Forum: Wirtschaft
Elektroantrieb: Die überforderte Zukunft
Tom Grünweg

Seit der Abgasaffäre und der Debatte um Diesel-Fahrverbote gilt der Umstieg auf den Elektroantrieb als dringlich. Die neue Technologie kann die Erwartungen allerdings noch nicht einmal ansatzweise erfüllen.

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Flari 11.08.2017, 21:35
610. @ sysop, warum zensiert der aktuelle Zensor alle meine Kommentare?

Zitat von Georg_Alexander
und den 'getürkten' grauen Strommix für schlichte Verbraucher. Das ist doch nicht Thema hier. Das Verständnis der zugrundeliegenden Physik bewahrt schon vor solchen Rechentricksereien.
Was wollen Sie denn dann mit dem angeblich gekauften EE-Strom, wenn der nicht zählt?
Wer seinen Strom aus dem öffentlichen Netz bezieht, kann dann ausschliesslich behaupten, den aktuellen oder durchschnittlichen Strommix bezogen zu haben, völlig wursch, was in seinem Vertrag oder auf seiner Ladesäule steht.
Nach den Berechnungen des Bundesumweltamtes hat der deutsche Inlandverbrauch einen bedeutend geringeren EE-Anteil, als unser Exportstrom.
Greenpeace kauft seinen Ökostrom zu 99,x% aus Österreich, obwohl der reale Strom überwiegend von DE nach AT fliesst.
SWS-Schönau "kaufen" ihren Strom fast ausschliesslich in Norwegen ein.
Naturstrom haben ihre Informationen zu ihrer Stromherkunft überwiegend aus dem Netz genommen, nachdem bekannt wurde, das "deren" Wasserkraftwerke eher im einstelligen kW-Bereich arbeiten..

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Flari 11.08.2017, 21:38
611.

Zitat von franz_harz
Die Elektromobilitaet ueberdeckt durch den Hype andere interessante Alternativen, wie z.B. die kuenstliche Herstellung von chemischem Brennstoffen mit Oekostrom ohne Nutzung von Anbauflaechen, z. B. die Methanisierung. Dabei wird Industrie-CO2 und Wasserstoff zu Methan gemacht. Die Energie kommt vom Oekostrom. Das haette viele gut klingende Vorteile: - wenn Strom da ist (viel Wind oder Sonne) wird produziert, ansonsten halt nicht. - Das Methan ist durch bereits bestehende Infrastruktur lagerbar, transportierbar und auslierferbar (kein Sued-Link :) ) - Aktuelle Verbrennertechnik kann auch Methan verbrennen. - Dieses Methan waere chemisch sehr rein, dh. die Motoren koennen sehr sauber eingestellt werden. - Es wird kein Schwefel, Stickstoff, etc. mitverbrannt, weil keines da ist. - die CO2 Bilanz ist Null, da das CO2 ensteht, das man vorher reingesteckt hat (+ das Wasser) - Reichweite und Tankzeiten wie gewohnt. Die Nachteile: - Laermverschmutzung waere nicht reduziert - aktuell glaube ich ist der Wirkungsgrad noch niedrig (bei Oekostrom wuerde das aber zumindest die CO2-Bilanz nicht verschlechtern). Das ist auch nicht die Allheil-Loesung, aber zumindest ein vernuenftiger Schritt zu einem vernuenftigem und umsetzbaren Mix von Elektro und anderen guten Alternativen. Aber es kommt in der Oeffentlichkeit kaum vor und das ist schade. Bei allem Schwarz-Weiss was einem vorgekaut wird, vergisst man oft, dass die Realitaet immer grau ist!
Mittels volatilem PV- und WKA-Mix kommt die Wasserstoff-(PEM)-Elektrolyse auf einen Wirkunggrad um 50%, per "Überschussstrom" noch geringer, die Methanisierung zieht das noch einiges weiter in den Keller.
Das ganze bei sehr hohen Anlagekosten und dadurch bedeutend höheren Preisen als natürliches Erdgas, selbst wenn man für den eingesetzten Strom und seinen Transport für umsonst erhält.

Kein Anlagenhersteller lässt sich darauf ein, seine Produkte mit keinem EE-Strom herzustellen, eine CO2-Nullbilanz gibt es in absehbarer Zeit nicht.

