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Einkommensteuer: Jeder elfte zahlt den Spitzensteuersatz
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Fast zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Damit sind laut einer Studie 4,2 Millionen Arbeitnehmer für fast die Hälfte des Einkommensteueraufkommens verantwortlich.

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Spr. 18.04.2017, 10:00
90. So wenig?

Nur fast 10% aller Erwerbstätigen zahlen den Spitzensteuersatz? In Anbetracht dessen, dass der Spitzensteuersatz 2017 bereits ab einem Jahreseinkommen von 53.666 gezahlt werden muss, müssen den verdammt wenige Erwerbstätige zahlen! Das entspricht gerade mal einem Bruttoeinkommen von 4.473€ bei zwölf Gehältern ohne weitere relevante Vergünstigungen.

Da müssen einige von den 10% aller Erwerbstätigen aber verdammt viel verdienen, um auf die beklagte knappe Hälfte des gesamten Einkommensteueraufkommens zu kommen. Was wiederum absolut kein Grund zur Klage ist, dass die Steuern zu hoch wären. Sondern viel eher ein Grund zur Freude, überhaupt so viel zu verdienen, um vom Spitzensteuersatz betroffen zu sein. Zumal dann, wenn der Großteil des Einkommens danach besteuert wird.

Erschreckend und eine riesengroße Schande für Deutschland ist dagegen die viel zu große Menge an Erwerbstätigen, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Steuern zahlen müssen! Da muss unbedingt etwas passieren! Sofort! Deutschland muss sich vom Billiglohnland Europas wieder zum Hochlohnland entwickeln! Entgegen dem Jammern von "Unternehmern" über die angeblich so hohen Lohnkosten geht es nämlich vor allem den Ländern und den Unternehmen darin gut, die (sehr) gute Löhne zahlen und eine ebenfalls (sehr) gute soziale Absicherung haben. Von beidem ist Deutschland inzwischen Lichtjahre entfernt!

Der Dank dafür geht an Schröder und Merkel gleichermaßen! Diese Beiden haben gemeinsam (der Unions-dominierte Bundesrat musste zustimmen und hat dafür Verschärfungen erpresst) Millionen Menschen mutwillig in Armut gestürzt. Die Hartz IV- und Niedriglohnopfer bezahlen zusammen mit den Erwerbstätigen, deren Entlohnung auf dem Niveau der 80er Jahre liegt, für die Jahr für Jahr kräftig gestiegenen steuerbegünstigten Renditen der Anleger. Wobei alle drei Gruppen viel zu oft in Personalunion auftreten. Von dem löchrigen "Mindestlohn" auf dem Niveau der 80er Jahre kann selbst ein Single in einer Großstadt trotz Vollzeitjob nicht ohne Aufstockung leben. Das ist und bleibt eine Schande!

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joomee 18.04.2017, 10:00
91. Schlecht im Rechnen = Untergang

Zitat von bot
... dafür, dass die Einkommen in Deutschland ungleichmäßig verteilt sind. Es ist schlicht und einfach krank, dass eine Zahnarzthelferin nur 1% des Einkommens ihres Chefs hat. Für die Volkswirtschaft sind solche Verhältnisse mittelfristig der Untergang.
"Es ist schlicht und einfach krank, dass eine Zahnarzthelferin nur 1% des Einkommens ihres Chefs hat. Für die Volkswirtschaft sind solche Verhältnisse mittelfristig der Untergang."
Und wenn zu viele Menschen schlecht im Prozentrechnen ist, ist das ebenfalls der Untergang der Volkswirtschaft. Oder glauben Sie etwa wirklich, dass ein Zahnarzt 100 x mehr verdient als seine Zahnarzthelferin?

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MS2000 18.04.2017, 10:01
92. Schlecht recherchiert

Zitat von ItchyDE
Auf die 46% bei 1940 Euro komme ich aber auch nicht wenn ich Steuern und Sozialabgaben zusammen berechne. Woher kommt diese Zahl?
Der Grund ist mega schlechter Journalismus.
Es muss hier zum einen Steuer und Abgabe differenziert werden und zudem noch zwischen Grenz-steuersatz und Durchschnitts-steuersatz.
Die 46% ist der Grenzsteuersatz + Sozialversicherungsbeiträge (nur Arbeitnehmer), nimmt man der Arbeitgeberanteil noch dazu, sind es ungefähr 66% vom Bruttolohn. Da staunt man nicht schlecht - und dass bei 1940 € Brutto im Monat.

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Over_the_Fence 18.04.2017, 10:03
93. Da fehlt der sog. Arbeitgeberanteil

Zitat von aku12
Laut Gehaltsrechner des SPIEGEL - Was von Ihrem Brutto-Lohn netto übrig bleibt - sind statt 46% lediglich rund 32% an Steuern und Sozialabgaben zu entrichten - so dass - immer noch wenig genug - dem Steuerzahler 1.333,82 Euro monatlich.....
Da dürfte der Arbeitgeberanteil eingerechnet sein. Das ist auch korrekt so, denn dieser Anteil fällt ja nicht vom Himmel oder ist sonstwie ein Geschenk, sondern er muss vom Arbeitnehmer erwirtschaftet werden. Tut er das nicht, wird der Arbeitsplatz verschwinden (zumindest im freien Teil der Wirtschaft).

