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Eklat bei G7-Gipfel: Wie US-Präsident Trump die internationale Handelsordnung zerstör
REUTERS

Der freie Welthandel gilt als Dogma. Mit seinem Eklat beim G7-Gipfel hat Donald Trump dessen Ende eingeläutet. Denn ohne die USA dürfte es für die Globalisierung schwer werden. Das wird auch Deutschland spüren.

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spassfactor 10.06.2018, 18:19
70. Die USA und die internationale "Handelsordnung"

Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie lange Politiker brauchen um Änderungen in der Einstellung einzelner Länder, aber insbesondere der Vereinigten Staaten zu erkennen. Als Beobachter fragt man sich schon was geht in den Köpfen dieser Politiker aber auch der Medien vor? Der jetzige Präsident der USA hatte schon während seines Wahlkampfes deutlich gemacht, dass er nicht gewillt ist, die in seinen Augen bestehende internationale Handels-"Unordnung"zu akzeptieren. Und er hat bislang, alle seine Wahlversprechen begonnen umzusetzen. So kann es auch nicht verwundern, dass er mit aller Verve beginnt auch die derzeitige Welthandelsordnung, die wie gesagt in seinen Augen für die USA nicht akzeptabel ist, umzuwerfen und entweder mit den verbündeten Partnern etwas Neues aufzubauen oder aber die USA im Alleingang in diese Richtung zu entwickeln. Er wird auf seinem Weg zu jeder Zeit zu wirklichen offenen Gesprächen bereit sein, aber es ist an der Zeit für die G7 Politiker zu akzeptieren, dass die Zeit des "wir-werden-die-Amerikaner-schon-überreden" vorbei ist. Donald Trump ist halt KEIN Politiker. Deshalb ist er aus der Sicht der Medien und seiner G7 Kollegen auch "unberechenbar". In Wahrheit ist er jedoch sich selbst und seinen öffentlichen Wahlversprechen treu und das macht es offenbar so schwer für andere Politiker, die ihre Wahlversprechen aus politischen Überlegungen oft schneller über den Haufen werfen als man zuschauen kann, ihn auszurechnen. Wer allerdings zuhören kann, dem ist seit Jahren klar, dass der Welthandelspunkt von Donald Trump so angegangen wird, wie er es angekündigt hat.

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ericstrip 10.06.2018, 18:21
71. Haben freier Welthandel...

...und Globalisierung in der derzeitigen Ausprägung nur ansatzweise das gehalten, was sie versprochen haben? Ich denke nicht. Daher kann man hierin auch eine Chance sehen, etwas Neues zu schaffen, das nicht einen Großteil der Weltbevölkerung in Abhängigkeit hält und alles mit Einheitswaren und Einheitslebensstilen zu egalisieren versucht. Wird aber nicht passieren, denn wenige profitieren zu stark davon. Die Zeche zahlen alle anderen.

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schwaebischehausfrau 10.06.2018, 18:21
72. @Ade: Zumindest für BMW trifft das zu...

Zitat von ade
deutschen Autos die er fahren sieht werden doch fast alle in Amerika produziert und sogar nach Deutschland exportiert.
Das weltweit größte BMW-Werk ist schon lange nicht mehr Dingolfing in Bayern, sondern Spartanburg in den USA (South Carolina), wo BMW seine SUVs wie X3, X5 etc. fast für die ganze Welt herstellt. Und 70% der in diesem US-Werk hergestellten über 400.000 Autos geht in den Export in andere Länder. Und die US-Wirtschaft profitiert zusätzlich massiv, weil 80% des gesamten Einkaufsvolumens von BMW im NAFTA-Geltungsgebiet (also USA, Kanada , Mexico) auf Zuliefer-Firmen in den USA entfallen und das ist nochmal ein Einkaufsvolumen von 5,2 Milliarden Euro und eine gigantiche Wertschöpfung für die US-Wirtschaft.

https://www.press.bmwgroup.com/deutschland/article/detail/T0272104DE/erfolgsgeschichte-bmw-group-werk-spartanburg-usa:-in-25-jahren-zum-groessten-produktionsstandort?language=de

Ich vermute mal, dass BMW und andere Hersteller, die in den USA große Werke haben, wie folgt auf US-Strafzölle reagieren werden: Sie werden dann eben versuchen, in den USA eben nur noch Autos für die USA herzustellen (statt sie aus anderen Ländern in die USA zu exportieren mit dann hohen Strafzöllen) und dann eben auch keine Autos aus ihren US-Werken mehr in andere Länder exportieren und diese Autos in ihren Werken in den Ländern herstellen , die durch US-Strafzölle Arbeitsplätze verlieren würden. Unterm Strich würde das - sehr stark vereinfacht im Falle von BMW bedeuten - , dass in den USA eben alle für die USA bestimmten BMWs hergestellt werden. Das bedeutet kleinere Serien, weniger Kosten-Synergien und damit am Ende sicher auch höhere Preise für die Kunden. Eben die üblichen Folgen , wenn es von einer extrem arbeitsteiligen Wirtschaft zurück geht .

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multi_io 10.06.2018, 18:21
73.

Zitat von 123abcd
Warum zeigt SPON nicht mal Europas Zölle gegen die USA, auf welche Trumps Strafzölle sich überhaupt erst beziehen? Europas Schutzzölle, welche anscheinend seit Jahren zur Welthandelsordnung gehören und von den Amerikanern brav zu akzeptieren sind. Muss man die nicht auch mal hinterfragen?
Die wurden hinterfragt (siehe TTIP, TPP) und in den letzten Jahrzehnten immer weiter abgebaut -- bis Trump kam. Der hat die Abkommen und Absichtserklärungen alle beendet.

