Forum: Wirtschaft
Eklat in Athen: Griechischer Finanzminister setzt Troika vor die Tür
AFP

Die neue griechische Regierung schaltet auf harte Konfrontation: Sie werde nicht mehr mit den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber zusammenarbeiten, weil sie die Sparauflagen der Troika ablehne.

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iasi 30.01.2015, 23:59
300. super - Griechenland erfindet die Demokratie neu

Die Technokraten der Troika haben doch noch nicht mal einen wirklichen Lösungsansatz - und vor allem keinerlei demokratische Legitimität.

Nun werden endlich die Verschieber und Aussitzer in Europa mit all den Problemen konfrontiert, die sie ständig mit ihren aberwitzigen Milliardenprogrammen herausschieben und dabei auch noch verschärfen.
Wir müssen doch gar nicht so groß tun - unser toller Staatshaushalt basiert doch nur auf den historisch niedrigen Zinsen, die wir für unseren in den letzten Jahren angehäuften Schuldenberg bezahlen müssen. Lasst diese Zinsen wieder auf normales Niveau steigen (was dann passieren würde, wenn die "Krisenstaaten" ihre Probleme wirklich lösen würden.)

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Volks.Hirn 31.01.2015, 00:11
301. Target II

macht das griechische z.B. zum Deutschen Problem. Und dann wird ALLEN EURO-Bürge(r)n vorgeführt wieviel ihr Geld wirklich wert ist.

Damit diese "fast-so-gut-wie-echte-Euro"-Girokonten Illusion NICHT zerplatzt wird es die EU nicht soweit kommen lassen.

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matthiasdaun 31.01.2015, 00:14
302. Spardiktat?

Dieser Begriff ist irreführend. Es gab bereits zweimal einen Schuldenschnitt. Was hat er gebracht? Nichts. Der Vergleich mit dem Schuldenschnitt 53 für Deutschland hinkt gewaltig. Deutschland hatt 53 die Strukturen, das Wachstum und Know How. Die deutsche Wirtschaft brachte den Geldgebern längerfristig Gewinne und nicht vergessen, auch Arbeitsplätze, denn Deutschland war der größte Jobmotor in Europa und gab Griechen auch eine Zuflucht vor der Diktatur. Doch wieso einem Staat Schulden erlassen, der in BEAMTE investiert, obwohl Griechenland vor der Krise eine Beamtendichte wie kein anderes Land hatte. Nichts gegen Beamte, aber sie verwalten, schaffen weniger Impulse für Wirtschaftswachstum. So eine Politik ist unverantwortlich.

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steinbl 31.01.2015, 00:22
303.

Wer bestehende Vereinbarungen mit Füßen tritt sollte sich auch nicht beklagen wenn das Folgen hat.
Keine Zahlungen mehr solange die
neue Regierung sich weigert bestehende Vereinbarungen zu akzeptieren.Ansonsten macht sich der Rest Europas lächerlich und unglaubwürdig.

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ph.latundan 31.01.2015, 00:37
304. na dann ..........

Zitat von Attila2009
Gut so ! Griechenland ist ein souveräner Staat und zeigt endlich mal Rückgrat. Die Griechen waren schon immer zähe Verteidiger gegen ausländische Invasoren, die " 300 " lassen grüßen.
na dann sollen die griechen mal ganz souveraen ihre schulden bezahlen oder endlich in die souveraene und wohlverdiente pleite gehen.

und die cdu/spd muss aufpassen das sie nicht abgewaehlt wird.

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tomo1 31.01.2015, 00:55
305. So geht's gegen die Wand

garfield heute, 16:54 Uhr "Was für ein frischer Wind in diesem neoliberalen Mief der letzten Jahre. Europa ist also doch noch nicht völlig sediert und weggedämmert. Aber jetzt werden die medialen Geschütze in Stellung gebracht. Nun geht's endlich mal kontrovers zur Sache! Vielleicht sollte man langsam überlegen, wie man den Spaniern dieses Jahr das Wählen verbietet."

