Forum: Wirtschaft
Emissionshandel: Firmen sollen Staat um 850 Millionen Euro betrogen haben

Der deutsche Fiskus wurde durch*einen großangelegten Betrug*im Emissionshandel offenbar um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt. Durch das Hinterziehen von Umsatzsteuer sei ein Schaden von*850 Millionen Euro entstanden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

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debreczen 05.03.2011, 19:17
10. Stimmt, der Staat hat sich aber bewußt so entschieden

Zitat von weltbetrachter
Mehrfach wurde doch schon der Vorschlag eingebracht, das Umsatzsteuern vom Finanzamt erst anerkannt werden sollten, wenn die Rechnung bezahlt worden ist und das Geld auf dem Konto eingegangen ist. . Dann ist ein großteil dieser Vorsteuerbetrügereien nicht mehr möglich. Die Soll-Versteuerung läd doch zum Betrug ein.
Hat sich der Staat aber mit der Änderung des Steuersystems 1968 selbst eingebrockt. Wenn der Vorsteuerabzug abgeschafft wird, dann wird damit auch die Fälligkeit der Umsatzsteuer verschoben. Gegenwärtig ist es so, daß vorsteuerabzugsfähige "Soll-Versteuerer" selbst immer dann ihre Umsatzsteuer bezahlen müssen, wenn sie die Rechnung stellen - auch wenn sie das Geld noch gar nicht haben.

Ist natürlich für den Staat bequem, denn es gibt ziemlich garantierte Kohle von buchhaltungsverpflichteten Unternehmen, sobald die eine Rechnung raushauen. Dem Finanzamt ist es völlig egal, ob z. B. die Autoreparaturwerkstatt ihre Knete erst zehn Monate später bekommt. Die schlechte Zahlungsmoral ist damit ein Problem ausschließlich des Unternehmers... Die Vorsteuerabzugsmöglichkeit ist sozusagen die "Ausgleichsleistung" für diese Vorabzahlungspflicht. Man kann sie nicht einfach abschaffen, ohne auch die "Sollversteuerung" nach Rechnungslegung abzuschaffen.

Wenn aber alle erst zahlen, wenn das Geld da ist, dann werden die Geldflüsse an den Staat ziemlich schwer kalkulierbar. Und zuerst mal würden sich alle USt.-Zahlungen dahin verschieben, wo die Rechnung bezahlt wird, das wäre eine Lücke von mehreren Monaten - wenn das reicht.

Vor 1968 gab es (in Westdeutschland) ein transaktionsbezogenes Steuermodell (so habe ich es gelesen). Da wurde pro Warenumschlag ein ziemlich niedriger Betrag (0,5 - 1,5 Prozent je nachdem) fällig. Heute könnte man sich das vielleicht sogar wünschen, dann würde es unattraktiv, alle möglichen Geschäfte in irgendwelche Tochtergesellschaften auszulagern und in einem eigentlich einheitlichen Unternehmen Waren und Leistungen und damit die Haftung nach Belieben hin und herzuschieben... aber das ist ein anderes Kapitel. Man muß auch zugeben, daß die Rechnerei wohl ziemlich mühsam war.

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n.holgerson 05.03.2011, 21:38
11. Wieder so peinliche Kommentare

Warum passiert hier immer das gleiche? Was meine ich? Es gibt ein Problem, der Großteil versteht es nicht, gibt aber Kommentare ab und fordert Änderungen, die gar nichts mit dem Problem zu tun haben.

Wie ist das jetzt z.B. hier im konkreten Fall? Das Problem sind sogenannte Karussellgeschäfte.

Was wird hier in fast jedem Kommentar kritisiert? Der Sachverhalt "Soll bzw. Ist Versteuerung" als "vereinnahmtes bzw. vereinbartes Entgelt".

Nur was erkennt jeder, der auch nur die geringste Ahnung vom Umsatzsteuerrecht hat? Diese beiden Probleme haben nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun.

Egal ob es jetzt eine "Soll bzw. eine Ist Versteuerung" gibt, keine der beiden Arten schützt vor dem Karussellgeschäft!

Wie gesagt, der Großteil der hier geschriebenen Kommentare sind nur noch peinlich, weil ganz offensichtlich ist, dass die entsprechenden Autoren überhaupt nicht verstehen um was es geht.