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Bearhawk 10.06.2018, 18:21
74. Ich habe es in aehnlicher Form schon einmal gesagt...

Die USA sind nur so stark, wie der Rest der Welt es zulaesst.
Fuehren wir uns einmal vor Augen, dass die USA aus nur ca 330 Millionen Menschen besteht, dann ist es unverstaendlich, dass sich die Weltgemeinschaft von diesem Staat so vorfuehren laesst. Zugegeben, die USA stellen z.Zt. noch einen grosssen Wirtschaftsfaktor da, aber auch hier gaebe es mittelfristig Alternativen, wenn man nur will. Die Amerikaner biegen alles so hin, dass es zu ihrem Vorteil ist und das haben sie schon immer so gemacht. Wer etwas anderes glaubt, ist da leider auf dem Holzweg!

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Botschafter der Kokosnuss 10.06.2018, 18:23
75.

Was hält den Res der G7 davon ab, nun ein G6-Format zu veranstalten, den Vertrag nach ihren Wünschen zu unterschreiben und die Wünsche der USA dann eben vollends außen vor zu lassen?

Wenn die USA dann doch wieder mitspielen wollen, dürfen sie gern wieder hinzukommen, aber neu verhandelt würde nichts.

Falls sie nicht wollen, könnte man für den nächsten Gipfel dann zum Bsp. Russland wieder einladen - und die USA nicht.

Wenn die USA sich gerne einmauern möchten, können sie das gerne tun. Ich sehe nicht, warum die restlichen Länder das dann ebenso tun müssen.

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Theodor 10.06.2018, 18:24
76. Knallharte Reaktion

Natürlich ist die globale arbeitsteilige Produktion hoch kompliziert, aber das was Trump macht ist tägliches Geschäft in der Weltwirtschaft, nur überlicherweise zwischen Unternehmen. Knallhartes Antworten ist gefragt. Wer Angst davor hat, dass es Monate dauert bis arbeitsteilige Produktionswege sich ändern, der wird verlieren. Europa muss als Block zusammen stehen und die Reaktionen müssen knallhart und heftig sein, dann wird die USA verlieren und Trump ist Geschichte und vor allem werden die USA Jahre brauchen um sich davon zu erholen. Die Weltwirtschaft wird mittelfristig keinen Schaden nehmen, im Gegenteil, sie wird profitieren.

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Mephisto 09 10.06.2018, 18:28
77. In der Tat, Sie haben

Zitat von tobias334
Deutsche Autos werden doch nur wegen ihrer Qualität gekauft! Mit dem Preis hat das doch alles nix zu tun! Oder habe ich irgendwas nicht mitgekriegt?!? Das war doch immer die Standardantwort von Politik und Medien, wenn es darum ging, deutsche Überschüsse zu rechtfertigen. Wenn das stimmt, können hohe Zölle die deutsche Autoindustrie eigentlich doch überhaupt nicht treffen. Aber vielleicht stimmt es ja auch nicht, nur hätte ich dann ganz gerne mal eine neue Ausrede gehört mit der der deutsche Exportüberschuss und deutsches Lohndumping gerechtfertigt werden soll. Aber vielleicht steckt ein Teil der Antwort schon in diesem Artikel. In Zukunft wird einfach Trump an allem Schuld sein, denn in Deutschland macht man ja keine Fehler. Hinzu kommt noch, dass der Mann offensichtlich seine Wahlversprechen einlösen will, und wo hat man denn von so was jemals gehört?!? Das ist für unsere Eliten anscheinend wahrlich unerhört.
etwas nicht mitbekommen! Ihr Sarkasmus in allen Ehren, aber den können Sie sich sparen. Das behaupten weder die Medien noch der Großteil der Foristen hier. Seit wann definiert sich ein Produkt n u r über die Qualität, losgelöst vom Preis? Das Thema Lohndumping gibt es leider in vereinzelten Branchen, ja, es gibt auch Leiharbeiter in der Autobranche. Aber zu welchem quantitativen Anteil? Sie und ihre linksorientierten Wirtschafts'experten', erklären Sie bitte mal dem durchschnittlich verdienenden Bürger in Deutschland, dass bei angestellten Arbeitern in der Autobranche 'Lohndumping' betrieben wird. Die lachen sich tot!

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Atheist_Crusader 10.06.2018, 18:30
78.

Zitat von Neophyte
Das sollte langsam allen klar werden. Trumps Aktionismus nützt niemanden, außer Putin! Trump führt einzig und allein die russische Außenpolitik aus um den Zusammenhalt des Westens nachhaltig Schaden zuzufügen. Warum dies so ist, darüber kann man nur spekulieren, aber vielleicht hat Sonderermittler Robert Müller bald die finale Antwort,.. es bleibt dem Westen und auch den USA zu wünschen!
Um Trump abzusetzen bräuchte es die Unterstützung einer Mehrheit des Kongresses - und die Republikaner haben gezeigt dass sie lieber an der Macht als anständig sind.

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oberallgaeuer 10.06.2018, 18:32
79. Apple

Weshalb nicht mal einen Einfuhrzoll auf alle IT Produkte, wie z. B. Apple-Notebooks, iPhones, etc. erheben?

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