Braucht man gar nicht. Wenn Griechenland so weiter macht und Europa sich das nicht gefallen laesst, dann geht es denen in einem halben Jahr so schlecht, dass nirgendwo in Europa irgendwer noch auf die Idee kommt Links-Populisten zu waehlen.

Wer in Griechenland glaubt, es koennte ja nicht mehr schlechter kommen, hat einfach nicht genug Vorstellungskraft.

Das koennte so ablaufen:
1. Die Syriza Wahlgeschenke kosten reichlich Geld.
2. Wie schon in den letzten Monaten werden die Griechen ihre Steuern nicht zahlen, weil sie bei einer Widereinfuehrung der Drachme darauf rechnen, dass die Steuerschuld abwertet.
3. Wegen Nichtkooperation wird die letzte Tranche des Hilfsprogramms nicht augezahlt.
4. Aus dem selben Grund sehen die Glaeubiger keinen Grund Griechenland einen Schuldenschnitt zu gewaehren, denn wer Vertraege nicht einhaelt, mit dem schliesst man auch keine.
5. Nachdem EZB, IWF und Eurogruppe somit Griechenland die Unterstuetzung entzogen haben, kann sich G am Markt nicht einmal mehr ueber ultra-kurz Anleihen (T-Bonds) finanzieren und muss den Schuldendienst einstellen.
5.1. Auslandsguthaben des griechischen Staates und staatseigener Firmen insbesondere auf Griechenland entfallende Mittel aus dem EU-Haushalt werden gepfaendet. Im Gegenzug zahlt Griechenland seine Beitraege nicht mehr und tritt aus der EU aus.
6. Ausserdem gibt es aus o.g. Gruenden schon lange keinen Primaerueberschuss mehr und Griechenland kann nicht einmal die bestehenden, geschweige denn die erhoehten Staatsausgaben bezahlen.
7. Weil nunmehr auch dem Letzten klar ist, dass G die Drachme wieder einfuehren muss, um wenigstens im Inland zahlungsfaehig zu bleiben, kommt es spaetestens jetzt zu einem Bankrun.
8. Dadurch werden die letzten Reste der griechischen Wirtschaft mit Ausnahme von Landwirtschaft und Tourismus zerstoert, diese beiden werden schwer geschaedigt.
9. Die neueingefuehrte Drachme wertet massiv ab. U.a. weil die Notenpresse in Extraschichten laeuft, da die zusammenbrechende Wirtschaft die Staatseinnahmen weiter erodiert und die Staatsausgaben weiter erhoeht. Die Inflation galloppiert.
9.1. Es gibt mittlerweile keine Exportwirtschaft mehr, die von der abwertenden Drachme profitieren koennte.
10. Weil Renten, Arbeitslosengeld und Loehne in fast wertlosen Drachmen bezahlt werden, kommt es zu Streiks und Ausstaenden. Kommunale Dienste und Verkehrswesen kollabieren.
11. Griechenland kann nicht einmal mehr die noetigsten Importe bezahlen. U.a. Energietraeger. Die Energieversorgung bricht zusammen.
12. Weil Touristen ungerne Urlaub machen, wo es statt kommunaler Dienste, Verkehr und Elektrizitaet soziale Unruhen gibt, bricht auch der letzte griechische Wirtschaftszweig weg.

Den Rest kann

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Marut 31.01.2015, 00:57
306. wie versprochen

Da muß ich mich schon wundern, das die Vertreter der EU vom Verhalten der neuen Regierung so überrascht sind.
Sie machen doch nur das, wofür sie gewählt wurden. Sie haben die Ablehnung der Troika vor der Wahl als ihr Programm verkündet und auch klargestellt, dass sie die Spar- und Schuldenpolitik zu Lasten der kleinen Leute in Griechenland ablehnen und verändern wollen.
Das haben sie verkündet und dafür sind sie gewählt worden und machen nun nichts anderes, als ihr Wort gegenüber ihren Wählern zu halte.
Wenn nun die europäischen Politiker alle so erstaunt tun, dann kann das ja nur daran liegen, das sie alle daran gewohnt sind, das die Versprechen von vor der Wahl hinterher nicht eingehalten werden.
Dieses Demokratieverständnis, dass üblicherweise aus dem Brechen der Wahlversprechen besteht, findet nun dieses mal nicht.
Da kommen die Linken in Griechenland und führen so 'ne neue Form von Demokratieverständnis ein. Ehrlichkeit und Versprechen einhalten. Wo kommen wir denn da hin.