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Silverhair 06.03.2011, 01:22
12. Kapitalbesteuern einfach

Zitat von founder
Der Emissionshandel ist ein Blödsinn. Die Tarife für CO2 sind so gering, daß man damit nichts vernüfntiges machen kann. . Der wirkliche Weg aus der Katastrophe ist es das Steuersystem umbauen, Ressorucensteuern statt Steuern auf Menschen.
Absolut nichts gegen einzuwenden! Da Deutschland keine "Resourcen" hat - die der "Wissenschaftler und des Wissens" gerade aus dem Land geekelt werden dürften die Steuereinnahmen dann auf Null sinken - die Brücken und Strassen verrotten und das "frischwasser" schlicht mangels Öl nicht mehr "gefördert" werden!

Oder?

Wie wäre es schlicht und einfach mit einer Kapitalsteuer , so 50 % oben drauf für Kapitaleinkünfte - dann würden die Steuerzahler ganz schnell aufhören müssen die Zinsen der "Staatschulden" zu bezahlen - die zahlen sich dann locker von selber aus den Kapitaleinkünften - die Städte würden nicht mehr verrotten - und - sage und Schreibe würde es unattraktiv dem Staat das notwendige Geld vorzuenthalten oder so einen Betrug zu inszenieren!

Das man die "Arbeitskraft" der Menschen besteuert hört sowieso bald auf - Merkel hat doch die Null-Lohnfür Arbeit Runde schon längst ausgerufen .. Null-Lohn, null-Konsum ,Null-Einkommen ...

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ONI 06.03.2011, 03:05
13. Emissionshandel = Schwindel

Der Emisionshandel ist doch sowieso Schwindel - CO2 ist nicht klimaschädlich, das kann JEDER mit dem Chemiewissen, das mit der Mittleren Reife erworben wird, sofort begreifen.

Daher ist der ganze Handel sowieso Unfug - dass dabei dann auch noch betrogen wird, war zu erwarten.

Man sollte den Emissionshandel und den zugehörigen Regulierungsapparat einfach abschaffen.

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Niamey 06.03.2011, 07:00
14. Emissionshandelbetrübereien

Zitat von sysop
Der deutsche Fiskus wurde durch*einen großangelegten Betrug*im Emissionshandel offenbar um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt. Durch das Hinterziehen von Umsatzsteuer sei ein Schaden von*850 Millionen Euro entstanden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".
Und wann wandert dafür mal jemand in den Knast, auf beiden Seiten!!!! Aber bitte dann nicht nur für ein Jahr oder 2! Das müssen dann schon 5 bis 10 Jährchen sein....

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mm01 06.03.2011, 08:13
15. ....

Ich würde gerne wissen, in welchen Taschen unserer Politiker, bzw. "Volksvertreter" diese Summe gelandet ist?

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limubei 06.03.2011, 08:16
16. umsatzsteuer

die umsatzsteuer ist für unternehmen einfach nur lästig und muss in der regel vorfinanziert werden.
sie bringt betriebswirtschaftlich gar nichts ausser kosten.
wie ein vorpost sinnvoll bemerkte, kann sie unternehmen mit aussenständen in liquiditätsengpässe ziehen. im sogenannten B2B bereich sollte sie ganz abgeschafft werden. dann werden tausende von steuerberatern, gehilfen und finanzbeamte ohne arbeit dastehen. die freien finanzbeamten könnten dann z.b. sinnvolle steuerprüfungen machen bei mittleren und grossen unternehmen. wie dieser tage zu lesen war, werden in einigen bundesländern unternehmen so gut wie gar nicht geprüft. da liegen milliarden brach. es scheint aber politisch gewollt zu sein.
wohlgemerkt, das ganze wird als riesiger ballast von den unternehmen finanziert.
einzig am ende der verkaufskette ist die mehr-wert-steuer sinnvoll. sie ist eine echte einnahme für den staat.
ohne umsatzsteuer kein betrug. so einfach.
es gibt länder ohne umsatzsteuer und sogar ohne
mehr-wert-steuer. grüsse aus hong kong

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systemmirror 06.03.2011, 08:52
17. Solche Dinge

funktionieren nur, wenn die Banken mitspielen.
Wen wunderts.

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Kalix 06.03.2011, 11:17
18. Alles bekannt, oder????

