Forum: Wirtschaft
Einweg-Verbot: Das unternimmt die EU gegen Plastikmüll
Jorge Silva / REUTERS

Mit der neuen Richtlinie gegen Einwegplastik wollen Europas Politiker den Plastikmüll bekämpfen. Ihr Normenwerk kann die globale Abfallschwemme wohl kaum stoppen. Aber es ist ein Anfang.

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spiegelleser987 27.03.2019, 23:19
30.

Zitat von ralf_maennchen
Kosten viel Energie/Treibstoff zum Rücktransport der Verpackungen vom Händler zum Produzenten. Dann würde der Händler nur noch die bei ihm gekauften Produkte/Verpackungen annehmen. Zusätzlich kommt ein Energieaufwand bei der Reinigung der Mehrwegfefäße hinzu. Fragen der Sicherheit/Hygiene ??? Wurde z.B. eine Plast/Glas/Metallflasche für Getränke zwischenzeitlich vielleicht vom Kunden als Behälter für Lösungsmittel/Farbe/Pflanzenschutzmittel zweckentfremdet?? Wie dann die 100%ge Sicherheit bzgl. Vergiftungen Gesundheitschäden beim nächsten Kunden sichern?? Transport des Kunden Gewicht Einwegplastflasche vs. Glasflasche. Mehrwegverpackung z.B. für Obst wie Erdbeeren/Kirschen . Ungeklärte Sauberkeit/Hygiene. Viele Sachen die gegen eine 100% Mehrwegpackung sprechen.
Glasflaschen sind für einen LKW auch viel schwerer. Also mehr große Diesel-LKWs benutzen.

Das mit den Plastik-Mehrwegflaschen habe ich auch schon zweimal erlebt. Wenn man mehrere kauft, guckt man nicht immer so genau hin. Bei einer Flasche mit sauberen Mineralwasser habe ich zu Hause dann plötzlich ein paar kleine dreckige Flecken in der Flasche entdeckt. Etwa ein Jahr später habe ich bei der anderen einen Riss im Gewinde entdeckt. Hat man die Flasche rumgedreht, tropfte das Wasser schon raus.

Glasflaschenreinigung kenne ich noch aus DDR-Zeiten. Die wurden mit heißem Wasser mehrmals durchspült Und dann mussten die einzeln genau angesehen werden, um zu prüfen, ob die wirklich sauber sind. Das braucht eine Menge Energie und Wasser. Das bereits zum reinigen benutzte Wasser durfte nicht nochmal für die nächste Flasche benutzt werden.

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spiegelleser987 27.03.2019, 23:33
31.

Plastikbeutel müssen nur dreimal, Papiertüten dagegen mindestens fünfmal benutzt werden, um auf den gleichen Umweltindex zu kommen. Seit 1.Januar 2019 wurde der Müll per Vorschrift erhöht. Wer in ein anderes EU-Land etwas liefert, darf das nicht mehr per Brief tun, auch wenn es sehr klein ist. In Briefen darf nur noch Papier liegen. Der Versand in andere Länder ist nur noch als Päckchen oder Paket erlaubt. Da muss man noch zusätzlich Füllmaterial, z.B. Luftpolsterfolien, reinstecken. Wegen der großen Versandaufkleber muss auch eine größere Mindestfläche erreicht werden. Das gilt für den gewerblichen und den privaten Versand.

Innerhalb des jeweiligen EU-Landes ist der Versand wie bisher erlaubt. Die EU will gegen Müll kämpfen und gleichzeitig wird der Müll erhöht.

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intercooler61 27.03.2019, 23:42
32. Total(itar)ismus ist dumm

Zitat von Sendungsverfolger
Habe ich mir gedacht, dass jetzt gefühle 90% aller Forenbeiträge aus Whataboutism (was ist mit .... warum nicht zuerst ... schlimmer ist doch ...) bestehen werden und Ihrer ist der erste. Es ist doch selbstverständlich, dass ALLE möglichen Maßnahmen zur Plastikmüllvermeidung auf der ganzen Welt ergriffen werden müssen. Das ist selbstverständlich. Und dabei ist es unerheblich, welche Maßnahmen zuerst erfolgen oder in welchem Umfang oder was jetzt mehr oder schneller etwas nützt. Darüber braucht mal wohl gar nicht mehr reden. Wer es trotzdem tut, will nur ablenken. Punkt.
Es geht doch darum, die wilde "Entsorgung" ins Meer etc. möglichst schnell möglichst stark zu reduzieren?

Dazu muss man dort ansetzen, wo man dem größten Effekt mit geringstem Aufwand erzielt - und nicht überall zugleich. Andernfalls verpulvert man Ressourcen, ohne nennenswerte Fortschritte zu erreichen.

Mit "Whataboutism" hat das nichts zu tun, umso mehr aber mit Verstand. Nicht demonstrative Anstrengungen zählen, sondern die Ergebnisse.

