Forum: Wirtschaft
Einweggeschirr, Trinkhalme und Co.: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwer
imago/Jochen Tack

Die EU will langfristig Wattestäbchen, Einweggeschirr und andere Wegwerfprodukte aus Plastik verbieten. Das EU-Parlament hat diesem Plan nun zugestimmt - für manche Produkte gilt der Bann schon ab 2021.

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rene.macon 24.10.2018, 16:08
10. Was soll das bringen?

Das meiste Plastik gelangt über Autoreifenabrieb, Kosmetika, Bauschuttzergkleinerung und die Waschmaschine (Polyestertextilien) in die Gewässer und damit in die Ökosysteme und Nahrungsketten. Das ist doch schon seit langem bekannt. Der Plastikmüll, auf den die EU-Verordnung zielt, wird in Europa weitgehend vorbildlich entsorgt. Da bringt ein Verbot von Plastiktüten, Einweggeschirr und Ohrenstäbchen nur sehr wenig.

Eine Vorschrift zum Einbau von Mikroplastik-Filter in die Kläranlagen würde sehr viel mehr bringen. Das würde aber vielen ohnehin verschuldeten Kommunen zusätzliche Kosten aufbürden und deshalb setzt das EU-Parlement wohl lieber auf Effekthascherei, die am Ende nur den Konsumenten etwas kostet. Das überzeugt mich nicht.

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Hatha 24.10.2018, 16:08
11. Ambivalentes Thema

Das hier ist wieder ein Thema, das viel Frust in der EU aufwirft. In den asiatischen Ländern sehen wir in den TV-Reportagen ganze Flussufer und Meeresufer voller Plastik, hier allerdings kümmern wir uns um Mülltrennung und die Abschaffung von Plastiktüten. Erkläre mir mal bitte jemand den Zusammenhang? Warum müssen wir in der EU immer ökologischer leben und der Grund dafür liegt in Asien? Die Asiaten pumpen auch den ganzen CO2 in die Luft und wir kümmern uns um Elektroautos.

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joman23 24.10.2018, 16:10
12. Plastikmüll

Ich bin mir sicher, dass mein Restmüll inklusive Plastik, der thermischen Vorbehandlung zugeführt wird. Also verbrannt wird. Der Rest geht in die gelbe Tonne zur Verwertung. Ein Meer liegt definitiv nicht auf dem Weg.
Es ist grundsätzlich eine Reduktion von Plastik in Deutschland zu begrüßen, nur wird kein Meer dadurch gerettet. Aktionismus schafft selten gute Lösungen

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chris11114 24.10.2018, 16:14
13. Und wieder die alte Leier...

Natürlich wird jetzt hier wieder auf andere Länder verwiesen da es bei denen ja so viel schlimmer sei...

Was dabei außen vorgelassen wird:
1. auch unsere Einsparung an Plastik hat einen Effekt
2. irgendjemand muss ja mit gutem Beispiel vorangehen. Nach dem Motto können wir ja auch wieder die Demokratie (oder andere Dinge wie Sozialsysteme) abschaffen - gibt es immerhin auch nicht überall auf der Welt
3. diese genannten Länder (Indien, Philippinen, usw.) haben einen höheren absoluten Anteil an Plastikmüll - geht man aber von Pro Kopf aus (Indien hat ja nur mehr Einwohner als die ganze EU zusammen ;-)) so sind wir plötzlich eben doch die größten Verschmutzer der Welt (die Amerikaner vielleicht mal außen vorgelassen).


Ergo: alles richtig gemacht. Wenn kann die Frage nur lauten: Warum erst so spät?
Das ein solcher Schritt angesichts des Plastikmülls in den Meeren unumgänglich ist, ist nun auch keine neue Erkenntnis.

Ich persönlich habe auch aufgrund dessen den Konsum von jeglichen Lebewesen aus dem Meer als auch anderer Produkte (Fleur de Sel wird da gerne unterschätzt) eingestellt.
Wenn ich Plastik essen will beiß ich dann doch lieber direkt in ein PVC-Rohr (Ironie darf gerne gefunden werden).

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misterknowitall2 24.10.2018, 16:26
14. Bis vor kurzem...