Der SPIEGEL hätte tiefer recherchieren sollen. Pro Jahr sind die Steuerausfälle durch den Umsatzsteuerbetrug in Deutschland geschätzt zwischen 25 und 30 MRD €. Jedoch aus unverständlichen Gründen hat kein Finanzminister nach 1989 auch nur den Versuch unternommen, durch Änderung der Gesetzeslage dies zu verhindern. In Deutschland fing der Umsatzsteuerbetrug mit den Fördervoraussetzungen für die 5neuen Bundesländer an; d.h. Investitions- und Förderprämien wurden nur für fabrikneue Maschinen gezahlt. Noch nie wurden so schnell gebrauchte Maschinen zu neuen. In Belgien dürfen den Vorsteuerabzug nur unabhängige und vereidigte Steuerprüfer vornehmen. Kein Unternehmen in Belgien beschwert sich, wenn der Vorsteuerabzug erst mit 6monatiger Verspätung erfolgt. Ich höre schon Hundt schreien über die nicht mehr zu belastende Wirtschaft in Deutschland. Übersehen wird, dass der Umsatzsteuerbetrug heute weniger durch Einzelunternehmen erfolgt; in der Regel sind dies Netzwerke mafiös verbundener inl. und ausl. Unternehmen. Wir haben mit Abstand zuwenig Kapazitäten von qualitativ hoch ausgebildeten Finanzbeamten, Bilanz- und Wirtschaftsprüfer, um den kleinen oder grossen Steuerbetrug zu verhindern; erst Recht den hochkriminellen Umsatzsteuerbetrug. Es ist leichter, die Mehrwertsteuer zu erhöhen als den Mehrwertsteuerbetrug zu verhindern.

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Jochen Binikowski 06.03.2011, 12:42
19. x

Zitat von limubei
die umsatzsteuer ist für unternehmen einfach nur lästig und muss in der regel vorfinanziert werden. sie bringt betriebswirtschaftlich gar nichts ausser kosten. wie ein vorpost sinnvoll bemerkte, kann sie unternehmen mit aussenständen in liquiditätsengpässe ziehen. im sogenannten B2B bereich sollte sie ganz abgeschafft werden. dann werden tausende von steuerberatern, gehilfen und finanzbeamte ohne arbeit dastehen. die freien finanzbeamten könnten dann z.b. sinnvolle steuerprüfungen machen bei mittleren und grossen unternehmen. wie dieser tage zu lesen war, werden in einigen bundesländern unternehmen so gut wie gar nicht geprüft. da liegen milliarden brach. es scheint aber politisch gewollt zu sein. wohlgemerkt, das ganze wird als riesiger ballast von den unternehmen finanziert. einzig am ende der verkaufskette ist die mehr-wert-steuer sinnvoll. sie ist eine echte einnahme für den staat. ohne umsatzsteuer kein betrug. so einfach. es gibt länder ohne umsatzsteuer und sogar ohne mehr-wert-steuer. grüsse aus hong kong
In meiner (Einzel-) Firma zahle ich im Jahr netto ca. 14% vom Bruttoumsatz Mwst. Gewerbe- und EkSt. an das Finanzamt und Gebühren für den Steuerberater. Ich vermute mal dass es in hunderttausenden anderen Kleinfirmen ähnlich ist.

Die in den Lieferantenrechnungen enthaltenen und bezahlten Mwst.-Beträge sind da nicht mitgerechnet. Wenn man nun für Firmen mit weniger als 2 Mio. Umsatz eine Wahlmöglichkeit einführen würde, wonach man pauschal 14% vom Umsatz bezahlt oder wie bisher weitermacht, würde das vermutlich zu einer gigantischen Entlastung der Finanzämter und Steuerberater führen, weil nur noch der Bruttoumsatz (die ausgestellten Rechnungen weisen natürlich auch weiterhin die Mwst. aus) erfasst werden muß.

Dann braucht man sich keinen Kopf mehr um Abschreibungen, Reisekosten oder gar windige Steuersparmodelle machen und kann sich voll auf das Geschäft konzentrieren. Der Staat verteilt diese Pauschale dann nach einem Schlüssel an Bund, Länder und Gemeinden.

Somit würden jede Menge Kapazitäten frei um zur Jagdt auf die wirklich großen und kriminellen Steuerbetrüger zu blasen, deren Gewinne die ehrlichen Steuerzahler finanzieren.

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