Forum: Wirtschaft
Elektrobusse in China: Ohne Volldampf in die Verkehrsrevolution
AP/Zhao yadan - Imaginechina

Der Megastaat China elektrifiziert im Eiltempo seine nationale Busflotte. Die futuristischen Fahrzeuge verbessern die Luft in den Städten - und helfen, die globale Ölnachfrage zu dämpfen.

Seite 11 von 26
carinanavis 25.06.2018, 16:06
100. wieso ist das

Zitat von reiska
In Deutschland unvorstellbar
? BMW ist jetzt schon der zweitgrößte eMobil-Hersteller der Welt dicht hinter Tesla. Auch der so gescholtene VW-Konzern ist im weltweiten ranking 2017 schon auf Platz 10: https://www.mobilegeeks.de/news/top10-elektroautohersteller-weltweit/

Da heißt es 380 000 Busse würden in China elektrisch fahren, nur sind das wohl ein großer Teil Oberleitungsbusse und nicht solche mit Batterien (siehe Bild): https://www.vox.com/energy-and-environment/2018/4/17/17239368/china-investment-solar-electric-buses-cost

Tram und Obus gibt es in Europa schon seit Jahrzehnten und die sind alle wie die Batteriebusse nur so sauber wie die entsprechende Stromerzeugung. Aber so was kümmert die naiven Artikelschreiber in ihrer Lobhudelei nicht im geringsten. ein sauberer Euro-6-Diesel wird immer noch weniger Schadstoffe produzieren als ein chinesischer eBus, desen Strom durch Kohleverbrennung erzeugt wird.

Was gar nicht erwähnt wird: Wie oft fahren die Elektrobusse in China überhaupt, wie ist die Ladezeit wie oft müssen sie repariert werden? Alles sicher kein Problem, wenn man die staatliche Propaganda abschreibt.

Beitrag melden
denk1mal 25.06.2018, 16:08
101. Etwas macht China besser

Hierzulande fördern unsere Politiker das E-Auto für jedermann, der es aus guten Gründen nicht, nicht mal als Zweitwagen, brauchbar findet. Stattdessen hätte es Sinn gemacht gewerblichen Nahverkehr (Handwerker, Liferanten, Zustelldienste) und den Öffentlichen (Busse, Taxis etc.) zu fördern. Wenn man für diese die regelmäßig abends wieder besuchten Ladestationen fördert, käme man schnell viel weiter. Hätte auch für die Luft in den Städten soviel gebracht, daß die unendlich lang diskutierten Fahrverbote überflüssig wären.
Landesweite Ladeinfrastuktur für PKW ist bei heutigem Stand der Technik noch rausgeworfenes Geld und die Strommengen dafür noch weit entfernt und teuer, wenn die Energiesteuer, die für Kraftstoff entfällt, dann natürlich auf Ladestrom aufgeschlagen wird. Schließlich hat der Staat nichts zu verschenken und die Fördermittel müssen ja irgendwo herkommen, genannt Gegenfinanzierung. Die PKW-(Ausländer??)-Maut wird, selbst kräftig erhöht, nicht reichen; es würden mittlere zweistellige Milliardenbeträge fehlen.
Offenbar brauchen aber auch Politiker zu jedem viel zu kurz gedachten Thema einen Hype, am besten irgendwas mit #.
Und ja, natürlich möchte die Autoindustrie die Cashcow noch etwas melken, aber so blöd zu glauben, daß mit dem Elekto-Pkw für alle bald das große Geschäft zu machen ist, sind sie dann doch nicht.

Aber die Zukunft liegt ja ohnehin bei den elektrischen, selbstfliegenden, mautfreien Lufttaxis mit Super-Energieeffizienz und mit ultraleichten Batterien, die sich im Flug selbst laden, am besten durch die Rückgewinnung der Rotorenenergie. - Also doch eher die sehr ferne Zukunft.

Beitrag melden
eigenform 25.06.2018, 16:09
102. warum immer nach China schauen

Zitat von rudi_ralala
Ich glaube auch, dass im falschen Film bin. Kommunale Busse haben eigentlich die Angewohnheit immer die gleichen Stecken zu fahren. Oberleitungsbusse gibt es schon seit 100 Jahren und die sind umweltfreundlicher als mit Batterien betriebene Busse. Man könnte die sogar mit Erdschienen antreiben. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, die wieder vermehrt einzusetzen. In Athen fahren die immer noch und das seit Jahrzehnten.
in den meisten deutschen Großstädten existiert ein funktionierendes Straßenbahnnetz - warum setzt man nicht hier an : Ausbau der Schienennetze und Erhöhung von Taktraten und alles ohne umweltschädliche Akkutechnik

Beitrag melden
sophosma 25.06.2018, 16:10
103. Also...