Den in Benzin und (Kfz-) Diesel befindlichen Schwefel können Sie in Europa vernachlässigen.

Der Stickstoff kommt nicht mit dem Treibstoff, sondern mit der Luft in den Verbrenner.
Man sollte wissen, dass unsere Atemluft zu rund 80% aus Stickstoff besteht!

Wo ist der grosse Unterschied, neue Gaspipelines statt Stromleitungen zu verlegen?

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Klaer_chen 11.08.2017, 21:39
612. Fehlende Anreize - fehlende Innovationen

So lange es für die Wirtschaft keine Anreize gibt, wirkliche Alternativen zum Verbrennungsmotor zu überlegen/entwickeln/testen/verbessern, so lange wird sich für unsere Gesellschaft nichts ändern.
Das ist ein Armutszeugnis. Wir zerstören die Welt unserer Kinder, weil wir zu bequem, zu verbohrt und zu 'leistungsorientiert' sind, um Fehler zu zu lassen.
Jetzt gibt es einen, der mit seiner Idee den Mut hat, neue Wege einzuschlagen, damit sich unsere Art der Fortbewegung weiterentwickeln kann, und alle erwarten von ihm wirtschaftlichen Erfolg ab dem ersten Elektroauto.

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sachgerecht 11.08.2017, 21:54
613. Energielobby verhindert bessere Ökobilanz von E-Autos

Zitat von rurei
Ohne sauberen Strom macht doch das ganze keinen Sinn sondern nur mit nahe 100% Ökostrom.
Was soll diese Vernebelungsrhetorik? Der Umwelt hilft jeder Ökoanteil im Strommix. Beim derzeitigen Strommix hat ein E-Auto eine Ökobilanz von 4 Liter fossilem Treibstoff auf 100 Kilometern. An diesen Wert kommt kein vergleichbarer Spritschlucker heran. Dass die Ökobilanz für E-Autos nicht noch weit besser ausfällt, liegt nicht an der Technologie der E-Autos, sondern an der alten Energielobby, die mit ihrem Einfluss immer noch den Ausbau einer ökologischen Energiestruktur erfolgreich behindert und damit einen höheren Ökoanteil im Strommix blockiert.

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abrigal 11.08.2017, 22:16
614.

Zitat von rurei
Ohne sauberen Strom macht doch das ganze keinen Sinn sondern nur mit nahe 100% Ökostrom. Aber für 100% Ökostrom brauchen wir eine gewaltige Überinstallation von Windrädern und Photovoltaik, da die auf Grund von Wetter, Wind Tag und Nacht nur selten auf Anschlag betrieben werden sondern im Gegenteil weit weg davon. Und haben wir November, Dezember, Jannuar und leise rieselt der Schnee und keinen Wind, dann brauchen wir 100% Backup Kraftwerke.
Wenn man mit solchen Argumenten die Tuer fuer saubere Enegrie zuschlaegt verbaut man sich den Weg fuer die Zukunft, in der die Technologie fuer regenerative Energie weiter ausgebaut und verbessert werden kann, Deutschland baut dann weiter auf eine veralterte Vintage Technologie die seit ueber 100 Jahren den Fortschritt in der Batterieforschung verhindert hat. Entweder stehen wir jetzt am Anfang einer grossen neuen technischen Revolution oder verbleiben als Auslaufmodell auf der Strecke der industiellen Evolution

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tatsache2011 11.08.2017, 22:27
615. Eon liefert 100 Prozent aus erneuerbaren Energien

Zitat von Flari
... Greenpeace kauft seinen Ökostrom zu 99,x% aus Österreich, obwohl der reale Strom überwiegend von DE nach AT fliesst. SWS-Schönau "kaufen" ihren Strom fast ausschliesslich in Norwegen ein. Naturstrom haben ihre Informationen zu ihrer Stromherkunft überwiegend aus dem Netz genommen, nachdem bekannt wurde, das "deren" Wasserkraftwerke eher im einstelligen kW-Bereich arbeiten..
"Lidl und E.ON – nachhaltige Partner

Mit dem grünen Lidl-Strom baut Lidl seine Position als verantwortungsvoller Lebensmittelhändler weiter aus: Der Ökostrom, mit dem E.ON die Lidl-Kunden beliefert,

stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenenergie oder Wasserkraft und ausschließlich aus vom TÜV Süd zertifizierten Kraftwerken."
Zitat von Eon
https://www.eon.de/de/pk/unternehmen/presse/pressemitteilungen/2017/2017-6-23-gruen-und-guenstig--strom-bei-lidl.html

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M von B 11.08.2017, 22:34
616. Wenn zu viel Unwissenheit die Sicht verdirbt.

