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Einkommensteuer: Jeder elfte zahlt den Spitzensteuersatz
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Fast zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Damit sind laut einer Studie 4,2 Millionen Arbeitnehmer für fast die Hälfte des Einkommensteueraufkommens verantwortlich.

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Crom 18.04.2017, 11:12
160.

Zitat von weißbrot
In diesem Fall kann man den "Spitzensteuersatz" von 42% schon erreichen, da der echte Spitzensteuersatz bei 45% (ab ca, 250.000€) liegt. Ich habe keine Ahnung warum die Medien die zweithöchste Stufe und nicht die höchste Stufe als Spitzensteuersatz titulieren.
Weil diese "höchste Stufe" bereits einen Namen hat, Reichensteuer. Es ist also eine eigene Steuer, so wie der Soli, der ja auch nie erwähnt wird.

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H.W.München 18.04.2017, 11:15
161.

Zitat von iannis70
Warum also hetzt man hier gegen die Geringverdiener?
Geringverdiener und Transferleistungsempfänger zahlen nun mal keine Einkommenssteuern und so gut wie keine Sozialabgaben.
Das sind FAKTEN und keine Hetze.
Das aufzeigen von belegbaren Fakten ist keine "Hetze" es ist lediglich eine Tatsachenbeschreibung.

Das bloße Fakten seit geraumer Zeit pauschal als "Hetze" abgetan werden ist der Kern allen Übels unserer linksgrüngegenderten Gesellschaft und damit der wahre Grund warum Probleme heutzutage lieber verschoben und versteckt anstatt gelöst werden!

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jjcamera 18.04.2017, 11:18
162.

Zitat von syracusa
Warum das denn? Ein Verheirateter bezahlt bei 100.000 Euro Jahreseinkommen doch nur 25,12% Einkommenssteuer.....
Aha! Also für über 200 000 Einkommen 100 Prozent Steuer. Für über 500 000 Einkommen 150 Prozent Steuer usw...
So viel zu: "Arbeit muss sich wieder lohnen".

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Sibylle1969 18.04.2017, 11:19
163.

Zitat von tulius-rex
Es ist unredlich, Steuern und Abgaben in einen Topf zu werfen. Die "Abgaben" sind Sozialbeiträge für Arbeitslosigkeit, Krankheit und Altersvorsorge und damit wichtige Säulen der sicheren Lebensplanung. Immerhin verfügt D über das weltweit beste Gesundheitswesen für Jedermann. So gesehen ist D kein Hochsteuerland.
Richtig, aber man darf dabei auch nicht vergessen, dass eine ganze Menge beitragsfremde Leistungen aus den Sozialkassen finanziert werden, denen keine entsprechenden Einzahlungen entgegenstehen. Zwar bedenkt der Bund sowohl die Renten- als auch die Krankenversicherung mit einem Steuerzuschuss, aber der reicht in der Höhe nicht aus, um die versicherungsfremden Leistungen zu finanzieren. Ich denke da an die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen, Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Rente usw.

Insofern wird der Beitragszahler in der Sozialversicherung dann teils über Gebühr belastet im Vergleich zu den Steuerzahlern, die nicht in die Sozialversicherungen einzahlen.

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Das Pferd 18.04.2017, 11:24
164.

Zitat von KlausKram
Sprich: der zitierte Kommentar hat Recht. Die Spitzenverdiener tragen auch bei den indirekten Steuern die höchste relative (Volkswirtschaftlich) und absolute Last.
na sagen wir "leisten den größten Beitrag". Last hört sich so nach Belastung an, und belastet wird von der Ust, sagen wir auf Benzin natürlich der Geringverdiener stärker.

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weißbrot 18.04.2017, 11:26
165.

Zitat von Crom
Weil diese "höchste Stufe" bereits einen Namen hat, Reichensteuer. Es ist also eine eigene Steuer, so wie der Soli, der ja auch nie erwähnt wird.
Es ist eben keine eigene Steuer.
Sie ist einfach nur eine weitere Stufe der Einkommensteuer.
Steht sogar im selben Gesetz EStG 32a. Der Name "Reichensteuer" kommt dort allerdings nicht vor.
Der Soli hingegen ist eine eigene Steuer.

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interessierter Laie 18.04.2017, 11:26
166.

Zitat von gokahe
Hier geht es um ca. 6%(48% von 13 %) des gemeinschaftlichen Steueraufkommen der BRD. 2015 rd. 495 Mrd. davon 220 Mrd. Lohnsteuern, 210 Mrd. Umsatzsteuern. 65 Mrd. Einkommenssteuern. Unter den 2,7 Millionen ohne Einkommenssteuer soll es wohl nicht wenig Millionäre ja Multimillionäre geben aber das sicher in der nächsten Studie.
Falsch. Die Lohnsteuer ist Teil der Einkommensteuer (für unselbstständige Arbeit). Darunter fallen aber auch gutverdienende und leitende Angestellte, Manager und Co. Die 65 Mrd. müssten richtigerweise sonstige Einkommensteuern heißen. Das heißt: Die Top 10 % der Gutverdiener stehen über die Einkommensteuer effektiv für ein Viertel des gesamten Bundeshaushalts, zahlen aber selbstverständlich auch noch die Umsatz- und sonstige Verbrauchssteuern, wenn auch teilweise weniger - aufgrund der geringeren Konsumquote. Die Anrechnung der Sozialabgaben ist allerdings Müll, denn gerade Geringverdiener kommen dabei gut weg. Die Gesundheitskosten sind vom Alter und nicht vom Einkommen abhängig. Müssten die sich alle privat versichern, wäre der prozentuale Abzug deutlich höher.

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Berliner42 18.04.2017, 11:29
167.

Zitat von Das Pferd
Übrigens sind Verluste (Regeln zu gleichem Jahr und gleicher Einkunftsart sind zu beachten) auch gegen die Zinsabschlagssteuer anrechenbar.
Eine Zinsabschlagssteuer gibt es nicht mehr, sondern eine Abgeltungsteuer. Verluste sind davon nicht absetzbar, jedenfalls nicht von Dividenden oder Zinsen. Ausnahme sind Verluste aus "innovativen Finanzanlagen" (Zertifikate).

Man hört so oft den Ruf nach einer Gleichbehandlung von Kapitalerträgen mit Arbeitseinkommen. Ja, bitte, dann aber mit voller Absetzbarkeit von Verlusten. Und das wird dann auch der Grund sein, warum es das bislang nicht gibt. Besonders in schlechten Börsenjahren kann manch einer seine Steuerlast damit dann eben doch deutlich drücken.

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hman2 18.04.2017, 11:29
168.

Zitat von H.W.München
Geringverdiener und Transferleistungsempfänger zahlen nun mal keine Einkommenssteuern und so gut wie keine Sozialabgaben. Das sind FAKTEN und keine Hetze.
Dennoch zahlen Sie 19 Prozent ihres Einkommens an Steuern und damit relativ am Gesamteinkommen, mehr als viele andere!

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jjcamera 18.04.2017, 11:30
169. Schweden

Und was macht der Unternehmer, der sich bei uns überproportional von der Steuer belastet fühlt? Er macht den Laden dicht, entlässt seine Leute und geht woanders hin: Schweiz, Ungarn, Irland, Portugal.... Er muss ja nicht in Deutschland produzieren.
In Schweden gab es mal so einen Exodus in den 70er/80ern. Dann hat man den Spitzensteuersatz drastisch gesenkt und den Basissteuersatz leicht angehoben, die Leute kamen wieder zurück, und der Staat nahm mehr ein als vorher. Heute geht es den Schweden besser denn je.

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