden abgeschmolzen - bis auf 100.000 Euro.

Wer dagegen Vermögen in Höhe von 10 und mehr Millionen besitzt, könnte über eine solche Paschalsteuer nur lachen. Selbst bei einer Rendite von nur einem Prozent ergeben sich bei 10 Millionen 100.000 Euro Rendite. Da sind 5000 Euro ein Witz.

Eine solche Vermögensteuer würde also völlig pervertiert gegenüber dem von den meisten damit assoziierten Zweck: dem Bremsen des Entstehen unverhältnismäßiger Vermögensansammlungen.

Genauso ist es mit dem "bedingungslosen Grundeinkommen". Eine mögliche FDP-Variante des bedingungslosen GE könnte in etwa so aussehen:

Jeder bekommt - unabhängig von seiner heutigen finanziellen Situation - monatlich 500 Euro. Damit sind sämtliche weiteren Ansprüche gegen den Staat - Sozialhilfe, Rentenansprüche, Arbeitslosengeld, Waisen- und Witwenrente, Bafög, etc., etc. - abgegolten. Das Ergebnis hiervon: Eine drastische Verarmung großer Teile der Gesellschaft. Denn natürlich reichen 500 Euro pro Monat bei weitem noch nicht einmal zum Überleben, geschweige denn Leben in Deutschland (wenn davon auch die Miete, Krankenversicherung, etc. etc.) zu bestreiten Das wäre die - zu erwartende - Asozial-Variante des Grundeinkommens.

Die meisten stellen sich unter bedingungslosen Grundeinkommen dagegen einen Bezug vor, der ein arbeitsfreies Leben sichern würde. Das wäre natürlich etwas ganz anderes.

Besser als ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre mE die schrittweise, am Ende deutliche Reduzierung der Wochen- und Lebensarbeitszeit unter Beibehalt der heutigen Einkommensverhältnisse. Die 20 Stunden-Woche und Rente mit 55 wäre ohne Weiteres machbar. Und es würde allen gut tun.

Aber das will die herrschende Oberklasse natürlich nicht.

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christian-h 15.09.2016, 12:50
287. Zahlen

Zitat von Crom
1)Zum Glück liegt die Relation nicht mehr bei 1:10 (jetzt eher 1:3) 2)und zum anderen war das schlicht unbezahlbar auf Dauer, weshalb Deutschland seinerzeit auch als kranker Mann Europas galt.
1) Leider nicht. Laut BA gibt es 685.000 offene Stellen bei einer Unterbeschäftigung von 3,576mio. Macht eine Quote von 1:5.
Die Frage ist dabei, wieviele Stellen von diesen 685.000 wirklich offen sind und wieviele davon nicht einfach Mehrfachzählungen aus diversen Jobbörsen, Jobvermittlern etc. sind bzw. Stellen die gar nicht mehr vakant sind. Da sind wir doch recht schnell wieder bei der 1:10 Quote.

2) Ob das unbezahlbar ist ist die Frage. Heute werden Unternehmen subventioniert über Arbeitskräfte deren Einkommen nicht mehr zum leben reicht. Nicht umsonst liegt der Anteil der Geringverdiener bei 20,6%.

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