Forum: Wirtschaft
Elterngeld - was sind Ihre Erfahrungen?

Beim Elterngeld klaffen Wunsch und Wirklichkeit oft weit auseinander. Was sind Ihre Erfahrungen? Ist das Elterngeld nach wie vor eine gute Idee - oder scheitert es im Praxistest?

Seite 12 von 46
Dopamin 11.06.2008, 17:04
110.

Zitat von jaglar
Wenn im nächsten Jahr der Wahlkampf richtig beginnt, wird man diese Parolen auf jedem Marktplatz, von jedem Koalitionspolitiker zu hören bekommen, um sich selbst zu preisen. Nur wird niemand, der nicht selbst betroffen ist, merken, daß hier nur ein Teil der Wahrheit verbreitet wird.
jaglar,

das ist nicht nur beim Elterngeld so - das gilt auch für einige andere Gesetze ;)

Beitrag melden
ksail 11.06.2008, 17:04
111.

Zitat von Peraldo
Fakt: Beantragt jemand, der sehr gering bis gar kein Geld verdient Elterngeld, bekommt sie 300,-€ monatlich, den Mindestsatz. Für 12 Monate. Erziehungsgeld gab es für 24 Monate. Rechnen Sie doch selbst.
Fakt ist aber auch, daß man mit der Reform eben nicht mehr den Kinderreichtum "unten", sondern in der Mitte fördern wollte. Deshalb ist das Elterngeld weggefallen und durch das Erziehungsgeld ersetzt worden.

Förderung für alle "mit der Gießkanne" gibts ja auch noch - unser Kindergeld. Und da wäre - wie unsere Politiker ja inzwischen auch einsehen - eine Erhöhung inzwischen auch angebracht.

Beitrag melden
Blackhole 11.06.2008, 17:06
112.

Warum schafft man es in Deutschlang nicht einmal, nicht ein einziges mal, einfach zu verstehende Gesetze zu formulieren, die für jederman anzuwenden sind?

Ich dachte bisher, dass das Elterngeld das bisherige Einkommen während der Elternzeit ersetzen soll. Bei den meisten Arbeitnehmern steht doch am Ende der Lohnabrechnung das Jahres netto, was bei der Elternzeit entfallen würde. Einfacher dürfte zumindest bei einem Großteil der Bürger das Netto-Einkommen nicht zu ermitteln sein. Wieso werden dann noch laut Artikel die ganzen Boni und Co. abgezogen? Hat man die etwa nicht erarbeitet?

Wenn sich die Politker morgens im Spiegel betrachten, sollten diese sich wirklich mal fragen, ob sie in der Vergangenheit ihren Job gemacht haben. Und wenn nicht, zurücktreten. Aber dann wären sicherlich der Bundestag und die Landtage leer.

Beitrag melden
Peraldo 11.06.2008, 17:08
113.

Zitat von ksail
Fakt ist aber auch, daß man mit der Reform eben nicht mehr den Kinderreichtum "unten", sondern in der Mitte fördern wollte. Deshalb ist das Elterngeld weggefallen und durch das Erziehungsgeld ersetzt worden. Förderung für alle "mit der Gießkanne" gibts ja auch noch - unser Kindergeld. Und da wäre - wie unsere Politiker ja inzwischen auch einsehen - eine Erhöhung inzwischen auch angebracht.
Ja, das ist Fakt. Und das finde ich auch durchaus richtig. Die Luft für den "Mittelstand" wird ja auch immer dünner. Es ist kein Neid, der da aus mir spricht. Soll kriegen, wer kriegt und Kinder haben und Spass und überhaupt - aber ich finde es eben schreiend ungerecht, wenn man dafür im Gegenzug andere, die schon von vornherein weniger haben, benachteiligt. Und die Kürzung der Bezugszeit ist de facto eine Kürzung.

Beitrag melden
jaglar 11.06.2008, 17:11
114.

Zitat von Dopamin
jaglar, das ist nicht nur beim Elterngeld so - das gilt auch für einige andere Gesetze ;)
Selbstverständlich. Nur merkt man das erst richtig, wenn man ein solches Gesetz selbst angewendet hat.
Und dieses Gesetz eignet sich sehr gut, um darzustellen, was man tolles durchgesetzt hat. Das Elterngeld ist sehr populär (zumindest bei denen die es nicht beantragen müssen).
Es hört sich ja auch toll an.

Beitrag melden
elstevo 11.06.2008, 17:15
115.