Es wird einem schlecht, wenn man sich nicht nur das vor Augen hält, sondern auch das von dem, was einem der Staat am Ende des Monats lässt, noch diverse andere Steuern, wie z.B. die Mehrwert, Mineralöl-, Versicherungs-, Grund-, Sekt oder Tabaksteuer abgenommen werden. Hier kann man auch Zwangsabgaben wie die GEZ oder EEG-Umlage mit hinzuziehen.
Der Bürger ist bei genauem hinsehen und ohne Übertreibung ein Steuersklave, der sein Leben damit verbringt den Staatsapparat und eine Umverteilungsmaschinerie zu bedienen.
Der Kirchenzehnt des Mittelalters war eine im Vergleich zu heute läppische Belastung des Einzelnen durch das Gemeinwesen.

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radius21 18.04.2017, 10:03
94. Na sowas aber auch

Die, die viel verdienen bezahlen soviel Steuern. Notleidende Besserverdiener brauchen jetzt dringend eine Steuersenkung, sonst lohnt sich garnicht aufzustehen - schlimm!
Die Wahrheit ist, der Spitzensteuersatz ist viel zu niedrig und Verdienste offenbar teils viel zu hoch, wenn die Hälfte der Spitzenverdiener soviel Steuern zahlen.

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neurobi 18.04.2017, 10:04
95.

Zitat von lupenreinerdemokrat
Für Gerechtigkeit müsste der Spitzensteuersatz entweder erst ab 100.000 € Jahreseinkommen erhoben werden, oder deutlich gesenkt, z.B. auf 30% und dann auch die Kapitalertragssteuer im Gegenzug auf 30% angehoben werden.
Ja, der Spitzensteuersatz (42%) wird viel zu früh erhoben (53.666 Euro). Allerdings sollte er deutlich höher sein, z.B 49,9% (etwa ab 100000 Euro), damit die steuernde Wirkung (Begrenzung der Gehaltsschere) erhalten bleibt.

Ich finde auch nicht, das die Steuern und Abgaben in Duetschland zu hoch sind. Allerdings sehe ich deutliche Defizite bei den Gegenleistung im Bereich der sozialen Sicherung.

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syracusa 18.04.2017, 10:04
96.

Zitat von lupenreinerdemokrat
Für Gerechtigkeit müsste der Spitzensteuersatz entweder erst ab 100.000 € Jahreseinkommen erhoben werden
Warum das denn? Ein Verheirateter bezahlt bei 100.000 Euro Jahreseinkommen doch nur 25,12% Einkommenssteuer.

Gerecht wäre es, den Spitzensteuersatz deutlich anzuheben, und z.B. eine weitere Progressionsstufe von 50% für Einkommen über 200.000 einzuführen.

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Das Pferd 18.04.2017, 10:04
97.

Zitat von Oskar ist der Beste
...es gehört dann auch dazu, daß die Einkommensteuer schon lange nicht mehr entscheidend ist für die Einnahmen der öffentlichen Körperschaften. Tatsächlich liegt der Betrag der Mehrwertsteuer, den allein die H4 Empfänger entrichten höher als die gesamte Einkommenssteuer und trotzdem hört man nie, daß die H4 Empfänger die hauptsächliche Steuerlast tragen.
das stimmt komplett nicht. Die Einkommenssteuer (nicht zu verwechseln mit der sogenannten veranlagten Einkommensteuer, das ist nur eine von 7 Einkommensarten der Einkommensteuer) übersteigt die Einnahmen aus Umsatzsteuer. Daraus folgt zwingend, daß eine Teilmenge der Umsatzsteuer nicht die Erträge aus Einkommenssteuer übersteigen kann.

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Der neoliberale Ökonom 18.04.2017, 10:05
98.

Zitat von observerlbg
...Klingt doch recht nett. Tatsache ist aber auch, dass für die meisten Konsumgüter 19% Mehrwertsteuer zu bezahlen ist. Selbst die 7% für "Lebensmittel" stellen einen beträchtlichen Teil der Steuereinnahmen, die auch von allen "armen" Mitbürgern zu bezahlen sind. Diese Art der Steuern betreffen den ......
Und die Miete ist völlig von der Umsatzsteuer befreit. Dieser Teil macht in der Regel mind 50% des Einkommens der unteren sozialen Schichten aus.

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joomee 18.04.2017, 10:05
99. Wieso für andere?

Zitat von benutzeroptional2
42% Einkommensteuer, plus auf das verteuerte Einkommen 19% MwSt, plus KFZ-Steuer, plus GEZ Zwangsabgabe, plus andere Steuerarten, plus Sozialabgaben.... Könnte hier mal einer ausrechnen wieviel von einem ehrlich vendientem Euro übrig bleibt?
Wieso arbeiten Sie zwei Drittel Ihrer Zeit für andere?

Nutzen Sie unsere Straßen, Schulen, Feuerwehren, Polizei etc. nicht und schauen kein Fernsehen? Profitieren Sie nicht von der relativen Sicherheit und der Administration in Deutschland? Sind Sie nie beim Arzt und bekommen Sie mal keine Rente oder keine Unterstützung vom Staat wenn es mal tief bergab geht?

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