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thunderstorm305 31.01.2015, 00:58
307. Ein Erpressungsversuch!

Zwar ging die jetzige Regierung aus den Wahlen hervor und hat vieles versprochen, doch damit verschwinden die Schulden nicht einfach. Wer so mit seinen Geldgebern umgeht, der muss sich nicht wundern, wenn einem der Geldhahn zugedreht wird. Es ist schon ein starkes Stück dass Griechenland meint die Troika einfach rauswerfen zu können. Das läuft wohl unter der Rubrik Erpressungsversuch mit heißer Luft!

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tomo1 31.01.2015, 01:05
308. Griechenlands Schulden sind tragfaehig

Ausserdem braucht Griechenland langfristig keinen Schuldenschnitt, denn die Zinsbelastung ist geringer als vor der Euroeinfuehrung.

Griechenland zahlt momentan 2,4% Zinsen auf seine Staatsschuld (Spiegel Artikel vor ein paar Tagen). Bei 180% des BIP Schuldenlast sind das 4.3% des BIP. Das ist erheblich weniger als die ueber 7% vor der Euroeinfuehrung.

Und diese Zinsen sind groesstenteils extrem langfristig festgeschrieben.

Langfristig wird die Inflation sicher wieder auf oder ueber die von der EZB angestrebten 2% steigen. Das heisst, real entwertet sich die Staatsschuld in etwa in Hoehe der Zinsen. (oder anders herum, selbst wenn man die Zinsen immer wieder auf die Schuld draufsattelt, wird diese inflationsbereinigt nicht groesser.)

Schon ein geringes reales (inflationsbereinigtes) Wachstum des BIP laesst also die Schuldenquote sinken (Zaehler bleibt real gleich, Nenner wird groesser).

Alles was die Griechen also tun muessen, ist (zugegeben fuer eine recht lange Zeit) einen vor Zinsen ausgeglichenen Staatsaushalt zu erwirtschaften und wenigstens ein geringes Wirtschaftswachstum vorzulegen.

Derzeit (vor Syriza) haben sie einen Primaerueberschuss (Ueberschuss vor Zinszahlungen) und ein geringes Wirtschaftswachstum. Das reicht eigentlich schon.

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aat 31.01.2015, 01:14
309. Troika

Wer davon überrascht ist, der hat wohl die Nachrichten der letzten Wochen verpasst. Dieses Vorgehen der griechischen Regierung war absehbar angesichts der Tatsache, daß die Strategie der "Geberländer" nicht aufgegangen ist. Wenn die Berichte in den Medien stimmen, daß die Verschuldung Griechenlands unter der Aufsicht der Troika von 110% der Wirtschaftsleistung auf 170% der Wirtschaftsleistung gestiegen ist, dann war dieser Schritt mehr als überfällig. Damit hat man Griechenland nicht geholfen, sondern Griechenland geschlachtet. Auch wenn ich persönlich einen Schuldenerlass nicht gut finde, denn mir erlässt auch niemand meine Schulden, nur weil ich zuviel davon habe, muss sich die Besatzungsmacht (Nord-)Europa den Vorwurf gefallen lassen, Teil der Eskalation der Krise zu sein ! Durch brutalste Sparmaßnahmen und einen unnötig unsozialen Abbau von Sozialmaßnahmen, hat die EU mit dem IWF Griechenland nicht nur an die Wand, sondern durch die Wand gedrückt. Und Druck erzeugt nunmal Gegendruck - das war schon immer so.

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