Zitat von DummerNutzer
Frage in die Runde: Ist sichergestellt, dass unsere gelben Säcke nicht ins Ausland transportiert und dort in die Umwelt gelangen können? Kennt sich da jemand aus?
ging ein Großteil des Mülls nach China. Die wollen jetzt aber nicht mehr und ich befürchte man findet ein anderes armes Land, was uns den Müll dann abnimmt und erklärt den heutigen Akt. Die EU hat bisher 87% des Plastikmülls exportiert und nun weiß man nicht mehr wohin damit. Deutschland hat bisher 760.000 tonnen Plastikabfälle pro Jahr nach China exportiert.

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misterknowitall2 24.10.2018, 16:29
15. ich denke,

Zitat von rene.macon
Das meiste Plastik gelangt über Autoreifenabrieb, Kosmetika, Bauschuttzergkleinerung und die Waschmaschine (Polyestertextilien) in die Gewässer und damit in die Ökosysteme und Nahrungsketten. Das ist doch schon seit langem bekannt. Der Plastikmüll, auf den die EU-Verordnung zielt, wird in Europa weitgehend vorbildlich entsorgt. Da bringt ein Verbot von Plastiktüten, Einweggeschirr und Ohrenstäbchen nur sehr wenig. Eine Vorschrift zum Einbau von Mikroplastik-Filter in die Kläranlagen würde sehr viel mehr bringen. Das würde aber vielen ohnehin verschuldeten Kommunen zusätzliche Kosten aufbürden und deshalb setzt das EU-Parlement wohl lieber auf Effekthascherei, die am Ende nur den Konsumenten etwas kostet. Das überzeugt mich nicht.
einen Mikroplastikfilter gibt es in dieser Form gar nicht und wenn wäre er so feinmaschig (also fast dicht), das er für eine Kläranlage nicht zu gebrauchen wäre.

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quark2@mailinator.com 24.10.2018, 16:31
16.

Zitat von misterknowitall2
ging ein Großteil des Mülls nach China. Die wollen jetzt aber nicht mehr und ich befürchte man findet ein anderes armes Land, was uns den Müll dann abnimmt und erklärt den heutigen Akt. Die EU hat bisher 87% des Plastikmülls exportiert und nun weiß man nicht mehr wohin damit. Deutschland hat bisher 760.000 tonnen Plastikabfälle pro Jahr nach China exportiert.
Wurde doch schon geklärt. Der Müll geht jetzt in Staaten direkt neben China. Dort wird getrennt und daraus Recyclat gemacht, welches dann nach China geht. Am Ende also nur ein Export billigster Arbeit von China in seine Nachbarländer.

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m82arcel 24.10.2018, 16:31
17.

Ist denn diesmal wenigstens sicher, dass die Alternativen auch tatsächlich besser für die Umwelt sind? Oder läuft es wie bei Plastiktüten, die verteufelt werden, obwohl die Alternative aus Papier insgesamt betrachtet schlechter für die Umwelt (und den Verbraucher) ist?

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Newspeak 24.10.2018, 16:38
18. ...

Das eigentliche Problem, dass Muell nicht dort landet, wo er soll, wird gar nicht angegangen. Stattdessen ein Verbot, das voellig ungerichtet ist, weder den evtl. sinnvollen Verwendungszweck beruecksichtigt (ein Grossteil des Plastikverbrauchs begruendet sich in hygienischen Massnahmen, wenn dann z.B. in Zukunft wiederverwertbare Strohhalme verwendet werden, muessen diese gereinigt werden, steigern also den Wasser- und Energieverbrauch. Die Massnahme macht also nur Sinn, wenn die Gesamtbilanz stimmt, was ich bezweifele, man kann sie aber auch schlecht messen, weshalb das keinen Politiker interessiert), noch wirklich prueft, ob es gleichwertige Alternativen gibt (welche alternativen Materialien lassen sich wirklich billiger und in diesen Mengen herstellen?).

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vulcan 24.10.2018, 16:40
19.

Das dauert zu lange, geht nicht weit genug und ist nur halbherzig - aber immerhin mal was.
Stichwort Verpackungsmaterial: Was alles sinnlos in Plastik eingeschweißt und eingetackert ist, ist unglaublich.
Das muss noch viel drastischer werden, wenn man einen fühlbaren Effekt haben will. Außerdem muss da auch weltweit etwas passieren.
Die völlige Gleichgültigkeit diesbezüglich setzt schon im nahen Osten ein und zieht sich bis nach Fernost. Aber da braucht es wohl noch mehr Geduld, wenn man sieht, wie schwer sich schon die EU tut.

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