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NoBrainNoPain 28.03.2019, 01:31
33. Ich könnte k.. zen

Wenn ich ich die Beiträge über die Schuld der Drittländer lese..., keine Frage, das ist der Horror, was die in ihre Flüsse werfen. Aber das hat doch nichts mit unserer Verantwortung zu tun. Wer kann ernsthaft darauf bestehen, jedes Salatblatt in Schale und Umhüllung haben zu wollen? Allerdings bin ich echt fassungslos, das niemand das Problem Plastikflaschen anspricht. In Südeuropa wird fast jeder Schluck Wasser aus der Plastikflasche getrunken, die unfassbare Mengen, die da zusammenkommen, können ein paar Wattestäbchen gar nicht auf wiegen. Und auch bei uns gibt es jede Menge Getränke, die aus dem Pfandsystem heraus fallen. Was soll das? Mir fehlt jedes Verständnis für eine Politik, die das ohne Not ermöglicht.

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markus_wienken 28.03.2019, 07:58
34.

Zitat von perino
In fast jeder mittelgroßen Stadt gibt es mittlerweile wenigstens einen Unverpacktladen. Das Prinzip ist einfach und effektiv. Es gibt keine Ausrede mehr, nicht selber etwas zu tun, außer Faulheit und/oder falsche Prioritätensetzung im Zeitmanagement.
Es gibt tatsächlich einen solchen Laden in Mainz...erstaunlich. Ist mir aber auch egal. Ich bekenne mich zu einer Faulheit beim Einkaufen und habe besseres zu tun als dort meine Zeit zu verplempern.

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Gleichstrom 28.03.2019, 10:30
35.

Zitat von helro56
durch den ehemaligen Minister Trittin, war KEINE Rede von Plastikmüll Export wenn ich mich richtig erinnere ! wie scheinheilig dies von unserer verantwortlichen Politik in der Vergangenheit und heutzutage gehandhabt wird, stellt meiner Meinung nach zu dieser Thematik ein großes Versäumniss dar und verschuldet damit dieses Problem ! da dieses Problem seit langem bekannt ist, entsteht der Eindruck wie so oft, dass die verantwortliche, in diesem Fall EU-Politik viel zu spät reagiert !
Der grüne Punkt ist lange vor Trittin eingeführt. In seine Amtszeit fällt das Einwegpfand, das die Mehrwegquote hätte erhöhen sollen, dies leider aber nicht erreichen konnte.

Ja, 100 % ist nicht machbar, allein schon aus hygienischen Gründen nichtmal, wenn alles - wirklich alles - korrekt entsorgt wird, und aus weiteren Gründen. Es gibt allerdings ein technisch umsetzbares Maximum an Rohstoffverwertung, das muß Ziel jeder Rohstoffnutzung sein, die nicht vollkommen über ihre Maße lebt. Wenn DAS als fundamentalistisch gilt, ist vielleicht nicht dieser angebliche Fundamentalismus das Problem, sondern daß es überhaupt die Möglichkeit gibt, sowas als fundamentalistisch wahrzunehmen, was u.A. an einer desinteressierten Mehrheit liegen könnte. Wieso das Desinteresse aber akzeptabel sein sollte...?

Verbrennen wir den Schund doch einfach...? Ja! Sicher ist das besser als Export. Ein großer Teil des Altpapiers wird auch verbrannt, weil Restmüll zu feucht ist. Schlimm ist das nicht, im Gegenteil - dem Müllexport gehört ein Riegel vor, bzw das kann man schon machen, wenn im Zielland tatsächlich eine Wiederverwertung bzw Vorbereitung dessen stattfindet - und ein angemessener Teil der Wertschöpfung sich dort in Form von Kaufkraft wiederfindet.

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yvowald@freenet.de 28.03.2019, 10:38
36. Plastik ist überall

Plastik ist überall. Nicht nur in Einweggeschirr und Kunststoff-Trinkhalmen. Das Verbot müßte also viel umfassender sein. Was sagen die Verantwortlichen dazu?

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Gleichstrom 28.03.2019, 11:11
37.

Zitat von yvowald@freenet.de
Plastik ist überall. Nicht nur in Einweggeschirr und Kunststoff-Trinkhalmen. Das Verbot müßte also viel umfassender sein. Was sagen die Verantwortlichen dazu?
Schleifpartikel in Zahnpasta und Peelings! Medizinisch kontraproduktiv, aber man kann die so schön formen, die kleinen Kügelchen, daß sie zwar irgendwie schleifen, aber doch etwas sanfter da runder sind, ...

... und diverses Weitere.

