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Einkommensteuer: Jeder elfte zahlt den Spitzensteuersatz
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Fast zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Damit sind laut einer Studie 4,2 Millionen Arbeitnehmer für fast die Hälfte des Einkommensteueraufkommens verantwortlich.

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ItchyDE 18.04.2017, 08:10
1.

Kann man bitte aufhören, Steuern und Sozialabgaben in einen Topf zu werfen? Auf die 46% bei 1940 Euro komme ich aber auch nicht wenn ich Steuern und Sozialabgaben zusammen berechne. Woher kommt diese Zahl?

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gibraldo 18.04.2017, 08:10
2. so ergibt die rechnung einen sinn

man braucht sich also nicht wundern, dass die bundesregierung jubelt, alle haetten arbeit und uns gehts supergut, und auf der anderen seite hat der buerger ein anderes gefuehl, da natuerlich pi mal daumen die haelfte bei den buergern ankommt.

46 prozent abgaben bei einem monatsverdienst von brutto 1940 euro sind eine bodenlose frechheit und nachvollziehbar kein anreiz fuer irgendwen. deswegen finden sich fuer solche jobs (pflege z. b) auch kaum mehr leute und die wirtschaft jault fachkraeftemangel.

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blurps11 18.04.2017, 08:13
3.

Dass die besagten 2,7 Millionen Geringverdiener gar keine Steuern zahlten ist natürlich falsch, sie zahlen nur keine EINKOMMENsteuer. Dabei sollte man selbst in einem Artikel wie dem vorliegenden sauber trennen, die Aufmerksamkeitsspanne vieler Leser reicht über einen Teilsatz leider nicht hinaus. Durch den stark regressiven Effekt der meisten Konsumsteuern ist die effektive Steuerbelastung der untersten Einkommens- und Vermögensschichten sogar besonders hoch und deutlich über der der Mittelschicht.

Im Artikel fehlt außerdem der Anteil der Einkommensteuer am Gesamtsteueraufkommen. Unaufmerksame Leser könnten hier leicht wieder den weitverbreiteten "alternative fact" bestätigt sehen, dass 10% der Bevölkerung die Hälfte besagten Gesamtsteueraufkommens zahlen würden.

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gokahe 18.04.2017, 08:14
4. Immer im Auge behalten

Hier geht es um ca. 6%(48% von 13 %) des gemeinschaftlichen Steueraufkommen der BRD. 2015 rd. 495 Mrd. davon 220 Mrd. Lohnsteuern, 210 Mrd. Umsatzsteuern. 65 Mrd. Einkommenssteuern. Unter den 2,7 Millionen ohne Einkommenssteuer soll es wohl nicht wenig Millionäre ja Multimillionäre geben aber das sicher in der nächsten Studie.

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Oskar ist der Beste 18.04.2017, 08:15
5. was soll das....

...es gehört dann auch dazu, daß die Einkommensteuer schon lange nicht mehr entscheidend ist für die Einnahmen der öffentlichen Körperschaften. Tatsächlich liegt der Betrag der Mehrwertsteuer, den allein die H4 Empfänger entrichten höher als die gesamte Einkommenssteuer und trotzdem hört man nie, daß die H4 Empfänger die hauptsächliche Steuerlast tragen.

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felice2000 18.04.2017, 08:16
6. Ungerecht?