Nun mal zu den Fakten. Ich bin Elektrotechniker und Elektromotorenbauer.
Eine Batterie schnell zu laden heisst nichts anderes wie wenn man statt eies kleinen Wasser Rohres ein richtig dickes Rohr nimmt. Anstatt mit einer 16 Ampere abgesicherten 220 Volt Verbindung einen 380 Volt drei Pahsen Drehstrom oder mit einer Ladebox noch mehr Energie zur Verfügung stellen.
Das muß natürlich auch die Batterie aufnehmen können.
Auf der anderen Seite der Motor. Liebe Leute ... es gab bereits Elektromotoren, da wurde der Benziner erst entwickelt. Aber die Hersteller haben Angst und die Supplier ebenfalls, dass sie keinen Vergaser, keinen Auspuff etc mehr herstellen und verkaufen. Der Elektromotor ist wartungsarm und dauerhaft. Was macht dann die Werkstatt ??? Serviceintervall alle 80 tausen Kilometer ?? meine Güte welch ein Verlust.
Da werden dann ganz schnell Horror Szenarien aus dem Hut gezogen um den unwissenen Bürger irgendwelche Märchen von ungünstiger Energiebilanz zu erzählen oder oder oder...
es geht ausschließlich ums Geld. Es geht um Ihr Geld. Um nichts anderes.

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jasper366 11.08.2017, 22:47
617.

Zitat von julpita
Äh ja und was ist mit tesla? Die sind kein bisschen überfordert, im Gegenteil: das model 3 (bald erhältlich) ist sowas von ausgereift und erschwinglich für den Otto Normalverbraucher!
Nunja, ob es 'sowas von ausgereift' ist, wird sich erst noch herausstellen.

Ein Fahrzeug innerhalb eines einzigen Jahres von Vorstellung des Prototypen bis zum Verkauf auf den Markt zu werfen trauen sich ja noch nicht einmal Mercedes und Co und die haben ein paar Dekaden mehr Erfahrung in Sachen Entwicklung und (Groß)serienproduktion.

Wie erschwinglich der hier in Europa sein wird, wissen wir ja auch noch nicht genau. Das der Preis über 40.000 EUR liegen wird ist wohl klar, die Frage ist wieviel.

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jasper366 11.08.2017, 22:55
618.

Zitat von MTBer
. . . der Elektromotor vergleichsweise preiswert ist, ein aufwendiges Getriebe sowie Abgasanlagen und -Nachbereitung wegfallen, Bremsen deutlich kleiner dimensioniert werden müssen - dafür die Speicherbatterie aber soviel kostet wie ein üppig ausgestatteter Kleinwagen.
Getriebe fällt nicht allgemein weg, Zumindest ein Differentialgetriebe inkl. Antriebswellen werden benötigt.

Wieso sollten die Bremsen 'deutlich kleiner' dimensioniert werden können?
Die müssen die ganz normalen gesetzlichen Ansprüche an Mindestverzögerung erfüllen wie bei normalen Fahrzeugen auch - Stichwort Notbremsung. Also muß ein 2,2 t Tesla S und ein 2,6 t Tesla X (Leergewichte!) genau so starke Bremsen haben wie eine S-Klasse oder ein Mercedes G.

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nilsczert 11.08.2017, 23:01
619. "Dreckige" Rohstoffe für Batterien

Die Umweltbilanz des Elektroantriebs wird noch weit schlechter, wenn man den Bedarf an kostbaren Rohstoffen berücksichtigt, die unter extremen Umweltschäden abgebaut werden - von den unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Förderländern ganz zu schweigen!
Wir werden niemals auch nur annähernd so viele E-Mobile auf die Straße stellen können, wie es heute PKW gibt, ohne unseren Planeten schon vollends zu zerstören, bevor diese E-Mobile die Chance bekommen, ihn zu retten.
Die Mobilität von morgen besteht nicht darin, dass wir alle einen E-Golf in der Garage stehen haben!

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