Zitat von ksail
Fakt ist aber auch, daß man mit der Reform eben nicht mehr den Kinderreichtum "unten", sondern in der Mitte fördern wollte. Deshalb ist das Elterngeld weggefallen und durch das Erziehungsgeld ersetzt worden.
Vollkommen richtig!
Zitat von ksail
Förderung für alle "mit der Gießkanne" gibts ja auch noch - unser Kindergeld. Und da wäre - wie unsere Politiker ja inzwischen auch einsehen - eine Erhöhung inzwischen auch angebracht.
Eben deshalb ist eine Kindergelderhöhung unsinnig. Stattdessen sollten lieber Leistungen wie kostenloses Schulessen oder Ganztagsbetreuung etc. ermöglicht werden. Das hilft auch den Unterschichten-Kindern, deren Eltern nicht die Möglichkeit, Interesse oder Fähigkeit zur Förderung haben. Gleichzeitig benachteiligt es aber auch nicht die Mittel- oder Oberschicht.

Beitrag melden
werner51 11.06.2008, 17:15
116.

Zitat von Peraldo
Das ist billige Polemik. Ich hoffe für Sie, daß Sie auch mal so RICHTIG in den Dreck fallen, damit Sie die Welt auch mal von ganz unten kennenlernen können. Arbeiten Sie sich da raus und dann reden wir noch einmal miteinander.
Ich kenne die Welt von ganz unten. Dort habe ich mal angefangen. Un'nu?

Beitrag melden
micha.hoff 11.06.2008, 17:18
117. Das Kleingedruckte lesen

Mittlerweile gebährdet sich der Staat wie ein unseriöser Versicherungsvertreter. Daß man über den Tisch gezogen wurde, merkt man erst, wenn man das Kleingedruckte liest.
Im Zweifel immer davon ausgehen, daß der Bürger mit jeder sog. Reform mehr zahlen muß, nicht weniger bzw. daß er weniger bekommt nicht mehr. Unterm Strich muß für die Herrschende die Kasse voller werden, nicht leerer.
Mein Rat: Bei sog. bürgerfreundlichen Ankündigungen zunächst unterstellen, daß in der Praxis genau das Gegenteil eintritt. Dann erspart man sich viele Enttäuschungen. Und den warmen Händedruck gibt’s deshalb, damit der Bürger nicht die Faust ballen kann.

Beitrag melden
werner51 11.06.2008, 17:21
118.

Zitat von Blackhole
Warum schafft man es in Deutschlang nicht einmal, nicht ein einziges mal, einfach zu verstehende Gesetze zu formulieren, die für jederman anzuwenden sind?
Weil das dem deutschen Hang zur Einzelfallgerechtigkeit widersprechen würde. Das soll auf keinen Fall der Rechtssprechung überlassen werden. Und jeder Abgeordnete ist doch stolz, wenn er im Wahlkreis verkünden kann, daß auch der Fall Müller-Meier-Schmitz geregelt ist.
Hinzu kommen dann noch die Interessen der Länder, der Gemeinden, der Kirchen, der Krankenkassen .... alles muß berücksichtigt werden.
Und prozessiert wird dann immer noch.

[QUOTE=Blackhole;2360339]Einfacher dürfte zumindest bei einem Großteil der Bürger das Netto-Einkommen nicht zu ermitteln sein. Wieso werden dann noch laut Artikel die ganzen Boni und Co. abgezogen? Hat man die etwa nicht erarbeitet? {/quote]

Einkommensteuer-/Lohnsteuerbescheide der letzten 2 Jahre dividiert durch 24 und das wär's.
Ist aber zu einfach für Deutschland.

Zitat von Blackhole
Wenn sich die Politker morgens im Spiegel betrachten, sollten diese sich wirklich mal fragen, ob sie in der Vergangenheit ihren Job gemacht haben. Und wenn nicht, zurücktreten. Aber dann wären sicherlich der Bundestag und die Landtage leer.
Ich mag Politiker auch nicht besonders. Aber die spiegeln doch letztendlich nur die Meinungen (Plural!!!) der Parteibasis wieder. Was sollen die armen Kerle sonst auch machen? Sie würden nicht mehr aufgestellt.

Beitrag melden
Schpin Kaiser 11.06.2008, 17:23
119.

Zitat von Blackhole
Bei den meisten Arbeitnehmern steht doch am Ende der Lohnabrechnung das Jahres netto, was bei der Elternzeit entfallen würde. Einfacher dürfte zumindest bei einem Großteil der Bürger das Netto-Einkommen nicht zu ermitteln sein. Wieso werden dann noch laut Artikel die ganzen Boni und Co. abgezogen? Hat man die etwa nicht erarbeitet? leer.
Dazu vielleicht eine kleine Anmerkung: Ich bin zur Zeit Doktorand und werde im Rahmen meiner Promotion auf Grund bisheriger Leistungen mit einem Stipendium gefördert. Laut Aussage der entsprechenden Ämter zählt dieses als "Sozialleistung", d.h. ich hätte bei Beantragung nur den Minimalsatz bekommen. Und das wäre weniger als ein Viertel des jetzigen Einkommens gewesen. Soviel zum Thema erarbeitetes Einkommen...

Beitrag melden
Seite 12 von 46
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!