Gerechtigkeit ist kein absoluter, sondern ein relativer Begriff. Nicht "viel" oder "wenig" Geld ist allein gesehen (un)gerecht, sondern nur im Verhältnis zu der (Gegen-)Leistung. Das weiß (bis auf Sozialdemokraten) jeder.
Zu welchem Urteil sollen wir also kommen, wenn wir diesen Artikel lesen? Die Leistung, die man erbringen muss, um das Recht zu bekommen, die Hälfte jedes verdienten Euros an den Staat abgeben dürfen zu müssen, ist ja nicht etwa etwas besonders Schlimmes (im Sinne von: "Je schlimmer die Straftat, desto höher die Strafe"), sondern etwas besonders Gutes. Also: Wer besonders fleißig ist, besonders lange lernt, sich besondere Mühe gibt, sich besonders häufig auf die Zunge beißt, wenn die Chefin mal wieder Nachtschichten und Wochenendarbeit verlangt - der wird belohnt! Denn der darf die Hälfte des Einkommens einem Staat abgeben müssen, der diese Leistung nicht einmal würdigt. Der Staat schweigt dazu entweder (konservative Parteien), oder er beschimpft diese Leistungsträger (linke Parteien) als wahlweise Glücksritter - die waren nicht fleißig oder diszipliniert, sondern haben schlicht Glück gehabt - oder als Verbrecher, denn wer so viel Geld verdient, der kann das ja nicht rechtens erworben haben. Vorsorglich bestrafen wir ihn also auch ohne Verfahren.

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Alfred 18.04.2017, 08:23
7. so richtig abgezockt werden im Ausland lebende Deutsche

über die beschränkte Steuerpflicht.
Obwohl sie keine Leistungen des deutschen Staates in Anspruch nehmen (außer einem neuen Pass alle paar Jahre)
Können sie für aus Deutschland bezogene Renten keine Freibeträge geltend machen, weder für Einkommen noch für Erbschaft, kein Ehegattensplitting, kein Kindergeld. Und für die Lebensbescheinigung, sofern man seine Rente nicht von der Deutschen Rentenversicherung bekommt, zockt das deutsche Konsulat auch noch 30 Euro ab.
Man fühlt sich wie ein Leibeigener des deutschen Staates.
Zum Glück spart man sich die Fernsehgebühr für Computer.

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iannis70 18.04.2017, 08:24
8. Das ist falsch...

...Zitat: 2,7 Millionen Erwerbstätige zahlen dagegen laut der Studie aufgrund zu geringen Verdiensts überhaupt keine Steuern. Zitat Ende
Dieser Satz suggeriert, dass Geringverdiener überhaupt keine Steuern zahlen, was aber völlig falsch ist.

Die Einkommensteuer hat an allen Steuereinnahmen des Staates lediglich einen Anteil von ca. 30 %, die höchsten Steuereinnahmen kommen aus der Energiesteuer (Kraftstoffe und Heizöl) sowie der Mehrwertsteuer, die von allen Menschen zu entrichten sind. Warum also hetzt man hier gegen die Geringverdiener?

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lupenreinerdemokrat 18.04.2017, 08:26
9.

Zitat von blurps11
Dass die besagten 2,7 Millionen Geringverdiener gar keine Steuern zahlten ist natürlich falsch, sie zahlen nur keine EINKOMMENsteuer. Dabei sollte man selbst in einem Artikel wie dem vorliegenden sauber trennen, die Aufmerksamkeitsspanne vieler Leser ......
Um Ihre alternativen Fakten richtig zu stellen:
selbstverständlich zahlt jeder einen gleich hohen Satz / Anteil an Konsumsteuern, denn diese sind nun mal prozentual und nicht auf einen fixen Wert festgesetzt, was vielleicht bei Gebühren oft der Fall ist.
Weiterhin ist natürlich völlig korrekt, dass die lohnabhängig Beschäftigten mit mittlerem bis höherem Einkommen deutlich mehr Steuern und Versicherungsbeiträge zahlen, als die mit geringem Einkommen.
Die Normal/Gutverdiener sind in Deutschland, wenn sie dazu noch Autos fahren/besitzen, die Melkkühe der Nation.
Ganz anders sieht es bei denjenigen aus, die mit ihrem Geld / Vermögen spekulieren können bzw. sich an Erbschaften und Vermögen in Millionenhöhe erfreuen können, denn die zahlen in der Tat so gut wie gar nichts an den Staat und hiermit an die Gemeinschaft.
Für Gerechtigkeit müsste der Spitzensteuersatz entweder erst ab 100.000 € Jahreseinkommen erhoben werden, oder deutlich gesenkt, z.B. auf 30% und dann auch die Kapitalertragssteuer im Gegenzug auf 30% angehoben werden.

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