Zitat von peterle3
es fällt schon auf, dass im Thema E-Mobilität immer nur Einzelaspekte diskutiert werden, vom E-Bus wie hier oder irgendwelchen Ladestationen. Vince Ebert hat in seiner Kolumne "Ebert extrapoliert" mal hochgerechnet, was es bedeuten würde, wenn wie von der Bundesregierung gewünscht, in 2020 eine Million Elektroautos im Einsatz wären. Da bräuchte man ca. 35.000 Megawatt zusätzlich, also etwa 23 ordentliche Kraftwerke, also Kohlekraftwerke, denn das mit dem Windstrom aus der Nordsee und den zugehörigen Trassen klappt ja bekanntlich nicht so recht. Was bringen Elektrofahrzeuge bei den Emissionen/Immissionen wirklich? Das Elektrofahrzeug des Post hat einen Feinstaubfilter. Und die Kraftwerke sollte man bitteschön auch nicht vergessen - Windkraft s.o. Wenn ich selber richtig gerechnet habe, hat der jährliche Spritverbrauch in Deutschland etwa die gleiche Größenordnung wie die derzeitige Stromerzeugung, nämlich gut 500 TWh p.a. Da würde ich schon gerne mal Szenarien zur Installation von zusatzlicher Kraftwerkskapazität mitsamt Zeitachse, Finanzierungsplan und Ökobilanz sehen. Dazu Szenarien zum Aufladen, denn die Ladedauer ist deutlich länger (Faktor 5?) als die Tankdauer. Wie sieht das dann an den Tankstellen zur Urlaubszeit aus? Reichen die Leitungsquerschnitte, wenn Laternen zu Ladestationen werden, oder muss man erst aufgraben? Woher kommt das ganze Lithium für die Akkus? Wie ist die Life-cycle-Ökobilanz eines Elektrofahrzeugs, begonnen bei der Gewinnung des Lithiums?? Was man da so hört ist ja nicht so ganz überzeugend. Da könnte wohl man auch von einer Ausbeutung der Entwicklungsländer reden. Also: So eine Einzelmeldung mag gut und richtig sein, aber sie hilft nicht wirklich weiter. Die kann einen auch ganz schön in die Sackgasse schicken. Dort treffen wir uns dann an einer toten Ladestation.
...die Laternenkabel reichen natürlich nicht, um daran noch Autoladestationen zu hängen. Außer, wir lassen die VDE VDE sein und lassen die Leitungen schmurgeln. Erhöht zwar nicht die Lebensdauer und Versorgungssicherheit, aber das ist den Kaspern eh egal. Hauptsache "Elektro"...

Ich hatte das auch mal für die straßengebundenen Nutzlastverkehr Berechnet, anhand der Angaben aus dem Wirtschaftsministerium. Da kam ich auf rund 10 große Atomkraftwerke....

Für die Visionen sollte man erst zum Taschenrechner greifen und dann zum Arzt gehen!

Beitrag melden
suomi1983 25.06.2018, 16:11
104. Der Westen ist längst abgehängt und hats verpennt...

Das sieht man mittlerweile auch offiziell ein, bspw. bei Bosch. Noch 2017 zig Millionen in die Forschung von gescheiten Batterien gesteckt, jetzt komplett ausgestiegen:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/e-autos-bosch-gibt-forschung-zu-neuen-batteriezellen-auf-1.3886227

Beitrag melden
relies 25.06.2018, 16:12
105. Zitat: Die futuristischen Fahrzeuge verbessern die Luft in den Städten

Sofern die Busse nicht über eine Luftreinigungsanlage für verschmutzte Luft verfügen, ist diese Aussage doch Unsinn. Bestenfalls verschmutzen die Busse die Luft nicht noch zusätzlich...

Beitrag melden
KobiDror 25.06.2018, 16:13
106. China und Energieerzeugung

Die bauen an Thorium Atomreaktoren. Sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber besser als Kohle zu verfeuern. Bei Interesse nach Molten Salt Reactor googlen.

Beitrag melden
syracusa 25.06.2018, 16:13
107.

Zitat von carinanavis
Da China 62% des Stroms durch fossile Brennstoffe erzeugt (fast alles davon aus Kohlekraftwerken) dürfte die Luft nur lokal etwas besser werden, was natürlich für die Stadtbevölkerung eine gewisse Erleichterung ist. Global gesehen ändert sich am Schadstoffaustoss (NOx, SO3, CO2) rein gar nichts.
Quatsch! Wenn man den Strom für die E-Busse in Kraftwerken aus dem nicht verbrauchten Dieselöl der dann nicht mehr benötigten Diselbusse erzeugen würde, würde wg des bessren Wirkungsgrads der Kraftwerke der Verbrauch an Dieselöl glatt halbiert werden, und die Luft würde infolge der stationär weitaus effektiveren Schadstofffilterung auf nur 1/4 der vorhiergen Belastung kommen.

Aber auch China investiert extrem hohe Summen in den weiteren Ausbau von EE-Anlagen. Der jährliche Zubau an EE-Anlagen produziert um Größenordnungen mehr Strom, als die jeweils im gleichen Zeitraum in Verkehr gekommenen E-Busse verbrauchen.

Beitrag melden
kenntmichnicht 25.06.2018, 16:15
108. Hatten wir schon mal

In Kaiserslautern fuhren in den 70er Jahren noch Busse mit einer Oberleitung.
Wurde demontiert. Die Technik war wohl zu primitiv für die Zeit.

Beitrag melden
gigi76 25.06.2018, 16:15
109. Ölverbrauch

Der Ölverbrauch dürfte sogar steigen, denn für die Herstellung der Batterien dürfte erheblich mehr Energie aufgewendet werden. Den Smog in Chinesischen Großstätten kommt man am besten durch eine Modernisierung des Heizsystems bei, in dem man die vielfach verwendeten Holzöffen endlich verbietet.

Beitrag melden
Seite 11 von 26
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!