Naja, hier ist ein ANFANG gemacht! Natürlich muß das weitergehen. Natürlich aber sind auch Produkte, die nach kurzer Nutzung entsorgt werden, die erste Stelle fürs Umsteuern. Daß soetwas auch noch billig ist, ist ein Produkt ekelhafter Dekadenz ... daß es sich überhaupt lohnt, planvoll Dinge für den einmaligen Gebrauch zu produzieren - abgesehen von hygienisch kritischen Medizinprodukten sehe ich nicht, daß sich das überhaupt rechtfertigen ließe. Wattestäbchen mit Papierschaft haben in wenigen Monaten den Weg vom Bio-Nischenprodutk in die Hausmarken der beiden größten Drogerieketten geschafft - wieso erst jetzt?

Es ließen sich da einige globale Ziele festhalten: Langfristige Nutzung und auf diese ausgerichtete Produktion - Verrinerung der Sortenvielfalt zur Verbesserung der Wiederverwertung - pfandartige Zahlungen bei Produktion bis zur Sicherstellung der Wiederverwertung. Wenn das alles skalierbar und effizient läuft, ließe sich hier auch mit Rechten und Pflichten Handel treiben ... und der bietet Eingriffsmöglichkeiten, die Effizienz und geringen Verbrauch belohnen. Wird hier geringer Verbrauch belohnt, aber hohe Nachfrage weiterhin ein positiver Faktor für den Produzenten bleiben, ergibt sich für den Produzenten das Optimum dort, wo er maximal viele maximal effiziente Produkte verkauft, das Optimierungsziel lautet damit, daß Rohstoff und Entsorgung teuer werden dort, wo der Nutzen pro Rohstoffverbrauch maximal ist. Solche Lenkungsversuche sollten grundsätzlich als Umlage aufgezogen sein, die mit Abgaben, die das abzustellende Verhalten verteuern das vertretbare und damit gewünschte Verhalten belohnen, ohne in Summe großartig was abzugreifen. Handel und Wirtschaft blieben dann im Gesamten unbelastet, ohne auf Lenkungsmöglichkeiten zu verzichten.

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stefan taschkent 28.03.2019, 11:12
38. Warum gleich Aggro

Zitat von NoBrainNoPain
Wenn ich ich die Beiträge über die Schuld der Drittländer lese...,
Es geht darum, das eine zu tun, und das andere nicht zu lassen. Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Seit den 80ern kommen aus gutem Grunde Katalysatoren in die Autos. Altautos gehen, wahrscheinlich in Millionenstückzahlen, gen Osten und gen Afrika. Mit das erste, was dann dort passiert: Mit der Flex den 'lästigen' Kat demontieren. Der Export von Gebrauchtwagen ist übrigens ein ganz eigenes Thema. Der Punkt ist aber: Wir können uns hier in Europa bis zur Perfektion (Achtung, Wortschöpfung:) nachhaltizieren. Bringt aber nur dann was, wenn wir die Nachhaltigkeit kraft unserer Wassersuppe wirklich global betrachten. Etwas Entwicklungshilfe hier und da bringt da herzlich wenig, da müssen (leider) andere Druckmittel eingesetzt werden. Die gibt es, aber sie werden kaum genutzt.

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smsderfflinger 28.03.2019, 15:18
39.

Zitat von Sendungsverfolger
Habe ich mir gedacht, dass jetzt gefühle 90% aller Forenbeiträge aus Whataboutism (was ist mit .... warum nicht zuerst ... schlimmer ist doch ...) bestehen werden und Ihrer ist der erste. Es ist doch selbstverständlich, dass ALLE möglichen Maßnahmen zur Plastikmüllvermeidung auf der ganzen Welt ergriffen werden müssen. Das ist selbstverständlich. Und dabei ist es unerheblich, welche Maßnahmen zuerst erfolgen oder in welchem Umfang oder was jetzt mehr oder schneller etwas nützt. Darüber braucht mal wohl gar nicht mehr reden. Wer es trotzdem tut, will nur ablenken. Punkt.
Das meinen Sie ernst?
Es ist alles andere als "Whataboutism" wenn man darauf hinweist, dass weniger als 5% des Plastikmülls in den Meeren aus Europa, Nordamerika oder Australien stammt. Der Artikel bezieht sich ausdrücklich und mit entsprechenden Bildern auf Wale, in deren Kadavern grosse Mengen Plastik gefunden wurden.
Also ist es völlig korrekt, den verursachenden Ländern einen Vorwurf zu machen und eine Abkehr von diesem Verhalten zu fordern.
Und ablenken will hier niemand, die Eu ist ja schon auf dem Weg, die neue Richtlinie ist ja schon beschlossen; es wird auch nicht die letzte politische Aktion hier sein.
Ablenken wollen offenbar Sie, nämlich von der eigentlichen Verursachern. Wenn 86% des Plastikmülls in den Meeren aus Asien stammt, dann muss man das schnell ändern. Thailand, Korea, China sind industriell gut aufgestellte Länder, die einen Grossteil der hier benutzten technischen Güter herstellen, die sind durchaus in der Lage Müllverbrennungsanlagen herzustellen. Und insbesondere China könnte das Recycling per ordre de Mufti (KPC) leicht durchsetzen...
D

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